- Wissenschaftlicher Name: Lithobius forficatus Linnaeus, 1758, GBIF: akzeptiert23
- Familie: Steinläufer (Lithobiidae), Ordnung Lithobiomorpha, Klasse Chilopoda13
- Körperlänge: etwa 18 bis 32 mm12
- Beinpaare: bei Schlupf 7, erwachsen höchstens 152
- Augen: jederseits 15 Ocellen1
- Färbung: dunkel rötlich- bis kastanienbraun12
- Lebensweise: nachtaktiver Räuber (Insekten, Spinnen u. a.)12
- Lebensdauer: bis etwa 5 bis 6 Jahre12
- Lebensraum: unter Steinen, Rinde und Totholz in Offenland, Wald, Garten12
- OpenInsect-Scans bisher: 34 (zuletzt 28.10.2026)4
Gemeiner Steinläufer Lithobius forficatus
KI-generierte Illustration (keine Fotografie)
Klassifikation
Taxonomie
- Reich
- Tiere (Animalia)
- Stamm
- Gliederfüßer (Arthropoda)
- Klasse
- Hundertfüßer (Chilopoda)
- Ordnung
- Lithobiomorpha
- Familie
- Lithobiidae
- Gattung
- Lithobius
Überblick
Einleitung
Der Gemeine Steinläufer (Lithobius forficatus) ist ein rotbrauner Hundertfüßer (Chilopoda) aus der Ordnung der Steinläufer (Lithobiomorpha) und in Mitteleuropa weit verbreitet.123 Er lebt verborgen unter Steinen, Rinde und Totholz, ist überwiegend nachtaktiv und jagt Insekten, Spinnen und andere kleine Gliederfüßer.12 Mit Körperlängen von rund 20 bis 30 mm zählt er zu den größten Steinläufern Mitteleuropas.12
Charakteristisch sind die flache, langgestreckte Körperform, die auffallend langen Fühler und die große Laufgeschwindigkeit, mit der sich freigelegte Tiere in Deckung bringen.2 Die Art wird häufig in Gärten gefunden. Als Gattung ist sie im Lexikon unter Steinläufer eingeordnet.
Auf einen Blick
Fakten (kompakt)
Gemeiner Steinläufer Bilder und Fotos von echten Sichtungen
Erkennen
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Der Gemeine Steinläufer erreicht nach deutschsprachigen Angaben 20 bis 32 mm Körperlänge, englischsprachige Quellen nennen 18 bis 30 mm bei einer Breite von bis zu 4 mm.12 Die Art ist damit die größte Vertreterin der Gattung Lithobius in Mitteleuropa.1 Der Körper ist dunkel rötlich- bis kastanienbraun.12 Typisch für die Gattung sind abgeflachte Körpersegmente und lange, vielgliedrige Fühler; die Rückenplatten (Tergite) 9, 11 und 13 laufen in kurze, nach hinten gerichtete Zipfel aus.1 Jederseits am Kopf stehen 15 einfache Augen (Ocellen).1
Erwachsene Tiere besitzen höchstens 15 Beinpaare.2 Ein Unterscheidungsmerkmal gegenüber dem Gestreiften Steinläufer (Lithobius variegatus), dem er ähnelt, sind die ungestreiften Beine des Gemeinen Steinläufers.2 Die kräftigen vorderen Beine, die Kieferfüße (Forcipulae), sind zu Giftklauen umgebildet und dienen dem Beuteerwerb.12
Systematik
Namen & Einordnung (kurz)
Der wissenschaftliche Name lautet Lithobius forficatus Linnaeus, 1758; die Erstbeschreibung erschien in der zehnten Auflage der „Systema naturae“.23 GBIF führt den Namen als akzeptiert und verzeichnet zahlreiche jüngere Synonyme, was auf eine wechselvolle Bearbeitungsgeschichte der weit verbreiteten Art hindeutet.3 Im Deutschen heißt sie Gemeiner Steinläufer, im Englischen unter anderem „garden centipede“, „brown centipede“ oder „stone centipede“.12
Systematisch gehört die Art zur Familie der Steinläufer (Lithobiidae) in der Ordnung Lithobiomorpha innerhalb der Klasse Chilopoda.13 Ein Hundertfüßer aus einer anderen Ordnung ist der Spinnenläufer (Scutigera coleoptrata).
Lebensweise
Biologie & Lebenszyklus
Der Gemeine Steinläufer ist ein nachtaktiver Räuber. Zu seiner Beute zählen Insekten, Spinnen und andere Gliederfüßer, nach englischsprachigen Angaben auch Schnecken, Würmer und Fliegen.12 Er ertastet die Beute zunächst mit den Fühlern, ergreift sie dann mit den Kieferfüßen und überwältigt sie mit Gift.12
Zur Paarung webt das Männchen ein lockeres Gespinst, auf dem es ein Spermienpaket (Spermatophore) hinterlässt; das Weibchen greift es mit seinen zangenartigen Gonopoden und nimmt es in die Geschlechtsöffnung auf. Die Eier werden einzeln im Boden abgelegt.1 Frisch geschlüpfte Tiere haben sieben Beinpaare; mit jeder Häutung wachsen weitere Segmente mit je einem neuen Beinpaar nach.2 Nach deutschsprachigen Angaben folgen auf fünf Stadien mit unvollständiger Segmentzahl rund fünf weitere mit vollständiger Segmentzahl, und auch erwachsene Tiere häuten sich noch mehrfach.1 Die Lebensdauer beträgt bis zu fünf bis sechs Jahre.12
Verbreitung
Vorkommen & Lebensraum
Der Gemeine Steinläufer ist in Mitteleuropa weit verbreitet und kommt in offenen Landschaften, in Wäldern und in Gärten vor.1 Englischsprachige Quellen nennen als Verbreitungsschwerpunkte Europa und Nordamerika sowie die Hawaii-Inseln.2 Er lebt in den oberen Bodenschichten, besonders unter Steinen, unter der Rinde von Totholz und unter morschen Baumstämmen.12
Da die Art feuchte, geschützte Verstecke benötigt, ist sie in Gärten häufig unter Steinen, Holz oder Laub zu finden. Aus der OpenInsect-Community liegen zu dieser Art bisher 34 Scans vor, davon 23 über die Website und 11 über die App; der letzte Scan stammt vom 28. Oktober 2026 vom Höhbeck.4
Verbreitung
Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland
Sichtungen
Community-Analyse
Jahresverlauf
Saisonalität & Aktivität
Als nachtaktive Art ist der Gemeine Steinläufer vor allem in der Dämmerung und nachts unterwegs; tagsüber verbirgt er sich unter Steinen, Rinde und Holz.1 Wird sein Versteck geöffnet, flüchtet er sehr schnell.2 Konkrete Angaben zu saisonalen Aktivitätsmaxima enthalten die verwendeten Quellen nicht. Da sich die Tiere über mehrere Jahre entwickeln und fünf bis sechs Jahre alt werden können, sind in Mitteleuropa Tiere unterschiedlicher Größe nebeneinander zu erwarten.12
Die OpenInsect-Community hat bisher 34 Scans erfasst, der jüngste vom 28. Oktober 2026.4 Die Art wird damit auch im Herbst noch gemeldet.
Jahresverlauf
Saisonalität und Nachfragetrend
Basierend auf dem Silberkraft TrendIndex – unserem eigenen Modell aus Suchdaten und Naturbeobachtungen
Saisonale Aktivität
Entwicklung über die Jahre
Praxiswissen
Bedeutung, Schäden & Prävention
Der Gemeine Steinläufer ist ein Räuber kleiner Gliederfüßer und Teil der Bodenfauna in Gärten, Wäldern und offenem Gelände.12 Als Haus- oder Vorratsschädling wird er in den herangezogenen Quellen nicht beschrieben, ebenso wenig als Pflanzenschädling.
Für Menschen ist vor allem der Biss relevant: Die Kieferklauen sind giftig, der Biss kann nach deutschsprachigen Angaben schmerzhaft sein.1 Englischsprachige Quellen betonen, dass die Tiere wegen ihrer geringen Größe die Haut nur selten durchdringen und der Schmerz meist kurz und örtlich begrenzt bleibt.2 Wer gebissen wird, sollte die Stelle beobachten und bei starken Beschwerden oder allergischen Reaktionen ärztlichen Rat einholen.
Ein Biss kommt vor allem beim Anfassen vor. Da sich die Art in feuchten, geschützten Verstecken aufhält, kommen Holz-, Stein- und Laubhaufen als Aufenthaltsorte in Betracht; das ist eine Ableitung aus den Lebensraumangaben.12 Nicht zu verwechseln sind Steinläufer mit Doppelfüßern wie dem Tüpfeltausendfuß oder dem Flachtausendfüßer, die einer anderen Klasse angehören.
Nachweise
Quellen & Referenzen
- Wikipedia: Gemeiner Steinläufer. de.wikipedia.org/wiki/Lithobius_forficatus (abgerufen 30.10.2026)
- Wikipedia: Lithobius forficatus. en.wikipedia.org/wiki/Lithobius_forficatus (abgerufen 30.10.2026)
- GBIF Backbone Taxonomy: Lithobius forficatus Linnaeus, 1758. gbif.org/species/2230246
- OpenInsect-Community, Scan-Statistik zum Profil (Stand 30.10.2026)