Lexikon-Eintrag

Grüne Futterwanze Lygocoris pabulinus

Grüne Futterwanze (Lygocoris pabulinus), KI-Illustration

KI-generierte Illustration (keine Fotografie)

Klassifikation

Taxonomie

Reich
Tiere (Animalia)
Stamm
Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse
Insekten (Insecta)
Ordnung
Schnabelkerfe (Hemiptera)
Familie
Miridae
Gattung
Lygocoris

Überblick

Einleitung

Lygocoris pabulinus, im Deutschen als Grüne Futterwanze bezeichnet, ist eine Wanzenart aus der Familie der Weichwanzen (Miridae). Die Art ist holarktisch verbreitet und besiedelt bevorzugt schattige Lebensräume an Laubgehölzen sowie krautigen Pflanzen. Durch ihre saugende Ernährungsweise an Kulturpflanzen wie Äpfeln, Kartoffeln oder Zuckerrüben kann sie in der Landwirtschaft als Schädling auftreten. Ähnliche grün gefärbte Arten wie Lygocoris rugicollis oder Vertreter der Gattung Apolygus lassen sich vor allem durch feine Merkmale an den Schienen und am Kopf unterscheiden.1

Auf einen Blick

Fakten (kompakt)

  • An feuchten Orten ist Lygocoris pabulinus an krautigen Pflanzen wie Brennnesseln (Urtica), Minzen (Mentha), Mädesüß (Filipendula), Melden (Atriplex), Nachtschatten (Solanum) oder Ampfer (Rumex) zu finden.
  • Die Imagines saugen zusätzlich Nektar an Doldenblütlern (Apiaceae) und Korbblütlern (Asteraceae).
  • Die Eiablage der ersten Sommergeneration findet im Juni und Juli an den krautigen Wirtspflanzen statt.1
  • Genetisch ist die Art im Barcode of Life Data System (BOLD) unter der Nummer AAB2218 erfasst.2

Erkennen

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Die Grüne Futterwanze (Lygocoris pabulinus) erreicht eine Körperlänge von 5,0 bis 6,7 Millimetern. Die vollständige Oberseite des Körpers zeigt eine einheitliche grüne Grundfärbung. Das Pronotum der Art ist glatt skulpturiert. Ein charakteristisches Merkmal am Kopf ist die Lücke im Kiel zwischen den Facettenaugen, welche bei starker Vergrößerung erkennbar ist. Die Schienen (Tibien) tragen sehr feine und unauffällige blass-braune Sporne. Aufgrund dieser Kombination aus glattem Pronotum und den feinen Beinspornen unterscheidet sich Lygocoris pabulinus von anderen grün gefärbten Weichwanzen. Ähnlichkeit besteht insbesondere zu Arten der Gattung Apolygus sowie zu Lygocoris rugicollis. Die Überwinterung erfolgt im Stadium des Eies, welches von den Weibchen an holzigen Wirtspflanzen abgelegt wird. Weitere spezifische Entwicklungsstadien wie Larven, Puppen oder Eigrößen sind in der gegenwärtigen Datenlage nicht detailliert quantifiziert.1

Porträt

Beschreibung

Lygocoris pabulinus repräsentiert eine holarktisch verbreitete Weichwanzenart, die in ganz Europa einschließlich des westlichen Mittelmeerraums vorkommt. Im natürlichen Lebensraum zeigt die Art eine Präferenz für schattige Habitate, wo sie sich vorwiegend an Laubgehölzen und krautigen Pflanzen aufhält. Die Körperlänge der Imagines bewegt sich im Bereich von 5,0 bis 6,7 Millimeter. Die vollständige Oberseite des Körpers ist einheitlich grün gefärbt, während das Pronotum eine glatte Struktur aufweist. Im Freiland ist eine Verwechslung mit ähnlich gefärbten Weichwanzen wie Lygocoris rugicollis oder Vertretern der Gattung Apolygus möglich. Eine verlässliche Differenzierung im Feld erfordert die Begutachtung feiner Details. Unter starker Vergrößerung lassen sich an den Schienen sehr feine und unauffällige blass-braune Sporne sowie eine charakteristische Lücke im Kiel zwischen den Facettenaugen erkennen. Diese anatomischen Merkmale dienen als artspezifische Abgrenzung innerhalb der Gattung. Hinsichtlich der Lebensweise zeigt die polyphage Art eine ausgeprägte Wirtspflanzenverschiebung im Jahresverlauf. Die Überwinterung erfolgt ausschließlich im Stadium des Eies, welches von den Weibchen an holzigen Wirtspflanzen abgelegt wird. Ab Mai und Juni treten die Imagines der neuen Generation auf. Diese wandern im Sommer von Gehölzen auf krautige Pflanzen ab, wo im Juni und Juli die Eiablage für die zweite Generation erfolgt. Belastbare Daten zu weiteren anatomischen Feinstrukturen der Larvenstadien fehlen in der Literatur, jedoch ist die Entwicklung eng an den Wechsel zwischen krautigen Sommerwirten und holzigen Winterwirten gekoppelt. Ab August erscheint die zweite Generation, deren Adulte im September und Oktober Eier an jungen Trieben holziger Wirtspflanzen für die Überwinterung ablegen. In Mitteleuropa bildet die Art grundsätzlich zwei Generationen pro Jahr aus. Lediglich in den Alpen und in höheren Lagen der Mittelgebirge reduziert sich der Entwicklungszyklus aufgrund der klimatischen Bedingungen auf eine Generation. Als Phytophaga ernähren sich sowohl die Larven als auch die Imagines durch saugende Mundwerkzeuge. Neben dem Saugakt an vegetativen Pflanzenteilen nutzen die Tiere gelegentlich Nektar von Doldenblütlern und Korbblütlern. In der Agrarlandschaft kann Lygocoris pabulinus an Kulturen wie Äpfeln, Kartoffeln, Zuckerrüben sowie Zierpflanzen durch Saugschäden an Trieben und Früchten wirtschaftlich relevant werden.1

Systematik

Name & Einordnung

Lygocoris pabulinus ist eine Wanzenart aus der Familie der Weichwanzen (Miridae). Im deutschen Sprachraum hat sich für die Art der Trivialname Grüne Futterwanze etabliert. Belastbare historische Daten zur Erstbeschreibung sowie detaillierte Angaben zu Etymologie und Synonymen fehlen in der aktuellen Datenlage. Die Einordnung erfolgt in die Gattung Lygocoris, welche sich durch spezifische Merkmale wie feine Sporne an den Schienen und eine Lücke im Kiel zwischen den Facettenaugen von ähnlichen grünen Weichwanzen abgrenzt. Frühere oder abweichende Gattungszuordnungen sind in den vorliegenden Quellen nicht dokumentiert. Auf internationaler Ebene existieren weitere Trivialnamen, deren systematische Erfassung jedoch außerhalb der hier verifizierten Primärdaten liegt.1 Bisherige Untersuchungen konzentrieren sich primär auf die holarktische Verbreitung und die ökologischen Eigenschaften der Art.12 Weitere taxonomische Details wie genaue Autorenschaften oder Homotypica müssen durch spezialisierte zoologische Datenbanken ergänzt werden.2

Lebensweise

Biologie & Lebenszyklus

Lygocoris pabulinus bildet in Mitteleuropa typischerweise zwei Generationen pro Jahr aus, während in den Alpen und höheren Lagen der Mittelgebirge lediglich eine Generation vorkommt. Die Überwinterung erfolgt ausschließlich im Stadium des Eies. Diese Überwinterungseier werden von den Weibchen im September und Oktober an den jungen Trieben holziger Wirtspflanzen abgelegt. Im Frühjahr schlüpfen daraus die Larven, und die Imagines der ersten Generation treten ab Mai und Juni auf. Im Sommer findet ein Wirtswechsel statt, bei dem die Tiere zu krautigen Pflanzen übergehen. Dort legen sie im Juni und Juli ihre Eier ab, woraus sich die zweite Generation entwickelt. Deren Adulte erscheinen ab August und kehren im Herbst zur Eiablage an Gehölze zurück. Die Imagines erreichen eine Körperlänge von 5,0 bis 6,7 Millimeter. Als polyphage Herbivoren ernähren sich sowohl die Larven als auch die Adulten phytophag. Die Ernährung an Wirtspflanzen erfolgt durch Saugen, wodurch die Entwicklung von Früchten und Trieben gestört wird. Zu den holzigen Wirtspflanzen im Frühjahr und Herbst gehören insbesondere Rosengewächse wie Äpfel, Prunus-Arten und Weißdornen. An feuchten Standorten besiedeln sie im Sommer krautige Pflanzen wie Brennnesseln, Minzen, Mädesüß, Melden, Nachtschatten oder Ampfer. Zusätzlich nehmen die adulten Wanzen Nektar an Doldenblütlern und Korbblütlern zu sich. Belastbare quantitative Daten zu exakten Entwicklungsdauern, konkreten Temperaturoptima, Mortalitätsfaktoren oder spezifischen Parasitoiden fehlen in der aktuellen Datenlage.1

Lebensweise

Verhalten

Belastbare Verhaltensdaten zur Grünen Futterwanze (Lygocoris pabulinus) beschränken sich im Wesentlichen auf ihren Wirtswechsel und ihre Ernährungsweise. Die Art zeigt einen ausgeprägten Wirtswechsel im Jahresverlauf, bei dem sie im Sommer von holzigen Wirtspflanzen zu krautigen Pflanzen übergeht. Im Herbst findet eine Rückwanderung zu holzigen Gehölzen statt, an deren jungen Trieben die Weibchen ihre Eier zur Überwinterung ablegen. Durch ihre saugende Ernährungsweise an Triebe und Früchten stören sie die Entwicklung von Kulturpflanzen wie Äpfeln, Kartoffeln oder Zierpflanzen. Neben pflanzlicher Kost nehmen die Tiere auch Nektar an Doldenblütlern und Korbblütlern auf.1 Weitergehende Untersuchungen zu spezifischen Verhaltensweisen wie Fortbewegung, Orientierung, Kommunikation oder Abwehr liegen in den vorliegenden Quellen nicht vor.

Lebensweise

Ökologie

Lygocoris pabulinus besetzt als polyphager Herbivor eine ökologische Nische als Sauger an einer Vielzahl von Laubgehölzen und krautigen Pflanzen. Die Art bevorzugt schattige Lebensräume und ist in Mitteleuropa weit verbreitet sowie häufig. In ihrem Wirtspflanzenspektrum zeigt die Art einen jahreszeitlichen Wirtswechsel: Die Überwinterung erfolgt als Ei an holzigen Wirtspflanzen wie Rosengewächsen (Rosaceae) wie Äpfeln (Malus), Prunus-Arten und Weißdornen (Crataegus). Nach dem Schlüpfen der ersten Generation im Mai und Juni wechseln die Tiere im Sommer an krautige Wirtspflanzen an feuchten Orten, darunter Brennnesseln (Urtica), Minzen (Mentha), Mädesüß (Filipendula), Melden (Atriplex), Nachtschatten (Solanum) oder Ampfer (Rumex). Dort findet die Entwicklung der zweiten Generation statt, deren Adulte ab August auftreten. Im September und Oktober kehren die Weibchen zur Eiablage für die Überwinterung an junge Triebe holziger Wirtspflanzen zurück. Neben der phytophagen Ernährung saugen die Imagines auch Nektar an Doldenblütlern (Apiaceae) und Korbblütlern (Asteraceae). Durch ihre Saugaktivität an Trieben und Früchten kann die Art in der Landwirtschaft an Kulturpflanzen wie Äpfeln, Kartoffeln, Zuckerrüben und Zierpflanzen schädlich werden, da sie die pflanzliche Entwicklung stört. In Mitteleuropa bildet die Art standardmäßig zwei Generationen pro Jahr aus, während in den Alpen und höheren Lagen der Mittelgebirge lediglich eine Generation ausgebildet wird.1

Verbreitung

Vorkommen & Lebensraum

Lygocoris pabulinus ist in seiner Verbreitung holarktisch ausgeprägt und besiedelt weite Teile der nördlichen Hemisphäre. In Europa ist die Art flächendeckend vertreten und kommt einschließlich des westlichen Mittelmeerraumes vor. Auch für Mitteleuropa ist sie als weit verbreitet und häufig dokumentiert. Das natürliche Areal umfasst zudem boreale und gemäßigte Zonen, was sich durch Fundnachweise in osteuropäischen und alpinen Regionen bestätigt. Die vertikale Verbreitung reicht bis in alpine Lagen, wie Funde aus 1700 m Höhe belegen. Als typische Habitate bevorzugt die Art schattige Lebensräume. Dort besiedelt sie bevorzugt Laubgehölze, insbesondere Rosengewächse wie Äpfel, Prunus-Arten und Weißdorne. An feuchten Standorten weicht sie auf krautige Pflanzen wie Brennnesseln, Minzen, Mädesüß, Melden, Nachtschatten oder Ampfer aus. Zudem tritt die Art regelmäßig in landwirtschaftlichen Kulturen an Nutzpflanzen und Zierpflanzen auf. Im Sommer findet ein Habitatwechsel von Gehölzen zu krautigen Pflanzen statt, während im Herbst die Rückkehr zu holzigen Wirtspflanzen zur Eiablage erfolgt.1

Verbreitung

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Kandern, Baden-Württemberg, Deutschland

    26.06.2026

  • 06868 Stackelitz mein Garten

    25.06.2026

  • Sachsen, Deutschland

    24.06.2026

  • Langenbach, Bayern, Deutschland

    24.06.2026

  • Langenbach, Bayern, Deutschland

    24.06.2026

Daten: iNaturalist

Sichtungen

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2
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Daten der silbarkrift.community
Zuletzt am 26.10.2026
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Jahresverlauf

Saisonalität & Aktivität

Die Grüne Futterwanze (Lygocoris pabulinus) zeigt im Jahresverlauf eine stark an ihre Wirtspflanzen gebundene Aktivitätsdynamik. In Mitteleuropa bildet die Art grundsätzlich zwei Generationen pro Jahr aus, während in den Alpen und höheren Lagen der Mittelgebirge nur eine Generation vorkommt. Die Überwinterung erfolgt ausschließlich im Stadium des Eies. Diese Eier werden von den Weibchen im September und Oktober an den jungen Trieben holziger Wirtspflanzen abgelegt. Die Imagines der ersten Generation treten ab Mai und Juni in Erscheinung. Im Sommer findet ein Wirtswechsel zu krautigen Pflanzen statt, wo im Juni und Juli die Ablage der Eier für die nächste Generation erfolgt. Daraus entwickelt sich die zweite Generation, deren adulte Tiere ab August aktiv werden. Diese Sommergeneration legt schließlich im Frühherbst wiederum Eier an holzigen Gehölzen ab, um den Fortbestand der Art zu sichern.1

Praxiswissen

Bedeutung, Schäden & Prävention

Lygocoris pabulinus gilt als phytophager Schädling in der Landwirtschaft und im Gartenbau, da er durch seine Saugtätigkeit Kulturpflanzen schädigen kann. Das Schadpotenzial betrifft insbesondere Obstgehölze wie Äpfel und Prunus-Arten sowie verschiedene Kulturpflanzen wie Kartoffeln und Zuckerrüben. Die Tiere stören durch ihr Saugen die Entwicklung von Früchten und jungen Trieben massiv.1 Die Art bildet in Mitteleuropa in der Regel zwei Generationen pro Jahr aus, was zu einem wiederkehrenden Auftreten im Jahresverlauf führt. Die Überwinterung erfolgt als Ei an holzigen Wirtspflanzen, weshalb besonders junge Triebe im Herbst und Winter kontrolliert werden sollten. Im Sommer wandert die Population temporär auf krautige Pflanzen ab, wodurch sich der Wirtswechsel als diagnostisches Merkmal nutzen lässt. Belastbare Daten zu spezifischen Monitoring-Fallen oder chemischen Bekämpfungsmaßnahmen fehlen in den vorliegenden Quellen weitgehend. Präventiv ist eine genaue Bestandsüberwachung an holzigen Wirtspflanzen im Frühjahr und an krautigen Sommerwirten essenziell. Integrierte Ansätze müssen den Wirtswechsel zwischen Gehölzen und krautigen Pflanzen im Juni und Juli berücksichtigen. Medizinische oder gesundheitliche Relevanzen für den Menschen sind durch die Art nicht gegeben. Rechtliche Aspekte wie Quarantänevorschriften oder Meldepflichten existieren für diesen polyphagen Herbivoren nicht.1

Praxiswissen

Wirtschaftliche Bedeutung

Lygocoris pabulinus kann in der Landwirtschaft als Schädling an verschiedenen Kulturpflanzen auftreten, da die Tiere durch ihre Saugtätigkeit die Entwicklung von Früchten und Trieben stören. Zu den betroffenen Kulturen zählen insbesondere Äpfel, Kartoffeln, Zuckerrüben sowie diverse Zierpflanzen. Die phytophage Ernährungsweise der Imagines und Larven führt zu Schäden an holzigen Wirtspflanzen und krautigen Pflanzen. Belastbare quantitative Daten zu Schadsummen, Bekämpfungskosten oder prozentualen Ernteausfällen fehlen in der aktuellen Datenlage jedoch weitgehend. Positive wirtschaftliche Aspekte oder eine Funktion als Nützling sind für die Art nicht dokumentiert.1

Nachweise

Quellen & Referenzen

  1. de.wikipedia.org/wiki/Lygocoris_pabulinus
  2. gbif.org/species/2009850