Lexikon-Eintrag

Zwerg-Bläuling Cupido minimus

Zwerg-Bläuling (Cupido minimus), KI-Illustration

KI-generierte Illustration (keine Fotografie)

Klassifikation

Taxonomie

Reich
Tiere (Animalia)
Stamm
Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse
Insekten (Insecta)
Ordnung
Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie
Lycaenidae
Gattung
Cupido

Überblick

Einleitung

Der Zwerg-Bläuling (Cupido minimus) ist ein Schmetterling aus der Familie der Bläulinge (Lycaenidae) und gilt als der kleinste Tagfalter Mitteleuropas. Die Art besiedelt ein Verbreitungsgebiet, das von Europa bis nach Asien und in die Mongolei reicht. Falter und Raupen sind vor allem in trockenen Lebensräumen mit basischen Böden wie Trockenrasen zu finden.1

Auf einen Blick

Fakten (kompakt)

  • Die Raupen erreichen eine Körperlänge von etwa 10 Millimetern und zeigen eine gelbliche bis hellbraune Färbung.
  • Der Kopf der Raupen ist tiefschwarz, glänzend und wird in Ruhelage in den Körper eingezogen, wodurch er kaum sichtbar ist.
  • Die Entwicklung der Raupen muss so rasch erfolgen, dass die Samen des Wundklees nicht reifen, da diese von den älteren Larven nicht mehr gefressen werden können.
  • Die italienische Unterart Cupido minimus trinacriae zeichnet sich durch eine geringere Körpergröße im Vergleich zur Nominatunterart sowie durch vollständig schwarze Flügeloberseiten ohne blaue Schuppen aus.1

Erkennen

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Der Zwerg-Bläuling (Cupido minimus) gilt als der kleinste Tagfalter Mitteleuropas und zeichnet sich durch eine geringe Körpergröße aus. Die Falter erreichen eine Flügelspannweite von 18 bis 22 Millimeter. Oberseits sind die Flügel meist graubraun gefärbt, wobei die Männchen zusätzlich eine blaue Bestäubung aufweisen können, die jedoch gelegentlich auch fehlt. Die Flügelunterseiten präsentieren sich in hellem Grau und sind an der Basis leicht blau bestäubt. Insbesondere in der Postdiskalregion sowie auf der Vorderflügelunterseite befindet sich eine Reihe kleiner, hell gerandeter schwarzer Punkte. Die Unterart Cupido minimus trinacriae unterscheidet sich von der Nominatform durch eine geringere Größe sowie das vollständige Fehlen der blauen Schuppen bei ansonsten schwarzen Flügeloberseiten.1 Die Raupen erreichen eine Länge von ca. 10 Millimeter und zeigen eine gelbliche bis hellbraune Färbung. Ihr sehr kleiner, tief schwarzer und glänzender Kopf wird in Ruhelage eingezogen und ist dadurch nicht gut sichtbar. Nach der Überwinterung verpuppen sich die Tiere in einer hellen, gelblichen Puppe, die auf dem Rücken dunkle Flecken aufweist. Die Weibchen legen weißlich grüne, eingedrückte und leicht netzstrukturierte Eier einzeln oder in Grüppchen an den Kelchen der Futterpflanzen ab. Ähnliche Arten sind der Rotklee-Bläuling (Polyommatus semiargus), Cupido lorquinii mit Vorkommen in Marokko und Südspanien sowie der Kleine Alpen-Bläuling (Cupido osiris), der in Südeuropa und Teilen des Balkans beheimatet ist.1

Porträt

Beschreibung

Der Zwerg-Bläuling (Cupido minimus) nimmt als der kleinste Tagfalter Mitteleuropas eine Sonderstellung innerhalb der Familie der Bläulinge (Lycaenidae) ein. Seinen Namen verdankt das Insekt seiner geringen Körpergröße, wobei die Falter eine Flügelspannweite von 18 bis 22 mm erreichen. Im natürlichen Lebensraum fällt die Art durch ihre graubraunen Flügeloberseiten auf, die bei Männchen zusätzlich blau gestäubt sein können, während dieses Merkmal bei einigen Individuen oder der italienischen Unterart Cupido minimus trinacriae völlig fehlt. Die Flügelunterseiten präsentieren sich in einem hellgrauen Ton, der an der Basis leicht blau überstäubt ist und in der Postdiskalregion eine charakteristische Reihe kleiner, hell gerandeter schwarzer Punkte aufweist. In trockenen Biotopen wie sonnenbeschienenen Trockenrasen, auf felsigen Hängen und in Kiesgruben sind die Falter auf basische Böden angewiesen, an denen ihre spezifischen Futterpflanzen gedeihen. Neben der Nektaraufnahme auf Blüten saugen die Tiere gelegentlich in großen Gruppen an feuchten Pfützen. Die Eiablage erfolgt durch die Weibchen einzeln oder in kleinen Grüppchen an den Kelchen des Echten Wundklees (Anthyllis vulneraria), wobei die weißlich grünen Eier eingedrückt und mit einer feinen Netzstruktur versehen sind.1 Nach etwa einer Woche schlüpfen die ca. 10 mm langen Raupen, deren gelbliche oder hellbraune Färbung eine perfekte Tarnung im Fruchtstand gewährleistet. Ein auffälliges anatomisches Merkmal der Larven ist der tief schwarze, glänzende Kopf, den die Tiere in Ruhelage zum Schutz tief einziehen. Die junge Raupe bohrt nahe der Basis ein kleines Loch in die junge Hülse des Wundklees, verschließt den Eingang mit Spinnfäden sowie Kot und ernährt sich primär von den Samenanlagen. Ältere Raupen bohren sich so in den Fruchtstand ein, dass lediglich der hintere Körperabschnitt sichtbar bleibt, wobei eine rasche Entwicklung essenziell ist, da die reifenden Samen nicht mehr verwertet werden können. Nach einer rund dreiwöchigen Fressphase suchen die Raupen bereits frühzeitig den Boden neben der Futterpflanze auf, um dort die Nahrungsaufnahme vollständig einzustellen. Die anschließende Überwinterung als Diapause kann bis zu 15 Monate andauern, ehe die Verpuppung in einer hellen, gelblichen Puppe erfolgt, die dorsal dunkle Flecken aufweist. Während in Mitteleuropa meist eine Generation von April bis Juli ausgebildet wird, entstehen in heißen Regionen regulär zwei Generationen, wobei die spätere Sommergeneration durch austrocknende Futterpflanzen in ihrer Existenz gefährdet sein kann. Zudem pflegen die Raupen eine Myrmekophilie und leben in Symbiose mit verschiedenen Ameisenarten wie Lasius niger, Lasius alienus, Formica rufibarbis, Plagiolepis vindobonensis, Myrmica rubra und Formica fusca. Verwechslungsmöglichkeiten bestehen insbesondere mit nah verwandten Taxa wie dem Rotklee-Bläuling (Polyommatus semiargus), Cupido lorquinii aus Nordafrika und der Iberischen Halbinsel sowie dem Kleinen Alpen-Bläuling (Cupido osiris).1

Systematik

Name & Einordnung

Der Zwerg-Bläuling (Cupido minimus) ist ein Schmetterling aus der Familie der Bläulinge (Lycaenidae) und gilt als der kleinste Tagfalter Mitteleuropas. Seinen deutschen Trivialnamen verdankt er seiner im Vergleich zu anderen Bläulingen äußerst geringen Körpergröße. Historisch wurde die Art unter verschiedenen Synonymen geführt, zu denen Lycaena minima, Lycaena minimus und Zizera minima gehören. Zudem wird die 1919 von Verity beschriebene Form Cupido minimus trinacriae als Unterart oder Synonym betrachtet. Der wissenschaftliche Artname leitet sich aus dem Lateinischen ab und verweist ebenso wie der deutsche Trivialname auf die geringe Größe des Falters. Früher war die Art in Teilen der wissenschaftlichen Literatur auch unter anderen Gattungskombinationen zu finden. Die Falter erreichen eine Flügelspannweite von 18 bis 22 Millimetern. Als asiatisch-europäischer Chorotyp ist das Verbreitungsgebiet der Art von Teilen Europas bis in die Mongolei dokumentiert. Belastbare historische Angaben zur genauen Autorenschaft der Erstbeschreibung liegen in den vorliegenden Daten nicht detailliert vor.1

Lebensweise

Biologie & Lebenszyklus

Der Zwerg-Bläuling (Cupido minimus) absolviert in Mitteleuropa typischerweise eine Generation pro Jahr, während in wärmeren Regionen oder Jahren zwei Generationen ausgebildet werden. Die Flugzeit der Falter erstreckt sich von April bis Juli. Adulte Falter ernähren sich von Nektar auf Blüten und saugen zusätzlich Mineralstoffe an feuchten Stellen wie Pfützen. Die Weibchen legen ihre weißlich-grünen, eingedrückten Eier einzeln oder in kleinen Gruppen an den Kelchen der Futterpflanzen ab. Als Hauptwirtspf Pflanzen dienen verschiedene Schmetterlingsblütler, insbesondere der Echte Wundklee (Anthyllis vulneraria). Aus den Eiern schlüpfen nach etwa einer Woche die Raupen. Die jungen Larven bohren sich in die Blüten und jungen Früchte ein, wo sie sich von den Samenanlagen ernähren. Das Bohrloch in der Hülse verschließen die Raupen mit Spinnfäden und Kot. Ältere Raupen fressen an den Fruchtständen, wobei ihre Färbung eine perfekte Tarnung bietet. Die larvale Entwicklung muss so rasch erfolgen, dass die Samen vor ihrer Reife gefressen werden. Nach einer Entwicklungsdauer von etwa drei Wochen stellen die Raupen die Nahrungsaufnahme ein und suchen den Boden neben der Pflanze auf. Dort überwintern die Raupen als Diapause-Stadium, die bis zu 15 Monate andauern kann. Die Verpuppung erfolgt nach der Überwinterung in einer hellen, gelblichen Puppe mit dunklen Rückenflecken auf dem Boden. In manchen Fällen verpuppen sich die Raupen bereits im Sommer, woraus eine zweite Generation schlüpft, deren Nachkommen jedoch oft keine lebensfähigen Pflanzen mehr vorfinden. Die Raupen des Zwerg-Bläulings sind myrmekophil und leben in Symbiose mit verschiedenen Ameisenarten wie Lasius niger, Lasius alienus, Formica rufibarbis, Plagiolepis vindobonensis, Myrmica rubra und Formica fusca.1

Lebensweise

Verhalten

Die Falter des Zwerg-Bläulings (Cupido minimus) besuchen neben Blüten gelegentlich in großer Zahl Pfützen, um Flüssigkeit aufzunehmen. Die Weibchen legen ihre Eier einzeln oder in Gruppen an den Kelchen der Futterpflanzen ab. Nach etwa einer Woche schlüpfen die jungen Raupen, welche sich von den Samenanlagen in der Blüte ernähren. Bei der Nahrungsaufnahme bohren sie nahe der Basis ein kleines Loch in die junge Hülse, das sie nach dem Einstieg mit wenigen Spinnfäden und Kot verschließen. Ältere Raupen bohren sich in den Fruchtstand ein, wobei lediglich ihr hinterer Körperbereich sichtbar bleibt. Nach einer etwa dreiwöchigen Entwicklung verlassen die Raupen die Pflanze und suchen frühzeitig den Boden in der Nähe auf, wo sie keine Nahrung mehr zu sich nehmen. Die Verpuppung erfolgt nach einer Überwinterung als helle, gelbliche Puppe am Boden. Zudem weisen die Raupen ein myrmekophiles Verhalten auf und leben symbiotisch mit verschiedenen Ameisenarten wie Lasius niger, Lasius alienus, Formica rufibarbis, Plagiolepis vindobonensis, Myrmica rubra und Formica fusca.1

Lebensweise

Ökologie

Cupido minimus besiedelt als thermophile und xerophile Art offene, trockenere Habitate wie sonnenbeschienene Trockenrasen, felsige Hänge, Grasland sowie Kiesgruben und ist dabei auf basische Böden angewiesen. Die Falter ernähren sich als Pollinatoren von Blüten und nutzen zudem feuchte Stellen an Pfützen zur Wasseraufnahme. Die Raupen sind obligatorisch auf den Wundklee (Anthyllis vulneraria) als Hauptfutterpflanze spezialisiert, wobei in Südeuropa teilweise auch andere Schmetterlingsblütler genutzt werden. Nach dem Schlupf aus den Eiern, die einzeln oder in Grüppchen an den Kelchen abgelegt werden, bohren sich die jungen Raupen in die Blüten und jungen Früchte ein, um sich von den Samenanlagen zu ernähren. Die Entwicklung der Raupen muss rasch erfolgen, da sie unreife Samen fressen und keine ausgereiften Samen mehr verwerten können. Nach einer etwa dreiwöchigen Entwicklung verlassen die Raupen die Futterpflanze, um in einer Diapause, die bis zu 15 Monate dauern kann, am Boden zu überwintern. Zudem ist die Raupe myrmekophil und geht eine symbiotische Beziehung mit verschiedenen Ameisenarten wie Lasius niger, Lasius alienus, Formica rufibarbis, Plagiolepis vindobonensis, Myrmica rubra und Formica fusca ein.1

Verbreitung

Vorkommen & Lebensraum

Der Zwerg-Bläuling (Cupido minimus) besitzt ein paläarktisches beziehungsweise asiatisch-europäisches Areal, das sich vom Norden und Teilen Mittelspaniens über fast ganz Europa bis nach Asien und in die Mongolei erstreckt. In Nordeuropa und Teilen Großbritanniens fehlt die Art hingegen weitgehend. Innerhalb Mitteleuropas ist das Vorkommen oft an geeignete Offenlandbiotope geknüpft, wobei die Häufigkeit nach Norden hin deutlich abnimmt und die Tiere in Norddeutschland nur noch sehr selten zu finden sind. In Südeuropa besiedelt das Taxon gebirgige Regionen und steigt dort bis in Höhen von 2.800 Metern auf. Auch für alpine Regionen im DACH-Raum sind Nachweise belegt, wie etwa Funde in Vorarlberg zwischen 1.050 und 1.900 Metern Höhe zeigen. Als terrestrische Art besiedelt Cupido minimus primär oligotrophe Offenlandbiotope und Grasland. Die natürlichen Habitate umfassen trockene, thermophile und xerophile Bereiche wie sonnenbeschienene Trockenrasen, felsige Hänge, extensives Grasland sowie Sekundärhabitate wie Kiesgruben. Ökologisch ist die Art stark an basische Böden gebunden, da nur dort die spezifischen Futterpflanzen der Raupen gedeihen. Als solitäre und standorttreue Art sind die Populationen eng an das Vorkommen des Wundklees (Anthyllis vulneraria) geknüpft.1

Verbreitung

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Duitsland

    24.07.2026

  • Ostheim, Bavaria, Deutschland

    20.07.2026

  • Ostheim vor der Rhön, Bayern, Deutschland

    20.07.2026

  • Marzling, Deutschland

    19.07.2026

  • Marzling, Deutschland

    19.07.2026

Daten: iNaturalist

Sichtungen

Community-Analyse

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1
Sichtungen in den letzten 12 Monaten
Daten der silbarkrift.community
Zuletzt am 24.07.2026
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Jahresverlauf

Saisonalität & Aktivität

Die Falter von Cupido minimus fliegen in Mitteleuropa in einer Generation von April bis Juli. In heißen Regionen werden hingegen zwei Generationen ausgebildet, die von April bis Juni sowie von Ende Juli bis August auftreten. Die Eiablage erfolgt einzeln oder in Grüppchen an den Kelchen der Futterpflanzen. Aus diesen schlüpfen nach etwa einer Woche die Raupen. Die Larvenentwicklung verläuft rasch, wobei die Raupen nach einer dreiwöchigen Entwicklung die Nahrung einstellen und sich früh am Boden verbergen. Die Überwinterung erfolgt als Larve in einer Diapause, die bis zu 15 Monate dauern kann. Manchmal findet die Verpuppung bereits im Sommer statt, woraus eine zweite, unvollständige Generation hervorgeht, deren Nachkommen mangels blühender Futterpflanzen jedoch nicht lebensfähig sind. In heißen Regionen kann sich regelmäßig eine vollständige zweite Generation entwickeln, die jedoch bei extremer Hitze und dem damit verbundenen Austrocknen der Pflanzen gefährdet ist.1 Das öffentliche Suchinteresse zeigt in den Wintermonaten sporadische Ausschläge, während die eigentliche biologische Aktivität in die Frühjahrs- und Sommermonate fällt.

Praxiswissen

Bedeutung, Schäden & Prävention

Der Zwerg-Bläuling (Cupido minimus) ist weder ein Schädling noch ein Lästling, sondern ein geschützter heimischer Tagfalter, der in der Roten Liste der Bundesrepublik Deutschland auf der Vorwarnliste geführt wird. Ein Schadpotenzial geht von der Art zu keiner Zeit aus, da weder die Falter noch die Raupen wirtschaftliche Kulturen schädigen oder gesundheitliche Relevanzen wie Allergien oder Vektoreigenschaften aufweisen. Die Raupen ernähren sich ausschließlich von den Blüten und Samenanlagen des Wundklees (Anthyllis vulneraria). Da die Art keinerlei Schadwirkung zeigt, existieren weder Schadbilder noch Befallsanzeichen im Sinne der Schädlingsbekämpfung. Präventions- und Bekämpfungsmaßnahmen sind folglich nicht erforderlich und aufgrund des Schutzstatus der Art nicht zielführend. Zum Erhalt der Vorkommen ist stattdessen der Schutz trockener, basenreicher Habitate und magerer Graslandschaften entscheidend.1 Belastbare Daten zu spezifischen Monitoring-Programmen für Cupido minimus im Rahmen des Pflanzenschutzes fehlen, da die Art ausagrikultureller Sicht irrelevant ist.2

Nachweise

Quellen & Referenzen

  1. de.wikipedia.org/wiki/Zwerg-Bl%C3%A4uling
  2. gbif.org/species/1926260