- Die Raupen erreichen eine maximale Körperlänge von etwa 27 mm.
- Die Oberseite der Raupen ist hellgrün bis mattgrün gefärbt, während die Unterseite rotbraun bis grauviolett erscheint.
- Entlang der Körperseite verläuft eine weiße Linie, die die farblichen Bereiche der Raupenunter- und -oberseite trennt.
- Auf dem Rücken der Raupen befinden sich zahlreiche, unterschiedlich große und paarweise angeordnete braune Dornen.
- Die Grundfarbe der Flügelunterseiten ist rostbraun.
- Auf den Hinterflügeln schließt die breite weiße Binde einen schmalen rostbraunen Streifen zwischen sich und dem ausgedehnt weiß gefärbten Basalfeld ein.
- Am Innenrand läuft die weiße Zeichnung der Hinterflügelunterseite spitz zu, da sich die beiden weißen Bereiche dort berühren.
- Zwischen Postdiskal- und Submarginalregion der Hinterflügelunterseite verläuft eine einzelne Reihe dunkler Punkte parallel zum Außenrand.
- Die Vorderflügelunterseite weist am Vorderrand drei weiße Flecken auf, von denen der mittlere deutlich größer als die anderen beiden ist.
- Der Körper der Falter ist auf der Unterseite weiß und auf der Oberseite dunkel gefärbt.
- Auf den Vorderflügeln befindet sich ein einzelner weißer Fleck etwas abseits zwischen Basal- und Diskalregion nahe dem Flügelvorderrand.
- Entlang dem Außenrand beider Flügel verläuft eine charakteristische Reihe kleiner blauer Flecken.
- Zu den genutzten Raupenfutterpflanzen zählen neben anderen Arten auch das Waldgeißblatt (Lonicera periclymenum), Lonicera etrusca, das Windende Geißblatt (Lonicera implexa), die Alpen-Heckenkirsche (Lonicera alpigena) sowie Lonicera nummulariifolia.3
Kleiner Eisvogel Limenitis reducta
KI-generierte Illustration (keine Fotografie)
Klassifikation
Taxonomie
- Reich
- Tiere (Animalia)
- Stamm
- Gliederfüßer (Arthropoda)
- Klasse
- Insekten (Insecta)
- Ordnung
- Schmetterlinge (Lepidoptera)
- Familie
- Nymphalidae
- Gattung
- Limenitis
Überblick
Einleitung
Der Blauschwarze Eisvogel (Limenitis reducta) ist ein Schmetterling aus der Familie der Edelfalter (Nymphalidae). Die Art ist in Süd- und Mitteleuropa, der Türkei, dem Nahen Osten bis in den Westen des Iran und am Kaukasus verbreitet. In Deutschland kommt die Art selten vor und wird in der Roten Liste als stark gefährdet geführt.1
Auf einen Blick
Fakten (kompakt)
Kleiner Eisvogel Bilder und Fotos von echten Sichtungen
Erkennen
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Der Blauschwarze Eisvogel (Limenitis reducta) ist ein auffälliger Tagfalter aus der Familie der Edelfalter. Die Falter erreichen eine Flügelspannweite von 45 bis 50 mm. Die Grundfärbung der Flügeloberseiten ist schwarz und zeigt im Gegensatz zu ähnlichen Arten einen charakteristischen Blauschimmer. Auf den Flügeln verläuft eine breite Binde aus weißen Flecken, die bei geöffneten Flügeln einen nach vorne geöffneten Halbkreis über beide Flügelpaare bildet. Die Vorderflügel tragen eine Binde aus einigen weißen Flecken, die schwächer als beim Kleinen Eisvogel (Limenitis camilla) ausgebildet sind. Ein weißer Fleck befindet sich etwas abseits zwischen der Basal- und Diskalregion nahe dem Flügelvorderrand, während entlang des Außenrandes eine Reihe kleiner blauer Flecken verläuft. Die Flügelunterseiten besitzen eine rostbraune Grundfarbe mit einem ausgedehnt weiß gefärbten Basalfeld auf den Hinterflügeln. Der Körper der Falter ist auf der Unterseite weiß und auf der Oberseite dunkel gefärbt. Die Raupen erreichen eine Länge von etwa 27 mm. Sie sind auf der Oberseite hellgrün bis mattgrün und auf der Unterseite rotbraun bis grauviolett gefärbt, getrennt durch eine seitliche weiße Linie. Auf dem Rücken tragen die Raupen zahlreiche, paarweise angeordnete, braune und unterschiedlich große Dornen. Die kugeligen und stacheligen Eier werden einzeln auf den Blattoberseiten abgelegt. Die einfarbig graue Stürzpuppe trägt am Rücken einen und auf der Kopfseite zwei weitere stummelförmige Fortsätze, besitzt jedoch keine metallischen Flecken. Zur präzisen Abgrenzung dienen insbesondere der Blauschimmer der Flügeloberseiten, der abseits liegende weiße Fleck nahe dem Vorderand sowie die blaue Fleckenreihe am Außenrand, die ihn vom Kleinen Eisvogel (Limenitis camilla) und dem Schwarzen Trauerfalter (Neptis rivularis) unterscheiden.1
Porträt
Beschreibung
Der Blauschwarze Eisvogel (Limenitis reducta) ist ein Tagfalter aus der Familie der Edelfalter (Nymphalidae) und besiedelt vor allem temperaturbegünstigte, sonnige Waldränder und -lichtungen. Die Falter erreichen eine Flügelspannweite von 45 bis 50 mm und zeigen auf der schwarz gefärbten Flügeloberseite einen charakteristischen Blauschimmer. Im natürlichen Lebensraum fällt die Art durch eine breite weiße Binde auf, die bei geöffneten Flügeln einen nach vorne geöffneten Halbkreis bildet. Im Gegensatz zum ähnlichen Kleinen Eisvogel (Limenitis camilla) besitzt die Art einen abseits gelegenen weißen Fleck nahe dem Vorderand sowie eine Reihe kleiner blauer Flecken entlang dem Außenrand. Die Unterseite der Flügel ist rostbraun gefärbt und weist ein ausgedehnt weiß gefärbtes Basalfeld auf den Hinterflügeln auf. Der Körper der Falter ist auf der Unterseite weiß und auf der Oberseite dunkel gefärbt. Die Art ist in Süd- und Mitteleuropa, der Türkei, dem Nahen Osten bis in den Westen des Iran und am Kaukasus verbreitet und kommt von Meeresniveau bis in Höhen von etwa 1.650 m vor. Je nach Region variiert der Entwicklungszyklus, wobei im Norden des Verbreitungsgebietes eine Generation von Mitte Juni bis Anfang August fliegt, während im Mittelmeerraum zwei Generationen von Mitte Mai bis Juni und von Mitte Juli bis August auftreten. Die Raupen ernähren sich oligophag von verschiedenen Heckenkirschenarten (Lonicera). Die Weibchen legen ihre kugeligen und stacheligen Eier einzeln auf den Blattoberseiten der Futterpflanzen ab. In ihrer Entwicklung zeigen die Raupen eine Spezialisierung auf warme, sonnige Standorte. Sie fressen zunächst die Blattspitze beidseits der Mittelrippe ab und nutzen diese als Ansitzplatz, wobei die Rippe durch Kot sogar verlängert wird. Am Ende des Sommers fertigt die junge Raupe aus einem Blatt und Seide ein sogenanntes Hibernarium an, in dem die Überwinterung stattfindet. Die etwa 27 mm langen Raupen sind auf der Oberseite hellgrün bis mattgrün und auf der Unterseite rotbraun bis grauviolett gefärbt, getrennt durch eine weiße Seitenlinie, und tragen zahlreiche paarweise angeordnete braune Dornen auf dem Rücken. Die einfarbig graue Stürzpuppe besitzt charakteristische stummelförmige Fortsätze auf dem Rücken und der Kopfseite, unterscheidet sich jedoch von Limenitis camilla durch das Fehlen metallischer Flecken. In Deutschland gilt die Art als stark gefährdet und steht in der Roten Kategorie 2.1
Systematik
Name & Einordnung
Der Blauschwarze Eisvogel wird wissenschaftlich als Limenitis reducta geführt und gehört innerhalb der Ordnung der Schmetterlinge zur Familie der Edelfalter (Nymphalidae). Als deutscher Trivialname ist neben Blauschwarzer Eisvogel teilweise auch die Bezeichnung Kleiner Eisvogel gebräuchlich, wobei letzterer primär für die nah verwandte Art Limenitis camilla verwendet wird. Als taxonomisches Synonym zu Limenitis reducta ist in der wissenschaftlichen Literatur Limenitis anonyma Lewis, 1872 bekannt. Die Art ist in Süd- und Mitteleuropa, der Türkei, dem Nahen Osten bis in den Westen des Iran sowie am Kaukasus verbreitet. Belastbare historische Details zur genauen Erstbeschreibung oder Etymologie fehlen in den Standardquellen weitgehend. Die Zuordnung zur Gattung Limenitis ist etabliert, während frühere oder alternative Gattungskombinationen in den vorliegenden Daten nicht näher differenziert sind.1
Lebensweise
Biologie & Lebenszyklus
Der Lebenszyklus von Limenitis reducta ist eng an temperaturbegünstigte Standorte und das Vorkommen spezifischer Wirtspflanzen angepasst. Im nördlichen Teil des Verbreitungsgebietes fliegt die Art in einer Generation von Mitte Juni bis Anfang August, während im Mittelmeerraum zwei Generationen von Mitte Mai bis Juni sowie von Mitte Juli bis August ausgebildet werden.1 Die imaginalen Falter treten als tagaktive Bestäuber auf.2 Nach der Paarung legen die Weibchen ihre kugeligen und stacheligen Eier einzeln auf den Blattoberseiten der Raupenfutterpflanzen ab. Als oligophage Arten nutzen die Raupen verschiedene Heckenkirschenarten (Lonicera) als Nahrungssubstrat. Zu den belegten Wirtspflanzen zählen unter anderem die Rote Heckenkirsche (Lonicera xylosteum), das Gartengeißblatt (Lonicera caprifolium), das Waldgeißblatt (Lonicera periclymenum), Lonicera etrusca, das Windende Geißblatt (Lonicera implexa), die Alpen-Heckenkirsche (Lonicera alpigena) sowie Lonicera nummulariifolia. Die Raupen bevorzugen im Gegensatz zu verwandten Arten stets warme, sonnige Standorte. In frühen Fressphasen konsumieren sie die Blattspitze beidseits der Mittelrippe und nutzen den verbleibenden Teil mitsamt abgelagertem Kot als Ruheplatz. Die Raupen erreichen eine Körperlänge von etwa 27 mm und sind auf der Oberseite hellgrün bis mattgrün sowie unterseits rotbraun bis grauviolett gefärbt, getrennt durch eine weiße Seitenlinie. Auf dem Rücken tragen sie paarweise angeordnete, unterschiedlich große braune Dornen. Am Ende des Sommers konstruiert die junge Larve aus einem Blatt und Seidespinnfäden eine schützende Tüte, das sogenannte Hibernarium.1 In diesem Gehäuse findet die Überwinterung im Larvalstadium statt.12 Nach der Diapause erfolgt die Verpuppung zu einer Stürzpuppe. Die einfarbig graue Puppe besitzt dorsal einen sowie auf der Kopfseite zwei charakteristische stummelförmige Fortsätze, weist jedoch keine metallischen Flecken auf.1 Belastbare quantitative Daten zur genauen Entwicklungsdauer der einzelnen Stadien oder zu spezifischen Mortalitätsfaktoren fehlen in der aktuellen Literaturlage weitgehend.
Lebensweise
Verhalten
Das Verhalten von Limenitis reducta ist stark an temperaturbegünstigte und sonnige Habitate angepasst. Die Weibchen legen ihre kugeligen und stacheligen Eier einzeln auf den Blattoberseiten der Raupenfutterpflanzen ab. Nach dem Schlupf fressen die Raupen zunächst die Blattspitze beidseits der Mittelrippe ab. In den Fresspausen verweilen die Raupen auf dieser Mittelrippe, welche durch abgesetzten Kot sogar verlängert wird. Im Gegensatz zum ähnlichen Kleinen Eisvogel bevorzugen die Raupen von Limenitis reducta konsequent warme, sonnige Standorte statt beschatteter Pflanzen. Am Ende des Sommers konstruiert die junge Raupe aus einem ausgesuchten Blatt und Seide eine schützende Tüte, das sogenannte Hibernarium. In diesem speziellen Gehäuse findet die Überwinterung statt.1
Lebensweise
Ökologie
Der Blauschwarze Eisvogel (Limenitis reducta) besiedelt als thermophiler Tagfalter temperaturbegünstigte, sonnige Waldränder, Lichtungen sowie felsige und grasbewachsene Standorte mit Strauchbewuchs. Die vertikale Verbreitung reicht von Meeresniveau bis in Höhen von etwa 1650 m.1 Adulttiere agieren als Bestäuber, während die oligophagen Raupen ausschließlich als Herbivore an verschiedenen Heckenkirschenarten (Lonicera) fressen.12 Zu den dokumentierten Raupenfutterpflanzen gehören unter anderem die Rote Heckenkirsche (Lonicera xylosteum), das Gartengeißblatt (Lonicera caprifolium), das Waldgeißblatt (Lonicera periclymenum) sowie die Alpen-Heckenkirsche (Lonicera alpigena). Im Gegensatz zu ähnlichen Arten bevorzugen die Raupen von Limenitis reducta stets warme, sonnige Standorte für ihre Entwicklung. Nach dem Fraß an den Blattspitzen konstruieren die jungen Raupen am Ende des Sommers ein Hibernarium aus einem Blatt und Seide, in dem die Überwinterung als Larve erfolgt.1 Das Habitat speist sich primär aus Waldökosystemen, wobei die Art in Deutschland auf der Roten Liste als stark gefährdet geführt wird.12
Verbreitung
Vorkommen & Lebensraum
Der Blauschwarzer Eisvogel (Limenitis reducta) besiedelt ein natürliches Verbreitungsgebiet, das sich von Süd- und Mitteleuropa über die Türkei und den Nahen Osten bis in den Westen des Iran sowie zum Kaukasus erstreckt. Zudem existieren isolierte Vorkommen in der Bretagne und der Normandie. Die Art fehlt weitgehend nördlich von Süddeutschland sowie auf den Balearen, Kreta und der Iberischen Halbinsel mit Ausnahme ihres nördlichen Teils. Vom nördlichen Mittelmeergebiet bis in die Südalpen tritt der Tagfalter häufig auf. Im Gegensatz dazu ist das Vorkommen in Deutschland auf seltene Nachweise beschränkt, weshalb die Art dort auf der Roten Liste als stark gefährdet geführt wird. Die vertikale Verbreitung reicht vom Meeresniveau bis in eine Höhe von etwa 1.650 Metern. Als typischer Lebensraum dienen temperaturbegünstigte, sonnige Waldrandbereiche, Lichtungen sowie felsige und grasbewachsene Standorte mit Strauchbewuchs.1 Aggregierte Beobachtungsdaten bestätigen die starke Bindung an w Waldhabitate.2 Die Raupen sind auf verschiedene Heckenkirschenarten als Wirtspflanzen spezialisiert, darunter die Rote Heckenkirsche (Lonicera xylosteum), das Gartengeißblatt (Lonicera caprifolium) und das Waldgeißblatt (Lonicera periclymenum). Im Gegensatz zum ähnlichen Kleinen Eisvogel besiedeln die Larven des Blauschwarzen Eisvogels stets warme, sonnige Standorte.1
Verbreitung
Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland
Sichtungen
Community-Analyse
Jahresverlauf
Saisonalität & Aktivität
Der Blauschwarze Eisvogel (Limenitis reducta) zeigt eine stark von der geografischen Breitenlage abhängige saisonale Aktivität. Im Norden des Verbreitungsgebietes fliegt der Falter in einer Generation von Mitte Juni bis Anfang August. Im wärmeren Mittelmeerraum ist die Art hingegen bivoltin und bildet zwei Generationen aus, die von Mitte Mai bis Juni sowie von Mitte Juli bis August aktiv sind. Die Raupen schlüpfen im Sommer und durchlaufen ihre frühe Entwicklung an sonnigen Futterpflanzen. Am Ende des Sommers baut die junge Raupe aus einem Blatt und Seide ein sogenanntes Hibernarium, in dem die Überwinterung erfolgt.1 Nach Datenlage überwintert die Art ausschließlich im Larvalstadium.2 Die Verpuppung findet im Frühjahr statt, woraufhin der Zyklus mit dem Schlupf der neuen Faltergeneration von vorn beginnt.1
Jahresverlauf
Saisonalität und Nachfragetrend
Basierend auf dem Silberkraft TrendIndex – unserem eigenen Modell aus Suchdaten und Naturbeobachtungen
Saisonale Aktivität
Entwicklung über die Jahre
Praxiswissen
Bedeutung, Schäden & Prävention
Limenitis reducta ist weder ein Schädling noch ein Lästling, sondern ein geschützter Tagfalter, weshalb keine Bekämpfungsmaßnahmen erforderlich oder zulässig sind. Als phytophager Nützling und Bestäuber erfüllt die Art eine ökologische Funktion in Waldlebensräumen. Schadpotenziale oder typische Schadbilder an Kulturpflanzen existieren nicht, da die Raupen ausschließlich auf Heckenkirschenarten (Lonicera) spezialisiert sind. Medizinische oder gesundheitliche Relevanzen wie Allergien oder Vektoreigenschaften sind für den Menschen nicht bekannt. Befallsanzeichen an den Wirtspflanzen durch die etwa 27 Millimeter langen Raupen beschränken sich auf Fraßspuren an den Blattspitzen sowie eine verlängerte Mittelrippe. Präventions- oder Überwachungsmaßnahmen im Sinne der Schädlingsbekämpfung entfallen, stattdessen steht der Artenschutz im Vordergrund. In Deutschland wird der Blauschwarze Eisvogel in der Roten Liste als stark gefährdet in Kategorie 2 geführt. Die Art besiedelt temperaturbegünstigte, sonnige Waldränder und Lichtungen in Süd- und Mitteleuropa, der Türkei und dem Nahen Osten. Rechtliche Aspekte beschränken sich auf den naturschutzrechtlichen Artenschutz aufgrund der Gefährdungssituation.1
Nachweise
Quellen & Referenzen
- de.wikipedia.org/wiki/Blauschwarzer_Eisvogel
- gbif.org/species/8001799
- Literaturzusammenfassung: Limenitis reducta