Lexikon-Eintrag

Brennnessel-Zünsler Anania hortulata

Brennnessel-Zünsler (Anania hortulata), KI-Illustration

KI-generierte Illustration (keine Fotografie)

Klassifikation

Taxonomie

Reich
Tiere (Animalia)
Stamm
Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse
Insekten (Insecta)
Ordnung
Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie
Crambidae
Gattung
Anania

Überblick

Einleitung

Der Brennnesselzünsler (Anania hortulata, Syn.: Eurrhypara hortulata) ist ein Kleinschmetterling aus der Familie der Crambidae. Die Art ist in ganz Europa mit Ausnahme der Polarregion sowie in Teilen Asiens weit verbreitet und besiedelt bevorzugt frische bis halbfeuchte Habitate wie Gärten und Waldränder. Ihre Entwicklung umfasst eine Generation pro Jahr, deren Raupen sich von den Blättern verschiedener Kräuter wie Brennnesseln ernähren und überwintern.1

Auf einen Blick

Fakten (kompakt)

  • Die gedrungenen Raupen des Brennnesselzünslers sind gelblich oder grün gefärbt, schwach behaart und besitzen eine schwarze Kopfkapsel.
  • Die Puppe zeichnet sich durch eine dunkel rotbraune Färbung sowie eine fein granulierte und an manchen Stellen gerunzelte Oberfläche aus.
  • Am Kremaster der Puppe befinden sich hakenartige, etwa gleich lange Borsten.
  • Die Verpuppung findet im Frühjahr direkt im Überwinterungskokon statt, wobei die Raupen vor der Verpuppung keine neue Nahrung mehr aufnehmen.1

Erkennen

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Der Brennnesselzünsler (Anania hortulata) ist ein auffälliger Klein-Schmetterling aus der Familie der Crambidae, der durch eine charakteristische schwarz-weiß-gelbe Zeichnung leicht zu identifizieren ist. Die Falter erreichen eine Flügelspannweite von bis zu 31 mm, wobei die Vorderflügellänge zwischen 12 und 14 mm liegt. Kopf und Thorax zeigen eine ockergelbe Grundfärbung, während der Hinterleib eine schwarzgraue und gelbe Bänderung aufweist. Die Fühler der Falter sind einfach gebaut. Die Grundfarbe der Flügel ist weiß oder silberweiß. Entlang der dunkel gefärbten Saumlinie verläuft eine Doppelreihe eiförmiger, bräunlicher bis schwarzgrauer Flecken. Zusätzlich befindet sich in der Mitte des Vorderflügels ein weiterer bräunlicher Fleck, während das Wurzelfeld mehrere bräunliche Flecke aufweist. Die Larven sind als gedrungene, gelbliche oder grünliche Raupen ausgebildet, die eine schwache Behaarung und eine auffällig schwarze Kopfkapsel besitzen. Die Verpuppung erfolgt in einer dunkel rotbraunen Puppe, die eine fein granulierte und an manchen Stellen gerunzelte Oberfläche aufweist. Der Kremaster dieser Puppe ist mit hakenartigen und etwa gleich langen Borsten besetzt.1

Porträt

Beschreibung

Der Brennnesselzünsler (Anania hortulata) ist ein weit verbreiteter Kleinschmetterling aus der Familie der Crambidae. Die wissenschaftliche Erstbeschreibung erfolgte im Jahr 1761 durch Carl von Linné unter dem Namen Phalaena hortulata. Ein synonym verwendeter historischer Name ist Phalaena urticata Linnaeus, 1761. Lange Zeit wurde die Art der Gattung Eurrhypara zugeordnet, bis diese im Jahr 2005 mit der Gattung Anania synonymisiert wurde. Die Falter erreichen eine Flügelspannweite von bis zu 31 mm bei einer Vorderflügellänge von 12-14 mm. Kopf und Thorax zeigen eine ockergelbe Färbung, während der Hinterleib eine schwarzgraue und gelbe Bänderung aufweist. Die Grundfarbe der Flügel variiert zwischen weiß und silberweiß, ergänzt durch eine Doppelreihe eiförmiger, bräunlicher bis schwarzgrauer Flecken entlang der Saumlinie. Zusätzlich befindet sich ein bräunlicher Fleck in der Vorderflügelmitte sowie mehrere Flecken im Wurzelfeld. Die dämmerungs- und nachtaktiven Falter fliegen von Mai bis Mitte September und verbringen den Tag ruhend in Sträuchern und an Brennnesseln. Bei Störung lassen sie sich leicht aus der Vegetation aufscheuchen und werden nachts von künstlichen Lichtquellen angezogen. Die Larvalentwicklung verläuft über gedrungene Raupen, die gelblich oder grün gefärbt, schwach behaart und mit einer schwarzen Kopfkapsel ausgestattet sind. Diese Raupen leben von August bis September sowie nach der Überwinterung bis Mai in zusammengesponnenen Blättern ihrer Nahrungspflanzen. Als Wirtspflanzen dienen Brennnesseln (Urtica), Zieste (Stachys), Minzen (Mentha), Marrubium, Johannisbeeren (Ribes), Schwarznesseln (Ballota), Winden (Convolvulus) sowie Zaunwinden (Calystegia). Die Überwinterung erfolgt als Raupe in einem Kokon im abgefallenen Laub oder in einem Pflanzenstängel. Im Frühjahr verpuppen sich die Tiere direkt im Überwinterungskokon, ohne zuvor nochmals Nahrung aufzunehmen. Die entstehende Puppe ist dunkel rotbraun, fein granuliert und an bestimmten Stellen gerunzelt. Der Kremaster der Puppe besitzt hakenartige, etwa gleich lange Borsten. Geographisch ist Anania hortulata in ganz Europa mit Ausnahme der Polarregion verbreitet, kommt in Kleinasien sowie durch Sibirien bis zum Russischen Fernen Osten vor und wurde zudem nach Nordamerika verschleppt.1

Systematik

Name & Einordnung

Der Brennnesselzünsler (Anania hortulata) ist ein Kleinschmetterling aus der Familie der Crambidae. Die wissenschaftliche Erstbeschreibung erfolgte im Jahr 1761 durch Carl von Linné unter dem Namen Phalaena hortulata. Als weiteres Synonym aus demselben Jahr ist zudem Phalaena urticata Linnaeus, 1761 bekannt. In der historischen Taxonomie wurde die Art zeitweise in die Gattung Eurrhypara Hübner, 1825 eingeordnet und war langjährig unter der Kombination Eurrhypara hortulata geläufig. Nach der Synonymisierung der Gattung Eurrhypara mit der Gattung Anania Hübner, 1823 durch Patrice Leraut im Jahr 2005 stellt Anania hortulata den gegenwärtig gültigen wissenschaftlichen Namen dar. Im deutschen Sprachraum ist die Art primär als Brennnesselzünsler bekannt.1

Lebensweise

Biologie & Lebenszyklus

Der Brennnesselzünsler (Anania hortulata) absolviert in seinem Lebenszyklus eine Generation pro Jahr. Die dämmerungs- und nachtaktiven Falter fliegen von Mai bis Mitte September. Tagsüber verweilen die Adulten vor allem in Sträuchern sowie an den Wirtspflanzen und lassen sich leicht aus der Vegetation aufscheuchen. Nachts werden die Tiere von künstlichen Lichtquellen angezogen. Die Raupen ernähren sich polyphag von verschiedenen Kräutern und Sträuchern. Als Hauptnahrungspflanzen dienen Brennnesseln (Urtica), Zieste (Stachys), Minzen (Mentha), Marrubium sowie Johannisbeeren (Ribes). Darüber hinaus werden Schwarznesseln (Ballota), Winden (Convolvulus) und Zaunwinden (Calystegia) genutzt. Die Raupen leben versteckt in zusammengesponnenen Blättern ihrer jeweiligen Nahrungspflanzen. Das Larvalstadium erstreckt sich von August bis September und nach der Überwinterung bis in den Mai des Folgejahres. Zur Überwinterung spinnen sich die Raupen in einen Kokon ein, der entweder im abgefallenen Laub oder direkt in einem Pflanzenstängel angelegt wird. Im Frühjahr erfolgt die Verpuppung direkt im bestehenden Überwinterungskokon, wobei in diesem späten Stadium keine Nahrungsaufnahme mehr stattfindet. Belastbare primärwissenschaftliche Daten zu spezifischen Entwicklungstemperaturen, exakten Mortalitätsraten, Parasitoiden oder der genauen Anzahl der Häutungsstadien fehlen in der aktuellen Datenlage.1

Lebensweise

Verhalten

Der Brennnesselzünsler (Anania hortulata) zeigt eine dämmerungs- und nachtaktive Lebensweise. Tagsüber ruhen die Falter vor allem in Sträuchern sowie an Brennnesseln und lassen sich bei Störung leicht aus der Vegetation aufscheuchen. Nachts zeigen sie eine positive Phototaxis und werden von künstlichen Lichtquellen angezogen. Die Raupen leben in zusammengesponnenen Blättern ihrer verschiedenen Nahrungspflanzen wie Brennnesseln (Urtica), Zieste (Stachys) und Minzen (Mentha). Zur Überwinterung spinnen sich die Raupen einen Kokon, der entweder im abgefallenen Laub oder in einem Pflanzenstängel angelegt wird. Im Frühjahr verpuppen sie sich direkt in diesem Überwinterungskokon, ohne zuvor noch einmal Nahrung aufzunehmen.1

Lebensweise

Ökologie

Der Brennnesselzünsler (Anania hortulata) besiedelt bevorzugt frische und halbfeuchte Lebensräume wie Gärten, Waldränder und Auen, in denen seine Hauptnahrungspflanzen wachsen. Die Art bildet eine Generation pro Jahr aus, deren dämmerungs- und nachtaktive Falter von Mai bis Mitte September fliegen. Tagsüber halten sich die Falter vor allem in Sträuchern und an Brennnesseln auf, während sie nachts von künstlichen Lichtquellen angezogen werden. Die Raupen sind von August bis September sowie nach der Überwinterung bis Mai anzutreffen. Sie leben in zusammengesponnenen Blättern ihrer Wirtspflanzen und ernähren sich von einer Reihe verschiedener Kräuter und Sträucher. Zu den belegten Nahrungspflanzen gehören Brennnesseln (Urtica), Zieste (Stachys), Minzen (Mentha), Marrubium, Johannisbeeren (Ribes), Schwarznesseln (Ballota), Winden (Convolvulus) und Zaunwinden (Calystegia). Zur Überwinterung spinnen sich die Raupen in einen Kokon ein, der sich entweder im abgefallenen Laub oder in einem Pflanzenstängel befindet. Im Frühjahr erfolgt die Verpuppung direkt in diesem Überwinterungskokon, ohne dass vorab weitere Nahrung aufgenommen wird.1

Verbreitung

Vorkommen & Lebensraum

Anania hortulata ist in ganz Europa mit Ausnahme der Polarregion weit verbreitet und kommt in geeigneten Habitaten ausgesprochen häufig vor. Außerhalb Europas erstreckt sich das natürliche Verbreitungsgebiet über Kleinasien sowie durch ganz Sibirien bis zum Russischen Fernen Osten in das Untere Amur-Gebiet. Zudem ist die Art nach Nordamerika verschleppt worden. Die Art besiedelt bevorzugt frische bis halbfeuchte Lebensräume wie Auen, Waldränder und Gärten. Dort konzentrieren sich die Vorkommen vor allem auf Bereiche mit reichem Vorkommen der namensgebenden Hauptnahrungspflanzen, zu denen insbesondere Brennnesseln gehören. Ergänzend werden Habitate mit Beständen von Ziesten, Minzen, Marrubium, Johannisbeeren, Schwarznesseln, Winden sowie Zaunwinden besiedelt. Tagsüber halten sich die Falter verstreut in Sträuchern und in der niederen Vegetation auf. Belastbare systematische Daten zur genauen vertikalen Höhenverbreitung der Art fehlen in der aktuellen Literatur.1

Verbreitung

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Deutschland

    25.06.2026

  • Deutschland

    25.06.2026

  • Havelberg, Saxony-Anhalt, Deutschland

    25.06.2026

  • Schnufenhofen, 92358 Seubersdorf in der Oberpfalz, Deutschland

    25.06.2026

  • Jena, Geschwister-Scholl-Straße, 07749 Jena, Deutschland

    25.06.2026

Daten: iNaturalist

Sichtungen

Community-Analyse

OpenInsect
1
Sichtungen in den letzten 12 Monaten
Daten der silbarkrift.community
Zuletzt am 24.06.2026
Werde Teil der Community
Lade ein Foto hoch und hilf uns, Arten zu erfassen.

Jahresverlauf

Saisonalität & Aktivität

Der Brennnesselzünsler (Anania hortulata) bildet im Jahresverlauf eine Generation aus. Die dämmerungs- und nachtaktiven Falter fliegen von Mai bis Mitte September. Tagsüber ruhen die Falter in Sträuchern sowie an Brennnesseln und lassen sich leicht aus der Vegetation aufscheuchen. Nachts fliegen sie regelmäßig künstliche Lichtquellen an. Die Raupen sind nach dem Schlupf von August bis September aktiv. Nach der Überwinterung setzen sie ihre Fraßaktivität bis Mai fort. Die Larven leben versteckt in zusammengesponnenen Blättern ihrer Nahrungspflanzen wie Brennnesseln, Ziesten oder Minzen. Die Überwinterung erfolgt als Raupe in einem Kokon, der sich im abgefallenen Laub oder in Pflanzenstängeln befindet. Im Frühjahr verpuppen sich die Raupen direkt im Überwinterungskokon, ohne zuvor noch einmal Nahrung aufzunehmen.1 Das öffentliche Suchinteresse an der Art zeigt im November und Dezember seine Hauptaktivität, während in den anderen Monaten teils methodisch bedingte oder zufällige Ausschläge auftreten.

Praxiswissen

Bedeutung, Schäden & Prävention

Der Brennnesselzünsler (Anania hortulata) wird in der Land- und Forstwirtschaft nicht als bedeutender Schädling eingestuft, tritt jedoch gelegentlich als Fresser in Gärten auf. Die Raupen ernähren sich von verschiedenen Pflanzen wie Brennnesseln (Urtica), Zieste (Stachys), Minzen (Mentha), Schwarznesseln (Ballota), Winden (Convolvulus), Zaunwinden (Calystegia) und Johannisbeeren (Ribes). Typische Schadbilder äußern sich durch zusammengesponnene Blätter, in denen die Raupen leben. Eine medizinische oder gesundheitliche Relevanz der Art für den Menschen ist nicht bekannt. Befallsanzeichen zeigen sich primär durch die charakteristisch versponnenen Blätter an den genannten Nahrungspflanzen von August bis September sowie nach der Überwinterung bis Mai. Spezifische Präventions-, Monitoring- oder Bekämpfungsmaßnahmen für den erwerbsmäßigen Pflanzenschutz sind in der Literatur nicht dokumentiert, da wirtschaftliche Schäden ausbleiben. Belastbare Daten zu integrierten Schädlingsbekämpfungskonzepten, chemischen Regulierungen oder rechtlichen Aspekten wie Melde- oder Quarantänepflichten fehlen für Anania hortulata vollständig.1

Praxiswissen

Wirtschaftliche Bedeutung

Wirtschaftliche Schäden durch den Brennnessel-Zünsler (Anania hortulata) sind in der vorliegenden Literatur nicht dokumentiert. Die Raupen ernähren sich zwar primär von Brennnesseln (Urtica) sowie gelegentlich von Nutz- und Zierpflanzen wie Minzen (Mentha) und Johannisbeeren (Ribes), erreichen dabei jedoch keine wirtschaftlich relevante Schadwirkung. Belastbare Daten zu Ertragsausfällen, betroffenen Wirtschaftszweigen oder Bekämpfungskosten fehlen vollständig. Eine wirtschaftliche Relevanz als Schädling ist für die Art somit nach gegenwärtigem Kenntnisstand nicht belegt.1

Nachweise

Quellen & Referenzen

  1. de.wikipedia.org/wiki/Brennnesselz%C3%BCnsler