Milben loswerden: Arten, Ursachen und die richtige Strategie
Milben sind Spinnentiere, keine Insekten, und es gibt sehr viele Arten. Im Haushalt begegnen dir vor allem vier Gruppen: Hausstaubmilben im Bett, Grasmilben nach dem Spaziergang, Rote Vogelmilben im Hühnerstall und Spinnmilben an Pflanzen. Jede Gruppe braucht eine andere Strategie. Dieser Text hilft dir bei der Zuordnung und führt dich zur passenden Unterseite.
So erkennst du, welche Milbe es ist
Die meisten Milben sind mit bloßem Auge kaum zu sehen. Hilfreich sind eine Lupe, weißes Klebeband an Sitzstangen, helles Papier zum Ausbürsten des Fells und die Frage, wann die Beschwerden auftreten: nachts im Bett, nach dem Spaziergang, im Stall oder an der Pflanze. Im Zweifel lass eine Probe bestimmen, bevor du ein Mittel kaufst.
Ursachen: Wo Milben sich wohlfühlen
Hausstaub- und Mehlmilben brauchen feuchte Luft. Unter etwa 60 % relativer Luftfeuchte vermehren sie sich kaum. Spinnmilben mögen es dagegen warm und trocken, etwa an Pflanzen über der Heizung. Rote Vogelmilben verstecken sich tagsüber in Ritzen von Stall und Nistkasten und kommen nur nachts zum Blutsaugen. Grasmilben gibt es vor allem im Spätsommer und Herbst in Wiesen und Gärten, und nur ihre Larven befallen Tier und Mensch. Fast immer gilt: Der Ort, an dem die Beschwerden auftreten, verrät die Art.
Hausstaubmilben: Matratze, Sofa und Textilien
Die Hausstaubmilbe sticht und beißt nicht. Beschwerden löst vor allem ihr Kot aus. Wichtig ist daher, Milben und Kot von dir fernzuhalten.
- Bettwäsche, Kissen und Decken bei 60 °C waschen.
- Die Matratze in einen milbendichten Bezug (Encasing) stecken.
- Was nicht heiß gewaschen werden kann, verpackt mindestens zwei Tage bei −18 °C einfrieren und danach waschen oder ausklopfen.
- Ein Textilspray wie das Milbenspray für Matratzen und Textil enthält laut Produktdaten 0,2 g Geraniol pro 100 ml. Es umschließt Milben und Kot mit einem Film, den du anschließend absaugst. Weitere Mittel zeigt die Kollektion Milbensprays.
Eine Übersicht zu Maßnahmen im Schlafzimmer findest du unter Hausstaubmilben bekämpfen. Bei Allergie-Beschwerden sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Milben bei Haustieren: Grasmilben und Hautprobleme
Orangerote Pünktchen zwischen den Zehen, an Ohrrändern oder am Bauch sind meist Grasmilben-Larven. Ein Repellent wie Grasmilben Ex für Hund und Katze (0,2 g Geraniol pro 100 ml) wird vor dem Spaziergang auf das Fell und auf Liegeplätze gesprüht. Es vertreibt die Milben, behandelt aber keine Hauterkrankung. Kahle Stellen, Krusten, entzündete Haut oder ständiges Kopfschütteln gehören in die Tierarztpraxis. Spezielle Hinweise findest du für Katzen, Hunde, Kaninchen, Pferde und Kanarienvögel.
Rote Vogelmilben und Spinnmilben: Nützlinge statt Spray
Die Rote Vogelmilbe sitzt tagsüber in Ritzen, nicht auf dem Huhn. Mit weißem Klebeband an Sitzstangen kannst du sie nachweisen. Raubmilben gegen Rote Vogelmilben sind bodenlebende Nützlinge, die du auf Stallboden, Nester und Sitzstangen streust. Alles dazu: Rote Vogelmilbe bekämpfen.
Bei Spinnmilben an Zimmer- und Gartenpflanzen helfen Raubmilben (Phytoseiulus persimilis). Eine Einheit reicht laut Produktdaten für etwa 5 m² Pflanzenfläche. Setze sie bei 18 bis 25 °C ein und nutze mindestens sechs Wochen vorher keine chemischen Pflanzenschutzmittel. Auch Hausmittel werden gefragt, siehe Spinnmilben bekämpfen: Hausmittel im Check sowie die Kollektion Mittel gegen Spinnmilben.
Mehlmilben in der Küche
Staubig wirkendes, süßlich riechendes Mehl deutet auf Vorratsmilben hin. Befallene Vorräte werden entsorgt, der Schrank wird gereinigt und trocken gehalten. Mehr dazu: Mehlmilben erkennen und bekämpfen.
Typische Fehler
Verbreitet ist, die Art zu raten und dann das falsche Mittel einzusetzen. Ebenso häufig: Nützlinge und chemische Mittel gleichzeitig verwenden, Hautprobleme beim Tier selbst behandeln oder nach einer Anwendung nicht kontrollieren. Prüfe nach ein bis zwei Wochen erneut und wiederhole je nach Etikett.
Vorbeugen
- Luftfeuchte im Schlafzimmer mit einem Hygrometer im Blick behalten und stoßlüften.
- Bettwäsche, Decken und Tierdecken regelmäßig heiß waschen.
- Vorräte trocken und gut verschlossen lagern.
- Im Stall Ritzen sauber halten und Klebeband-Kontrollen an Sitzstangen beibehalten.
- Pflanzen nicht direkt über die Heizung stellen und Blattunterseiten gelegentlich mit der Lupe prüfen.
Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.