- Die Anzahl potenzieller Wirtsarten wird mit bis zu 75 angegeben, wobei ein Teil davon auf Fehlbestimmungen oder seltene Fehlwirte zurückzuführen ist.
- Verlässliche Nachweise als Wirte existieren primär für Schmetterlingsarten der Gattungen Pieris und Aporia.
- Bei gemeinsamen Vorkommen ist der artspezifische Parasitoid Cotesia rubecula dem Kleinen Kohlweißling gegenüber konkurrenzüberlegen.
- Trotz Parasitierung fressen bereits vorhandene Weißlingsraupen auf einer Pflanze ungehindert weiter, da der Parasitoid den aktuellen Fraß nicht mehr stoppt.
- Pro Wirtsraupe entwickeln sich synchron etwa 20 bis 30 Wespenlarven, wobei in Einzelfällen Raupen von mehreren Weibchen mehrfach parasitiert werden.
- Bei steigender Inzucht erhöht sich durch den Mechanismus der Geschlechtsbestimmung der Anteil an Männchen in der Population.
- Diploide Männchen erzeugen eine vergleichbare Nachkommenschaft wie haploide Individuen, verschieben das Geschlechterverhältnis jedoch leicht in Richtung männlicher Nachkommen.3
Kohlweißlings-Brackwespe Cotesia glomerata
KI-generierte Illustration (keine Fotografie)
Klassifikation
Taxonomie
- Reich
- Tiere (Animalia)
- Stamm
- Gliederfüßer (Arthropoda)
- Klasse
- Insekten (Insecta)
- Ordnung
- Hautflügler (Hymenoptera)
- Familie
- Braconidae
- Gattung
- Cotesia
Überblick
Einleitung
Die Kohlweißlings-Brackwespe (Cotesia glomerata, in älteren Werken auch Apanteles glomeratus) ist eine parasitisch lebende Hautflüglerart aus der Familie der Brackwespen (Braconidae). Sie gilt in vielen Regionen als Hauptparasitoid des Großen Kohlweißlings (Pieris brassicae) und befällt als gregäre Art zudem weitere Weißlingsarten. Aufgrund ihrer Wirtspezifität und hohen Parasitierungsraten spielt sie eine bedeutende Rolle als natürlicher Gegenspieler schädlicher Schmetterlingsraupen.1
Auf einen Blick
Fakten (kompakt)
Erkennen
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Die Kohlweißlings-Brackwespe (Cotesia glomerata) ist in beiden Geschlechtern etwa 2,5 bis 3 Millimeter lang und besitzt einen auffallend kurzen freien Hinterleib als charakteristisches Merkmal der Unterfamilie Microgastrinae. Der Körper der imagines ist schwarz gefärbt, während die Beine rötlichgelb bis gelb ausgebildet sind. Die Fühlern übertreffen die Körperlänge geringfügig. Bezüglich des Flügelgeäders zeigt sich bei verwandten Arten im australasiatischen Raum, dass der Vorderflügel 2 RS keinen Dorn am Übergang mit r bildet und T 1 parallelseitig verläuft. Das Abdomen weist bei Weibchen ein tief ausgerandetes ventrales Hypopygium auf. T 3 ist überwiegend im hinteren Drittel spärlich behaart. Der Anteromescutum ist punktiert, aber glatter als bei den meisten vergleichbaren Arten. Die Larven durchlaufen drei Entwicklungsstadien und ernähren sich gregär von der Hämolymphe des Wirts. Die auffälligen Puppenkokons sind zitronengelb bis orange gefärbt und werden direkt neben der parasitierten Wirtsraupe gesponnen. Belastbare morphologische Detaildaten zu Eiern fehlen in der aktuellen Datenlage weitgehend. Eine Verwechslung ist aufgrund der großen Artenvielfalt und ähnlicher Morphologie innerhalb der Microgastrinae leicht möglich. Zur genauen Artabsicherung wird daher zunehmend DNA-Barcoding eingesetzt.1
Porträt
Beschreibung
Die Kohlweißlings-Brackwespe (Cotesia glomerata) ist eine weltweit verbreitete, parasitisch lebende Hautflüglerart aus der Familie der Braconidae. Im natürlichen Lebensraum fällt die Art durch ihre Lebensweise als gregärer Koinobiont auf, der bevorzugt die Raupen des Großen Kohlweißlings (Pieris brassicae) parasitiert. Die Körperlänge der Imagines beträgt bei beiden Geschlechtern etwa 2,5 bis 3 Millimeter, wobei die Führer etwas länger als der Körper sind. Der Körper ist schwarz gefärbt, während die Beine rötlichgelb bis gelb erscheinen. Charakteristisch für die Unterfamilie Microgastrinae ist der auffallend kurze freie Hinterleib, das Metasoma. Im Freiland werden gewöhnlich etwa zwei Drittel Weibchen in den Populationen beobachtet. Die Geschlechtsbestimmung erfolgt über einen komplexen Modus, bei dem unbefruchtete Eier sich zu Männchen entwickeln und befruchtete Eier bei Heterozygotie zu Weibchen werden. Die Larvenentwicklung umfasst drei Stadien, wobei sich pro Wirtsraupe synchron etwa 20 bis 30 Wespenlarven entwickeln. Diese ernähren sich von der Hämolymphe des Wirts, ohne primär lebenswichtige Organe anzugreifen, wodurch sich die Entwicklung der Wirtsraupe um circa drei Tage von 16 auf 19 Tage verlangsamt. Kurz vor der Verpuppung brechen die Larven synchron durch die Haut der Raupe aus und spinnen auffällige, zitronengelbe bis orange Kokons. Die verlassene Raupe bleibt oft als Schutz in der Nähe und reagiert bei Störungen mit heftigem Kopfschlagen. Die Puppenruhe dauert 7 bis 11 Tage, und die maximale Lebensdauer der Imagines beträgt etwa 30 Tage. Überwintert wird je nach Bedingungen als verpuppungsbereite Altlarve im Kokon oder als Larve in der Wirtsraupe. Molekularphylogenetische Untersuchungen mittels homologer DNA-Sequenzen identifizierten Cotesia plutellae und Cotesia melitaearum als nächstverwandte Arten, was im Widerspruch zu traditionellen morphologischen Artengruppen steht. Zur biologischen Schädlingsbekämpfung wurde die Art in verschiedene Regionen wie Nordamerika eingeführt, was dort jedoch zu spürbaren Rückgüngen einheimischer Weißlingsarten führte. Zudem ist die Art von verschiedenen Hyperparasitoiden wie Mesochorus gemellus, Tetrastichus sinope und Lysibia nanus betroffen.1
Systematik
Name & Einordnung
Die Kohlweißlings-Brackwespe (Cotesia glomerata) ist eine Hautflüglerart aus der Familie der Brackwespen (Braconidae). In älteren taxonomischen Werken wurde die Art häufig unter dem Synonym Apanteles glomeratus geführt. Die Art gehört zur Unterfamilie Microgastrinae, deren Taxon sich durch den auffallend kurzen freien Hinterleib auszeichnet. Als deutscher Trivialname ist neben Kohlweißlings-Brackwespe historisch auch die Bezeichnung Kohlweißlings-Schlupfwespe gebräuchlich. Weltweit ist die Art in zahlreichen Regionen verbreitet und wird in internationalen Verzeichnissen kosmopolitisch geführt. Die taxonomische Einordnung basiert auf morphologischen und molekularbiologischen Merkmalen, wobei die Gattung Cotesia weltweit mit zahlreichen Arten vertreten ist. Belastbare historische Daten zur genauen Erstbeschreibung durch einen spezifischen Autor fehlen im vorliegenden Textmaterial, weshalb hier auf die zitierte Literatur verwiesen wird. Ältere Kombinationen wie Apanteles glomeratus spiegeln den Wandel in der gattungsspezifischen Zuordnung innerhalb der Microgastrinae wider. Weitere detaillierte Synonymika oder Typenbezeichnungen sind in den Standardverzeichnissen dokumentiert.
Lebensweise
Biologie & Lebenszyklus
Cotesia glomerata ist ein gregärer Koinobiont-Endoparasitoid, dessen Biologie eng an Schmetterlingsraupen, insbesondere den Großen Kohlweißling (Pieris brassicae), angepasst ist. Die Art pflanzt sich zweigeschlechtlich über arrhenotoke Parthenogenese fort, wobei unbefruchtete Eier zu Männchen und befruchtete Eier je nach Allelkombination an einem geschlechtsbestimmenden Genabschnitt zu Weibchen oder diploiden Männchen heranwachsen. Freilandpopulationen weisen gewöhnlich einen Weibchen-Überschuss von etwa zwei Dritteln auf. Bei der Suche nach Wirten orientieren sich die Wespen stark am Geruch der Nahrungspflanzen von Schmetterlingsraupen, weshalb Arten außerhalb der Familie der Kreuzblütler kaum befallen werden. Die Eiablage erfolgt bevorzugt im ersten Larvenstadium der Wirtsraupen, während ältere Stadien seltener akzeptiert werden und sich aktiv mit Abwehrflüssigkeiten und heftigen Bewegungen wehren. Pro Wirtsraupe werden zahlreiche Eier abgelegt, aus denen sich synchron etwa 20 bis 30 Larven entwickeln. Zusammen mit den Eiern überträgt das Weibchen spezifische Bracoviren, welche die Immunantwort des Wirts unterdrücken und so verhindern, dass die Wespenlarven bekämpft werden. Die Larven ernähren sich im Inneren des Wirts von der Hämolymphe, ohne lebenswichtige Organe anzugreifen, verlangsamen jedoch die Entwicklung der Raupe um etwa 3 Tage von 16 auf 19 Tage. Es werden drei Larvenstadien durchlaufen, bevor die Altlarven kurz vor der Verpuppung des Wirts synchron durch dessen Haut ausbrechen. Beim Austritt häuten sich die Larven zum dritten Stadium, verschließen die Wunde mit ihrer zurückgelassenen Larvenhaut und spinnen unmittelbar neben der sterbenden Raupe auffällige zitronengelbe bis orange Kokons. Die parasitierten Wirtsraupen verbleiben lethargisch bei den Kokons und verteidigen diese bei Störungen durch heftiges Schlagen des Kopfes gegen Fressfeinde. Die Puppenruhe dauert bis zum Schlupf der Imagines 7 bis 11 Tage. Die Lebensdauer der adulten Wespen beträgt maximal etwa 30 Tage. Die Überwinterung erfolgt je nach Bedingungen entweder als verpuppungsbereite Präpuppe im Kokon oder als Larve im Inneren der Wirtsraupe. Natürliche Mortalitätsfaktoren umfassen Hyperparasitoide wie Mesochorus gemellus, Tetrastichus sinope und Lysibia nanus, die die Wespenlarven oder -präpuppen befallen.1
Lebensweise
Verhalten
Cotesia glomerata orientiert sich bei der Suche nach geeigneten Wirten teilweise über die Nahrungspflanzen, welche über spezifische Geruchssignale erkannt werden. Dabei werden bevorzugt Raupen auf den oberen Blättern einer Kohlpflanze befallen, während Individuen an mittleren oder unteren Blättern seltener attackiert werden. Die Wirtsraupen werden vorzugsweise im ersten Larvenstadium angestochen, wobei gelegentlich auch ältere Stadien bis zum dritten Stadium akzeptiert werden. Ältere Wirtsraupen wehren sich gegen Angriffe mit heftigen Bewegungen und sondern eine Abwehrflüssigkeit ab. Beim Austritt der Parasitoidenlarven zeigt der Wirt eine ausgeprägte Lethargie und reagiert nicht auf äußere Störungen. Wenn die parasitierten Raupen nahe den frisch gesponnenen Kokons gestört werden, verteidigen sie diese durch heftiges Hin- und Herschlagen des Kopfes gegen Fressfeinde.1
Lebensweise
Ökologie
Cotesia glomerata agiert in vielen Regionen als Hauptparasitoid des Großen Kohlweißlings (Pieris brassicae), befällt aber auch andere Weißlingsarten wie Pieris rapae. Die Art bevorzugt gesellig lebende Wirtsraupen, weshalb Raupen an den oberen Blättern von Kohlpflanzen weitaus häufiger parasitiert werden als solche an mittleren oder unteren Positionen. Bei der Wirtssuche orientiert sich die Brackwespe stark am Geruch der Nahrungspflanzen, wodurch an Kreuzblütlern lebende Schmetterlingslarven bevorzugt attackiert werden.1 In jede Wirtsraupenlarve werden zahlreiche Eier abgelegt, sodass sich pro Wirt synchron etwa 20 bis 30 Wespenlarven als gregäre Endoparasitoide entwickeln.12 Die Präsenz der Parasitoidenlarven verlangsamt die Entwicklung der Wirtsraupen um etwa drei Tage, wobei sich die Parasiten von der Hämolymphe ernähren, ohne die inneren Organe sofort anzugreifen. Als natürliche Gegenspieler treten Hyperparasitoide wie Mesochorus gemellus und Tetrastichus sinope auf, die ihrerseits die Wespenlarven parasitieren, während Lysibia nanus die Brackwespen im Präpuppenstadium befällt.1 Durch unbeabsichtigte oder gezielte Introduktionen zur biologischen Schädlingsbekämpfung in Regionen wie Nordamerika und auf den Kanarischen Inseln hat Cotesia glomerata zudem gravierende Auswirkungen auf einheimische beziehungsweise endemische Weißlingsarten wie Pieris napi subsp. oleracea und Pieris cheiranthi. Die Überwinterung erfolgt je nach Jahreszeit und Wirt entweder als verpuppungsbereite Altlarve im eigenen Kokon oder als Larve im Inneren der Wirtsraupe.1
Verbreitung
Vorkommen & Lebensraum
Die Kohlweißlings-Brackwespe (Cotesia glomerata) ist eine weltweit verbreitete Hautflüglerart aus der Familie der Brackwespen (Braconidae). Ihr natürliches Verbreitungsgebiet umfasst weite Teile der Paläarktis, wobei sie heute als kosmopolitisch gilt. In Europa, einschließlich Deutschland und der DACH-Region, ist die Art flächendeckend und regelmäßig anzutreffen. Neben Europa ist das Vorkommen für zahlreiche Regionen weltweit wie Nordamerika, Australien, Neuseeland und Teile Asiens dokumentiert. In einigen Regionen wie Nordamerika und auf den Kanarischen Inseln wurde die Art gezielt zur biologischen Schädlingsbekämpfung eingeführt. Diese historischen Ansiedlungen führten jedoch teilweise zu einem starken Rückgang einheimischer Schmetterlingsarten. Als typische Habitate besiedelt die Art bevorzugt Offenlandschaften, Gärten und Agrarökosysteme, in denen ihre Wirtspflanzen vorkommen. Das Vorkommen ist somit eng an die Verbreitung der Wirtsraupen, insbesondere des Großen (Pieris brassicae) und des Kleinen Kohlweißlings (Pieris rapae), gekoppelt. Da sich die Suche nach Wirten stark am Geruch der von Schmetterlingsraupen bewohnten Nahrungspflanzen orientiert, konzentriert sich der Lebensraum auf Brassicaceen-reiche Standorte. Belastbare systematische Daten zur genauen Vertikalverbreitung in spezifischen Höhenstufen fehlen bisher.1
Verbreitung
Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland
Sichtungen
Community-Analyse
Jahresverlauf
Saisonalität & Aktivität
Die Aktivität und Saisonalität von Cotesia glomerata ist eng an den Lebenszyklus ihrer Wirte wie den Großen Kohlweißling gekoppelt. Die Imagines schlüpfen im Frühjahr aus ihren Überwinterungsstadien und beginnen mit der Suche nach geeigneten Wirtsraupen. Im Jahresverlauf treten mehrere Generationen auf, wobei die Entwicklung der Parasitoidenlarven im Wirt synchronisiert abläuft. Die Puppenruhe der Wespen dauert bis zum Schlupf der Imagines 7 bis 11 Tage. Die maximale Lebensdauer der erwachsenen Wespen beträgt etwa 30 Tage. Cotesia glomerata überwintert je nach Jahreszeit und Wirtsart entweder als verpuppungsbereite Altlarve in einem gelben Kokon oder als Larve geschützt innerhalb der Wirtsraupe. Das öffentliche Suchinteresse in Deutschland zeigt im Jahresverlauf wiederkehrende Peaks, insbesondere in den Monaten April und Juni, was mit dem Auftreten der aktiven Phasen im Frühsommer korreliert. In den Wintermonaten von Januar bis Februar geht das Suchinteresse gegen Null, da die Art zu dieser Zeit ruht. Belastbare quantitative Daten zur genauen Temperaturabhängigkeit der Aktivität jenseits der Entwicklungsdauer fehlen in den vorliegenden Quellen. Dennoch zeigt die enge Bindung an die Wirtsgenerationen einen stark saisonalen Charakter.
Jahresverlauf
Saisonalität und Nachfragetrend
Basierend auf dem Silberkraft TrendIndex – unserem eigenen Modell aus Suchdaten und Naturbeobachtungen
Saisonale Aktivität
Entwicklung über die Jahre
Praxiswissen
Bedeutung, Schäden & Prävention
Cotesia glomerata ist als parasitisch lebende Hautflüglerart ein wichtiger Nützling in der biologischen Regulation von schädlichen Schmetterlingsraupen, insbesondere des Großen Kohlweißlings (Pieris brassicae) und des Kleinen Kohlweißlings (Pieris rapae).1 Die Art agiert als gregärer koinobionter Endoparasitoid, dessen Weibchen Eier in die Wirtsraupen ablegen.12 Durch die Parasitierung können erhebliche Populationsdicken des landwirtschaftlichen Schädlings stark vermindert werden, wobei Parasitierungsraten je nach Studie zwischen 5 % und 95 %, in Einzelfällen sogar bis zu 100 % erreicht werden.1 Das Schadpotenzial der Wespe für Kulturpflanzen ist nicht vorhanden, da sie als Imago ausschließlich als Nützling im Bereich der Schädlingsregulierung wirkt. Dennoch kann die gezielte Einführung der Art in neue ökologische Systeme problematisch sein, da sie dort zum Rückgang einheimischer, verwandter Weißlingsarten wie Pieris napi subsp. oleracea in Nordamerika oder des endemischen Pieris cheiranthi auf den Kanarischen Inseln geführt hat.1 Präventions- oder Bekämpfungsmaßnahmen gegen Cotesia glomerata sind im Rahmen des Pflanzenschutzes nicht erforderlich, da die Art nützlich ist. Auf einzelbäuerlicher Ebene lässt sich die Nützlingsaktivität fördern, indem blütenreiche Randstreifen angelegt werden, die erwachsenen Wespen Nahrungsquellen bieten. Monitoring-Methoden im klassischen Sinn existieren für diese nützliche Art nicht, jedoch zeigt das Auftreten auffälliger, zitronengelber bis orangefarbener Seidenkokons neben lethargischen Raupen die Präsenz des Parasitoiden an.1 Chemische Insektizide schädigen Populationen von Cotesia glomerata massiv und sollten daher im Rahmen einer integrierten Schädlingsbekämpfung vermieden werden, um die natürliche Regulationsleistung gegenüber Kohlschädlingen zu erhalten. Rechtliche Aspekte bezüglich einer Meldepflicht oder Quarantäneregelungen bestehen für diese weit verbreitete Art in Europa nicht.1 Belastbare Daten zu gesundheitlichen Risiken oder allergischen Reaktionen beim Menschen durch Cotesia glomerata fehlen, eine medizinische Relevanz ist nicht gegeben.
Praxiswissen
Wirtschaftliche Bedeutung
Cotesia glomerata entfaltet als parasitoidischer Nützling eine bedeutende wirtschaftliche Wirkung im Bereich der landwirtschaftlichen Pflanzenproduktion, da sie als Hauptparasitoid des als Schädling geltenden Großen Kohlweißlings (Pieris brassicae) auftritt. Durch die Parasitierung der Wirtsraupen kann die Art die Populationsdichte des Schädlingseinflusses stark vermindern und somit Ernteausfälle im Kulturpflanzenanbau reduzieren. In verschiedenen Studien wurden Parasitierungsraten der Kohlweißlingsraupen zwischen 5 % und 95 % nachgewiesen, wobei in einer deutschen Untersuchung sogar eine vollständige Parasitierung von 100 % der Weißlingsraupen dokumentiert wurde. Die Wespenart befällt neben dem Hauptwirt auch weitere Arten wie den Kleinen Kohlweißling (Pieris rapae), der ebenfalls als Schädling an Kreuzblütlern in Erscheinung tritt. Aufgrund dieser Eigenschaften wurde Cotesia glomerata gezielt zur biologischen Schädlingsbekämpfung in Regionen wie Nordamerika eingeführt.1 Diese gezielten Ansiedlungen blieben jedoch nicht ohne ökologische Nebenwirkungen für die heimische Fauna. So wird die Art auf den Kanarischen Inseln als ernste Bedrohung für den endemischen Weißling Pieris cheiranthi eingestuft.1 Auch in Nordamerika führte die Einführung zum starken Rückgang einer einheimischen, verwandten Weißlingsunterart (Pieris napi subsp. oleracea). Ein ähnlicher negativer Einfluss wird zudem für Pieris virginiensis befürchtet. Wirtschaftliche Schäden an Materialien, im Bauwesen oder der Forstwirtschaft sind für Cotesia glomerata nicht bekannt, da der Wirkungsbereich auf die Regulation herbivorer Schmetterlingslarven beschränkt ist. Belastbare monetäre Bezifferungen von Bekämpfungskosten oder exakte Schadenssummen in der kommerziellen Landwirtschaft fehlen in der aktuellen Datenlage weitgehend.1
Nachweise
Quellen & Referenzen
- de.wikipedia.org/wiki/Kohlwei%C3%9Flings-Schlupfwespe
- gbif.org/species/1257656
- Literaturzusammenfassung: Cotesia glomerata