Lexikon-Eintrag

Kaisermantel Argynnis paphia

Kaisermantel (Argynnis paphia), KI-Illustration

KI-generierte Illustration (keine Fotografie)

Klassifikation

Taxonomie

Reich
Tiere (Animalia)
Stamm
Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse
Insekten (Insecta)
Ordnung
Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie
Nymphalidae
Gattung
Argynnis

Überblick

Einleitung

Der Kaisermantel oder Silberstrich (Argynnis paphia) ist ein Tagfalter aus der Familie der Edelfalter (Nymphalidae) und gilt als der größte mitteleuropäische Perlmuttfalter. Die Art ist in den gemäßigten Zonen Europas sowie durch das gemäßigte Asien bis nach Japan verbreitet und besiedelt bevorzugt sonnige Waldränder sowie lichtungsreiche Waldgebiete. Im Jahr 2022 wurde der Falter zum Schmetterling des Jahres gekürt.1

Auf einen Blick

Fakten (kompakt)

  • Die Raupen erreichen eine Länge von ca. 38 mm, sind dunkelbraun gefärbt, tragen braunorange Dornen sowie zwei dünne, eng benachbarte gelbe Rückenlinien.
  • Am Kopf besitzen die Raupen ein auffälliges, nach vorne gezogenes schwarzes Dornenpaar, das an Fühler erinnert.
  • Die graubraune Stürzpuppe weist spitze Kopfhörner und Ecken auf sowie kegelförmige Spitzen, die anfangs silbern und vor dem Schlupf goldfarben erscheinen.3
  • Die dunkle Weibchenform Argynnis paphia f. valesina kann einen blauen Schimmer auf der Oberseite zeigen und ist in Mitteleuropa selten, während sie im Süden wie Spanien und Italien dominiert und in Irland völlig fehlt.
  • Bei der nordafrikanischen Unterart Argynnis paphia diva aus Algerien fehlt auf der hochgelben Hinterflügelunterseite häufig der Silberstreifen und die Flügelränder sind bei beiden Geschlechtern stärker gezackt.
  • Die auf Korsika und Sardinien vorkommende Form Argynnis paphia immaculata besitzt reduzierte Silberstreifen auf den graugrünbraunen Hinterflügeln und zeigt einen Goldschimmer.
  • In Teilen Südeuropas verliert die Hinterflügelunterseite bei der Form Argynnis paphia anargyria das Silber vollständig, sodass nur noch trüb ockergelbe Binden zu sehen sind.3
  • Chinesische Formen wie Argynnis paphia f. megalegoria sind stets größer als europäische Exemplare und die Weibchen übertreffen größenmäßig sogar die afrikanischen Formen.3
  • Die japanische Inselform Argynnis paphia f. tsushimana gilt als die farbenprächtigste bekannte Form mit besonders breiten, weiß schimmernden Silberbinden und einem tiefen meergrünen Vorderflügelapex.3

Erkennen

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Der Kaisermantel (Argynnis paphia) ist der größte mitteleuropäische Perlmuttfalter und weist charakteristische morphologische Merkmale auf. Die imaginalen Falter erreichen in Mitteleuropa eine Flügelspannweite von 55 bis 65 Millimeter. Die Flügeloberseiten der Männchen zeigen eine leuchtend orange Grundfärbung mit braunen Flecken sowie dunklen Duftschuppenstreifen an den Adern 1 bis 4. Weibliche Exemplare sind hingegen dunkler und leicht grünlich gefärbt, wobei bei ihnen die Duftschuppenstreifen fehlen und stattdessen kräftige dunkle Flecken am Vorderrand der Vorderflügel ausgebildet sind. Auf der Unterseite zeigen die Vorderflügel ein blasses Orange, während die Hinterflügel graugrün gefärbt sind und ein schmales, geschwungenes, silbrig schimmerndes Band vom Verrand zum Innenrand aufweisen. Aufgrund dieses prägenden Merkmals trägt die Art auch den Namen Silberstrich. Neben der Nominatform existieren verschiedene Morphen und Unterarten wie die dunkle Weibchenform valesina, deren Oberseite dunkel übergossen ist und bisweilen einen blauen Schimmer aufweist. Die Präimaginalstadien umfassen gelbgraue, kegelförmige und gerippte Eier.1 Die Raupen erreichen eine Länge von ca. 38 Millimeter und sind dunkelbraun gefärbt. Sie tragen braunorange Dornen, zwei dünne, eng nebeneinander liegende gelbe Rückenlinien sowie ein auffälliges, nach vorne gezogenes schwarzes Dornenpaar direkt hinter dem Kopf. Als Puppe fungiert eine graubraune Stürzpuppe mit spitzen Kopfhörnern, Ecken und kegelförmigen Spitzen, die anfangs silbern und vor dem Schlupf goldfarben erscheinen.1 Belastbare morphologische Abgrenzungen zu ähnlichen Arten wie dem Feurigen Perlmuttfalter (Argynnis adippe), dem Großen Perlmuttfalter (Argynnis aglaja), dem Mittleren Perlmuttfalter (Argynnis niobe), dem Kleinen Perlmuttfalter (Argynnis lathonia) oder dem Kardinal (Argynnis pandora) stützen sich primär auf die charakteristische Unterseitenzeichnung und Größe.12

Porträt

Beschreibung

Der Kaisermantel (Argynnis paphia) repräsentiert als größter mitteleuropäischer Vertreter seiner Familie eine charakteristische Schmetterlingsart der bewaldeten Landschaften der Paläarktis. Das Artepitheton leitet sich von Paphia, einem Beinamen der Aphrodite aus der griechischen Mythologie, her. Die Art besiedelt bevorzugt sonnige Waldränder, blütenreiche Waldlichtungen sowie von Wald eingeschlossene Wiesen und beschränkt sich in ihrer vertikalen Verbreitung in Europa auf Höhenlagen bis zu 1.000 Meter. Im natürlichen Lebensraum fällt die Art durch ihre dynamische Fortbewegung und den typischen, an waldgebundene Habitate gebundenen Aufenthalt auf. Im Feld lässt sich Argynnis paphia durch die charakteristische Flügelunterseite mit dem namensgebenden silbernen Streifen leicht ansprechen. Mikroskopische Betrachtungen offenbaren feingliedrige Strukturen wie die artspezifischen Duftschuppenstreifen der Männchen auf den Adern 1 bis 4 der Vorderflügel. Als besondere anatomische Anpassung besitzen die Männchen diese spezialisierten Duftschuppen zur Ausschüttung von Pheromonen während des Balzfluges. Während der Balz umkreist das Männchen das Weibchen in charakteristischer Weise von hinten unten nach vorn und von vorne oben nach hinten. Die Eiablage erfolgt in einem komplexen Verhalten an Baumstämmen, wobei das Weibchen spiralförmig am Stamm aufwärts fflattert und Eier in Höhen von ½ bis 2 m in Rindenspalten platziert. Die kegelförmigen und gerippten Eier sind dadurch vor direkter Sonneneinstrahlung und Regen geschützt. Aus den gelbgrauen Eiern schlüpfen im Spätsommer die Raupen, welche zunächst ihre eigene Eihülle fressen und anschließend ohne Nahrungsaufnahme in der Rinde überwintern. Im folgenden März erwachen die Raupen aus der Diapause und steigen den Stamm herab, um sich auf die Suche nach Futterpflanzen wie dem Wohlriechenden Veilchen (Viola odorata) zu begeben.1 Die ausgewachsene Raupe erreicht eine Länge von ca. 38 Millimeter und ist durch eine dunkelbraune Grundfärbung, braunorange Dornen sowie zwei dünne, eng nebeneinander liegende gelbe Rückenlinien gekennzeichnet. Ein auffälliges morphologisches Merkmal der Raupe stellt das schwarze Dornenpaar direkt hinter dem Kopf dar, welches fühlerartig nach vorne verlängert ist. Nach der Fraßphase verpuppen sich die Larven als Stürzpuppe an Pflanzen in Bodennähe. Diese Stürzpuppen weisen eine graubraune Färbung, spitze Kopfhörner sowie kegelförmige Spitzen auf, die anfangs silbern und unmittelbar vor dem Schlupf goldfarben schimmern. Bezüglich des Geschlechtsdimorphismus zeigen die Weibchen im Vergleich zu den Männchen dunklere und oft leicht grünlich getönte Vorderflügeloberseiten ohne Duftschuppenstreifen. Zudem existieren geografisch und genetisch bedingte Morphen wie die dunkel übergossene Form valesina, die in Mitteleuropa selten auftritt, in südlichen und östlichen Regionen jedoch dominieren kann. In Bezug auf die nahe Verwandtschaft bestehen morphologische Ähnlichkeiten zu Arten wie dem Feurigen Perlmuttfalter (Argynnis adippe) oder dem Großen Perlmuttfalter (Argynnis aglaja). Belastbare historische Erstbeschreibungen betonen neben der Nominatform auch diverse geografische Unterarten wie Argynnis paphia diva aus Nordafrika oder insulare Formen wie Argynnis paphia immaculata von Korsika und Sardinien.1

Systematik

Name & Einordnung

Der Kaisermantel (Argynnis paphia) gehört innerhalb der Ordnung der Schmetterlinge (Lepidoptera) zur Familie der Edelfalter (Nymphalidae) und repräsentiert den größten mitteleuropäischen Vertreter der Perlmuttfalter. Das Artepitheton leitet sich von Paphia ab, einem Beinamen der griechischen Göttin Aphrodite. Im deutschsprachigen Raum ist neben dem Hauptnamen Kaisermantel auch die Bezeichnung Silberstrich gebräuchlich1, welche sich auf das charakteristische silbrig schimmernde Band auf der Unterseite der Hinterflügel bezieht.1 International wird die Art im Englischen als Silver-washed Fritillary bezeichnet. Historisch wurde die Art mehrfach in Unterarten und Formen unterteilt, darunter die in Mitteleuropa seltene dunkle Weibchenform Argynnis paphia f. valesina (Esper)1 sowie regional isolierte Formen wie Argynnis paphia diva (Oberthür) aus Algerien und Argynnis paphia immaculata (Bellier) von Korsika und Sardinien.1 Weitere beschriebene Formen umfassen Argynnis paphia anargyria (Staudinger) aus Südeuropa1, Argynnis paphia f. delila (Hübner) aus Kleinasien1 sowie ostasiatische Formen wie Argynnis paphia f. tsushimana (Fruhstorfer) von der japanischen Insel Tsushima1 und Argynnis paphia f. megalegoria (Fruhstorfer) aus China. Belastbare taxonomische Revisionen zur genauen Stellung einzelner historischer Aberrationen und Formemkreise außerhalb des Nominattyps basieren überwiegend auf regionalen faunistischen Bearbeitungen.1

Lebensweise

Biologie & Lebenszyklus

Der Kaisermantel (Argynnis paphia) absolviert in Mitteleuropa eine Generation pro Jahr und fliegt als Imago von Juni bis August. Während der Balz verfolgt das Männchen das Weibchen im Flug und setzt Pheromone aus Duftschuppen frei, während das Weibchen bei Paarungsbereitschaft auf Vegetation landet und ebenfalls Lockstoffe abgibt. Die Eiablage erfolgt im Spätsommer, wobei das Weibchen die Eier einzeln in 0,5 bis 2,0 m Höhe in Rindenspalten oder unter Flechten an Baumstämmen – bevorzugt Kiefern und Fichten in der Nähe von Veilchen – absetzt; in manchen Regionen wie Brandenburg wurden Eier jedoch auch direkt an Veilchen gefunden. Nach dem Schlupf im Spätsommer fressen die jungen Raupen zunächst ihre Eihülle und begeben sich anschließend ohne weitere Nahrungsaufnahme in der Rinde in die Überwinterung. Erst ab März des nächsten Jahres werden die Larven wieder aktiv, wandern den Stamm hinab und ernähren sich oligophag von den Blättern verschiedener Veilchenarten wie dem Wohlriechenden Veilchen (Viola odorata), dem Wald-Veilchen (Viola reichenbachiana) oder dem Rauem Veilchen (Viola hirta). Tagsüber verstecken sich die Raupen unter trockenen Blättern und gehen erst nachts auf Nahrungssuche.1 Die Larven erreichen eine Körperlänge von ca. 38 mm. Die Verpuppung erfolgt als Stürzpuppe an Pflanzen in Bodennähe. Die Falter ernähren sich als Adulte nectarivor und besuchen mit Vorliebe Blüten von Brombeeren, Skabiosen, Disteln und der Wald-Engelwurz. Belastbare quantitative Daten zur genauen Entwicklungsdauer der einzelnen Stadien in Abhängigkeit von der Temperatur fehlen.1

Lebensweise

Verhalten

Das Verhalten von Argynnis paphia ist stark durch spezifische Fortbewegungs-, Balz- und Eiablegemuster geprägt. Die Falter zeigen ein tagaktives Flugverhalten und bevorzugen sonnige Waldränder sowie Lichtungen, während sie offene und waldferne Gebiete weitgehend meiden. Bei der Balz verfolgt das Männchen das Weibchen und umkreist es von hinten unten nach vorn sowie von vorne oben nach hinten, während das Weibchen in einem gleichmäßigen Flattern geradeaus fliegt. Zur chemischen Kommunikation und Attraktion sendet das Männchen während der Verfolgung einen Lockstoff aus speziellen Duftschuppen an den Flügeladern aus. Ist das Weibchen paarungsbereit, signalisiert es dies durch Landung auf einem Busch oder Ast sowie durch das Strecken des Hinterleibs nach oben, verbunden mit der Abgabe von Pheromonen aus Drüsensäcken. Die anschließende Kopula findet auf Blüten, Blättern oder am Boden statt, wobei Paare gelegentlich verbunden bleiben und sich gegenseitig tragen. Für die Eiablage fliegen die Weibchen zunächst in Baumkronen, lassen sich dann auf den Boden fallen und prüfen geeignete Pflanzen durch heftiges Trommeln mit den Putzpfoten. Anschließend fliegen sie spiralförmig an Baumstämmen aufwärts und platzieren in etwa 0,5 bis 2 Metern Abstand jeweils ein einzelnes Ei in Rindenspalten oder unter Flechten. Die Raupen schlüpfen im Spätsommer, fressen ihre Eihülle und begeben sich ohne weitere Nahrungsaufnahme in die Rinde zur Überwinterung. Nach dem Ende der Diapause im März wandern sie aktiv die Stämme hinab, um Veilchen aufzusuchen. Tagsüber verstecken sich die Raupen unter trockenen Blättern und gehen ausschließlich nachts auf Nahrungssuche.

Lebensweise

Ökologie

Der Argynnis paphia besetzt als oligophager Pflanzenfresser eine spezifische ökologische Nische in waldgeprägten Habitaten der Paläarktis.12 Als herbivore Raupen sind die Tiere eng an verschiedene Veilchenarten wie das Wohlriechende Veilchen (Viola odorata), das Wald-Veilchen (Viola reichenbachiana) und das Raue Veilchen (Viola hirta) als Wirtspflanzen gebunden. Die Imagines fungieren als mobile Bestäuber und sind auf ein breites Spektrum nektarreicher Blütenpflanzen angewiesen, wobei sie besonders gerne an Brombeeren, Skabiosen, Distelköpfen und der Wald-Engelwurz saugen. Ihre Habitatpräferenzen umfassen sonnige Waldränder, strukturreiche und blütenreiche Waldlichtungen sowie von Wäldern eingeschlossene Wiesen, wobei die Falter den geschützten Waldraum nur selten verlassen. Die vertikale Verbreitung reicht in Europa bis in Höhen von 1.000 Metern. Für die Eiablage nutzen die Weibchen bevorzugt Baumstämme von Kiefern und Fichten in der Nähe von Veilchenvorkommen, an denen die Eier versteckt in Rindenspalten oder unter Flechten platziert werden, alternativ erfolgt die Ablage direkt an Veilchen. Nach dem Schlupf im Spätsommer fressen die Raupen ihre Eihülle und überwintern versteckt in der Rinde, bevor sie im März die Aktivität aufnehmen und die Wirtspflanzen aufsuchen.1

Verbreitung

Vorkommen & Lebensraum

Der Kaisermantel (Argynnis paphia) weist eine paläarktische Verbreitung auf, die sich über das gesamte gemäßigte Asien von Russland und dem Iran über China bis nach Japan erstreckt. In Europa ist die Art weit verbreitet und besiedelt unter anderem Nordspanien, Frankreich, Italien samt der Mittelmeerinseln, Irland, das südliche Großbritannien, Fennoskandinavien, Griechenland sowie den europäischen Teil der Türkei. Das natürliche Verbreitungsgebiet umfasst vor allem temperate Regionen mit einer klaren Bindung an waldgeprägte Landschaften. Die vertikale Verbreitung reicht in Europa bis in Höhen von 1.000 Metern, während in Nordafrika Vorkommen bis zu 2.000 Metern dokumentiert sind. Als typische Habitate besiedelt Argynnis paphia sonnige Waldränder, blütenreiche Waldlichtungen mit strauchbestandenen Rändern sowie von geschlossenen Wäldern umgebene Wiesen im Bergland. Entsprechend seiner ökologischen Ansprüche ist der Falter primär an waldartige Biomasse gebunden und meidet offene Agrarlandschaften oder städtische Siedlungsbereiche weitgehend. Die Raupen sind auf das Vorkommen verschiedener Veilchenarten wie das Wohlriechende Veilchen (Viola odorata), das Wald-Veilchen (Viola reichenbachiana) und das Raues Veilchen (Viola hirta) als Wirtspflanzen angewiesen. Da die Eiablage bevorzugt an Baumstämmen von Kiefern und Fichten in unmittelbarer Nähe dieser Veilchenvorkommen erfolgt, sind strukturreiche Nadel- und Mischwälder essenziell für den Reproduktionszyklus. Die Falter verlassen die waldartigen Habitate im Regelfall nur sehr selten. Beobachtungsdaten bestätigen das Vorkommen der Art in entsprechenden bewaldeten Arealen und subalpinen beziehungsweise montanen Höhenstufen.1

Verbreitung

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Wolfenbüttel, Th.-Heuss-Gymn., 38304 Wolfenbüttel, Deutschland

    05.06.2026

  • Deutschland

    24.05.2026

  • Unnamed Road, Dießen am Ammersee, Bayern, Deutschland

    13.05.2026

  • Naturpark Taunus, Weilmünster, Hessen, Deutschland

    26.04.2026

  • Rickert, Schleswig-Holstein, Deutschland

    28.09.2025

Daten: iNaturalist

Sichtungen

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OpenInsect
27
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Zuletzt am 07.09.2026
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Jahresverlauf

Saisonalität & Aktivität

Der Kaisermantel (Argynnis paphia) zeigt einen strikt saisonalen Lebenszyklus mit einer univoltinen Generationenfolge pro Jahr. In Mitteleuropa fliegen die imaginalen Falter von Juni bis August, während sich die Flugzeit im Süden Europas von Ende Mai bis September erstreckt. Das öffentliche Suchinteresse spiegelt diese Phänologie wider und erreicht seine deutlichen Peaks in den Sommermonaten Juli und August. Nach der Paarung und Eiablage schlüpfen die jungen Raupen im Spätsommer aus den Eiern. Diese Larven fressen kurz ihre Eihülle und begeben sich anschließend ohne weitere Nahrungsaufnahme in die Rinde, wo sie als Raupe überwintern. Erst im darauffolgenden März werden die Tiere wieder aktiv und kriechen den Baumstamm herab, um auf Veilchen zu fressen. Tagsüber verbergen sie sich unter trockenen Blättern und gehen vor allem nachts auf Nahrungssuche, bevor sie sich als Stürzpuppe in Bodennähe verpuppen. Ergänzende quantitative Daten zu spezifischen Temperaturabhängigkeiten der Aktivität liegen aus systematischer Erfassung bisher nicht vor.

Praxiswissen

Bedeutung, Schäden & Prävention

Der Argynnis paphia ist als heimischer Tagfalter und Bestäuber ein ökologisch wertvoller Nützling und gilt in keiner Weise als Schädling oder Lästling. Ein Schadpotenzial an Kulturpflanzen oder Forstkulturen existiert nicht, da sich die Raupen ausschließlich auf Veilchenarten wie das Wohlriechende Veilchen ernähren und dabei keine wirtschaftlichen Schäden verursachen. Medizinische oder gesundheitliche Relevanzen sind für den Menschen nicht bekannt, weder treten Allergien auf noch fungiert die Art als Vektor für Krankheitserreger. Befallsanzeichen an Gebäuden oder Vorräten fehlen gänzlich, da die Entwicklung streng an waldgebundene Habitate gebunden ist. Präventions- oder Bekämpfungsmaßnahmen sind folglich nicht erforderlich, da der Falter uneingeschränkt geschützt und als Indikator für intakte, strukturreiche Waldränder und Lichtungen geschätzt wird. Integrierte Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen entfallen ebenfalls, da keinerlei Schadwirkung vorliegt. Rechtliche Aspekte beschränken sich auf den allgemeinen Artenschutz nach nationalem und europäischem Recht, da die Art als Schmetterling des Jahres 2022 eine hohe ideelle Bedeutung für den Naturschutz besitzt. Belastbare Daten zu Bestandsrückgängen durch direkte anthropogene Einflüsse im Siedlungsraum fehlen, weshalb der Erhalt strukturreicher Wälder als primäre Schutzmaßnahme gilt.1

Praxiswissen

Wirtschaftliche Bedeutung

Belastbare Daten zur wirtschaftlichen Bedeutung von Argynnis paphia als Schädling oder Nützling liegen nicht vor.1 Die Art ist weder als Forstschädling noch als Schädling in der Landwirtschaft von ökonomischer Relevanz.12 Wirtschaftliche Schäden an Materialien, Produkten oder Kulturen sind durch Argynnis paphia nicht dokumentiert.1 Positive wirtschaftliche Aspekte wie eine gezielte Bestäubungsleistung in kommerziellen Kulturen werden in den Quellen ebenfalls nicht genannt.12 Bisher ist die Art ausschließlich Gegenstand ökologischer Beobachtungen und des Naturschutzes.1

Nachweise

Quellen & Referenzen

  1. de.wikipedia.org/wiki/Kaisermantel
  2. gbif.org/species/1909398
  3. Literaturzusammenfassung: Argynnis paphia