- Die Raupen erreichen eine maximale Körperlänge von etwa 80 Millimetern und besitzen eine schwarze Grundfärbung mit spezifischen Rautenmustern auf den Segmenten.
- Als Parasitoid des Eichenspinners tritt unter anderem die Schlupfwespe Agrothereutes leucorhaeus auf, die die Präpuppenbefällt.
- Die Verpuppung findet im Folgejahr von Ende Mai bis Anfang Juni statt und kann beispielsweise eine Dauer von 34 Tagen von Mitte Juni bis Mitte Juli umfassen.
- Der Kokon wird am Boden oder zwischen zusammengewickelten Blättern wie denen von Brombeeren angelegt.
- Ältere Raupen weisen an den Seiten ein charakteristisches Rautenmuster sowie dichte, graubraune Haarpolster am Rücken auf.3
Eichenspinner Lasiocampa quercus
KI-generierte Illustration (keine Fotografie)
Klassifikation
Taxonomie
- Reich
- Tiere (Animalia)
- Stamm
- Gliederfüßer (Arthropoda)
- Klasse
- Insekten (Insecta)
- Ordnung
- Schmetterlinge (Lepidoptera)
- Familie
- Lasiocampidae
- Gattung
- Lasiocampa
Überblick
Einleitung
Der Eichenspinner (Lasiocampa quercus), im deutschen Sprachraum auch als Quittenvogel bekannt, ist ein Schmetterling aus der Familie der Glucken (Lasiocampidae). Die Art besiedelt weite Teile Europas und ist vor allem in lockeren Wäldern und Moorgebieten anzutreffen. Trotz ihres Trivialnamens fressen die Raupen nur sehr selten an Eichen, sondern ernähren sich polyphag von verschiedenen Sträuchern. Ähnliche Arten wie der Kleespinner (Lasiocampa trifolii) können zur Verwechslung führen.1
Auf einen Blick
Fakten (kompakt)
Eichenspinner Bilder und Fotos von echten Sichtungen
Erkennen
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Der Eichenspinner (Lasiocampa quercus) ist ein robuster Schmetterling aus der Familie der Glucken, der eine Flügelspannweite von 45 bis 75 Millimetern erreicht. Beide Geschlechter zeigen einen ausgeprägten Sexualdimorphismus bezüglich Größe und Färbung. Die Männchen besitzen meist kastanienbraune Vorderflügel, auf denen eine breite, leicht geschwungene und gelbe Binde zwischen den hinteren beiden Flügeldritteln verläuft. Ein auffälliger, weißer und dunkel gerandeter Diskoidalfleck ziert zusätzlich die Vorderflügel der Männchen. Die Hinterflügel der Männchen sind gleichfarbig, weisen jedoch keinen Diskoidalfleck auf. Im Gegensatz dazu sind die Weibchen wesentlich größer und deutlich heller gefärbt als die Männchen. Ihre ockergelben bis hellbraunen Flügel zeigen die gelbe Binde nur sehr undeutlich, während die weißen, dunkel gerandeten Diskoidalflecken auf den Vorderflügeln ebenfalls vorhanden sind.1 Die Raupen erreichen eine Körperlänge von ca. 80 Millimetern und sind dicht mit nesselgiftinhaltigen Brennhaaren besetzt. Junge Raupen zeigen eine schwarze Grundfärbung sowie eine gelbe Raute auf jedem Segment des Rückens, die einen zentralen, nach hinten verlaufenden weißen Fleck trägt. Ältere Larven wandeln ihre Färbung zu bräunlich-grau und tragen ein Rautenmuster an den Seiten, dessen Hälften hell beziehungsweise braun gefärbt sind. Ergänzend besitzen ältere Raupen dichte, graubraune Haarpolster am Rücken, die durch kahle, schwarze Segmente getrennt werden. Die Eier des Eichenspinners sind verhältnismäßig groß und hellbraun gefärbt. Zur Verpuppung spinnen die Tiere einen etwa 30 Millimeter langen, pergamentartigen, festen und ovalen Kokon. Als ähnliche Art ist insbesondere der Kleespinner (Lasiocampa trifolii) abzugrenzen.1 Belastbare morphologische Details zu Kopfstrukturen, Thoraxskulpturen oder Beinen jenseits der allgemeinen Behaarung fehlen in der aktuellen Datenlage.
Porträt
Beschreibung
Der Eichenspinner (Lasiocampa quercus) ist ein auffälliger Vertreter aus der Familie der Glucken (Lasiocampidae), dessen Trivialname allerdings täuscht, da sich die Raupen nur sehr selten von Eichen ernähren. Die Art besiedelt bevorzugt lockere Wälder, Moorgebiete sowie alpine Regionen nahe der Baumgrenze. Ein markantes Merkmal des Lebenszyklus ist der ausgeprägte Sexualdimorphismus, der sich sowohl in der Größe als auch in der Färbung der Imagines zeigt. Während die Männchen durch einen tagaktiven Suchflug auffallen, sind die Weibchen in der Regel nachtaktiv, was durch lichtabhängiges Verhalten in höheren Lagen jedoch moduliert werden kann.1 Die Falter nehmen als adultes Stadium keine Nahrung mehr zu sich.2 Die Raupenentwicklung erstreckt sich über einen langen Zeitraum von September bis Juni des Folgejahres, wobei die Tiere überwintern.1 Ältere Larven erreichen eine Länge von ca. 80 Millimetern und sind durch dichte Haarpolster sowie nesselgiftenthaltende Brennhaare charakterisiert. Diese Behaarung dient als Schutz vor Prädatoren, während parasitierende Insekten wie die Schlupfwespe Agrothereutes leucorhaeus die Präpuppen befallen. Die Verpuppung erfolgt im Frühsommer in einem etwa 30 mm langen, pergamentartigen und festen Kokon, der am Boden oder zwischen zusammengewickelten Blättern angelegt wird. Nach Datenlage dauerte die Verpuppung in einem beobachteten Fall 34 Tage von Mitte Juni bis Mitte Juli. Als nahe verwandte Art ist unter anderem der Kleespinner (Lasiocampa trifolii) zu nennen. In Deutschland wird Lasiocampa quercus auf der Roten Liste in der Vorwarnliste (V) geführt, was den vielerorts beobachteten Rückgang des Vorkommens widerspiegelt.1
Systematik
Name & Einordnung
Der Eichenspinner (Lasiocampa quercus) ist ein Schmetterling aus der Familie der Glucken (Lasiocampidae). Neben dem Hauptnamen Eichenspinner ist im deutschen Sprachraum auch die historische beziehungsweise regionale Bezeichnung Quittenvogel geläufig. Der Artname steht in scheinbarem Widerspruch zu den Ernährungsgewohnheiten der Raupen, da diese nur sehr selten an Eichen fressen, sondern primär polyphag an verschiedenen Sträuchern wie Schlehdorn oder Brombeeren leben.1 Die systematische Einordnung der Art erfolgt innerhalb der Ordnung der Schmetterlinge (Lepidoptera) zur Gattung Lasiocampa.12 Belastbare historische Daten zur exakten Erstbeschreibung, zu Autorenkategorien oder zu detaillierten Synonymen und Etymologien über die in der Basistaxe genannten Bezeichnungen hinaus fehlen in der aktuellen Datenlage.1
Lebensweise
Biologie & Lebenszyklus
Die Fortpflanzungsbiologie von Lasiocampa quercus ist durch einen ausgeprägten Sexualdimorphismus und unterschiedliche Aktivitätsmuster der Geschlechter geprägt, wobei Männchen tagsüber auf Partnersuche fliegen, während Weibchen überwiegend nachtaktiv sind.1 Die Begattung findet nach intensiver chemischer und optischer Findung statt. Nach der Paarung lassen die Weibchen ihre verhältnismäßig großen, hellbraunen Eier während des Fluges direkt auf die Vegetation fallen.1 Die Art bildet in ihrem Areal jährlich eine Generation aus (univoltin).2 Die Larvalphase erstreckt sich über einen langen Zeitraum vom September bis in den Juni des folgenden Jahres. Die Raupen sind polyphage Herbivoren und ernähren sich von verschiedenen Sträuchern wie Schlehdorn (Prunus spinosa), Brombeeren (Rubus fruticosus), Besenginster (Cytisus scoparius), Blaubeere (Vaccinium myrtillus), Rauschbeere (Vaccinium uliginosum), Weiden (Salix spec.) und Besenheide (Calluna vulgaris), meiden jedoch trotz des Trivialnamens weitgehend Eichen. Die Raupen besitzen eine dichte Behaarung mit Nesselgift enthaltenden Brennhaaren sowie charakteristische Haarpolster.1 Als physiologische Besonderheit überwintert die Art im Stadium der Larve.2 Die Verpuppung findet im Folgejahr von Ende Mai bis Anfang Juni statt, wobei die Präpuppen und Puppen am Boden oder zwischen zusammengewickelten Blättern in einem etwa 30 mm langen, pergamentartigen, festen und ovalen Kokon geschützt sind. Die Dauer der Puppenruhe ist temperaturabhängig und betrug in einem dokumentierten Fall 34 Tage von Mitte Juni bis Mitte Juli.1 Die Überwinterung ist zudem im Puppenstadium möglich.2 Die adulten Falter schlüpfen von Ende Juni bis Mitte August.1 Adulte Falter nehmen keine Nahrung mehr zu sich (non-eating).2 Als natürlicher Feind und Parasitoid der Präpuppe ist die Schlupfwespe Agrothereutes leucorhaeus nachgewiesen.1
Lebensweise
Verhalten
Die Männchen des Eichenspinners (Lasiocampa quercus) zeigen ein tagaktives Flugverhalten und fliegen auf der Suche nach Weibchen wild umher. Im Gegensatz dazu sind die Weibchen in der Regel nachtaktiv, wobei sie in höheren Lagen ebenfalls tagsüber fliegen. Zur Eiablage lassen die Weibchen ihre verhältnismäßig großen, hellbraunen Eier im Flug auf die Vegetation fallen. Als Schutz vor Fressfeinden besitzen die dicht behaarten Raupen Brennhaare, die ein Nesselgift enthalten. Für die Verpuppung spinnen sich die Raupen einen etwa 30 mm langen, pergamentartigen, festen und ovalen Kokon. Dieser wird am Boden oder zwischen zusammengewickelten Blättern wie beispielsweise Brombeerblättern angelegt. Die Dauer der Verpuppung ist von den Bedingungen abhängig und betrug in einem dokumentierten Fall 34 Tage von Mitte Juni bis Mitte Juli. Parasitiert wird der Eichenspinner unter anderem von der Schlupfwespe Agrothereutes leucorhaeus, die die Präpuppe befällt.1
Lebensweise
Ökologie
Der Eichenspinner (Lasiocampa quercus) besetzt als polyphager Herbivor eine spezifische ökologische Nische in offenen und halboffenen Habitaten wie lockeren Wäldern, Moorgebieten und alpinen Regionen bis nahe an die Baumgrenze. Die Raupen ernähren sich generalistisch von einer Vielzahl verschiedener Sträucher und Zwergsträucher, darunter Schlehdorn (Prunus spinosa), Brombeeren (Rubus fruticosus), Besenginster (Cytisus scoparius), Heidelbeeren (Vaccinium myrtillus), Rauschbeeren (Vaccinium uliginosum), Weiden (Salix spec.) und Besenheide (Calluna vulgaris). Entgegen dem Trivialnamen fressen die Raupen nur sehr selten an Eichen. Zum Schutz vor Fressfeinden besitzen die Raupen dichte Haarpolster sowie Brennhaare, die ein Nesselgift enthalten. Als natürlicher Gegenspieler und Parasitoid ist die Schlupfwespe Agrothereutes leucorhaeus bekannt, die die Präpuppen des Eichenspinners parasitiert.1 Adulte Falter nehmen hingegen keine Nahrung mehr zu sich.2
Verbreitung
Vorkommen & Lebensraum
Der Eichenspinner (Lasiocampa quercus) ist in ganz Europa mit Ausnahme des hohen Nordens und Teilen des Mittelmeergebietes sowie östlich bis zum Altai verbreitet. Das natürliche Verbreitungsgebiet umfasst vor allem temperierte Zonen, wobei die Art in vielen Regionen starke Bestandsrückgänge verzeichnet und in Deutschland auf der Vorwarnliste der Roten Liste geführt wird.1 Als typische Habitate besiedelt die Art vor allem lockere Wälder, Moorgebiete, Heide- und Dünenlandschaften sowie Grünland.12 Besondere Häufigkeit wird für alpine Regionen nahe der Baumgrenze dokumentiert.1 Die vertikale Verbreitung reicht dabei bis in Höhenlagen von über 2000 Metern, wie Nachweise zwischen 1300 m und 2200 m in den Alpen belegen. In diesen Hochlagen sind Populationen unter anderem aus Bereichen wie der Nenzigast Alpe auf 2100 m oder der Rossberg Alpe auf 2050 bis 2200 m Höhe bekannt. Die Raupen nutzen ein breites Spektrum an Wirtspflanzen und ernähren sich polyphag von verschiedenen Sträuchern wie Schlehdorn (Prunus spinosa), Brombeeren (Rubus fruticosus), Besenginster (Cytisus scoparius), Blaubeere (Vaccinium myrtillus), Rauschbeere (Vaccinium uliginosum), Weiden (Salix spec.) und Besenheide (Calluna vulgaris). Entgegen dem Trivialnamen fressen sie nur sehr selten an Eichen.1 Besondere Vorkommen in städtischen Siedlungsbereichen oder an Gebäuden werden durch die Datenlage nicht gestützt.2
Verbreitung
Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland
Sichtungen
Community-Analyse
Jahresverlauf
Saisonalität & Aktivität
Der Eichenspinner (Lasiocampa quercus) entwickelt sich in einem univoltinen Zyklus mit einer Generation pro Jahr. Die Falter fliegen in ihrer natürlichen Umgebung von Ende Juni bis Mitte August. Während Männchen überwiegend tagaktiv auf der Suche nach Weibchen umherfliegen, zeigen die Weibchen in der Regel ein nachtaktives Verhalten. Eine Ausnahme bilden höhere Lagen, in denen auch die Weibchen tagsüber aktiv fliegen. Nach der Paarung lassen die Weibchen ihre Eier im Flug auf die Vegetation fallen. Die daraus schlüpfenden Raupen sind von September bis in den Juni des darauffolgenden Jahres zu finden. Sie überwintern als Raupe und verpuppen sich im Anschluss von Ende Mai bis Anfang Juni am Boden oder zwischen zusammengewickelten Blättern in einem etwa 30 mm langen Kokon. In einem dokumentierten Fall dauerte die Verpuppung von Mitte Juni bis Mitte Juli insgesamt 34 Tage.1 Ergänzend zeigt das öffentliche Suchinteresse in Deutschland deutliche Peaks in den Sommermonaten Juni und Juli, was mit der Hauptaktivitäts- und Flugzeit der Falter korreliert.3
Jahresverlauf
Saisonalität und Nachfragetrend
Basierend auf dem Silberkraft TrendIndex – unserem eigenen Modell aus Suchdaten und Naturbeobachtungen
Saisonale Aktivität
Entwicklung über die Jahre
Praxiswissen
Bedeutung, Schäden & Prävention
Der Eichenspinner (Lasiocampa quercus) ist weder ein bedeutender Forstschädling noch ein klassischer Schädling, sondern eine in ihrem Bestand gefährdete Schmetterlingsart, die auf der Vorwarnliste der Roten Liste BRD geführt wird. Das Schadpotenzial der Art ist gering, da die Raupen trotz ihres deutschen Trivialnamens nur sehr selten an Eichen fressen. Ihre polyphage Ernährung umfasst stattdessen verschiedene Sträucher wie Schlehdorn, Brombeeren, Besenginster, Blaubeeren, Weiden und Besenheide. Von gesundheitlicher Relevanz sind die Raupen durch ihre dichte Behaarung und die darin enthaltenen Brennhaare, welche ein Nesselgift besitzen.1 Direkte Kontakte mit diesen Brennhaaren können beim Menschen zu Hautreizungen führen. Als Früherkennung dient das Auffinden der charakteristischen, ca. 80 Millimeter langen und dicht behaarten Raupen, die von September bis in den Juni des folgenden Jahres in der Vegetation zu finden sind.1 Spezifische Präventions- oder Bekämpfungsmaßnahmen im Sinne einer Schädlingsbekämpfung sind aufgrund der geringen wirtschaftlichen Schadwirkung und der Gefährdung der Art nicht erforderlich oder vorgesehen. Natürliche Gegenspieler existieren in Form von Parasitoiden wie der Schlupfwespe Agrothereutes leucorhaeus, welche die Präpuppen des Eichenspinners parasitiert. Die Verpuppung findet von Ende Mai bis Anfang Juni in etwa 30 mm langen, pergamentartigen Kokons am Boden oder zwischen zusammengewickelten Blättern statt. Aufgrund des vielerorts starken Rückgangs der Art und ihres Status auf der Vorwarnliste stehen der Artenschutz und die Erhaltung ihrer Habitate im Vordergrund. Belastbare Daten zu chemischen oder physikalischen Bekämpfungsmaßnahmen fehlen, da die Art nicht als Schadorganismus eingestuft wird.1
Praxiswissen
Wirtschaftliche Bedeutung
Belastbare Daten zu wirtschaftlichen Schäden durch Lasiocampa quercus liegen nicht vor, da die Art weder als Forst- noch als Agrarschädling in nennenswertem Umfang auftritt. Obwohl der Trivialname Eichenspinner Schäden an Eichen vermuten lässt, fressen die Raupen nur sehr selten an diesen Bäumen.1 Sie ernähren sich stattdessen polyphag von verschiedenen Sträuchern wie Schlehdorn, Brombeeren oder Besenheide1, verursachen dort jedoch keine wirtschaftlich relevanten Ausfälle. Einflüsse auf die Forst- oder Landwirtschaft sind daher nicht dokumentiert. Aus diesen Gründen existieren weder Berichte über Qualitätsminderungen oder Totalverluste noch Angaben zu Bekämpfungskosten. Positive wirtschaftliche Aspekte als Nützlinge oder Bestäuber sind ebenfalls nicht bekannt.1
Nachweise
Quellen & Referenzen
- de.wikipedia.org/wiki/Eichenspinner
- gbif.org/species/1734826
- Literaturzusammenfassung: Lasiocampa quercus