Lexikon-Eintrag

Streifen-Graszünsler Crambus lathoniellus

Streifen-Graszünsler (Crambus lathoniellus), KI-Illustration

KI-generierte Illustration (keine Fotografie)

Klassifikation

Taxonomie

Reich
Tiere (Animalia)
Stamm
Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse
Insekten (Insecta)
Ordnung
Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie
Crambidae
Gattung
Crambus

Überblick

Einleitung

Crambus lathoniellus ist ein Kleinschmetterling aus der Familie der Crambidae. Die Art ist in Europa weitverbreitet und besiedelt offene feuchte oder trockene Graslandschaften. Sehr ähnlich ist Crambus pratellus, die sich jedoch durch eine etwas größere Flügelspannweite, schmalere Flügel und einen stumpferen Apex unterscheidet.1

Auf einen Blick

Fakten (kompakt)

  • Die Weibchen von Crambus lathoniellus sind im Durchschnitt noch etwas heller gefärbt als die Männchen.
  • Bei den männlichen Faltern treten verschiedene Farbfomen auf, wie die weißlich oder gelblichweiße forma egregiellus (Rebel, 1915) sowie die ockerfarbenen bis graubraunen Exemplare der forma obscurellus (Mann, 1871).
  • Entlang des Kostalrandes verläuft von der Flügelbasis ausgehend ein weiterer hell gefärbter Längsstrich, der jedoch bereits vor der Flügelmitte endet.
  • Der Saum der Vorderflügel ist zum Vorderrand hin als durchgehende Linie ausgebildet, während er zum Innenrand hin in einzelne Pfeilflecke aufgelöst ist.
  • Die Hinterflügel des Streifen-Graszünslers weisen eine einheitlich braungraue Färbung auf.
  • Die Raupen der Art besitzen eine schmutzigbraune Grundfärbung, einen hellbraunen Kopf sowie einen hell gelblichen oder graubraunen Nackenschild.
  • Nach der Überwinterung verpuppen sich die Raupen im darauffolgenden Frühjahr.
  • Neben der Nominatunterart Crambus lathoniellus lathoniellus wird die im Durchschnitt hellere Unterart Crambus lathoniellus alfacarensis (Staudinger, 1859) unterschieden, die endemisch in Spanien vorkommt.3

Erkennen

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Der Streifen-Graszünsler (Crambus lathoniellus) ist ein kleiner Schmetterling aus der Familie der Crambidae. Die Falter besitzen eine Flügelspannweite von 18 bis 22 mm, selten bis 24 mm, bei einer Vorderflügellänge von 9 bis 10 mm. Die Vorderflügeloberseiten variieren farblich stark zwischen weißlich, gelblichweiß, ockerfarben bis graubraun. Von der Flügelbasis zieht sich ein charakteristischer, weißer Längsstreifen, der an einer schräg verlaufenden dunklen Linie zugespitzt endet. Dieser Längsstreifen weist hinter der Mitte einen nach außen und zum Innenrand gerichteten Zahn auf. Entlang des Kostalrandes verläuft ein weiterer heller Längsstrich, der vor der Flügelmitte endet. Die Hinterflügel des Falters sind braungrau gefärbt. Weibchen sind im Durchschnitt etwas heller gefärbt als die Männchen. In Ruhestaltung rollen die Falter ihre Flügel typischerweise etwas ein. Die Raupen von Crambus lathoniellus sind schmutzigbraun gefärbt. Ihr Kopf weist eine hellbraune Färbung auf, während der Nackenschild hell gelblich oder graubraun gefärbt ist. Sehr ähnlich ist die Art Crambus pratellus, welche jedoch etwas größer ist, schmalere Flügel und einen stumpferen Apex besitzt. Belastbare morphologische Daten zu Eiern und Puppen fehlen in der aktuellen Literatur.1

Porträt

Beschreibung

Crambus lathoniellus nimmt als paläarktisch verbreiteter Kleinschmetterling aus der Familie der Crambidae eine markante ökologische Stellung ein. Die Art zeichnet sich durch eine ausgeprägte Anpassung an offene, sowohl feuchte als auch trockene Graslandschaften aus. Im natürlichen Lebensraum fällt die Art durch ihre frühe Aktivitätsphase im Jahresverlauf auf, da sie als einer der ersten Vertreter ihrer Familie fliegt. Die Falter bilden jährlich eine einzelne Generation aus, deren Flugzeit von Mai bis August währt. Während der tagaktiven Ruhephasen in der Vegetation nehmen die Falter eine charakteristische Haltung ein. Dabei sind die Flügel typischerweise leicht eingerollt, wodurch diagnostische Zeichnungselemente oft verborgen bleiben. Diese Ruhestaltung erschwert die Feldansprache, bietet jedoch einen wirksamen Tarnschutz. Bei Störungen lassen sich die Tiere sehr leicht aus der Vegetation aufscheuchen. Das Erscheinungsbild der Falter variiert farblich zwischen weißlich, gelblichweiß, ockerfarben sowie graubraun. Historisch wurde die Art mehrfach taxonomisch neu bewertet und war in älterer Literatur gelegentlich irrtümlich als Crambus pratellus gelistet. Die wissenschaftliche Erstbeschreibung geht auf das Jahr 1813 zurück, wobei der ursprüngliche Name Tinea nemorella aufgrund von Präokkupation ungültig war und durch das Synonym Chilo lathoniellus Zincken, 1817 ersetzt wurde. Morphologisch zeigt die Art eine nah verwandte Ähnlichkeit zu Crambus pratellus, wobei letztere Art etwas größer dimensioniert ist, schmalere Flügel aufweist und einen stumpferen Apex besitzt. Innerhalb der Art werden zwei Unterarten differenziert, darunter die Nominatunterart Crambus lathoniellus lathoniellus sowie die in Spanien endemische und im Durchschnitt hellere Unterart Crambus lathoniellus alfacarensis Staudinger, 1859. Die Larvalentwicklung ist eng an Gräser gekoppelt, wobei Rasen-Schmiele (Deschampsia cespitosa) und Haferschmielen (Aira) als Hauptnahrungspflanzen dienen. Die Raupen leben in bodennahen Gespinströhren. Sie durchlaufen die Wintermonate in diesem Stadium und vollenden ihre Verpuppung im darauffolgenden Frühjahr. Die Raupen selbst sind schmutzigbraun gefärbt, besitzen einen hellbraunen Kopf sowie einen hell gelblichen oder graubraunen Nackenschild. Geografisch erstreckt sich das Verbreitungsgebiet über ganz Europa bis an den Polarkreis in Nordeuropa, während die Art in Südeuropa selten auftritt und auf den meisten Mittelmeerinseln fehlt. Nach Osten reicht das Areal über Sibirien bis zum Russischen Fernen Osten und nach Sachalin.1

Systematik

Name & Einordnung

Der Schmetterling Crambus lathoniellus gehört zur Familie der Crambidae innerhalb der Schmetterlinge. Wissenschaftlich beschrieben wurde das Taxon ursprünglich im Jahr 1813 durch Jacob Hübner unter dem Namen Tinea nemorella. Da dieser Name jedoch durch Tinea nemorella Thunberg, 1788 bereits für eine andere Art vergeben war, erwies er sich als homonym und ungültig. Als gültiger Ersatzname trat daraufhin das nächstjüngere Synonym Chilo lathoniellus Zincken, 1817 in Kraft. In der historischen Literatur wurde die Art zudem häufig irrtümlich unter dem Namen Crambus pratellus geführt, welcher jedoch eine eigenständige Art bezeichnet. Innerhalb der Art werden aktuell zwei Unterarten unterschieden, neben der Nominatunterart Crambus lathoniellus lathoniellus noch Crambus lathoniellus alfacarensis Staudinger, 1859. Letztere Unterart zeichnet sich durch eine durchschnittlich hellere Färbung aus und ist endemisch auf Spanien beschränkt. Im deutschsprachigen Raum ist die Art als Streifen-Graszünsler bekannt.1

Lebensweise

Biologie & Lebenszyklus

Crambus lathoniellus bildet im Jahresverlauf eine einzelne Generation aus, deren Falter von Mai bis August fliegen. Damit gehört die Art zu den am frühesten im Jahr fliegenden Vertretern der Crambiden. Die Falter zeigen eine nachtaktive Lebensweise. Während des Tages ruhen die Tiere versteckt in der Vegetation, wobei sie bei Störung sehr leicht aufgescheucht werden können. In der Ruheposition sind die Flügel typischerweise leicht eingerollt, wodurch niemals alle Zeichnungselemente der Vorderflügel vollständig sichtbar sind. Nach der Paarung und Eiablage schlüpfen die Raupen, welche sich im larvalen Stadium ernähren. Die Raupen leben in bodennahen Gespinströhren. Als Nahrungssubstrat dienen den Larven verschiedene Gräser. Beliebte und primär genutzte Wirtspflanzen sind hauptsächlich die Rasen-Schmiele (Deschampsia cespitosa) sowie Haferschmielen (Aira). Die Larven überwintern in diesen Gespinströhren nahe dem Erdboden. Nach der Überwinterung erfolgt im Frühjahr die Verpuppung der Larven. Belastbare Daten zur genauen Anzahl der Larvalstadien, zur Dauer einzelner Entwicklungsstadien in Abhängigkeit von spezifischen Temperaturen sowie zur exakten Fertilität liegen aus der vorliegenden Quellenlage nicht vor. Ebenso fehlen in der aktuellen Literatur quantifizierbare Angaben zu Mortalitätsfaktoren, natürlichen Feinden wie Parasitoiden oder Prädatoren sowie zu physiologischen Kältetoleranzmechanismen.1

Lebensweise

Verhalten

Crambus lathoniellus bildet eine Generation pro Jahr aus, deren Falter von Mai bis August fliegen. Die Falter sind nachtaktiv und gehören zu den am frühesten im Jahr fliegenden Vertretern der Crambiden. Während des Tages ruhen die Falter verborgen in der Vegetation. Bei Störung in der Ruhephase lassen sie sich sehr leicht aufscheuchen. In der Ruheposition sind die Flügel typischerweise etwas eingerollt, wodurch niemals alle Zeichnungselemente der Vorderflügel vollständig sichtbar sind. Die Larven leben versteckt in Gespinströhren, die sich nahe am Erdboden befinden. Als Nahrung dienen den Raupen verschiedene Gräser, wobei sie hauptsächlich an Rasen-Schmiele (Deschampsia cespitosa) sowie an Haferschmielen (Aira) fressen. Nach der Nahrungsaufnahme überwintern die Raupen als Larvalstadium und verpuppen sich schließlich im darauffolgenden Frühjahr.1

Lebensweise

Ökologie

Crambus lathoniellus besiedelt als phytophage Schmetterlingsart offene, feuchte oder trockene Graslandschaften. Die ökologische Nische der Raupen ist durch eine Lebensweise in Gespinströhren nahe dem Erdboden charakterisiert. Als Hauptwirtspflanzen dienen verschiedene Gräser, wobei die Art primär an Rasen-Schmiele (Deschampsia cespitosa) und Haferschmielen (Aira) frisst. Die Falter bilden eine Generation pro Jahr aus und fliegen als eine der frühesten Arten der Familie der Crambiden von Mai bis August. Tagsüber ruhen die nachtaktiven Falter in der Vegetation, wodurch sie bei Störung leicht aufgescheucht werden können. Die Raupen überwintern in ihren Gespinströhren und vollenden ihre Entwicklung durch Verpuppung im Frühjahr.1

Verbreitung

Vorkommen & Lebensraum

Crambus lathoniellus ist in den paläarktischen Regionen Europas und Asiens weitverbreitet. Das natürliche Verbreitungsgebiet erstreckt sich über große Teile Europas, wobei die Art in Südeuropa auf der Iberischen Halbinsel, der Apennin-Halbinsel und in Griechenland nur selten anzutreffen ist. Auf den meisten Mittelmeerinseln fehlt die Art weitgehend. Nach Norden hin dehnt sich das Areal bis an den Polarkreis aus. Im Osten reicht die Verbreitung über Sibirien bis in den Russischen Fernen Osten und nach Sachalin. Innerhalb Europas existieren zudem regionale Besonderheiten wie die in Spanien vorkommende Unterart Crambus lathoniellus alfacarensis. Belastbare Daten zur vertikalen Verbreitung in Höhenstufen fehlen. Die Art besiedelt bevorzugt offene, feuchte oder trockene Graslandschaften. Regional wird sie zudem in strukturreicheren Habitaten wie Eichen-Hainbuchenwäldern nachgewiesen. Die Raupen sind eng an Gräser gebunden und ernähren sich hauptsächlich von der Rasen-Schmiele (Deschampsia cespitosa) sowie von Haferschmielen (Aira). Vorkommen in geschlossenen Siedlungsbereichen oder an Gebäuden sind für die Art nicht typisch.1

Verbreitung

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Bayern, Deutschland

    14.08.2025

  • Reutte, Tirol, Bayern, Germany

    10.07.2025

  • Ehrwald, Österreich

    10.07.2025

  • Großschirma, 09 Großschirma, Deutschland

    09.07.2025

  • Germany

    08.07.2025

Daten: iNaturalist

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Zuletzt am 24.04.2026
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Jahresverlauf

Saisonalität & Aktivität

Crambus lathoniellus bildet im Jahresverlauf genau eine Generation aus und gehört damit zu den am frühesten fliegenden Vertretern der Zünsler. Die Flugzeit der adulten Falter erstreckt sich von Mai bis August.1 Innerhalb dieses Zeitraums verzeichnet das öffentliche Suchinteresse im Juni einen markanten Höchstwert, was mit der Hauptaktivitätsphase der Falter korreliert.12 Die Falter zeigen ein streng nachtaktives Verhalten. Während der Tagstunden ruhen sie versteckt in der niederen Vegetation, lassen sich bei Störung jedoch sehr leicht aufschrecken. In der Ruheposition sind ihre Flügel typischerweise leicht eingerollt, wodurch charakteristische Zeichnungselemente verdeckt bleiben. Nach der Fortpflanzung und der anschließenden Entwicklung schlüpfen die Raupen, welche in Gespinströhren nahe dem Erdboden leben. Als Nahrung dienen ihnen dort verschiedene Gräser, wobei die Rasen-Schmiele sowie Haferschmielen bevorzugt werden. Die Überwinterung erfolgt im Larvenstadium direkt am Habitat. Im darauffolgenden Frühjahr findet schließlich die Verpuppung statt, womit der Jahreszyklus geschlossen wird.1

Praxiswissen

Bedeutung, Schäden & Prävention

Crambus lathoniellus wird in der agrarwissenschaftlichen und ökologischen Literatur nicht als bedeutender Schädling eingestuft. Die Raupen der Art leben in Gespinströhren nahe dem Erdboden und ernähren sich von verschiedenen Gräsern, wobei vor allem Rasen-Schmiele und Haferschmielen als Wirtspflanzen dienen. Da die Art in offenen feuchten oder trockenen Graslandschaften vorkommt und dort Teil der natürlichen Fauna ist, tritt sie in der Regel nicht als wirtschaftlich relevanter Schadorganismus in Erscheinung. Spezifische Schadbilder an Kulturpflanzen oder wirtschaftlichen Grünflächen sind nicht dokumentiert. Belastbare Daten zu einem gezielten Schadpotenzial in der Land- oder Forstwirtschaft fehlen. Medizinische oder gesundheitliche Relevanzen, wie etwa die Übertragung von Krankheitserregern oder das Auslösen von Allergien durch Crambus lathoniellus, sind nicht bekannt. Präventions- oder Bekämpfungsmaßnahmen sind mangels wirtschaftlicher oder gesundheitlicher Schadwirkung nicht erforderlich. Daher existieren keine spezifischen Überwachungs- oder Bekämpfungsprotokolle für diese Art.1

Nachweise

Quellen & Referenzen

  1. de.wikipedia.org/wiki/Crambus_lathoniellus
  2. gbif.org/species/1879959
  3. Literaturzusammenfassung: Crambus lathoniellus