- Die Raupen erreichen eine Körperlänge von ca. 15 Millimetern und besitzen einen bräunlichgrünen Kopf, der in den Körper zurückgezogen wird.
- Raupenfärbungen variieren zwischen überwiegend grün und rötlich, oft ergänzt durch eine rote Rückenlinie sowie mögliche Substigmatallinien.
- In Regionen ohne Ampferpflanzen weichen die Raupen auf Vogelknöteriche aus.
- Als seltene Raupennahrung wurde der Stumpfblättrige Ampfer (Rumex obtusifolius) dokumentiert.1
- Die Form Lycaena phlaeas f. caeruleopunctata zeichnet sich durch blaue Postdiskalflecken auf den Oberseiten der Hinterflügel aus.1
- Bei der Form Lycaena phlaeas f. elea sind die Hinterflügelzipfel der Weibchen weniger stark ausgeprägt.
- Das Nahrungsspektrum der Falter umfasst neben Schafgarben und Margeriten auch Zypressen-Wolfsmilch, Jakobs-Kreuzkraut, Sand-Thymian, Berg-Aster, Roß-Minze und Tauben-Skabiose.
- In kalkigen Regionen ist die Art eher selten anzutreffen.1
Kleiner Feuerfalter Lycaena phlaeas
KI-generierte Illustration (keine Fotografie)
Klassifikation
Taxonomie
- Reich
- Tiere (Animalia)
- Stamm
- Gliederfüßer (Arthropoda)
- Klasse
- Insekten (Insecta)
- Ordnung
- Schmetterlinge (Lepidoptera)
- Familie
- Lycaenidae
- Gattung
- Lycaena
Überblick
Einleitung
Der Kleine Feuerfalter (Lycaena phlaeas) ist ein Tagfalter aus der Familie der Bläulinge (Lycaenidae). Die Art kommt in weiten Teilen der Nordhalbkugel in offenen und locker bewachsenen Lebensräumen vor. Ähnliche Arten wie der Blauschillernde Feuerfalter (Lycaena helle) sind zu beachten.1
Auf einen Blick
Fakten (kompakt)
Erkennen
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Der Kleine Feuerfalter (Lycaena phlaeas) erreicht eine Flügelspannweite von 22 bis 27 Millimetern. Im Gegensatz zu den meisten anderen Vertretern der Bläulinge sind bei dieser Art beide Geschlechter identisch gefärbt. Die Vorderflügeloberseiten zeigen eine auffällige orangerote Grundfärbung mit einem breiten, dunkelbraunen Außenrand als Saumbinde. Nahe diesem Rand befinden sich mehrere dunkle Würfelflecken. Die Hinterflügel sind dunkelbraun gefärbt und besitzen eine orangefarbene Binde knapp am Außenrand. Dieser Rand selbst ist gewellt braun gefärbt und weist ebenso wie die Vorderflügel helle Fransen auf. Auf der Unterseite der Vorderflügel ist das Braun durch ein matteres Graubraun ersetzt. Die Unterseite der Hinterflügel präsentiert sich braungrau mit kleinen schwarzen Punkten sowie einer feinen, orange gepunkteten Binde nahe dem Außenrand.1 Bei der Form Lycaena phlaeas f. elea sind die Hinterflügelzipfel bei den Weibchen weniger ausgeprägt.1 Die Oberseiten der Hinterflügel können zudem blaue Postdiskalflecken aufweisen, wie es bei der Form Lycaena phlaeas f. caeruleopunctata der Fall ist. Die Raupen erreichen eine Länge von etwa 15 Millimetern. Sie sind überwiegend grün gefärbt, treten bisweilen jedoch auch rötlich mit einer roten Rückenlinie und ähnlich gefärbten Substigmatallinien auf. Der Raupenkopf ist bräunlichgrün gefärbt und wird in den Körper zurückgezogen. Die Verpuppung erfolgt in Bodennähe als schmutzig-helle, schwarz gepunktete Puppe oder als Gürtelpuppe. Als ähnliche Art wird der Blauschillernde Feuerfalter (Lycaena helle) abgegrenzt.1
Porträt
Beschreibung
Der Kleine Feuerfalter (Lycaena phlaeas) ist ein weit verbreiteter Tagfalter aus der Familie der Bläulinge, der durch seine auffällige orangerote Färbung charakterisiert wird. Im natürlichen Lebensraum fällt die Art durch ihre Lebensweise in locker bewachsenen Habitaten auf. Die Falter erreichen eine Flügelspannweite von 22 bis 27 Millimetern, wobei beide Geschlechter im Gegensatz zu vielen verwandten Arten die gleiche Färbung aufweisen. Die Vorderflügeloberseiten zeigen ein leuchtendes Orangerot mit einem breiten, dunkelbraunen Außenrand sowie mehreren dunklen Würfelflecken. Auf den dunkelbraunen Hinterflügeln verläuft eine orangefarbene Binde knapp am gewellten, hell gefransten Außenrand. Unterseits sind die Vorderflügel graubraun und matter gefärbt, während die Hinterflügel eine braungraue Basis mit kleinen schwarzen Punkten und einer feinen orangefarbenen Bindenzeichnung aufweisen.1 Als seltene Form tritt Lycaena phlaeas f. caeruleopunctata auf, bei der die Hinterflügeloberseiten zusätzliche blaue Postdiskalflecken zeigen. Verwechslungsmöglichkeiten bestehen vor allem mit dem Blauschillernden Feuerfalter (Lycaena helle). Die Raupen erreichen eine Länge von etwa 15 Millimetern und sind überwiegend grün gefärbt, tragen bisweilen jedoch auch eine rote Rückenlinie sowie Substigmatallinien. Der bräunlichgrüne Raupenkopf wird in den Körper zurückgezogen.1 Als r-Stratege zeigt die Art eine hohe Anpassungsfähigkeit und besiedelt offene Lebensräume wie Sandgruben, Binnendünen und magere Wiesen.12 Territorial verhaltene Männchen verteidigen ihre Reviere aktiv und vertreiben dabei selbst deutlich größere Falterarten wie das Tagpfauenauge. Die Entwicklung erfolgt in Abhängigkeit von der Region in mehreren Generationen, wobei die Überwinterung in Mitteleuropa überwiegend als junge Raupe erfolgt.1
Systematik
Name & Einordnung
Der Kleine Feuerfalter (Lycaena phlaeas) wird innerhalb der Ordnung der Schmetterlinge (Lepidoptera) zur Familie der Bläulinge (Lycaenidae) gezählt.1 Historisch wurde die Art zudem unter synonymen Bezeichnungen wie Papilio timeus Cramer, [1777] und Papilio virgaureae Scopoli, 1763 geführt. Als Unterarten werden unter anderem Lycaena phlaeas polaris Courvoisier, 1911 aus Lappland und Norwegen sowie Lycaena phlaeas phlaeoides Staudinger & Rebel, 1901 von Madeira anerkannt.1 Zu den bekannten abweichenden Formelementen zählen die durch weniger ausgeprägte Hinterflügelzipfel bei Weibchen charakterisierte Lycaena phlaeas f. elea (Fabricius) sowie Lycaena phlaeas f. caeruleopunctata (Rühl) mit blauen Postdiskalflecken auf den Hinterflügeloberseiten. Der deutsche Trivialname Kleiner Feuerfalter bezieht sich auf die auffällige orangerote Färbung der Vorderflügel und die im Vergleich zu anderen Feuerfaltern geringere Größe.1 Belastbare etymologische Belege zur genauen Herkunft des Gattungsnamens Lycaena und des Artnamens phlaeas fehlen in der primären Literaturlage.1
Lebensweise
Biologie & Lebenszyklus
Der Lebenszyklus des Kleinen Feuerfalters (Lycaena phlaeas) ist stark von regionalen Klimabedingungen und der Generationsfolge geprägt. Die Falter fliegen in Mitteleuropa in drei bis vier Generationen von April bis Ende Oktober. In Nordeuropa reduziert sich die Voltinität auf zwei Generationen von Mai bis Anfang Oktober, während auf den Kanarischen Inseln eine ganzjährige Entwicklung stattfindet. Die vierte Generation in Mitteleuropa wird häufig durch frühen Frost vor der Fortpflanzung abgetötet. Männliche Falter verhalten sich territorial und verteidigen ihre Reviere aggressiv gegen Artgenossen sowie deutlich größere Falter wie das Tagpfauenauge. Die Weibchen platzieren ihre Eier einzeln an den Stängeln oder auf den Ober- und Unterseiten der Futterpflanzen. Als Hauptnahrung der Raupen dienen in Mitteleuropa Ampfer-Arten (Rumex spec.), insbesondere der Kleine Sauerampfer (Rumex acetosella) und der Wiesen-Sauerampfer (Rumex acetosa). In heißen Regionen ohne Ampfervorkommen weichen die Larven auf Vogelknöteriche (Polygonum spec.) aus. Die Raupen fressen an der Blattunterseite der Wirtspflanzen.1 Die Raupen erreichen eine Körperlänge von ca. 15 mm und zeigen meist eine grüne oder gelegentlich rötliche Färbung mit einer roten Rückenlinie. Die Überwinterung erfolgt überwiegend als junge Raupe, seltener in älteren Larvalstadien. Die Verpuppung findet im Frühjahr in Bodennähe zwischen versponnenen Pflanzenteilen oder als Gürtelpuppe unter Blättern statt, wobei die Puppe schmutzig-hell mit schwarzen Punkten gefärbt ist. Nach einer Entwicklungsdauer von etwa zwei bis drei Wochen schlüpfen die imaginalen Falter. Adulte Falter ernähren sich nectarivor und bevorzugen gelbe und weiße Blüten von Pflanzen wie Rainfarn, Margeriten und Schafgarben.1 Belastbare quantitative Daten zu spezifischen Mortalitätsraten, Parasitoiden oder genauen physiologischen Diapause-Auslösern fehlen in der aktuellen Literaturlage.
Lebensweise
Verhalten
Lycaena phlaeas zeigt ein ausgeprägtes territoriales Verhalten, bei dem Männchen ihr Revier aktiv gegen Artgenossen und sogar deutlich größere Falter wie das Tagpfauenauge (Nymphalis io) verteidigen und eindringende Tiere verjagen. Bei der Nahrungssuche saugen die Falter bevorzugt an gelben und weißen Blüten wie Schafgarben, Margeriten oder Rainfarn. Die Eiablage erfolgt durch die Weibchen einzeln an den Stängeln sowie auf den Ober- oder Unterseiten der Blätter der Futterpflanzen. Nach dem Schlüpfen ernähren sich die Raupen fressend an der Blattunterseite. Die Überwinterung findet überwiegend als junge Raupe statt, seltener in einem älteren Larvenstadium. Die anschließende Verpuppung erfolgt in Bodennähe zwischen versponnenen Pflanzenteilen oder als Gürtelpuppe direkt unter den Blättern der Futterpflanzen.1
Lebensweise
Ökologie
Lycaena phlaeas besiedelt als eurychore und thermophile Art bevorzugt offene, locker bewachsene Lebensräume wie Sandgruben, Binnendünen, Brachen und Magerbiotope von der Ebene bis in Höhen von 2000 m.12 Als r-Stratege zeigt die Art eine hohe Mobilität und bildet je nach Region drei bis vier Generationen aus, wobei die Falter als Pollinatoren bevorzugt gelbe und weiße Blüten von Pflanzen wie Schafgarben und Margeriten besuchen. Die Raupen ernähren sich oligophag primär von Ampferarten wie dem Kleinen Sauerampfer (Rumex acetosella) und Wiesen-Sauerampfer (Rumex acetosa), während in heißen, ampferfreien Regionen auf Vogelknöteriche ausgewichen wird. Territorialverhalten prägt das Verhalten der Männchen, die ihre Reviere aktiv gegen Artgenossen und deutlich größere Tagfalter verteidigen. Die Überwinterung erfolgt in Mitteleuropa überwiegend als junge Raupe, seltener in älteren Stadien. Die Verpuppung findet in Bodennähe zwischen versponnenen Pflanzenteilen oder als Gürtelpuppe statt, wobei die Falter nach einer Entwicklungsdauer von etwa zwei bis drei Wochen schlüpfen.1
Verbreitung
Vorkommen & Lebensraum
Lycaena phlaeas ist ein anpassungsfähiger r-Stratege, der eine holarktisch-afrotropische Verbreitung aufweist. Das natürliche Areal erstreckt sich vom Nordosten Nordamerikas über ganz Europa, Nordafrika und die Kanarischen Inseln bis in die gemäßigten Breiten Asiens und nach Japan. In Europa ist die Art weit verbreitet und besiedelt sowohl das Flachland als auch montane Höhenstufen bis zu 2.000 m. Lokale Nachweise belegen Vorkommen in alpinen Regionen wie Vorarlberg in Höhenlagen von 700 bis 1.550 m. Auf Madeira wurden Populationen in Höhen von bis zu 1.800 m dokumentiert. Die Art bevorzugt offene und locker bewachsene Lebensräume wie Sandgruben, Binnendünen, Brachen, Wegränder und magere Graslandschaften. Zu den typischen Habitaten zählen zudem blütenreiche Wiesen, Weiden, Heiden und Böschungen. In kalkhaltigen Regionen tritt der Kleine Feuerfalter hingegen eher selten auf. Als Raupenfutterpflanzen dienen primär Ampfer-Arten (Rumex spec.), in Mitteleuropa vor allem der Kleine Sauerampfer (Rumex acetosella) und der Wiesen-Sauerampfer (Rumex acetosa). In wärmeren Regionen mit fehlendem Ampfervorkommen weichen die Raupen auf Vogelknöteriche (Polygonum spec.) aus. Die Art ist eurychor und thermophil, weshalb sie in strukturreichen Offenlandschaften regelmäßig anzutreffen ist.1
Verbreitung
Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland
Sichtungen
Community-Analyse
Jahresverlauf
Saisonalität & Aktivität
Lycaena phlaeas zeigt im Jahresverlauf eine komplexe Generationenfolge mit drei bis vier nicht scharf voneinander getrennten Generationen, die in Mitteleuropa von Februar beziehungsweise April bis Ende Oktober fliegen. In Nordeuropa fliegt sie in zwei Generationen von Mai bis Anfang Oktober, während auf den Kanaren ganzjährig zahlreiche Generationen ausgebildet werden. Die Unterart Lycaena phlaeas polaris bildet in Lappland und Norwegen hingegen nur eine Generation von Mitte Juni bis Ende Juli aus. In Mitteleuropa wird eine potenziell auftretende vierte Generation meist durch früh einsetzenden Frost vernichtet, noch bevor eine Fortpflanzung stattfinden kann. Die Falter schlüpfen nach einer Puppenruhe von etwa zwei bis drei Wochen. Die Überwinterung erfolgt bei Lycaena phlaeas überwiegend als junge Raupe, seltener als ältere.1 Das öffentliche Interesse an der Art zeigt in den Sommermonaten Juli und August deutliche Peaks, was mit der hohen Aktivitätsphase der Falter in diesen Monaten korreliert.3 Belastbare Studien zur genauen Temperaturabhängigkeit der tageszeitlichen Aktivität abseits der allgemeinen Diurnalität fehlen.1
Jahresverlauf
Saisonalität und Nachfragetrend
Basierend auf dem Silberkraft TrendIndex – unserem eigenen Modell aus Suchdaten und Naturbeobachtungen
Saisonale Aktivität
Entwicklung über die Jahre
Praxiswissen
Bedeutung, Schäden & Prävention
Der Kleine Feuerfalter (Lycaena phlaeas) ist als tagaktiver Schmetterling weder als Schädling noch als Lästling einzustufen, sondern erfüllt eine ökologische Funktion als Bestäuber in offenen Lebensräumen. Ein nennenswertes Schadpotenzial in der Land- oder Forstwirtschaft existiert nicht, da die Raupen sich primär von Ampferarten wie dem Kleinen Sauerampfer (Rumex acetosella) ernähren und somit keine Kulturpflanzen gefährden.1 Medizinische oder gesundheitliche Relevanzen in Form von Allergien oder Vektoreigenschaften sind für diese Art nicht bekannt. Da von Lycaena phlaeas keine Schäden ausgehen, sind weder spezifische Früherkennungsmerkmale noch bauliche oder hygienische Präventionsmaßnahmen erforderlich. Auch Monitoring-Methoden oder Bekämpfungsmaßnahmen werden für diesen unschädlichen Falter nicht praktiziert. Eine integrierte Schädlingsbekämpfung ist folglich nicht relevant. Rechtliche Aspekte wie Quarantänebestimmungen oder Meldepflichten existieren für die Art ebenfalls nicht. Belastbare Daten zu artspezifischem Schädlingsstatus oder Bekämpfungsanforderungen fehlen völlig, da es sich um eine insektenkundlich unbedenkliche Wildart handelt.1
Nachweise
Quellen & Referenzen
- de.wikipedia.org/wiki/Kleiner_Feuerfalter
- gbif.org/species/1929697
- Internationale Suchanfragen-Zeitreihe Deutschland, aggregiert 2023-2026
- Literaturzusammenfassung: Lycaena phlaeas