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Mittel gegen Holzwurm

Holzschutzmittel, Kontaktspray und Klebefalle: Hier findest du Mittel gegen den Holzwurm in Möbeln und rohem Holz. Ob der Befall noch aktiv ist und was zu deinem Fall passt, zeigt dir die Schnellwahl unter den Produkten.

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Kauf-Ratgeber Holzwurm

Mittel gegen Holzwurm: So gehst du richtig vor

Hinter dem „Holzwurm“ stecken die Larven holzzerstörender Käfer, meist des Gewöhnlichen Nagekäfers. Bevor du behandelst, klär zwei Fragen: Ist der Befall noch aktiv – und sind tragende Balken betroffen? Hier findest du die Schnellwahl, alle Methoden im Vergleich, die wichtigsten Arten und einen 5-Schritte-Plan.

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Welches Mittel gegen Holzwurm passt zu dir?

Löcher und Bohrmehl – unklar, ob der Befall noch aktiv ist

Erst prüfen, dann behandeln

Bohrmehl kann noch Jahre nach dem Ende eines Befalls aus alten Löchern rieseln. Sauge die Stelle gründlich ab, markiere die Löcher oder verschließe sie mit etwas Wachs und kontrolliere in der Flugzeit von Ende Mai bis Juli: Neue Löcher mit hellen Rändern und frische, helle Bohrmehl-Häufchen zeigen einen aktiven Befall. Eine Klebefalle in der Nähe kann zusätzlich zeigen, ob Käfer unterwegs sind.

Frisches Bohrmehl unter Möbeln oder kleineren Holzteilen

Holz behandeln oder einfrieren

Rohes, unbehandeltes Holz kannst du mit einem zugelassenen Holzschutzmittel einsprühen oder einstreichen. Vorher Staub und Bohrmehl entfernen, Farbe, Beize oder Wachs abschleifen und die Menge laut Etikett einhalten. Ein Kontaktspray ergänzt das an Oberfläche, Ritzen und Ausfluglöchern, erreicht Larven tief im Holz aber nicht zuverlässig. Kleine Stücke lassen sich auch in einer großen Gefriertruhe behandeln, wertvolle Antiquitäten gehören zum Restaurator.

Befall in Dachbalken, Fachwerk oder anderen tragenden Teilen

Gründlich behandeln, bei tragenden Hölzern Statiker

Bei tragenden Hölzern geht es um die Standsicherheit. Bestimme Art und Ausmaß des Befalls mit Foto, Käferfund und Bohrmehl und behandle alle zugänglichen Flächen mit einem für den Einsatz zugelassenen Holzschutzmittel nach Etikett. Kontrolliere mit Fallen und behandle nach zwei bis drei Wochen nach. Sind Balken stark geschädigt, prüft ein Statiker, ob sie verstärkt oder ersetzt werden müssen.

Ovale Löcher (5–10 mm) in Nadelholz, Oberfläche dünn und wellig

Verdacht auf Hausbock

Ovale, oft ausgefranste Schlupflöcher und eine papierdünne Holzschicht über zerfressenem Holz deuten auf den Hausbock. Er befällt nur Nadelholz, am häufigsten im Dachstuhl. Ein Spray von außen erreicht seine Larven tief im Balken nicht – deshalb Holzschutzmittel großflächig auftragen, Ausfluglöcher und Ritzen einbeziehen, mit Fallen kontrollieren und nach zwei bis drei Wochen nachbehandeln.

Größere, oft metallisch blaue Käfer am Fenster, Kaminholz im Haus

Meist Scheibenbock aus dem Kaminholz

Mit berindetem Kaminholz kommen oft Scheiben- oder Widderböcke ins Haus. Die Käfer schlüpfen von April bis Juli, fliegen zum Licht und richten an verbautem, entrindetem Holz normalerweise keinen Schaden an. Lagere Kaminholz von März bis Juli draußen und hol es erst kurz vor dem Verfeuern herein.

Mittel gegen Holzwurm im Vergleich

Entscheidend ist, die Larven im Holz zu erreichen. Holzschutzmittel, Kälte, Wärme und Begasung können das, Sprays und Fallen wirken nur an der Oberfläche. Bei tragenden Bauteilen zusätzlich einen Statiker einbeziehen.

MethodeSo wirkt esWann sinnvollDarauf achten
Befall prüfen: aktiv oder alt? Frische, helle Löcher und neues Bohrmehl zeigen lebende Larven. Altes Bohrmehl rieselt auch aus längst verlassenen Gängen. Immer zuerst Absaugen, Löcher markieren oder mit Wachs verschließen und in der Flugzeit von Ende Mai bis Juli auf neue Löcher achten.
Holzschutzmittel (Biozid-Produktart 8) Zugelassenes Mittel, das in rohes Holz eindringt und je nach Aufwandmenge bekämpfend oder vorbeugend wirkt. Möbel und Holzteile aus rohem Holz, die du gut erreichst; vorbeugend bei neuem Holz im Innenbereich Farbe, Beize, Wachs und Staub vorher entfernen. Menge laut Etikett, Handschuhe tragen, gut lüften. Tragende Bauteile nicht auf eigene Faust behandeln.
Kontaktspray Wirkt auf Käfer und Larven, die direkt getroffen werden. Oberflächen, Ritzen und Ausfluglöcher, schlüpfende Käfer in der Flugzeit Erreicht Larven tief im Holz nicht zuverlässig und ersetzt keine Behandlung des Holzes.
Kälte (Gefriertruhe) Anhaltender Frost tötet die Larven im Holz. Kleine Möbel, Rahmen, Schnitzereien, Musikinstrumente Luftdicht verpacken, damit sich beim Auftauen kein Kondenswasser bildet. Die Kälte muss bis in den Kern – dicke Stücke brauchen länger. Wertvolle Stücke vorher mit einem Restaurator abstimmen.
Klebefalle Fängt einzelne Käfer, die auf die Klebefläche geraten. Zusätzlicher Hinweis in der Flugzeit, z. B. auf der Fensterbank nahe dem befallenen Holz Enthält keinen speziellen Lockstoff für Nagekäfer. Sie zeigt, ob Käfer unterwegs sind – den Befall im Holz bekämpft sie nicht.
Hausmittel (Essig, Leinöl, Föhn, Haarspray) Wirken höchstens an der Oberfläche. Nicht zur Bekämpfung geeignet Die Larven fressen im Inneren des Holzes. Ein Föhn erhitzt das Holz nicht bis in den Kern. Altöl ist Sondermüll und gehört nicht aufs Holz.

Entwicklung und Lebensweise: Warum der Holzwurm jahrelang unbemerkt bleibt

Lebenszyklus des Gewöhnlichen Nagekäfers im aufgeschnittenen Holz: Eier in einer Ritze, gekrümmte Larve im Fraßgang, Puppe dicht unter der Oberfläche und Käfer an einem runden Ausflugloch mit Bohrmehl
Lebenszyklus des Gewöhnlichen Nagekäfers im aufgeschnittenen Holz: Eier in einer Ritze, gekrümmte Larve im Fraßgang, Puppe dicht unter der Oberfläche und Käfer an einem runden Ausflugloch mit Bohrmehl

Den Schaden machen nur die Larven. Sie fressen jahrelang im Inneren des Holzes – sichtbar wird der Befall oft erst, wenn die ersten Käfer ausfliegen.

  • Eier: Das Weibchen legt meist 20 bis 60 Eier in kleinen Gruppen in Ritzen, Fugen und alte Ausfluglöcher. Nach zwei bis drei Wochen schlüpfen die Larven und bohren sich ins Holz.
  • Larven – der eigentliche „Holzwurm“: Die cremeweißen, gekrümmten Larven werden bis 7 mm lang und fressen 1 bis 2 mm dicke Gänge, vor allem im Splintholz von Nadel- und Laubholz. Das dauert meist 2 bis 4 Jahre, in altem, nährstoffarmem Holz auch mehr als zehn Jahre.
  • Holzfeuchte entscheidet: Die Larven brauchen eine Holzfeuchte von mehr als etwa 10 % und Temperaturen über 15 °C. Gefährdet sind kühle, feuchte Räume wie Keller, Kirchen, Scheunen, Gartenhäuser und ungeheizte Dachböden. In zentral beheizten Wohnräumen bleibt Holz meist zu trocken.
  • Verpuppung und Ausflug: Im Frühjahr verpuppt sich die Larve dicht unter der Oberfläche. Der Käfer nagt sich durch ein kreisrundes Loch von 1 bis 2 mm nach außen. Hauptflugzeit ist Ende Mai bis Juli.
  • Käfer: Der 2,5 bis 6 mm große, graubraune Käfer frisst nicht und lebt nur etwa drei Wochen. Er ist standorttreu und legt seine Eier oft wieder ins selbe Holz – so kann ein Befall über viele Generationen weiterlaufen.

Daraus folgt: Bohrmehl allein beweist keinen aktiven Befall – und trockenes Holz ist der beste Schutz.

Holzwurm, Hausbock oder Doppelgänger?

Unter „Holzwurm“ werden verschiedene Käferarten zusammengefasst. Lochform, Holzart und Bohrmehl verraten, wer dahintersteckt – und ob du selbst behandeln kannst oder gründlicher mit Nachbehandlung vorgehen musst.

Gewöhnlicher Nagekäfer (Anobium punctatum) von oben
Gewöhnlicher Nagekäfer (Anobium punctatum) von oben

Gewöhnlicher Nagekäfer (Holzwurm)

Anobium punctatum

Größe
2,5–6 mm
Erkennungs­merkmal
Graubraun, fein behaart; Halsschild bedeckt den Kopf wie eine Kapuze. Kreisrunde Ausfluglöcher von 1–2 mm, Bohrmehl leicht körnig
Vorkommen
Möbel, Dielen, Holzverkleidungen, Dachbalken – Nadel- und Laubholz, vor allem in kühlen, feuchten Räumen

Was tun? Prüfen, ob der Befall aktiv ist. Möbel und rohe Holzteile mit Holzschutzmittel behandeln oder einfrieren, tragende Teile zusätzlich von einem Statiker beurteilen lassen.

Steckbrief im Lexikon →
Hausbock (Hylotrupes bajulus) von oben
Hausbock (Hylotrupes bajulus) von oben

Hausbock

Hylotrupes bajulus

Größe
8–25 mm
Erkennungs­merkmal
Dunkelbraun bis schwarz mit zwei hellen Haarbinden auf den Flügeldecken, Halsschild mit zwei glänzenden Höckern. Ovale Schlupflöcher von 5–10 mm
Vorkommen
Nur Nadelholz, vor allem Dachstühle; am stärksten gefährdet sind 10 bis 30 Jahre alte Hölzer

Was tun? Gründlich behandeln: alle zugänglichen Flächen mit einem für den Einsatz zugelassenen Holzschutzmittel nach Etikett, mit Fallen kontrollieren und nach zwei bis drei Wochen nachbehandeln; bei geschädigten tragenden Hölzern zusätzlich ein Statiker.

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Gescheckter Nagekäfer (Xestobium rufovillosum) von oben
Gescheckter Nagekäfer (Xestobium rufovillosum) von oben

Gescheckter Nagekäfer (Totenuhr)

Xestobium rufovillosum

Größe
5–7 mm
Erkennungs­merkmal
Dunkelbraun mit hellen Haarflecken, wirkt gescheckt. Zur Paarung klopfen die Käfer mit dem Kopf aufs Holz – daher der Name Totenuhr
Vorkommen
Sehr altes Holz, besonders Eichenbalken in historischen Gebäuden; braucht durch Pilze vorgeschädigtes Holz

Was tun? Zeigt meist einen Feuchteschaden an. Ursache suchen und Sanierung der Feuchtequelle und Behandlung des Holzes mit Nachkontrolle.

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Brauner Splintholzkäfer (Lyctus brunneus) von oben
Brauner Splintholzkäfer (Lyctus brunneus) von oben

Brauner Splintholzkäfer

Lyctus brunneus

Größe
3–7 mm
Erkennungs­merkmal
Schlank, walzenförmig, rotbraun, Kopf von oben sichtbar. Fluglöcher von 1–2 mm, Bohrmehl staubfein ohne erkennbare Kotkrümel
Vorkommen
Nur stärkereiches Splintholz von Laubhölzern, z. B. Parkett, Furniere, Möbel aus Eiche oder Tropenholz; oft mit Importholz eingeschleppt

Was tun? Befallene Teile fachkundig beurteilen lassen. Nadelholz und reines Kernholz befällt er nicht.

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Blauer Scheibenbock (Callidium violaceum) von oben
Blauer Scheibenbock (Callidium violaceum) von oben

Blauer Scheibenbock

Callidium violaceum

Größe
8–16 mm
Erkennungs­merkmal
Breit und flach, oberseits metallisch dunkelblau bis violett
Vorkommen
Berindetes Nadelholz, vor allem Kaminholz; Käfer von April bis Juli am Fenster

Was tun? Für verbautes, entrindetes Holz in der Regel kein Problem. Kaminholz von März bis Juli draußen lagern.

Steckbrief im Lexikon →

In 5 Schritten den Holzwurm loswerden

  1. Schritt 1: Schädling bestimmen

    Kreisrunde Löcher von 1–2 mm sprechen für den Holzwurm, ovale Löcher von 5–10 mm in Nadelholz für den Hausbock, staubfeines Bohrmehl in Laubholz-Parkett oder Furnier für Splintholzkäfer. Im Zweifel einen Käfer oder ein Foto bestimmen lassen.

  2. Schritt 2: Aktiv oder alt?

    Helles, frisches Bohrmehl und Löcher mit hellen, scharfen Rändern sprechen für einen aktiven Befall, dunkle Löcher ohne neues Mehl eher für einen alten. Gewissheit bekommst du, wenn du absaugst, die Löcher markierst und in der Flugzeit auf neue achtest.

  3. Schritt 3: Umfang klären

    Sind tragende Teile wie Dachbalken, Fachwerk oder Deckenbalken betroffen, bestimme das Ausmaß mit Foto, Bohrmehl und Fallen, behandle alle zugänglichen Flächen gründlich und nach zwei bis drei Wochen nach – bei starkem Schaden zusammen mit einem Statiker. Möbel und kleinere Holzteile kannst du selbst behandeln.

  4. Schritt 4: Behandeln

    Rohes Holz gründlich reinigen, Farbe, Beize oder Wachs entfernen und ein zugelassenes Holzschutzmittel in der Menge laut Etikett auftragen. Kleine Stücke alternativ luftdicht verpackt einfrieren, wertvolle Stücke einem Restaurator geben.

  5. Schritt 5: Vorbeugen und kontrollieren

    Holz trocken halten, kühle Räume lüften und gelagerte Möbel trocken aufbewahren. In den folgenden Jahren jeweils zur Flugzeit von Ende Mai bis Juli auf neue Löcher achten.

Holzwurm: das Wichtigste in Kürze

  • Erst prüfen, ob der Befall noch aktiv ist – Bohrmehl allein ist kein Beweis.
  • Den Schaden machen die Larven im Holz, nicht die Käfer.
  • Tragende Balken und Hausbock brauchen gründliche Behandlung, Nachkontrolle und bei Schäden einen Statiker.
  • Ein Spray auf der Oberfläche erreicht Larven tief im Holz nicht zuverlässig.
  • Trockenes Holz in beheizten Räumen ist der beste Schutz.

Häufige Fragen zum Holzwurm

Woran erkenne ich, ob ein Holzwurm-Befall noch aktiv ist?

Typisch für einen aktiven Befall sind helles, frisches Bohrmehl, das sich nach dem Absaugen neu sammelt, und Löcher mit hellen, scharfkantigen Rändern. Altes Bohrmehl kann aber noch Jahre nach dem Ende eines Befalls aus den Gängen rieseln, etwa wenn das Möbelstück bewegt wird. Am zuverlässigsten ist der Test: absaugen, Löcher markieren oder mit Wachs verschließen und in der Flugzeit von Ende Mai bis Juli auf neue Löcher achten.

Wie kommt der Holzwurm ins Haus?

Meist mit befallenen Gegenständen: gebrauchte Möbel, Antiquitäten, Altholz oder Bilderrahmen. In der Flugzeit können die Käfer auch durch offene Fenster einfliegen und Eier in Ritzen legen. Ob sich der Holzwurm hält, entscheidet die Holzfeuchte: In zentral beheizten Wohnräumen bleibt Holz meist zu trocken, in Kellern, Scheunen, Gartenhäusern und ungeheizten Dachböden findet er gute Bedingungen. Käfer aus Kaminholz sind meist Bockkäfer, die verbautem Holz nicht schaden.

Kann ich den Holzwurm mit dem Föhn bekämpfen?

Nicht zuverlässig. Die Larven sterben zwar bei Hitze – beim Gewöhnlichen Nagekäfer nach etwa einer Stunde bei 58 °C. Diese Temperatur muss aber im ganzen Holzquerschnitt erreicht und gehalten werden. Ein Föhn erwärmt nur die Oberfläche, für ein Möbelstück oder einen Balken reicht das nicht. Besser eignen sich Holzschutzmittel nach Etikett oder bei kleinen Stücken Kälte in der Gefriertruhe.

Helfen Essig, Leinöl oder andere Hausmittel gegen Holzwurm?

Nein, nicht zuverlässig. Essig, Leinöl, Haarspray oder Isopropanol wirken höchstens an der Oberfläche, die Larven fressen aber im Inneren des Holzes. Altöl ist Sondermüll und hat auf Holz nichts verloren. Bei Möbeln helfen Kälte in der Gefriertruhe oder ein zugelassenes Holzschutzmittel, bei tragenden Teilen behandelst du alle zugänglichen Flächen gründlich und nach zwei bis drei Wochen nach, zusätzlich prüft ein Statiker die Standsicherheit.

Welches Mittel hilft gegen Holzwurm?

Das hängt vom Fall ab. Für Möbel und rohe Holzteile eignet sich ein zugelassenes Holzschutzmittel in der Menge laut Etikett, für kleine Stücke auch Kälte. Tragende Bauteile und Hausbockbefall behandelst du gründlich an allen zugänglichen Flächen mit zugelassenem Holzschutzmittel und nach zwei bis drei Wochen nach, bei Schäden prüft ein Statiker. Ein Kontaktspray ergänzt die Behandlung an Oberflächen, Ritzen und Ausfluglöchern, Klebefallen zeigen nur, ob Käfer unterwegs sind.

Was ist Permethrin und worauf muss ich achten?

Permethrin ist ein Insektizid-Wirkstoff, der in zugelassenen Holzschutzmitteln gegen holzzerstörende Insekten eingesetzt wird, zum Beispiel mit 0,22 % im Holzwurm-Ex-Spray. Es ist sehr giftig für Wasserorganismen und kann allergische Reaktionen auslösen. Trag Schutzhandschuhe, lüfte Innenräume gut und halte Kinder und Haustiere fern – Katzen reagieren besonders empfindlich auf Permethrin. Reste gehören nicht in den Abfluss.

Helfen Schlupfwespen gegen Holzwurm?

Der Holzwurm hat tatsächlich Gegenspieler: Die Holzwurm-Brackwespe (Spathius exarator) parasitiert Larven von Nagekäfern im Holz. Sehr kleine Ausfluglöcher neben denen des Käfers stammen oft von solchen Schlupfwespen. Gegen den Hausbock ist sie nicht geeignet, und bei tragenden Bauteilen behandelst du gründlich mit Holzschutzmittel und nach zwei bis drei Wochen nach. Mehr dazu im Lexikon unter Holzwurm-Brackwespe und im Artikel Schlupfwespen gegen Anobien.

Wann fliegen die Holzwurm-Käfer aus?

Die Hauptflugzeit des Gewöhnlichen Nagekäfers ist Ende Mai bis Juli. Die Käfer fressen nicht, leben nur etwa drei Wochen und legen ihre Eier in Ritzen, Fugen und alte Ausfluglöcher – oft wieder ins selbe Holz. In dieser Zeit erkennst du an neuen Löchern am besten, ob der Befall noch aktiv ist.

Kann der Holzwurm auf andere Möbel übergehen?

Ja, über die Käfer: Sie fliegen in der Flugzeit aus und können ihre Eier auch in andere Holzgegenstände legen, wenn das Holz feucht genug ist. Behandle befallene Stücke deshalb möglichst vor Ende Mai und lagere sie nicht neben unbefallenem Holz in kühlen, feuchten Räumen. In zentral beheizten Wohnräumen ist das Risiko gering.

Ist ein Holzwurm-Befall für Menschen gefährlich?

Gesundheitlich nicht: Larven und Käfer übertragen keine Krankheiten. Gefährlich kann der Befall für die Stabilität werden, denn das Holz verliert an Festigkeit – bei Dielen, Treppen und Balken ein ernstes Thema. Stechen dich in der Nähe von befallenem Holz winzige Wespen, kann eine Ameisenwespe dahinterstecken, die von Holzwurm-Larven lebt und einen lebenden Befall anzeigt.

Holzwurm oder Hausbock – wie unterscheide ich sie?

Der Holzwurm hinterlässt kreisrunde Löcher von 1–2 mm und befällt Nadel- und Laubholz, oft Möbel und Dielen. Der Hausbock hinterlässt ovale Löcher von 5–10 mm, befällt nur Nadelholz, meist im Dachstuhl, und lässt oft nur eine papierdünne, wellige Holzschicht über den Gängen stehen. In stiller Umgebung sind seine fressenden Larven manchmal zu hören. Hausbockbefall behandelst du gründlich mit zugelassenem Holzschutzmittel, kontrollierst mit Fallen und behandelst nach zwei bis drei Wochen nach.

Holzwurm oder Brotkäfer – wie unterscheide ich sie?

Beide gehören zur Familie der Nagekäfer und sind wenige Millimeter große, braune Käfer. Der Brotkäfer lebt aber in Vorräten wie Mehl, Gewürzen, Tee, Nudeln oder Tierfutter, nicht in verbautem Holz. Findest du die Käfer in Küche oder Vorratsschrank, such dort nach der Quelle – sonst behandelst du das falsche Problem. Mehr dazu auf unserer Seite Mittel gegen Brotkäfer.

Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.

Holzwurm bekämpfen: erst prüfen, ob der Befall aktiv ist

Löcher im Holz und feines Bohrmehl sind noch kein Beweis für einen aktiven Befall. Bohrmehl rieselt oft noch Jahre nach dem Ende eines Befalls aus alten Gängen. Bevor du ein Mittel einsetzt, solltest du klären, ob lebende Larven im Holz fressen und um welchen Schädling es sich handelt. Einen Überblick über die Möglichkeiten gibt der Ratgeber Mittel gegen Holzwurm.

Ursachen: Warum Holz befallen wird

Den Schaden machen die Larven, die sich über ein bis drei Jahre im Holz entwickeln. Der Gewöhnliche Nagekäfer (Anobium punctatum), der im Alltag meist „Holzwurm“ heißt, bevorzugt Holz mit höherer Feuchte, etwa in kühlen Kellern, schlecht belüfteten Räumen und alten Möbeln. Trockenes Holz in beheizten Räumen ist deutlich weniger gefährdet. Wie die Tiere ins Haus gelangen, beschreibt der Beitrag Wie kommt der Holzwurm ins Haus?. Die Entwicklungsstadien erklärt der Artikel Holzwurm-Stadien, die Frage der Ausbreitung der Beitrag Holzwurm: Übertragung auf andere Möbel.

Aktiv oder alt? So erkennst du den Befall

  • Frisches Bohrmehl: hell und locker unter den Löchern, oft als kleines Häufchen
  • Helle Ränder an den Löchern: sprechen für neue Ausfluglöcher, dunkle Löcher ohne neues Mehl eher für einen alten Befall
  • Kontrolle in der Flugzeit: Sauge die Stelle ab, markiere die Löcher oder verschließe sie mit etwas Wachs und achte von Ende Mai bis Juli auf neue Löcher

Weitere Anzeichen sammelt der Beitrag Holzwurm-Larven erkennen.

Holzwurm, Hausbock oder Doppelgänger?

Kreisrunde Löcher von 1 bis 2 mm sprechen für den Nagekäfer. Ovale Löcher von etwa 5 bis 10 mm in Nadelholz, vor allem im Dachstuhl, deuten auf den Hausbock (Hylotrupes bajulus). Er frisst im Splint von Nadelholz und kann tragende Teile schwächen. Sind Balken, Fachwerk oder Dachstuhl betroffen, behandle das Holz großflächig mit Holzschutzmittel und lass bei starkem Schaden die tragenden Bauteile statisch prüfen. Die Behandlung tragender Bauteile erfolgt nach DIN 68800. Ein Spray von außen erreicht die Larven tief im Balken nicht zuverlässig.

Bekämpfungsstrategie für Möbel und kleinere Holzteile

Spray oder Holzschutzmittel: welches Mittel wann?

  • Auftragen auf rohes Holz: Das Holzwurm-Ex-Spray enthält 0,22 % Permethrin und ist für Holzwürmer, Hausbock und Splintholzkäfer vorgesehen. Laut Produktdaten trägst du je nach Befallsstärke 125 bis 250 g pro m² auf, wahlweise per Sprühen oder mit dem Pinsel, und wiederholst die Behandlung ein- bis zweimal. Vorher reinigst du das Holz von Staub und Insektenkot.
  • Kontaktspray für Oberfläche und Ausfluglöcher: Das Holzwurm Spray enthält Pyrethrum-Extrakt, Geraniol und Zitroneneukalyptusöl. Es ist für Holzbock, Hausbock und Nagekäfer vorgesehen und eignet sich für Oberflächen, Ritzen und Ausfluglöcher.

Bei tragenden Teilen kombinierst du beide Produkte mit einer statischen Prüfung. Entferne vor dem Auftragen Farbe, Beize und Wachs, sonst dringt das Mittel nicht ein.

Kälte, Hitze und Hausmittel

Kleine Stücke lassen sich luftdicht verpackt in der Gefriertruhe behandeln, wertvolle Antiquitäten behandelst du mit Kälte und kontrollierst sie danach über mehrere Wochen. Hitze erreicht die Larven nur, wenn das Holz im Kern ausreichend erwärmt wird, das gelingt nur mit Temperaturmessung. Wie weit ein Föhn kommt, zeigt der Beitrag Holzwurm mit dem Föhn bekämpfen. Was Essig, Leinöl und andere Hausmittel leisten, beschreiben die Beiträge Hausmittel gegen Holzwurm und Leinöl gegen Holzwurm. Sie wirken meist nur an der Oberfläche, die Larven fressen im Inneren.

Möbel behandeln oder Balken prüfen

Antike Möbel, Rahmen und Schnitzereien behandelst du mit Kälte oder Holzschutzmittel und kontrollierst sie über mehrere Wochen, bei Dachbalken und Fachwerk lässt du zuerst prüfen, ob tragende Bauteile betroffen sind. Ein starker Befall, unklare Lochformen oder Löcher in tragenden Bauteilen sind dafür ein klares Signal. Für Gartenhaus, Terrasse oder Kaminholz gelten andere Regeln, weil dort Feuchte, Rinde und Außenluft eine Rolle spielen.

Vorbeugen und kontrollieren

  • Holz trocken halten und kühle Räume lüften
  • Möbel trocken lagern, nicht direkt an feuchten Außenwänden
  • Befallene Stücke von anderen Möbeln trennen, bis die Behandlung abgeschlossen ist
  • In den folgenden Jahren jeweils zur Flugzeit auf neue Löcher achten
  • Kaminholz im Sommer draußen lagern, nicht im Wohnraum

Gartenhaus und Holzschuppen sind ein eigenes Thema, mehr dazu im Beitrag Holzwurm im Gartenhaus.

Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.

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