Lexikon-Eintrag

Holzwurm-Brackwespe Spathius exarator

Holzwurm-Brackwespe (Spathius exarator), KI-Illustration

KI-generierte Illustration (keine Fotografie)

Klassifikation

Taxonomie

Reich
Tiere (Animalia)
Stamm
Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse
Insekten (Insecta)
Ordnung
Hautflügler (Hymenoptera)
Familie
Braconidae
Gattung
Spathius

Überblick

Einleitung

Die Holzwurm-Brackwespe (Spathius exarator) ist eine parasitisch lebende Hautflüglerart aus der Familie der Brackwespen (Braconidae) 1. Die schlanke, 5 bis 9 Millimeter lange Wespe befällt Larven holzbohrender Käfer, vor allem des Gemeinen Nagekäfers 1. Sie ist in Europa weit verbreitet und kommt auch in Gebäuden mit altem Holz vor 1.

Auf einen Blick

Fakten (kompakt)

  • Wissenschaftlicher Name: Spathius exarator (Linnaeus, 1758)
  • Familie: Brackwespen (Braconidae)
  • Länge: 5–9 mm; Weibchen mit körperlangem Legebohrer
  • Lebensweise: Ektoparasitoid holzbohrender Käferlarven
  • Wirte: unter anderem Gemeiner Nagekäfer, Trotzkopf, Brauner Splintholzkäfer
  • Ausflugsloch: etwa 0,5 mm (Nagekäfer: etwa 2 mm)
  • Aktivität: Ende März bis September
  • Verbreitung: Europa, Afrotropis, Australien

Erkennen

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Die Brackwespen sind zwischen 5 und 9 Millimeter lang und schlank gebaut. Sie sind rot-braunschwarz gemustert, besonders der Bereich um die Facettenaugen ist rot 1. Die Fühler sind rötlich, die Schienen (Tibien) tragen ein hell-weißliches Basalende 1. Der Petiolus ist genauso lang wie der Gaster (Hinterleib) 1. Die vordere Spitze des Flügelmals (Pterostigma) der Vorderflügel ist durchsichtig, der Rest dunkelbraun 1. Weibchen besitzen einen Legebohrer, der ungefähr körperlang ist 1.

Ein praktisches Erkennungszeichen sind die Ausflugslöcher: Die geschlüpften Wespen nagen einen Gang ins Freie, der nur etwa 0,5 Millimeter Durchmesser hat, während das Ausflugsloch des Gemeinen Nagekäfers etwa 2 Millimeter misst 1. Verwechslungen mit anderen kleinen Hautflüglern sind möglich; eine sichere Artbestimmung ist wegen des Artkomplexes nur Fachleuten möglich 1.

Systematik

Namen & Einordnung (kurz)

Der wissenschaftliche Name Spathius exarator (Linnaeus, 1758) ist in der GBIF-Taxonomie als akzeptiert geführt 3. Carl von Linné beschrieb die Art 1758 als Ichneumon exarator; später wurden mehrere Namen synonymisiert, darunter Ichneumon mutillarius und Cryptus clavatus 1. Die Art gehört zu einem gleichnamigen Artkomplex, dessen Arten sich ähneln 1. Die Gattung Spathius umfasst Wespen, deren Larven sich von Käferlarven ernähren 2.

Eine andere parasitisch lebende Wespe mit eigenem Profil ist die Lagererzwespe. Zu den Wirtsarten der Holzwurm-Brackwespe gehört unter anderem der Gemeine Nagekäfer.

Lebensweise

Biologie & Lebenszyklus

Spathius exarator ist ein idiobionter Ektoparasitoid: Das Weibchen lähmt die Käferlarve mit einem Stich des langen Legebohrers und legt dann mehrere Eier an die Larve 1. Die geschlüpften Wespenlarven ernähren sich von der Käferlarve und verpuppen sich später im Bohrgang. Die erwachsenen Wespen nagen einen Gang ins Freie 1. Zu den genannten Wirten gehören Bock-, Nage- und Bohrkäfer: Gemeiner Nagekäfer, Trotzkopf, Gekämmter Nagekäfer, Brauner Splintholzkäfer, Variabler Scheibenbock und Clytus tropicus 1.

Verbreitung

Vorkommen & Lebensraum

Die Art ist in Europa weit verbreitet: im Norden bis Fennoskandinavien, die Färöer und die Britischen Inseln, im Süden bis in den Mittelmeerraum (Spanien, Frankreich, Italien) und auf den Balkan (Serbien, Rumänien, Bulgarien). Zudem kommt sie in der Afrotropis und in Australien vor 1.

Die Wespen suchen ihre Wirte unter der Rinde von Bäumen, aber auch in Bohrgängen alter Holzmöbel und im Holz historischer Gebäude 1. Die Art ist daher an Holzstandorte gebunden, an denen sich Larven holzbohrender Käfer entwickeln.

In der OpenInsect-Community wurde bisher 1 Scan erfasst, am 21.04.2026 in Offenbach am Main.

Verbreitung

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Schapen, Braunschweig, Deutschland

    12.06.2025

  • Rheydt, 41 Mönchengladbach-Süd, Deutschland

    07.03.2025

  • Neubergheim, 86199 Augsburg, Deutschland

    04.12.2021

  • Germany

    02.09.2021

  • Leipzig, Sachsen, Deutschland

    30.06.2026

Daten: iNaturalist

Sichtungen

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Zuletzt am 21.04.2026
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Jahresverlauf

Saisonalität & Aktivität

Die Brackwespen erscheinen Ende März und können bis in den September hinein beobachtet werden 1. Zur Aktivität im Jahresverlauf machen die ausgewerteten Quellen keine weiteren Angaben.

Praxiswissen

Bedeutung, Schäden & Prävention

Spathius exarator ist ein Nützling: Er parasitiert Larven holzbohrender Käfer, darunter den Gemeinen Nagekäfer (Holzwurm) 1. Die Art wird nach deutschsprachigen Angaben kommerziell gezüchtet und zur biologischen Schädlingsbekämpfung gegen den Gemeinen Nagekäfer eingesetzt 1. Eine Wirkungsaussage lässt sich daraus nicht ableiten. Konkrete Verfahren, Mengen und Produkte werden hier nicht behandelt.

Für Hausbesitzer ist das Auffinden kleiner Ausflugslöcher (etwa 0,5 Millimeter) im Holz ein Hinweis, dass die Wespen dort aktiv waren. Gleichzeitig bedeutet es, dass Wirtslarven im Holz lebten oder leben; bei Verdacht auf Holzschädlingsbefall sollte ein Sachverständiger den Zustand des Holzes beurteilen. Zur Vorbeugung gegen Holzschädlinge gelten allgemein trockene, gut belüftete Räume und regelmäßige Kontrolle des Holzes; das ist eine allgemeine Maßnahme ohne artspezifischen Beleg.

Nachweise

Quellen & Referenzen

  1. Wikipedia: Spathius exarator. de.wikipedia.org/wiki/Spathius_exarator (abgerufen 30.10.2026)
  2. Wikipedia: Spathius. en.wikipedia.org/wiki/Spathius (abgerufen 30.10.2026)
  3. GBIF Backbone Taxonomy: Spathius exarator (Linnaeus, 1758). gbif.org/species/1259376