- Die Fühlerkolbenspitze des Kleinen Schillerfalters ist mindestens zu einem Viertel gelbbraun gefärbt, während sie beim Großen Schillerfalter höchstens an der äußersten Spitze diese Färbung aufweist.
- Die Flügelunterseite des Kleinen Schillerfalters ist im Vergleich zum Großen Schillerfalter weniger kontrastreich und zeigt eine eher verwaschene, gelbbraune Tönung.3
- Neben der häufigeren Nominatform mit weißer Querbinde (f. ilia) existiert eine rötliche Morphe namens f. clytie.
- Sowohl die Nominatform als auch die rötliche Variante können als dunkle Morphen auftreten, bei denen die hellen Flügelanteile stark reduziert sind.
- Entgegen früheren Vermutungen stellen auch schnellwüchsige Balsam-Pappel-Hybriden mit lederartig dicken Blättern keine Gefährdung dar, da diese trotz ihrer Beschaffenheit von den Raupen angenommen werden.3
Kleiner Schillerfalter Apatura ilia
KI-generierte Illustration (keine Fotografie)
Klassifikation
Taxonomie
- Reich
- Tiere (Animalia)
- Stamm
- Gliederfüßer (Arthropoda)
- Klasse
- Insekten (Insecta)
- Ordnung
- Schmetterlinge (Lepidoptera)
- Familie
- Nymphalidae
- Gattung
- Apatura
Überblick
Einleitung
Der Kleine Schillerfalter (Apatura ilia) ist ein Schmetterling aus der Familie der Edelfalter (Nymphalidae) und gehört zur Gattung Apatura. Gelegentlich wird die Art auch als Espen-Schillerfalter bezeichnet. Er ähnelt stark dem Großen Schillerfalter (Apatura iris) sowie dem Östlichen Schillerfalter (Apatura metis), lässt sich von diesen jedoch unter anderem durch einen rötlich gefassten dunklen Fleck auf der Vorderflügel-Oberseite sowie spezifische Merkmale an den Fühlerkolben abgrenzen.1
Auf einen Blick
Fakten (kompakt)
Kleiner Schillerfalter Bilder und Fotos von echten Sichtungen
Erkennen
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Der Kleine Schillerfalter (Apatura ilia) ist ein tagaktiver Schmetterling aus der Familie der Edelfalter, der eine Flügelspannweite von 55 bis 60 Millimetern erreicht. Männliche Imagines zeigen auf der Flügeloberseite dorsal bläulich schillernde Strukturfarben. Auf der Vorderflügel-Oberseite besitzt die Art einen charakteristischen, ringförmig rötlich gefassten dunklen Fleck. Zudem sind die Vorderflügel proportional etwas kürzer und laufen weniger spitz zu als beim Großen Schillerfalter. Die Hinterflügel-Oberseite trägt basisnah eine helle Querbinde sowie außenhin einen kleineren augenförmigen Fleck. Ein weiteres Bestimmungsmerkmal ist der Fühlerkolben, dessen Spitze mindestens zu einem Viertel gelbbraun gefärbt ist. Die Flügelunterseite unterscheidet sich durch eine wenig kontrastreiche, verwaschene gelbbraune Tönung. Die Art tritt in unterschiedlichen Morphen auf, darunter die häufigere Form ilia mit weißer Querbinde sowie die rötliche Variante clytie. Beide Formen kommen zudem als dunkle Varianten mit stark reduzierten hellen Flächen vor. Die frisch abgelegten Eier weisen eine gräuliche Färbung auf und nehmen kurz darauf die Farbe des Blattes an. Belastbare morphologische Detaildaten zu Larvenstadien, Puppen sowie feineren Kopf- und Thoraxstrukturen fehlen in der aktuellen Datenlage. Zur Unterscheidung dient vor allem der Große Schillerfalter (Apatura iris), bei dem der rötlich gefasste Vorderflügelfleck fehlt und die Ventralseite eine kräftig kontrastierende kastanienbraun-weiße Färbung aufweist.1
Porträt
Beschreibung
Der Kleine Schillerfalter (Apatura ilia) ist ein ökologisch anspruchsvoller Tagfalter aus der Familie der Edelfalter, der durch seine namensgebenden, bläulich schillernden Strukturfarben auf der Flügeloberseite auffällt. Seinen wissenschaftlichen Artnamen verdankt er Ilia, der Mutter von Romulus und Remus aus der römischen Mythologie.1 Im natürlichen Lebensraum zeigt die Art eine Präferenz für lichte Laubwälder, bewaldete Flusstäler und Waldschneisen, wo sie sich bevorzugt in Höhenlagen zwischen 300 und 1300 Metern bewegt.12 Bei einer Flügelspannweite von 55 bis 60 Millimetern ähnelt die Art stark dem Großen Schillerfalter (Apatura iris), unterscheidet sich von diesem jedoch unter anderem durch einen ringförmig rötlich gefassten dunklen Fleck auf der Vorderflügel-Oberseite. Zudem weist die Spitze des Fühlerkolbens beim Kleinen Schillerfalter mindestens zu einem Viertel eine gelbbraune Färbung auf. Ein weiteres charakteristisches Erkennungsmerkmal im Feld ist die wenig kontrastreiche, verwaschene gelbbraune Unterseite der Flügel.1 Die Art tritt in verschiedenen Morphen auf, darunter die häufige Form f. ilia mit weißer Querbinde sowie die rötliche Variante f. clytie, wobei beide Formen auch als dunkle Varianten vorkommen können. Hinsichtlich der Nahrungsaufnahme zeigen die Geschlechter ein unterschiedliches Verhalten: Männchen werden von stark riechenden Substanzen wie Exkrementen oder Aas angezogen, um dort Mineralien aufzunehmen, während Weibchen kohlenhydratreiche Quellen wie Honigtau von Blattläusen oder überreife Früchte aufsuchen. Nach der Paarung legen die Weibchen ihre zunächst gräulichen Eier auf der Blattoberseite von Futterpflanzen ab, zu denen vor allem Zitterpappeln, Silber-Pappeln, Schwarz-Pappeln sowie diverse Hybridpappeln und Weidenarten gehören. Die Raupen zeichnen sich durch eine perfekte Tarnfärbung aus und machen im Laufe ihrer Entwicklung eine Anpassung an die Rindenstruktur durch, indem sie zur Überwinterung an den Zweigspitzen oder Knospen eine graue Rindenfärbung annehmen und sich eng an den Zweig anschmiegen. Je nach klimatischen Bedingungen fliegt die Art in Mitteleuropa in einer oder zwei Generationen von Juni bis Juli sowie von August bis September. Die Gefährdung der Art resultiert primär aus anthropogenen Einflusstendenzen wie der Abholzung von Auenwäldern sowie der Entfernung von Pappeln und Weiden an Waldwegen.1
Systematik
Name & Einordnung
Der Kleine Schillerfalter (Apatura ilia) ist ein Tagfalter aus der Familie der Edelfalter (Nymphalidae) innerhalb der Ordnung der Schmetterlinge (Lepidoptera). Das Artepitheton leitet sich von Ilia ab, der Mutter von Romulus und Remus aus der römischen Mythologie. Im deutschen Sprachraum ist die Art neben dem Hauptnamen Kleiner Schillerfalter gelegentlich auch als Espen-Schillerfalter bekannt.1 Belastbare Angaben zur exakten historischen Erstbeschreibung sowie zu Synonymen und historischen Kombinationen liegen in den verfügbaren Daten nicht vor. Ebenso fehlen in der aktuellen Quellenfassungen strukturierte Angaben zu internationalen Trivialnamen im englischen oder französischen Sprachraum.1
Lebensweise
Biologie & Lebenszyklus
Die Fortpflanzungsbiologie des Kleinen Schillerfalters (Apatura ilia) ist eng an die Verfügbarkeit spezifischer Mineralien und Nährquellen gekoppelt. Nach der Paarung legen die Weibchen die Eier einzeln auf der Blattoberseite der Futterpflanzen ab. Frisch abgelegte Eier sind gräulich gefärbt und nehmen kurz darauf die Farbe des Espenblattes an.1 Als Wirtspflanzen der oligophagen Raupen dienen vor allem Weidengewächse (Salicaceae) wie Zitterpappel (Populus tremula), Silber-Pappel (Populus alba), Schwarz-Pappel (Populus nigra) sowie verschiedene Hybridpappeln und Weidenarten.12 Auch bei lederartig dicken Blättern von Balsam-Pappel-Hybriden ist eine erfolgreiche Eiablage und Raupenernährung belegt.1 Die Raupen überwintern als Larven – je nach Literaturangabe im 2. bis 4. Stadium – an den Zweigspitzen, in Rindenfurchen oder an Verzweigungen, wobei sie sich eng an den Zweig anschmiegen und eine Tarnfärbung in Rindengrau annehmen.12 Der Anteil vertrockneter Überwinterer ist in Freilandpopulationen recht hoch. Bezüglich der Flugzeit tritt die Art in Mitteleuropa in einer bis zwei Generationen von Juni bis Juli sowie von August bis September auf, wobei eine zweite Generation an klimatisch sehr günstige Bedingungen geknüpft ist. Die Imagines zeigen eine ausgeprägte Diätverschiedenheit zwischen den Geschlechtern: Männchen nehmen an Exkrementen oder Aas mineralstrebende Flüssigkeiten auf, um ihre Fortpflanzungsfähigkeit zu sichern, während Weibchen kohlenhydratreiche Nahrung wie Honigtau oder überreife Früchte aufsuchen.1 Blüten werden von beiden Geschlechtern nicht besucht.2 Zu den wesentlichen Mortalitätsfaktoren im Freiland zählen neben dem Habitatverlust durch die Ausholzung von Auenwäldern auch Prädatoren wie überreiche raupenfressende Vögel, insbesondere Meisen.1
Lebensweise
Verhalten
Der Kleine Schillerfalter (Apatura ilia) zeigt geschlechtsspezifische Verhaltensweisen bei der Nahrungsaufnahme und Aktivität, wobei Männchen aktiv an stark riechenden Substanzen wie Exkrementen oder Aas Mineralien aufsaugen, um ihre Fortpflanzungsfähigkeit zu erreichen. Weibchen sind demgegenüber weniger aktiv, meiden diese Substanzen und suchen stattdessen nach kohlenhydrathaltiger Nahrung wie Honigtau von Blattläusen oder überreifem Obst.1 Beide Geschlechter besuchen im Gegensatz zu vielen anderen Tagfaltern niemals Blüten.2 Zur Aufnahme von Mineralien sitzen Männchen häufig dicht beieinander an feuchten Pfützen oder Kotstellen, wobei sie gelegentlich gemeinsam mit dem Großen Schillerfalter angetroffen werden. Die Eiablage erfolgt durch die Weibchen auf der Blattoberseite der jeweiligen Futterpflanzen, wobei neben heimischen Pappel- und Weidenarten auch Schwarz- und Balsam-Pappel-Hybriden belegt werden. Für die Überwinterung passen sich die Raupen durch eine graue Tarnfärbung an die Rinde an und schmiegen sich eng an Zweigspitzen oder Knospen an.1
Lebensweise
Ökologie
Der Kleine Schillerfalter (Apatura ilia) besiedelt als charakteristischer Bewohner von Laubwäldern Lichtungen, Schneisen, Ziehwege sowie bewaldete Flusstäler und Flussufer in Höhenlagen zwischen 300 und 1300 Metern. Die Raupen ernähren sich oligophag von verschiedenen Pappel- und Weidenarten aus der Familie der Salicaceae, darunter die Zitterpappel (Populus tremula), Silber-Pappel (Populus alba), Schwarz-Pappel (Populus nigra) sowie diverse Hybridpappeln und die Salweide (Salix caprea). Bei der Überwinterung passen sich die Raupen durch eine Graufärbung an die Rinde an und verharren eng an Zweigspitzen oder Knospen, wobei ein recht hoher Anteil der Tiere vertrocknet. Bezüglich der Nahrungsaufnahme zeigen die Geschlechter unterschiedliche Präferenzen: Männchen suchen mineralienreiche Substanzen wie Exkremente oder Aas auf, um die für die Fortpflanzung benötigten Nährstoffe aufzunehmen, während Weibchen kohlenhydratreiche Quellen wie den Honigtau von Blattläusen oder überreife Früchte nutzen. Natürliche Verluste entstehen unter anderem durch raupenfressende Vögel wie Meisen, deren Überpopulationen zu einem starken Rückgang des Bestandes führen können. Darüber hinaus gefährden anthropogene Eingriffe wie die Abholzung von Auenwäldern sowie das Ausholzen von Pappeln und Weiden an Waldwegen und inneren Waldsäumen die Art.1
Verbreitung
Vorkommen & Lebensraum
Der Kleine Schillerfalter (Apatura ilia) ist in der paläarktischen Region von den Pyrenäen über Mittel- und Osteuropa bis nach Zentralasien, China und Korea verbreitet.12 In Europa reicht sein natürliches Verbreitungsgebiet von Nordportugal und Nordspanien über die Pyrenäen bis nach Lettland, auf den Balkan sowie nach Nordwest-Griechenland. Die Art fehlt dagegen in Großbritannien, im westlichen Norddeutschland, in Polen, Fennoskandinavien und Süditalien. Im deutschsprachigen Raum ist Apatura ilia lückenhaft verbreitet und gilt in der Roten Bundesliste in die Gefährdungskategorie 3 eingestuft. Die Vertikalverbreitung erstreckt sich überwiegend in Höhenlagen zwischen 300 und 1300 Metern über dem Meeresspiegel. Als typische natürliche Habitate besiedelt der Tagfalter vor allem Lichtungen, Schneisen und Ziehwege in Laubwäldern. Darüber hinaus werden bewaldete Flusstäler und Flussufer mit Vorkommen der Silberweide (Salix alba) als Lebensräume genutzt.1 Die trophietypischen Wirtspflanzen der Raupen umfassen verschiedene Pappel- und Weidenarten der Familie der Salicaceae, darunter die Zitterpappel (Populus tremula), Schwarz-Pappel (Populus nigra) und Silber-Pappel (Populus alba).12 In jüngerer Zeit spielen zudem Schwarz- und Balsam-Pappel-Hybriden eine wachsende Rolle bei der Eiablage.1 Das Vorkommen beschränkt sich streng auf waldgeprägte Biotope, während Siedlungsbereiche oder Offenlandbiotope als Lebensraum nicht genutzt werden.2 Die Bestände sind vor allem durch die großflächige Abholzung von Auenwäldern sowie die Entnahme von Pappeln und Weiden an Waldrändern gefährdet.1
Verbreitung
Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland
Sichtungen
Community-Analyse
Jahresverlauf
Saisonalität & Aktivität
Apatura ilia fliegt in Mitteleuropa in einer Generation von Juni bis Juli, wobei unter sehr günstigen klimatischen Bedingungen eine zweite Generation von August bis September ausgebildet werden kann.1 In anderen Teilen des Verbreitungsgebietes wird die Art als univoltin beschrieben, wobei die Flugzeit der Imagines von spätem Juni bis Mitte August reicht. Die Imagines zeigen eine tagaktive Lebensweise und sind vor allem in den warmen Stunden des Tages aktiv.2 Männchen werden häufig an feuchten Bodenstellen, Waldwegen oder Bäumen angetroffen, wo sie Mineralien aufsaugen. Im Gegensatz dazu sind Weibchen weniger aktiv und seltener zu beobachten, da sie eher kohlenhydrathaltige Nahrung wie Honigtau oder überreife Früchte aufsuchen.12 Das öffentliche Suchinteresse spiegelt diese Aktivitätsphase der Imagines wider und erreicht seine jährlichen Höhepunkte in den Monaten Juni und Juli.1 Nach der Paarung und Eiablage im Sommer erfolgt die Entwicklung der Larven, welche als Raupen überwintern. Zur Überwinterung nehmen die Raupen eine Tarnfärbung an und ziehen sich an die Zweigspitzen oder in Rindenfurchen sowie an Verzweigungen der Futterpflanzen zurück.12 Ein hoher Anteil der Tiere vertrocknet während dieser Winterruhe.1 Belastbare Daten zur genauen Temperaturabhängigkeit der Aktivität über standardisierte Messreihen fehlen bisher in der wissenschaftlichen Literatur.
Jahresverlauf
Saisonalität und Nachfragetrend
Basierend auf dem Silberkraft TrendIndex – unserem eigenen Modell aus Suchdaten und Naturbeobachtungen
Saisonale Aktivität
Entwicklung über die Jahre
Praxiswissen
Bedeutung, Schäden & Prävention
Der Kleine Schillerfalter (Apatura ilia) ist weder ein Schädling noch ein Lästling, sondern ein in Mitteleuropa heimischer Tagfalter aus der Familie der Edelfalter (Nymphalidae). Das Schadpotenzial der Art ist ökonomisch und ökologisch zu vernachlässigen, da weder die Raupen noch die Imagines nennenswerte Schäden an Forstkulturen oder Gehölzen verursachen. Medizinische oder gesundheitliche Relevanzen wie Allergien oder Vektoreigenschaften sind für Apatura ilia nicht bekannt. Präventions- oder Bekämpfungsmaßnahmen sind folglich weder erforderlich noch im Sinne des Artenschutzes zulässig. Belastbare Daten zu spezifischen Monitoring-Methoden oder chemischen Interventionen fehlen, da die Art als nicht schädlich eingestuft wird. In vielen Regionen Europas gilt der Kleine Schillerfalter vielmehr als gefährdet und ist auf den Roten Listen verzeichnet. Zu den wesentlichen Gefährdungsursachen zählen die großflächige Abholzung von Auenwäldern sowie die Entnahme von Pappeln und Weiden an Waldwegen und inneren Waldsäumen. Natürliche Populationsrückgänge werden zudem durch raupenfressende Vögel wie Meisen bei Überpopulationen begünstigt. Rechtliche Schutzaspekte ergeben sich aus der Gefährdungssituation und dem Status in den Roten Listen der Bundesrepublik Deutschland sowie einzelner Bundesländer. Integrierte Schutzkonzepte fokussieren sich daher primär auf den Erhalt und die Pflege der natürlichen Habitate wie Laubwälder und Flussauen. Dazu gehört der Schutz von Futterpflanzen wie Zitterpappel, Silber-Pappel und verschiedenen Weidenarten an Waldrändern. Spezifische Quarantänebestimmungen oder Meldepflichten existieren für diese Art nicht.
Nachweise
Quellen & Referenzen
- de.wikipedia.org/wiki/Kleiner_Schillerfalter
- gbif.org/species/8138711
- Literaturzusammenfassung: Apatura ilia