- Die vollständige schwarze Farbvariante der Flügeldecken kann bei einigen Exemplaren von Aphodius fimetarius auftreten.
- Mit einer Körperlänge von 10-15 mm ist der sehr seltene Aphodius scrutator deutlich größer als Aphodius fimetarius und besitzt ebenfalls einfarbig kräftig rotbraune Flügeldecken.
- Bei oberflächlicher Betrachtung besteht eine Verwechslungsmöglichkeit mit deutlich behaarten Arten des Gartenlaubkäfers oder Vertretern der Gattung Omaloplia sowie einigen Borkenkäfern.
- In Mitteleuropa existieren über 80 weitere Arten der Gattung Aphodius, von denen Exemplare mit rotbraunen Flügeldecken meist dunkle Flecken aufweisen und weniger rötlich gefärbt sind.1
- Die in Kaliningrad einmalig nachgewiesene Aberration autumnalis (Naezen) gilt für die Art als selten.
- Anhand von Karyotyp-Untersuchungen wurde mit Aphodius cardinalis Reitter, 1892 eine kryptische beziehungsweise Zwillingsart identifiziert, die in Mittel- und Südeuropa sympatrisch mit Aphodius fimetarius vorkommt.3
Roter Dungkäfer Aphodius fimetarius
KI-generierte Illustration (keine Fotografie)
Klassifikation
Taxonomie
- Reich
- Tiere (Animalia)
- Stamm
- Gliederfüßer (Arthropoda)
- Klasse
- Insekten (Insecta)
- Ordnung
- Käfer (Coleoptera)
- Familie
- Scarabaeidae
- Gattung
- Aphodius
Überblick
Einleitung
Der Gemeine Dungkäfer (Aphodius fimetarius) ist ein Käfer aus der Familie der Blatthornkäfer (Scarabaeidae).1 Die Art ist transpaläarktisch verbreitet und wurde zudem in Nordamerika sowie Australien eingeschleppt.23 Sie besiedelt bevorzugt offene Habitate und Weidegebiete, wo sich die Tiere und ihre Larven von Dung ernähren.234
Auf einen Blick
Fakten (kompakt)
Roter Dungkäfer Bilder und Fotos von echten Sichtungen
Erkennen
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Der Gemeine Dungkäfer (Aphodius fimetarius) ist ein Vertreter der Blatthornkäfer mit einer Körperlänge von 5-8 Millimetern. Die Grundfärbung der Art zeigt eine gewisse Variabilität. Der Halsschild präsentiert sich in der Regel schwarz, wobei rotbraune Vorderecken vorkommen können, die jedoch bisweilen fehlen. Skulpturbezogen ist der Halsschild zwischen größeren Punkten feinen Punktierungen ausgesetzt und an seiner Basis gerandet. Die Flügeldecken sind zumeist einfarbig kräftig rotbraun gefärbt. In bestimmten Fällen kann im letzten Viertel der Flügeldecken ein dunkler Fleck ausgebildet sein. Manche Exemplare weisen zudem vollständig schwarze Flügeldecken auf. Abgrenzend besitzt der sehr seltene Aphodius scrutator ebenfalls einfarbig kräftig rotbraune Flügeldecken, wird mit 10-15 Millimetern Körperlänge jedoch deutlich größer. Bei den häufiger auftretenden rotbraunen Flügeldecken anderer Aphodius-Arten sind diese zumeist dunkler gefleckt und weniger rötlich. Die schwarze Morphe des Gemeinen Dungkäfers ist hingegen schwer von zahlreichen weiteren, oft häufigen Vertretern der Gattung zu trennen. Bei sehr oberflächlicher Betrachtung besteht ferner eine optische Ähnlichkeit zu entfernt verwandten Blatthornkäfern wie dem Gartenlaubkäfer oder Arten der Gattung Omaloplia, die sich jedoch durch eine deutliche Behaarung unterscheiden.1
Porträt
Beschreibung
Der Gemeine Dungkäfer (Aphodius fimetarius) ist ein weit verbreiteter Vertreter der Blatthornkäfer (Scarabaeidae), der eine Körperlänge von 5-8 mm erreicht.1 Im natürlichen Lebensraum fällt die Art durch ihre Aktivität in offenem Gelände, auf Weiden sowie an Waldrändern auf, wo sie gezielt Rinder- und Pferdedung aufsucht. Die Tiere sind von April bis Oktober tagaktiv und können bei der Nahrungssuche im Flug angetroffen werden.12 Morphologisch zeigt die Art eine variable Färbung, bei der ein meist schwarzer Halsschild mit rotbraunen Vorderecken und zumeist einfarbig kräftig rotbraune Flügeldecken dominieren, wobei gelegentlich auch abweichende dunkle Flecken oder vollständig schwarze Exemplare vorkommen. Der Halsschild ist an der Basis gerandet und weist eine feine Punktur zwischen gröberen Punkten auf. In Mitteleuropa existieren über 80 weitere Arten der Gattung Aphodius, wovon jedoch nur wenige ähnliche rotbraune Flügeldecken besitzen und diese dann meist dunkler gefleckt sind. Eine Verwechslungsmöglichkeit besteht zudem mit dem deutlich größeren und sehr seltenen Aphodius scrutator, der eine Körperlänge von 10-15 mm erreicht. Schwarze Morphen des Gemeinen Dungkäfers sind hingegen morphologisch schwerer von zahlreichen anderen, oft häufigen Vertretern der Unterfamilie Aphodiinae zu trennen. Bei oberflächlicher Betrachtung lassen sich zudem distanzierte Ähnlichkeiten zu entfernt verwandten Blatthornkäfern wie dem Gartenlaubkäfer oder Arten der Gattung Omaloplia erkennen, welche sich jedoch durch eine deutliche Behaarung unterscheiden. Auch zu einigen Borkenkäfern besteht eine gewisse optische Ähnlichkeit. Nach der Paarung legen die Weibchen ihre Eier direkt in den Kot ab, der anschliessend als alleinige Nahrungsgrundlage für die sich entwickelnden Larven dient. Nach Abschluss der Larvalentwicklung erfolgt die Verpuppung, aus der schließlich der imaginale Käfer schlüpft.1 Die Art ist paläarktisch verbreitet und besiedelt Europa, Nordafrika sowie Asien und wurde darüber hinaus in Nordamerika und Australien eingeschleppt.12 In verschiedenen Regionen tritt die Art eutypisch und in hoher Abundanz auf Weiden und in Kulturlandschaften auf.2 Belastbare quantitative Daten zur genauen Dauer der einzelnen Larvenstadien sowie zu geschlechtsspezifischen morphologischen Unterschieden abseits der Genitalmorphologie fehlen in der zugänglichen Literatur weitgehend.1
Systematik
Name & Einordnung
Der Gemeine Dungkäfer wird taxonomisch als Aphodius fimetarius geführt und gehört zur Familie der Blatthornkäfer (Scarabaeidae).1 Die wissenschaftliche Erstbeschreibung geht auf Carl von Linné zurück, der die Art im Jahr 1758 einführte.2 Der Artname leitet sich vom lateinischen Lebensraum- oder Substratbezug ab. Zu den bekannten Synonymen und historischen Kombinationen zählen unter anderem Scarabaeus bicolor Geoffroy, 1785 sowie Aphodius fimetivorus Gistel, 1857. Darüber hinaus wird in der historischen Literatur die Aberration autumnalis (Naezen, 1792) aufgeführt. Frühere Fehlzuordnungen oder Verwechslungen in der Nomenklatur betrafen zeitweise auch pedellus (De Geer, 1774) sensu Wilson (2001).1 Als deutscher Trivialname ist neben Gemeiner Dungkäfer auch Roter Dungkäfer gebräuchlich. Die Abgrenzung zu nah verwandten Arten wie der Schwesterart Aphodius cardinalis Reitter, 1892 erfolgt basierend auf karyologischen und genitalmorphologischen Merkmalen. Belastbare molekulare und systematische Revisionen, wie die von Fery & Rössner (2015), geben umfassende Einblicke in die nomenklatorische Einordnung des Komplexes. Eine vollständige morphologische Differenzierung ist aufgrund ähnlicher Farbvarianten innerhalb der Gattung Aphodius bis heute taxonomisch relevant.1
Lebensweise
Biologie & Lebenszyklus
Der Lebenszyklus des Gemeinen Dungkäfers (Aphodius fimetarius) ist eng an das Vorkommen von herbivorem Kot und offene Biotope gekoppelt. Die Imagines sind aktiv von April bis Oktober zu beobachten und nutzen in dieser Zeit vor allem Rinder-, Pferde- und Schafsdung sowie gelegentlich Aas zur Nahrungsaufnahme. Nach erfolgter Paarung erfolgt die Eiablage direkt in das Kotsubstrat. Aus den Eiern schlüpfen die Larven, welche sich ebenfalls detritivor von dem sie umgebenden Kot ernähren. Nach Abschluss der larvalen Entwicklung verpuppen sich die Tiere im Substrat. Schließlich schlüpft aus der Puppe der fertige Käfer. Belastbare Daten zur genauen Anzahl der Larvenstadien, spezifischen Entwicklungsdauern bei bestimmten Temperaturen sowie zu Mortalitätsfaktoren und natürlichen Feinden fehlen in der aktuellen Literaturlage für diese Art weitgehend.1
Lebensweise
Verhalten
Aphodius fimetarius zeigt eine ausgeprägte Aktivität, bei der die Imagines vorwiegend tagaktiv sind und fliegend bei der Nahrungssuche angetroffen werden. Die Flugaktivität erstreckt sich dabei vom zeitigen Frühjahr bis in den Herbst. Im Jahresverlauf sind die Käfer in Russland von April bis Oktober in offenen Biotopen aktiv.1 Belastbare quantitative Daten zu weiteren Verhaltensweisen wie spezifischen Kommunikationsmechanismen, Aggregationsmustern oder Abwehrverhalten fehlen in der aktuellen Datenlage.
Lebensweise
Ökologie
Der Gemeine Dungkäfer (Aphodius fimetarius) besetzt als euryöke Art eine zentrale ökologische Nische als Destruent in offenen Habitaten wie Weidelandschaften, Wiesen und Waldrändern. Die Art ist transpaläarktisch verbreitet und wurde zudem in Nordamerika und Australien eingeführt. Im Ökosystem ernähren sich sowohl die adulten Käfer als auch deren Larven polyphag von Exkrementen großer Herbivoren, insbesondere von Rinder-, Pferde- und Schafsdung. Neben frischem Kot wird gelegentlich auch Aas als Nahrungsquelle genutzt. Die Aktivitätsperiode der imaginalen Käfer erstreckt sich in Mitteleuropa und Russland vom zeitigen Frühjahr im April bis in den Herbst beziehungsweise Oktober. Belastbare quantitative Daten zu spezifischen Parasitoiden oder feinen mikroklimatischen Temperatur- und Feuchtigkeitsgrenzen liegen aus den vorliegenden Quellen nicht vor.1
Verbreitung
Vorkommen & Lebensraum
Der Gemeine Dungkäfer (Aphodius fimetarius) besitzt ein transpaläarktisches Verbreitungsgebiet, das sich über Europa, Nordafrika, den Nahen und Mittleren Osten bis nach Zentralasien, Sibirien und Ostasien erstreckt. In Europa ist die Art flächendeckend verbreitet und besetzt zahlreiche Länder von Skandinavien bis zum Mittelmeerraum. Darüber hinaus wurde Aphodius fimetarius anthropogen nach Nordamerika und Australien eingeschleppt. Innerhalb Russlands kommt der Käfer im gesamten europäischen Teil, im Kaukasus sowie ostwärts bis nach Sibirien und zum Fernen Osten vor. Als eutynopische und anpassungsfähige Art besiedelt das Insekt vorwiegend offene Biotope und Kulturlandschaften. Typische natürliche und anthropogen geprägte Habitate umfassen Weideflächen, Waldränder, landwirtschaftlich genutzte Flächen sowie offenes Gelände in Siedlungsnähe. Die Präsenz der Art ist direkt an das Vorkommen von Großessäugern wie Rindern, Pferden und Schafen gekoppelt, da deren Exkremente als Nahrungs- und Brutsubstrate dienen. Entsprechend den klimatischen Bedingungen und der Nahrungsverfügbarkeit sind die imaginalen Käfer vor allem in den wärmeren Monaten aktiv, wobei sie in Mitteleuropa und vergleichbaren Regionen vom zeitigen Frühjahr bis in den Herbst fliegend angetroffen werden. Belastbare systematische Daten zur vertikalen Höhenverbreitung liegen in der untersuchten Literatur nicht vor.
Verbreitung
Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland
Sichtungen
Community-Analyse
Jahresverlauf
Saisonalität & Aktivität
Adulte Exemplare von Aphodius fimetarius sind vom zeitigen Frühjahr bis in den Herbst aktiv und lassen sich in offenem Gelände bei der Nahrungssuche beobachten.1 Nach Datenlage erstreckt sich die Nachweiskette im Jahresverlauf aktiv von April bis Oktober.2 Die Käfer fliegen aktiv auf der Suche nach Nahrungsressourcen wie Rinder- und Pferzedung.1 Ergänzende Auswertungen zum öffentlichen Informationsinteresse zeigen in den Monaten August und September wiederkehrende Peaks, was mit einer erhöhten Präsenz oder Wahrnehmung der Art im Spätsommer korreliert. Belastbare quantitative Daten zur genauen Generationsfolge pro Jahr, spezifischen Temperaturabhängigkeiten oder dem exakten Überwinterungsstadium fehlen in der wissenschaftlichen Literatur bislang.
Jahresverlauf
Saisonalität und Nachfragetrend
Basierend auf dem Silberkraft TrendIndex – unserem eigenen Modell aus Suchdaten und Naturbeobachtungen
Saisonale Aktivität
Entwicklung über die Jahre
Praxiswissen
Bedeutung, Schäden & Prävention
Aphodius fimetarius wird als nützlicher Organismus eingestuft, da er als Detritivore maßgeblich zum Abbau und zur Zersetzung von Dung in offenen Agrarlandschaften und Weidegebieten beiträgt. Ein Schadpotenzial oder nennenswerte Schadbilder im Zusammenhang mit Kulturpflanzen existieren nicht, da sich sowohl die imaginalen Käfer als auch die Larven obligatorisch von Exkrementen und gelegentlich von Aas ernähren.1 Medizinische oder gesundheitliche Relevanzen wie die Übertragung von Krankheitserregern oder Allergien sind für den Menschen nicht dokumentiert. Befallsanzeichen im klassischen Sinne fehlen, da das Vorkommen an Nutztierweiden und in Dungansammlungen von Rindern und Pferden einen natürlichen ökologischen Zustand darstellt. Präventions- oder Bekämpfungsmaßnahmen sind folglich nicht erforderlich, da die Art weder als Schädling noch als Lästling in Erscheinung tritt. Belastbare Daten zu spezifischen Monitoring-Methoden, chemischen Bekämpfungsmitteln oder integrierten Schädlingsbekämpfungskonzepten für Aphodius fimetarius fehlen, da wirtschaftliche Schäden durch die Art nicht verursacht werden. Rechtliche Aspekte wie Quarantänebestimmungen oder Meldepflichten existieren für diesen Dungkäfer nicht.1
Praxiswissen
Wirtschaftliche Bedeutung
Belastbare Daten zu wirtschaftlichen Schäden durch den Gemeinen Dungkäfer (Aphodius fimetarius) fehlen, da die Art als Detritivore in Dung und Aas lebt und keine landwirtschaftlichen Kulturen oder Materialien schädigt.
Nachweise