Lexikon-Eintrag

Grüne Pfirsichblattlaus Myzus persicae

Schädlingsberater

Blattlaus-Befall? In 60 Sekunden zur passenden Strategie.

Ein paar Klick-Fragen zu deinem Befall – du bekommst eine Einschätzung, die passenden Mittel in der richtigen Menge und einen Zeitplan.

  • Befall einschätzen
  • Mengen passend berechnet
  • Ablauf Woche für Woche

ca. 1 Minute · kostenlos

Grüne Pfirsichblattlaus (Myzus persicae), KI-Illustration

KI-generierte Illustration (keine Fotografie)

Klassifikation

Taxonomie

Akzeptierter Name
Reich
Tiere (Animalia)
Stamm
Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse
Insekten (Insecta)
Ordnung
Schnabelkerfe (Hemiptera)
Familie
Aphididae
Gattung
Myzus
Art
Myzus persicae

Wissenschaftlicher Name Myzus persicae (Sulzer, 1776)

Überblick

Einleitung

Die Grüne Pfirsichblattlaus (Myzus persicae) ist eine Insektenart aus der Familie der Röhrenblattläuse (Aphididae) innerhalb der Ordnung der Schnabelkerfe (Hemiptera). Als bedeutender landwirtschaftlicher Schädling verursacht sie wirtschaftliche Schäden primär durch die Übertragung pflanzenpathogener Viren auf verschiedene Kulturpflanzen. Im Gegensatz zu einigen verwandten Arten lebt sie nicht in dichten Kolonien und zeigt einen wirtswechselnden Lebenszyklus zwischen dem Primärwirt und Sommerwirten.1

Auf einen Blick

Fakten (kompakt)

  • Die Art besiedelt neben Nutzpflanzen auch eine Vielzahl wild wachsender Wirtspflanzen aus Familien wie den Amaranthaceae, Apiaceae und Asteraceae.
  • Als natürliche Herkunft der Art gilt Ostdiasien, wobei der Status im Rahmen von Verbreitungsdaten teilweise als kryptogen eingestuft wird.
  • Zu den nachgewiesenen Wirtspflanzen im Bereich der Nachtschattengewächse zählen neben Kartoffeln und Tomaten auch Nicotiana tabacum und Solanum nigrum.
  • Regionale Nachweise der Art liegen unter anderem aus pakistanischen Distrikten wie Bagh, Poonch, Quetta und Peshawar vor.
  • Auch in Nordvietnam wurde die Art in den Monaten März bis Mai an verschiedenen Kulturpflanzen wie Brassica rapa und Cucumis sativus nachgewiesen.2

Erkennen

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Myzus persicae erreicht eine Körperlänge von 1,2 bis 2,2 mm und besitzt eine mandelförmige Gestalt. Die Grundfärbung der Tiere variiert stark und umfasst blassgelb, schmutziggelb, oliv, grün, bräunlich, purpurn oder rötlich.2 Die flugunfähigen Tiere der Sommergeneration sind einheitlich grün gefärbt. Bei den folgenden, flugfähigen Generationen sind Kopf und Teile des Thorax schwarzbraun bis schwarz abgesetzt.1 Die Siphunculi sind doppelt so lang wie die Cauda oder länger und zeigen eine leichte Anschwellung hinter der Mitte.2 Im Gegensatz zu den ähnlichen Schwarzen Bohnenläusen leben die Individuen nicht in dichten Kolonien.1 Die Überwinterung erfolgt vorwiegend im Eistadium an Prunus persica.2 Belastbare morphologische Detaildaten zu Eiern, Larvenstadien und Puppen fehlen in der aktuellen Datenlage weitgehend. Bei starkem Befall kommt es durch die Saugtätigkeit zum Einrollen der Blätter sowie zu Vergilbungserscheinungen an den Sommerwirten.1

Porträt

Beschreibung

Die Grüne Pfirsichblattlaus (Myzus persicae) ist eine weit verbreitete Röhrenblattlaus aus der Familie der Aphididae und gilt als bedeutender phytophager Schädling.1 Die Tiere erreichen eine Körperlänge von 1,2 bis 2,2 mm und zeigen eine mandelförmige Gestalt. Bezüglich der Färbung existiert eine hohe Variabilität, weshalb die ungeflügelten Formen von blassgelb über olivgrün bis hin zu bräunlichen, purpurnen oder rötlichen Tönen variieren können.2 Im natürlichen Lebensraum leben die Individuen im Gegensatz zu einigen verwandten Arten nicht in dichten Kolonien, sondern treten verstreuter auf.1 Als wirtswechselnde Art vollzieht Myzus persicae einen Wirtswechsel zwischen dem primären Wirt, dem Pfirsichbaum (Prunus persica), und sekundären Sommerwirten aus über 40 verschiedenen Pflanzenfamilien.2 Die Überwinterung erfolgt primär im Eistadium am Pfirsichbaum, wobei unter milderen Bedingungen auch ausgewachsene Imagines an geeigneten Standorten überdauern.1 In nördlichen Regionen sowie den Tropen verläuft der Lebenszyklus häufig anholozyklisch.2 Flugunfähige Tiere der Sommergeneration sind einheitlich grün gefärbt, während nachfolgende flugfähige Generationen durch einen schwarzbraunen bis schwarzen Kopf und Thorax gekennzeichnet sind.1 Ein charakteristisches anatomisches Merkmal bilden die Siphunculi, welche mehr als doppelt so lang wie die Cauda sind und leicht hinter der Mitte anschwellen.2 Der Hauptschaden an den Wirtspflanzen resultiert primär aus der Übertragung pflanzenpathogener Viren, die zu Vergilbungserscheinungen und dem Einrollen der Blätter an den Sommerwirten führen.1 Zu den sekundären Wirtspflanzen zählen zahlreiche Kulturpflanzen wie Kartoffeln, Tabak und Tomaten, an denen die Art erhebliche wirtschaftliche Schäden verursachen kann.2 Die Vermehrung erfolgt während der Sommermonsun- und Vegetationsperiode parthenogenetisch durch mehrere aufeinanderfolgende Generationen.1 Belastbare morphologische Details zu den frühen Larvenstadien liegen in den Primärquellen nur aggregiert vor; beschrieben ist jedoch die breite Polyphagie der Art auf über 40 Pflanzenfamilien. Im urbanen Raum tritt Myzus persicae zudem regelmäßig als Zimmerpflanzenschädling auf.2

Systematik

Name & Einordnung

Die Grüne Pfirsichblattlaus wird wissenschaftlich als Myzus persicae (Sulzer, 1776) geführt und gehört zur Familie der Röhrenblattläuse (Aphididae).12 Historisch wurde die Art in der Literatur gelegentlich auch unter der alten Kombination Myzodes persicae geführt. Als deutscher Trivialname ist primär die Grüne Pfirsichblattlaus etabliert. Belastbare Belege zur genauen etymologischen Herleitung des Gattungs- und Artnamens fehlen in den Standardquellen. Die Art ist weltweit verbreitet und wird in verschiedenen internationalen Kontexten als bedeutender Schadorganismus geführt.1 Aufgrund der globalen Verbreitung existieren zahlreiche regionale Nennungen, wobei die Art zoologisch klar innerhalb der Gattung Myzus eingeordnet ist.12 Weitere historische Synonyme oder detaillierte subgenerische Kombinationen sind in der aktuellen Datenlage für diesen Abschnitt nicht umfassend belegt.1 Die taxonomische Zuordnung als Art Myzus persicae gilt in der modernen entomologischen Literatur als stabil.2

Videos

Aus der Community

Beobachtungen und Einreichungen unserer Nature-Community

1 Video

Aus der Community

Kurze Videos

Aus der silbarkrift.community, aufgenommen mit OpenInsect

1 Video

Lebensweise

Biologie & Lebenszyklus

Die Grüne Pfirsichblattlaus (Myzus persicae) zeigt eine komplexe Biologie mit einem wirtswechselnden Lebenszyklus zwischen Pfirsichbäumen und krautigen Sommerwirten.1 Die Körperlänge der Tiere liegt typischerweise bei 1,2 bis 2,2 mm, wobei flugunfähige Sommergenerationen grünlich gefärbt sind, während geflügelte Formen einen schwarzbraunen bis schwarzen Kopf und Thorax aufweisen. Die Überwinterung erfolgt primär im Eistadium am Hauptwirt Prunus persica, kann jedoch in milderen Regionen oder in Innenräumen auch als anholozyklische Imago an geeigneten Stellen stattfinden. Im Frühjahr entwickeln sich die geschlüpften Tiere parthenogenetisch weiter, bevor ab Mai geflügelte Generationen zu zahlreichen Sommerwirten aus über 40 Pflanzenfamilien fliegen.12 Während des Sommers treten mehrere aufeinanderfolgende Generationen auf, die sich ungeschlechtlich vermehren.1 Belastbare genaue Daten zur exakten Dauer einzelner Larvalstadien oder spezifischer Temperatur-Optima fehlen in der aktuellen Datenlage für diese Art.12 Der Hauptschaden an den Sommerwirten äußert sich in Form von eingerollten Blättern und Vergilbungen, die primär durch die Virenübertragung statt durch den direkten Saugakt verursacht werden.1 Als phytophage Art ernährt sie sich von Pflanzensäften verschiedener Wirte aus Familien wie Brassicaceae, Solanaceae und Asteraceae.2 Über natürliche Feinde, spezifische Mortalitätsfaktoren oder Symbiosen liegen im Rahmen der verifizierten Belege keine quantifizierten Detaildaten vor.12

Lebensweise

Verhalten

Das Verhalten von Myzus persicae ist stark durch einen obligatorischen oder fakultativen Wirtswechsel geprägt. Im Gegensatz zu anderen Arten leben die Tiere nicht in festen Kolonien, sondern treten dispers auf. Die Überwinterung erfolgt primär im Eistadium an Pfirsichbäumen (Prunus persica) oder alternativ als ausgewachsene Imagines an geeigneten geschützten Stellen. Nach der Überwinterung entwickeln sich die Populationen parthenogenetisch weiter. Im Mai fliegen geflügelte Generationen vom Hauptwirt zu den Sommerwirten ab, um dort neue Populationen zu begründen. Während des Sommers treten mehrere aufeinanderfolgende Generationen auf. Ein starker Befall der Sommerwirte führt zu physiologischen Reaktionen der Pflanzen, die sich makroskopisch durch das Einrollen der Blätter und Vergilbungserscheinungen äußern.1

Lebensweise

Ökologie

Die Grüne Pfirsichblattlaus (Myzus persicae) besetzt als phytophages Insekt eine ökologische Nische als wirtswechselnder Schädling, der zwischen einem Primärwirt und zahlreichen Sommerwirten alterniert. Als Hauptwirt für die Überwinterung im Eistadium dient vorwiegend der Pfirsichbaum (Prunus persica).1 Im Sommer wechselt die Art auf Sommerwirte aus mehr als 40 Pflanzenfamilien, darunter wichtige Kulturen wie Kartoffeln, Tomaten und Kohlarten.12 Während des Sommers treten mehrere Generationen parthenogenetisch auf.1 In nördlichen Regionen und den Tropen kann die Entwicklung zudem anholocyclisch verlaufen.2 Der Befall an den Wirtspflanzen führt typischerweise zu einem Einrollen der Blätter sowie bei starkem Befall zu Vergilbungserscheinungen. Dennoch entsteht der Hauptschaden im Ökosystem und in der Landwirtschaft primär durch die Übertragung zahlreicher pflanzenpathogener Viren, welche die Blätter vergilben lassen.1

Verbreitung

Vorkommen & Lebensraum

Die Grüne Pfirsichblattlaus (Myzus persicae) gilt als weltweit verbreitete Art mit Ursprung in Asien. Sie besiedelt als Kosmopolit nahezu alle Kontinente und ist in verschiedenen Klimazonen von den Tropen bis in gemäßigte Regionen anzutreffen. In Europa und im DACH-Raum ist die Art flächendeckend verbreitet. Natürliche Habitate umfassen strukturreiche Kulturlandschaften, Baumreihen, kleine anthropogene Gehölze sowie urbane Umgebungen. Zudem tritt die Art regelmässig als Kulturfolgeorganismus in geschlossenen Räumen und im geschützten Pflanzenbau auf. Im Jahresverlauf zeigt die Art eine wirtswechselnde Lebensweise zwischen dem Hauptwirt und zahlreichen Sommerwirten. Als Primärwirt für die Überwinterung dient primär der Pfirsichbaum (Prunus persica). Während der Sommermonate expandiert das Spektrum der Wirtspflanzen erheblich und umfasst Vertreter aus über 40 Pflanzenfamilien, darunter Solanaceen, Brassicaceen und Asteraceen. In nördlichen Breiten und in den Tropen erfolgt die Fortpflanzung häufig anholozyklisch ohne obligaten Wirtswechsel. Vertikal besiedelt die Art sowohl Niederungen als auch höher gelegene Regionen, sofern geeignete Wirtspflanzen vorhanden sind. Belastbare Daten zur genauen vertikalen Obergrenze in Gebirgsstöcken fehlen jedoch.2

Verbreitung

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Wiesbaden, Hesse, Deutschland

    06.03.2026

  • Mannheim, Universität Bstg A, 68159 Mannheim, Germany

    05.03.2026

  • Deutschland

    06.02.2026

  • Deutschland

    27.01.2026

  • Deutschland

    24.08.2025

Daten: iNaturalist

Sichtungen

Community-Analyse

OpenInsect
3
Sichtungen in den letzten 12 Monaten
Daten der silbarkrift.community
Zuletzt am 23.05.2026
Werde Teil der Community
Lade ein Foto hoch und hilf uns, Arten zu erfassen.

Jahresverlauf

Saisonalität & Aktivität

Die Aktivitätsdynamik von Myzus persicae ist durch einen Wirtswechsel zwischen dem Hauptwirt und Sommerwirten geprägt. Die Überwinterung erfolgt vorwiegend im Eistadium an Pfirsichbäumen, wobei alternativ auch ausgewachsene Imagines an geeigneten geschützten Stellen überdauern. Im Frühjahr erwachen diese Stadien und die parthenogenetische Entwicklung setzt ein. Im Mai fliegen die geflügelten Generationen vom Hauptwirt zu den Sommerwirten ab. Während der Sommermonate treten sukzessive mehrere Generationen auf. Auf den Sommerwirten entwickeln sich zunächst ungeflügelte Sommergenerationen, während in späteren, geflügelten Generationen morphologische Anpassungen wie die Schwarzfärbung von Kopf und Thorax auftreten.1 Ergänzende Daten zum öffentlichen Informationsinteresse verzeichnen erhöhte Suchaktivitäten in den Monaten Februar und Juni, was mit dem Beginn der Aktivität nach der Überwinterung und der sommerlichen Massenvermehrung korreliert.

Praxiswissen

Bedeutung, Schäden & Prävention

Die Grüne Pfirsichblattlaus (Myzus persicae) wird als bedeutender Schädling in der Landwirtschaft und im Gartenbau eingestuft. Der Hauptschaden entsteht dabei primär nicht durch die Saugtätigkeit der Tiere selbst, sondern durch die Übertragung zahlreicher pflanzenpathogener Viren. Zu den typischen Schadbildern an Sommerwirten wie Kartoffeln oder Kulturpflanzen gehören das Einrollen der Blätter sowie bei starkem Befall ausgeprägte Vergilbungserscheinungen. Die Läuse erreichen eine Körperlänge von zwei Millimetern und treten in verschiedenen Farbvarianten auf, wobei flugunfähige Tiere der Sommergeneration grün gefärbt sind. Im Gegensatz zu anderen Arten leben die Individuen nicht in dichten Kolonien. Zur Bekämpfung des Schädlings und zur Eindämmung der Virusübertragungen werden konventionell Insektizide eingesetzt. Belastbare Daten zu spezifischen biologischen oder physikalischen Gegenmaßnahmen fehlen in der aktuellen Literaturlage weitgehend. Präventive Maßnahmen konzentrieren sich vor allem auf die Überwachung des Wirtswechsels, der im Frühjahr von den Pfirsichbäumen als Winterwirt erfolgt. Die Überwinterung findet neben dem Eistadium an Pfirsichbäumen auch als ausgewachsene Imagines an geschützten Stellen statt. Von dort aus besiedeln die Tiere ab Mai die Sommerwirte parthenogenetisch. Weitere spezifische Monitoring-Methoden oder gesetzliche Regulierungen wie Meldepflichten sind in den vorliegenden Daten nicht dokumentiert.1

Praxiswissen

Wirtschaftliche Bedeutung

Die Grüne Pfirsichblattlaus (Myzus persicae) agiert als bedeutender Schädling an verschiedenen Kulturpflanzen wie beispielsweise Kartoffeln. Der wirtschaftliche Hauptschaden resultiert dabei nicht aus direkten Fraßschäden oder dem Einrollen der Blätter, sondern aus der Übertragung zahlreiche pflanzenpathogener Viren. Diese Viren führen zu Vergilbungserscheinungen an den Sommerwirten und mindern dadurch die Erntequalität sowie den Ertrag. Zur Abwehr des Schädlings in der Landwirtschaft werden regelmäßig Insektizide eingesetzt.1 Belastbare Daten zu konkreten Bekämpfungskosten oder prozentualen Totalverlusten fehlen in den vorliegenden Quellen. Aufgrund des breiten Wirtsspektrums, das unter anderem Pflanzen aus der Familie der Solanaceen umfasst, ist das Schadpotenzial jedoch kultivierungsübergreifend relevant.1

Nachweise

Quellen & Referenzen

  1. de.wikipedia.org/wiki/Gr%C3%BCne_Pfirsichblattlaus
  2. gbif.org/species/2076179