Illustration: Aphidoidea
Aus unserer Insekten-App Aphidoidea

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Mittel gegen Blattläuse

Blattläuse an Zimmerpflanzen, Rosen, Gemüse oder Obstbäumen: Hier findest du Nützlinge, zugelassene Pflanzenschutzmittel und Gelbtafeln gegen Blattläuse. Was in deinem Fall hilft, zeigt dir die Schnellwahl unter den Produkten.

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Kauf-Ratgeber Blattläuse

Blattläuse bekämpfen: Was drinnen und draußen wirklich hilft

Gegen Blattläuse hilft vor allem frühes Hinsehen: Wer die ersten Kolonien abstreift oder abspült und Nützlinge arbeiten lässt, braucht oft kein Spritzmittel. Hier findest du die Schnellwahl für deine Situation, alle Methoden im Vergleich, die häufigsten Arten und einen 5-Schritte-Plan.

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Welches Mittel gegen Blattläuse passt zu dir?

Blattläuse an Zimmerpflanzen oder im Wintergarten

Abspülen, Florfliegenlarven oder ein für Zimmerpflanzen zugelassenes Mittel

Einzelne Kolonien spülst du mit lauwarmem Wasser ab oder schneidest die befallenen Triebspitzen heraus. In warmen Räumen mit 18 bis 26 °C arbeiten Florfliegenlarven gut: Du schüttelst sie direkt über den befallenen Pflanzen aus, ein Beutel reicht laut Hersteller für 5 bis 8 Pflanzen. Bei starkem Befall hilft ein Spray, das für Zierpflanzen in Zimmern zugelassen ist – dann aber nicht gleichzeitig Nützlinge einsetzen.

Blattläuse an Rosen und Zierpflanzen im Garten oder auf dem Balkon

Abstreifen und abspritzen, bei starkem Befall gezielt sprühen

Rosen und Kübelpflanzen kontrollierst du ab dem Austrieb jede Woche. Erste Kolonien streifst du ab oder spritzt sie mit einem kräftigen Wasserstrahl herunter. Marienkäfer- und Schwebfliegenlarven an der Pflanze sind ein gutes Zeichen – dann lohnt es sich, ein paar Tage abzuwarten. Wird der Befall stärker, sprühst du ein Mittel, das für Zierpflanzen im Freiland zugelassen ist, gründlich auch auf die Blattunterseiten.

Blattläuse an Gemüse, Salat oder Kräutern, die du essen willst

Nur ein Mittel, das für genau diese Kultur zugelassen ist

Bei Nutzpflanzen entscheidet das Etikett: Ein Pflanzenschutzmittel darfst du nur an den Kulturen einsetzen, für die es zugelassen ist, und die Wartezeit bis zur Ernte steht ebenfalls dort. Kaliseife ist zum Beispiel für Blattgemüse, Fruchtgemüse und Kräuter im Freiland zugelassen, das Neem-Konzentrat unter anderem für Tomaten, Gurken, Kräuter und Kohl. Leichten Befall spülst du einfach ab und wäschst das Erntegut gründlich.

Eingerollte Blätter an Apfel, Kirsche oder Pflaume – und Ameisen am Stamm

Früh kontrollieren, Triebspitzen entfernen, Ameisen fernhalten

An Obstbäumen sitzen die Kolonien in eingerollten Blättern an den Triebspitzen, oft schon kurz nach dem Austrieb. Befallene Spitzen schneidest du ab und entsorgst sie. Laufen viele Ameisen den Stamm hinauf, schützen sie die Läuse vor Fressfeinden – ein Leimring am Stamm hält sie fern, mehr dazu bei den Mitteln gegen Ameisen. Für ein Spritzmittel gilt: Es muss für deine Obstart zugelassen sein. Gegen die Blutlaus am Apfel ist nicht jedes Blattlausmittel zugelassen.

Geflügelte Blattläuse am Fenster oder an hellen Wänden

Gelbtafeln zur Kontrolle, Quelle suchen

Geflügelte Blattläuse entstehen, wenn eine Kolonie zu dicht wird oder die Pflanze nachlässt. Sie fliegen dann zu neuen Pflanzen – im Frühjahr und Sommer auch durchs offene Fenster. Gelbtafeln fangen die geflügelten Tiere und zeigen dir, ob und wo welche zufliegen. Gegen Kolonien auf der Pflanze helfen sie nicht: Such die Pflanze, an der die Läuse sitzen. Draußen hängst du Gelbtafeln nur gezielt auf, weil sie auch Nützlinge fangen.

Weiße Wolle, Schildchen oder feine Gespinste – sind das Blattläuse?

Erst bestimmen, dann behandeln

Weiße, wachsige Kolonien an Zimmerpflanzen sind meist Wollläuse, feste braune Höcker an Stängeln Schildläuse. Winzige weiße Fliegen, die beim Berühren auffliegen, sind Weiße Fliegen, feine Gespinste mit hellen Sprenkeln auf den Blättern deuten auf Spinnmilben (siehe Mittel gegen Milben). Weiße Wolle an der Rinde von Apfelbäumen ist dagegen die Blutlaus – eine Blattlaus. Läuse am Menschen oder Haustier haben mit Blattläusen nichts zu tun: Mittel gegen Läuse.

Mittel gegen Blattläuse im Vergleich

Am meisten bringt es, Kolonien früh zu entdecken und mechanisch zu entfernen. Nützlinge erledigen viel von selbst, wenn man sie lässt. Ein Pflanzenschutzmittel brauchst du erst bei starkem Befall – und nur eines, das für deine Pflanze zugelassen ist.

MethodeSo wirkt esWann sinnvollDarauf achten
Regelmäßig kontrollieren Die ersten Kolonien sitzen an Triebspitzen, Knospen und Blattunterseiten. Klebrige Blätter, viele Ameisen und weiße Häutungsreste verraten sie. Immer – ab dem Austrieb, in der Wachstumszeit zweimal pro Woche Kräftige Pflanzen vertragen einzelne Kolonien. Erst handeln, wenn sich die Läuse ausbreiten und keine Fressfeinde zu sehen sind.
Abstreifen und abspritzen Läuse werden mit den Fingern abgestreift oder mit einem kräftigen Wasserstrahl von der Pflanze gespült. Leichter Befall an robusten Pflanzen, Rosen, Kübel- und Zimmerpflanzen Junge Triebe vorsichtig behandeln. Nach einigen Tagen wiederholen, weil schnell neue Läuse nachkommen.
Befallene Triebe abschneiden Die Kolonie wird mit dem Pflanzenteil entfernt. Wenn die Läuse auf wenige Triebspitzen oder eingerollte Blätter begrenzt sind Abgeschnittenes in den Hausmüll geben, nicht auf dem Beet liegen lassen.
Nützlinge im Garten arbeiten lassen Marienkäfer und ihre Larven, Florfliegen-, Schwebfliegen- und Gallmückenlarven sowie Schlupfwespen fressen oder parasitieren Blattläuse. Garten und Balkon, vor allem ab Frühsommer Nützlinge kommen mit etwas Verzögerung nach den Läusen. Aufgeblähte, hellbraune Läuse („Mumien“) sind parasitiert – stehen lassen. Keine Breitband-Insektizide verwenden.
Florfliegenlarven ausbringen Die Larven laufen die Pflanzen ab und saugen Blattläuse aus; eine Larve frisst während ihrer Entwicklung mehrere hundert. Zimmer, Wintergarten, Gewächshaus; auf dem Balkon von März bis September, wenn es tagsüber mindestens 15 °C warm ist Abends oder früh morgens direkt auf die Pflanzen geben. Ameisen vorher fernhalten. Nicht gleichzeitig spritzen. Je nach Befall nach 2 bis 3 Wochen wiederholen.
Kaliseife (Kontaktmittel) Kaliseife wirkt nur auf die Läuse, die beim Sprühen direkt getroffen werden. Starker Befall an Zier- und Zimmerpflanzen, Gemüse, Kräutern und Obst – je nach Zulassung Tropfnass sprühen, auch die Blattunterseiten. Nicht in praller Sonne. Später geschlüpfte Läuse trifft das Mittel nicht – Anwendung nach Etikett wiederholen.
Pyrethrine mit Rapsöl (Kontaktmittel) Das Rapsöl verklebt die Atemöffnungen, die Pyrethrine wirken auf das Nervensystem der Insekten. Zierpflanzen drinnen und draußen; Blattläuse an Kohlrabi und Kernobst im Freiland Wirkt auch auf Nützlinge, die direkt getroffen werden – vorher nach Marienkäferlarven schauen. Abtropfendes Öl kann Flecken machen, Boden abdecken.
Azadirachtin aus dem Neembaum Der Wirkstoff stört die Entwicklung: Die Läuse hören kurz nach der Aufnahme auf zu saugen und sterben nach einigen Tagen ab. Zierpflanzen inklusive Zimmerpflanzen; als Konzentrat auch an Tomaten, Gurken, Kräutern und Kohl Wirkt nicht sofort. Nicht in praller Sonne oder bei Hitze sprühen. Neemöl zur Pflanzenpflege ist kein Pflanzenschutzmittel.
Gelbtafeln Die gelbe Farbe lockt geflügelte Insekten auf die Klebefläche. Kontrolle in Zimmer, Wintergarten und Gewächshaus Fängt nur geflügelte Blattläuse, nicht die Kolonie auf der Pflanze. Draußen nur gezielt einsetzen, weil auch Nützlinge kleben bleiben.
Spülmittel, Essig, Milch und andere Hausmittel Selbst gemischte Lösungen sollen die Läuse abtöten oder vertreiben. Nicht empfehlenswert Solche Mischungen sind keine zugelassenen Pflanzenschutzmittel; Dosierung und Verträglichkeit sind ungewiss. Essig und Spülmittel können die Blätter schädigen. Abspülen mit klarem Wasser ist die bessere Wahl.
Maßvoll düngen Viel Stickstoff fördert saftige junge Triebe und begünstigt die Vermehrung der Läuse. Vorbeugend bei allen Pflanzen Nicht mehr Stickstoff geben als nötig, vor allem nicht im Frühjahr bei frischem Austrieb.

Entwicklung und Lebensweise: Warum aus wenigen Läusen so schnell viele werden

Lebenszyklus der Blattlaus: Wintereier am Zweig, ungeflügelte Blattläuse mit Jungtieren an einer Triebspitze, Ameisen an der Kolonie und eine geflügelte Blattlaus
Lebenszyklus der Blattlaus: Wintereier am Zweig, ungeflügelte Blattläuse mit Jungtieren an einer Triebspitze, Ameisen an der Kolonie und eine geflügelte Blattlaus

Blattläuse vermehren sich im Sommer ohne Männchen und bringen lebende Junge zur Welt. Wer diesen Kreislauf kennt, versteht, warum frühes Eingreifen so viel bringt.

  • Wintereier: Viele Arten überwintern als dickschalige Eier an Bäumen und Sträuchern. Im Frühjahr schlüpfen daraus Weibchen, die sofort eine neue Kolonie gründen. In der warmen Wohnung oder im Gewächshaus können sich Blattläuse auch im Winter weiter vermehren.
  • Jungfernzeugung: Im Frühjahr und Sommer gibt es nur Weibchen. Sie bringen ohne Paarung lebende Junge zur Welt, oft mehrere pro Tag. So wird aus einer einzelnen Laus in wenigen Wochen eine dichte Kolonie.
  • Keine Puppe: Die Jungen sehen aus wie kleine Erwachsene und häuten sich mehrmals. Die weißen Hüllen, die dabei liegen bleiben, sind ein typisches Zeichen für Blattlausbefall.
  • Geflügelte Tiere: Wird die Kolonie zu dicht oder lässt die Pflanze nach, entstehen geflügelte Läuse. Sie fliegen zu neuen Pflanzen. Manche Arten wechseln im Sommer die Wirtspflanze, die Schwarze Bohnenlaus zum Beispiel vom Pfaffenhütchen auf Bohnen.
  • Honigtau und Ameisen: Blattläuse scheiden zuckerhaltigen Honigtau aus. Darauf wachsen schwarze Rußtaupilze, die das Blatt bedecken. Ameisen nehmen den Honigtau ab, verteidigen die Kolonie gegen Fressfeinde und tragen Läuse sogar auf andere Pflanzen.
  • Herbst und Viren: Gegen Ende der Saison entstehen Männchen, nach der Paarung legen die Weibchen die Wintereier. Beim Saugen können Blattläuse Pflanzenviren übertragen – gegen Viren gibt es kein Mittel, nur Vorbeugung.

Daraus folgt: Wer die ersten Kolonien im Frühjahr entdeckt und entfernt, verhindert die Massenvermehrung im Sommer.

Welche Blattlaus ist das?

Bei uns leben mehrere hundert Blattlausarten, viele davon auf wenige Pflanzen spezialisiert. Ihre Farbe hängt von der Art und der Futterpflanze ab. Diese fünf begegnen dir in Garten, Balkon und Wohnung am häufigsten.

Schwarze Bohnenlaus (Aphis fabae) von oben
Schwarze Bohnenlaus (Aphis fabae) von oben

Schwarze Bohnenlaus

Aphis fabae

Größe
1,5–3 mm
Erkennungs­merkmal
Mattschwarz bis dunkel olivgrün, oft mit kleinen weißen Wachsflecken am Hinterleib; kurze Hinterleibsröhren
Wo sie sitzt
Im Winter als Ei an Pfaffenhütchen und Schneeball, im Sommer in dichten Kolonien an Bohnen, Rüben, Mohn und vielen Zierpflanzen

Was tun? Bei Dicken Bohnen knipst du die befallenen Triebspitzen ab, sobald die unteren Hülsen ansetzen. Dichte Kolonien abstreifen oder mit Wasser abspritzen.

Steckbrief im Lexikon →
Grüne Pfirsichblattlaus (Myzus persicae) von oben
Grüne Pfirsichblattlaus (Myzus persicae) von oben

Grüne Pfirsichblattlaus

Myzus persicae

Größe
1,2–2,3 mm
Erkennungs­merkmal
Hell- bis gelbgrün, manchmal rötlich; schlank, mit mittellangen, leicht verdickten Hinterleibsröhren
Wo sie sitzt
Im Winter als Ei am Pfirsich, im Sommer an sehr vielen Pflanzen: Gemüse, Kartoffeln, Zier-, Zimmer- und Gewächshauspflanzen

Was tun? Sie überträgt viele Pflanzenviren. In Gewächshaus und Wintergarten früh mit Nützlingen arbeiten; Gelbtafeln zeigen, wann Geflügelte zufliegen.

Steckbrief im Lexikon →
Große Rosenblattlaus (Macrosiphum rosae) von oben
Große Rosenblattlaus (Macrosiphum rosae) von oben

Große Rosenblattlaus

Macrosiphum rosae

Größe
2,5–3,5 mm
Erkennungs­merkmal
Grün oder rosa bis rotbraun; lange Beine und lange schwarze Hinterleibsröhren
Wo sie sitzt
Ab dem Austrieb an Triebspitzen und Knospen von Rosen, im Sommer teils auf Karde und Baldrian

Was tun? Rosen ab dem Austrieb wöchentlich ansehen und erste Kolonien abstreifen oder abspülen. Für starken Befall gibt es Mittel, die für Zierpflanzen zugelassen sind.

Steckbrief im Lexikon →
Oleanderblattlaus (Aphis nerii) von oben
Oleanderblattlaus (Aphis nerii) von oben

Oleanderblattlaus

Aphis nerii

Größe
1,5–2,5 mm
Erkennungs­merkmal
Leuchtend gelb bis orange; Beine, Fühler und Hinterleibsröhren schwarz
Wo sie sitzt
Triebspitzen von Oleander, vor allem bei Kübelpflanzen auf Balkon und Terrasse und im Winterquartier

Was tun? Oleander ist giftig – trag beim Abstreifen und Schneiden Handschuhe. Befallene Spitzen abschneiden und die Pflanze im Winterquartier regelmäßig kontrollieren.

Blutlaus (Eriosoma lanigerum) mit weißer Wachswolle von oben
Blutlaus (Eriosoma lanigerum) mit weißer Wachswolle von oben

Blutlaus

Eriosoma lanigerum

Größe
1,5–2,5 mm
Erkennungs­merkmal
Rotbraun unter dichter weißer Wachswolle; zerdrückt bleibt ein roter Fleck
Wo sie sitzt
Rinde, Schnittstellen und Wurzelhals von Apfelbäumen; an den Saugstellen bilden sich Wucherungen

Was tun? Kolonien mit einer Bürste entfernen und Wundstellen im Blick behalten. Ihr wichtigster Gegenspieler ist die Blutlauszehrwespe, eine winzige Schlupfwespe. Nicht jedes Blattlausmittel ist gegen die Blutlaus zugelassen – Etikett prüfen.

Steckbrief im Lexikon →

In 5 Schritten Blattläuse loswerden

  1. Schritt 1: Kontrollieren

    Sieh dir ab dem Austrieb Triebspitzen, Knospen und Blattunterseiten an, in der Wachstumszeit zweimal pro Woche. Klebrige Blätter, schwarzer Belag, viele Ameisen und weiße Häutungsreste sind typische Hinweise.

  2. Schritt 2: Bestimmen und abwägen

    Prüfe, ob es wirklich Blattläuse sind und nicht Woll-, Schildläuse oder Spinnmilben. Sitzen schon Marienkäfer- oder Schwebfliegenlarven an der Kolonie oder siehst du hellbraune Mumien, warte ein paar Tage ab.

  3. Schritt 3: Mechanisch entfernen

    Kolonien abstreifen, mit Wasser abspülen oder befallene Triebspitzen abschneiden und in den Hausmüll geben. Ameisen an Stamm oder Topf fernhalten.

  4. Schritt 4: Gezielt behandeln

    Drinnen und im Gewächshaus helfen Florfliegenlarven. Bei starkem Befall sprühst du ein Mittel, das für deine Pflanze zugelassen ist, tropfnass auch auf die Blattunterseiten – morgens oder abends und nicht gleichzeitig mit Nützlingen.

  5. Schritt 5: Nachkontrollieren und vorbeugen

    Schau nach einer Woche wieder nach und wiederhole die Behandlung, wenn das Etikett es vorsieht. Dünge maßvoll mit Stickstoff und verzichte auf Breitband-Insektizide, damit sich Nützlinge halten.

Blattläuse: das Wichtigste in Kürze

  • Früh entdeckt ist halb gewonnen: Die ersten Kolonien sitzen an Triebspitzen und Blattunterseiten.
  • Kräftige Pflanzen vertragen einzelne Kolonien – Nützlinge räumen oft von selbst auf.
  • Wo viele Ameisen an einer Pflanze laufen, sind meist Läuse, und die Ameisen halten Fressfeinde fern.
  • Ein Pflanzenschutzmittel nur dort einsetzen, wofür es zugelassen ist – das steht auf dem Etikett.
  • Kontaktmittel müssen die Läuse treffen: Blattunterseiten nicht vergessen und nach Etikett wiederholen.

Häufige Fragen zu Blattläusen

Woher kommen Blattläuse plötzlich – auch in der Wohnung?

Im Freien schlüpfen die ersten Blattläuse im Frühjahr aus Eiern, die an Bäumen und Sträuchern überwintert haben. Danach fliegen geflügelte Tiere zu neuen Pflanzen und gründen dort ohne Männchen in kurzer Zeit neue Kolonien. In die Wohnung kommen sie meist mit neu gekauften Pflanzen, Schnittblumen oder Pflanzen, die im Sommer draußen standen, oder durch das offene Fenster. Im Warmen vermehren sie sich auch im Winter weiter.

Was hilft sofort gegen Blattläuse?

Am schnellsten wirkt es, die Läuse abzustreifen, mit einem kräftigen Wasserstrahl abzuspülen oder befallene Triebspitzen abzuschneiden. Bei starkem Befall wirken Kontaktmittel mit Kaliseife oder mit Pyrethrinen und Rapsöl auf die Läuse, die beim Sprühen getroffen werden. Mittel mit Azadirachtin (Neem) stoppen das Saugen kurz nach der Aufnahme, die Läuse sterben aber erst nach einigen Tagen. Wähle immer ein Mittel, das für deine Pflanze zugelassen ist.

Helfen Spülmittel, Essig, Milch oder Backpulver gegen Blattläuse?

Selbst gemischte Lösungen sind keine zugelassenen Pflanzenschutzmittel, und wie gut sie wirken und wie die Pflanze sie verträgt, ist ungewiss. Essig und Spülmittel können außerdem die Blätter schädigen. Wenn du ohne Spritzmittel auskommen willst, ist klares Wasser die bessere Wahl: Läuse abspülen oder abstreifen und das nach ein paar Tagen wiederholen.

Gelbe, rote, schwarze oder grüne Blattläuse – was ist der Unterschied?

Die Farbe hängt von der Art und der Futterpflanze ab. Leuchtend gelbe Läuse mit schwarzen Beinen am Oleander sind Oleanderblattläuse, schwarze an Bohnen meist Schwarze Bohnenläuse und hellgrüne an Gemüse und Zimmerpflanzen oft Grüne Pfirsichblattläuse. Die Große Rosenblattlaus kommt grün und rötlich vor, die Blutlaus am Apfel steckt unter weißer Wolle. Bekämpft werden sie auf dieselbe Weise – entscheidend ist, dass das Mittel für die befallene Pflanze zugelassen ist.

Wer frisst Blattläuse – auch Wespen?

Die wichtigsten Gegenspieler sind Marienkäfer und ihre Larven, Florfliegen-, Schwebfliegen- und Gallmückenlarven sowie Ohrwürmer und Vögel. Eine Marienkäferlarve frisst während ihrer Entwicklung mehrere hundert Blattläuse. Schlupfwespen legen ihre Eier in Blattläuse; die Läuse werden zu aufgeblähten, hellbraunen Mumien. Soziale Wespen holen sich an den Kolonien vor allem den süßen Honigtau und erbeuten für ihre Brut verschiedene Insekten. Gezielt Blattläuse jagen dagegen kleine Grabwespen wie die Blattlauswespe, die ihre Brut damit versorgt.

Warum sind so viele Ameisen an meinen Blattläusen?

Ameisen ernähren sich vom zuckerhaltigen Honigtau der Blattläuse. Im Gegenzug verteidigen sie die Kolonien gegen Marienkäfer und andere Fressfeinde und tragen Läuse sogar auf neue Pflanzen. Halte die Ameisen deshalb von der Pflanze fern, zum Beispiel mit einem Leimring am Stamm. Mehr zu Ameisen findest du bei den Mitteln gegen Ameisen.

Kann ich Salat oder Kräuter mit Blattläusen noch essen?

Ja. Blattläuse stechen keine Menschen und übertragen keine Krankheiten auf Menschen. Entferne stark befallene Blätter und wasche das Gemüse gründlich. Hast du ein Pflanzenschutzmittel verwendet, gilt die Wartezeit bis zur Ernte, die auf dem Etikett steht.

Gehen Blattläuse auf Menschen oder Haustiere?

Nein. Blattläuse saugen nur an Pflanzen. Geflügelte Tiere können zufällig auf Haut oder Kleidung landen, sie stechen oder beißen aber nicht. Läuse an Menschen oder Tieren sind ganz andere Insekten – dazu mehr bei den Mitteln gegen Läuse.

Hilft Neemöl gegen Blattläuse?

Gegen Blattläuse wirkt der Neem-Wirkstoff Azadirachtin in zugelassenen Pflanzenschutzmitteln. Er stört die Entwicklung: Die Läuse hören auf zu saugen und sterben nach einigen Tagen ab. Achte auf die Kulturen und Orte, für die das Mittel zugelassen ist, und sprühe nicht in praller Sonne oder bei Hitze. Neemöl-Produkte zur Pflanzenpflege sind keine Pflanzenschutzmittel und nicht zur Bekämpfung von Blattläusen gedacht.

Wann und wie setze ich Florfliegenlarven ein?

Florfliegenlarven eignen sich vor allem für Zimmer, Wintergarten und Gewächshaus bei 18 bis 26 °C. Draußen setzt du sie von März bis September ein, wenn es tagsüber mindestens 15 °C warm ist und nachts nicht unter 8 °C abkühlt. Gib sie abends oder früh morgens direkt auf die befallenen Pflanzen und halte Ameisen fern. Sprühe in dieser Zeit kein Insektizid. Je nach Befall wiederholst du den Einsatz nach 2 bis 3 Wochen.

Helfen Gelbtafeln gegen Blattläuse?

Nur gegen geflügelte Blattläuse. Gelbtafeln zeigen dir, ob Läuse zufliegen, und fangen einen Teil davon ab. Die ungeflügelten Läuse in der Kolonie erreichen sie nicht. Im Freien fangen sie auch Nützlinge, deshalb setzt du sie dort nur gezielt ein – in Zimmer, Wintergarten und Gewächshaus sind sie ein gutes Kontrollinstrument.

Woran erkenne ich einen Blattlausbefall und wie schädlich ist er?

Typisch sind eingerollte oder gekräuselte Blätter, verkrüppelte Triebspitzen, klebriger Honigtau und darauf ein schwarzer Rußtaubelag. Dazu kommen viele Ameisen und weiße Häutungsreste. Einzelne Kolonien schaden einer kräftigen Pflanze kaum. Bei starkem Befall wachsen junge Triebe schlecht, Blätter vergilben, und beim Saugen können Pflanzenviren übertragen werden.

Pflanzenschutzmittel vorsichtig verwenden. Vor Verwendung stets Etikett und Produktinformation lesen.

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