Lexikon-Eintrag

Grasglucke Euthrix potatoria

Grasglucke (Euthrix potatoria), KI-Illustration

KI-generierte Illustration (keine Fotografie)

Klassifikation

Taxonomie

Reich
Tiere (Animalia)
Stamm
Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse
Insekten (Insecta)
Ordnung
Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie
Lasiocampidae
Gattung
Euthrix

Überblick

Einleitung

Die Grasglucke oder Trinkerin (Euthrix potatoria) ist ein Schmetterling aus der Familie der Glucken (Lasiocampidae). Die Art ist in ganz Europa ohne den hohen Norden und den Mittelmeerraum verbreitet und besiedelt lichte Wälder, Röhrichte sowie Feuchtgebiete. Ähnliche Arten umfassen unter anderem die Pflaumenglucke (Odonestis pruni).1

Auf einen Blick

Fakten (kompakt)

  • Die ausgewachsenen Raupen erreichen eine Körperlänge von circa 75 Millimetern.
  • Auf den Vorderflügeln befindet sich in der Mitte nahe dem Vorderrand ein größerer und ein kleiner weißer Fleck, die gelegentlich braun gekernt sind.
  • Zwischen der hinteren schrägen Linie und dem distalen Flügelrand verläuft genau in der Mitte eine dunkelbraune Zackenbinde, die meist nur schwach angedeutet ist.
  • Die Raupen besitzen eine dunkelgraue, altersabhängig ins bläuliche gehende Grundfärbung mit einem Band gelber bis oranger Flecken links und rechts des Rückens.
  • Neben den gelben und orangen Flecken entspringen kurze, dichte, schwarze Haarbüschel sowie an den Seiten paarweise oder dreifach angeordnete, dichte weiße Haarbüschel.
  • Am Rücken des dritten Segmentes tragen die Raupen einen orangeroten und am vorletzten Segment einen schwarzen, sich deutlich abhebenden, langen Haarbüschel.
  • Die Verpuppung erfolgt in einem pergamentartigen, mit Borsten bedeckten Kokon, der frei an Grashalmen hängt.1

Erkennen

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Die Grasglucke (Euthrix potatoria) ist ein mittelgroßer Nachtfalter aus der Familie der Lasiocampidae. Die Falter erreichen eine Flügelspannweite von 40 bis 65 Millimetern. Ihre Flügelgrundfärbung variiert von ockergelb bis dunkel rotbraun. Es liegt ein ausgeprägter Sexualdimorphismus vor, bei dem die Männchen meist dunkler als die Weibchen gefärbt sind und gelegentlich einen violetten Schimmer aufweisen können. Auf den Vorderflügeln verlaufen etwa bei den Flügeldritteln zwei dunkelbraune, schräge Linien, wobei die vordere fast gerade verläuft. Zwischen der hinteren, deutlich schrägen Linie und dem distalen Flügelrand zieht sich eine meist nur schwach angedeutete, dunkelbraune Zackenbinde. Nahe dem Vorderand der Vorderflügel befindet sich zudem ein größerer und ein kleinerer weißer Fleck, die bisweilen braun gekernt sein können.1 Die Raupen erreichen eine Länge von ca. 75 Millimetern und sind durch ihre kontrastreiche Zeichnung unverwechselbar. Ihre dunkelgraue, altersabhängig ins Bläuliche übergehende Grundfärbung wird durch ein beidseitiges Band gelber bis oranger Flecken ergänzt. Neben diesen Flecken entspringen kurze, dichte, schwarze Haarbüschel, während an den Flanken paarweise oder dreifach angeordnete, dichte weiße Haarbüschel sitzen. Zusätzlich tragen die Raupen lange, rostbraune Haare sowie auffällige, orangerote Haarbüschel am Rücken des dritten Segments und schwarze Haarbüschel am vorletzten Segment. Die Eier sind oval, abgeflacht und weisen eine grünliche Grundfarbe mit einer graugrünen und weißen Musterung auf. Ähnliche Arten wie die Pflaumenglucke (Odonestis pruni) können durch spezifische Merkmale abgegrenzt werden. Belastbare morphologische Details zur Puppe oder zu spezifischen Kopf- und Thoraxstrukturen außerhalb der publizierten Flügel- und Raupenmerkmale fehlen in der aktuellen Datenlage.1

Porträt

Beschreibung

Die Grasglucke (Euthrix potatoria) ist ein typischer Vertreter der Schmetterlingsfamilie der Glucken (Lasiocampidae) und zeichnet sich durch eine spezialisierte Lebensweise aus. Im natürlichen Lebensraum fallen die nachtaktiven Falter durch ihre ockergelbe bis dunkel rotbraune Flügelgrundfärbung auf. Hinsichtlich des Sexualdimorphismus zeigt sich, dass Männchen meist dunkler als die Weibchen gefärbt sind und gelegentlich einen violetten Schimmer aufweisen. Die Flügelspannweite der imaginalen Falter bewegt sich im Bereich von 40 bis 65 Millimetern. Ein auffälliges Merkmal auf den Vorderflügeln sind ein größerer und ein kleiner weißer Fleck nahe dem Flügelvorderrand, die bisweilen braun gekernt sind. Ergänzend verlaufen auf den Vorderflügeln zwei dunkelbraune schräge Linien sowie eine meist schwach angedeutete Zackenbinde am distalen Flügelrand. Die Art ist in Mitteleuropa weit verbreitet, zeigt jedoch lokal rückläufige Populationen. Ihr Habitat umfasst neben lichten Wäldern auch Feuchtgebiete wie Röhrichte und Moorwiesen.1 Die Raupen der Grasglucke erreichen eine Körperlänge von ca. 75 Millimetern und sind durch eine komplexe, bunte Zeichnung unverwechselbar. Ihre Grundfärbung ist dunkelgrau bis bläulich, begleitet von einem Band gelber bis oranger Flecken beidseitig des Rückens. Zusätzlichen Schutz bieten kurze, dichte, schwarze Haarbüschel sowie paarweise oder dreifach angeordnete weiße Haarbüschel an den Körperseiten. Der Körper ist überwiegend mit langen, rostbraunen Haaren bedeckt, die bei Berührung abbrechen und in der menschlichen Haut stecken bleiben können. Am Rücken des dritten Segments besitzen die Raupen einen orangeroten und am vorletzten Segment einen schwarzen, langen Haarbüschel. Als Nahrungsspezialisten ernähren sich die Larven polyphag von verschiedenen Süßgräsern wie Schilfrohr (Phragmites australis), Rohrglanzgras (Phalaris arundinacea) und Pfeifengras (Molinia caerulea), gelegentlich fressen sie auch Sauergräser. Die namensgebende Besonderheit des Verhaltens besteht darin, dass die Raupen regelmäßig Wassertropfen zu sich nehmen, was ihnen im deutschen Sprachraum den Trivialnamen Trinkerin einbrachte. Die Eiablage erfolgt durch die Weibchen in Form von ovalen, abgeflachten, grünlich gefärbten Eiern, die graugrün und weiß gemustert einzeln oder in Häufchen auf Gräsern platziert werden. Nach der Aktivitätsphase überwintern die Tiere im dritten Larvenstadium (L3) auf Gräsern sitzend. Im folgenden Frühjahr fressen die Raupen bis Mai weiter, ehe sie sich in einem mit Borsten bedeckten, pergamentartigen Kokon an Grashalmen hängend verpuppen. Ausgewachsene Falter fliegen von Ende Juni bis Mitte August, wobei die Männchen rein nachtaktiv sind, während die Weibchen zusätzlich dämmenungsaktiv auftreten. Als nahe verwandte Art ist unter anderem die Pflaumenglucke (Odonestis pruni) zu nennen.1

Systematik

Name & Einordnung

Die Grasglucke (Euthrix potatoria) ist ein Schmetterling aus der Familie der Glucken (Lasiocampidae). Neben dem Haupt-Trivialnamen Grasglucke ist für die Art im deutschen Sprachraum auch die Bezeichnung Trinkerin gebräuchlich. Dieser Name leitet sich von der Verhaltensweise der Raupen ab, regelmäßig Wassertropfen aufzunehmen. Im englischen Sprachraum wird die Art als "Drinker" bezeichnet. Die wissenschaftliche Einordnung der Art erfolgt innerhalb der Ordnung der Schmetterlinge (Lepidoptera). Belastbare Daten zur genauen historischen Erstbeschreibung, Autorenschaft, Etymologie oder zu Synonymen fehlen in der aktuellen Datenlage. Daher wird hier auf Spekulationen verzichtet.1

Lebensweise

Biologie & Lebenszyklus

Die Grasglucke (Euthrix potatoria) ist eine univoltine Schmetterlingsart, deren nachtaktive Falter von Ende Juni bis Mitte August fliegen, während die dämmerungsaktiven Weibchen ihre Eier ablegen. Die ovalen, abgeflachten Eier sind grünlich gefärbt sowie graugrün und weiß gemustert und werden einzeln oder in Häufchen auf Gräsern deponiert. Aus diesen schlüpfen polyphage Raupen, die sich primär von verschiedenen Süßgräsern wie Schilfrohr (Phragmites australis), Rohrglanzgras (Phalaris arundinacea) und Pfeifengras (Molinia caerulea) sowie gelegentlich von Sauergräsern ernähren. Die Raupen sind nachtaktiv, sitzen tagsüber jedoch frei auf Gräsern und nehmen regelmäßig Wassertropfen auf, was der Art im Trivialnamen den Bezug zur Trinkerin einbrachte. Während ihrer Entwicklung durchlaufen die Raupen mehrere Stadien, wobei die Überwinterung obligatorisch im dritten Larvenstadium (L3) frei sitzend auf Gräsern erfolgt.1 Im folgenden Frühjahr setzen die Raupen ihren Fraß bis Mai fort, bevor sie eine Länge von ca. 75 Millimetern erreichen. Die Verpuppung findet in einem pergamentartigen, mit Borsten bedeckten Kokon statt, welcher hängend an Grashalmen befestigt wird. Adulte Falter nehmen keine Nahrung mehr zu sich, wodurch ihre Lebensdauer auf die Fortpflanzungsphase im Hochsommer beschränkt ist. Belastbare quantitative Daten zur genauen Dauer einzelner Entwicklungsstadien in Abhängigkeit von spezifischen Temperaturen sowie zu artspezifischen Mortalitätsfaktoren und Parasitoiden fehlen in der aktuellen Literaturlage.1

Lebensweise

Verhalten

Die nachtaktiven Falter von Euthrix potatoria fliegen von Ende Juni bis Mitte August, wobei die Weibchen vorwiegend dämmerungsaktiv sind. Auch die Raupen zeigen eine nachtaktive Lebensweise, sitzen jedoch tagsüber exponiert oben auf Gräsern. Ein auffälliges Verhaltensmerkmal der Raupen ist die regelmäßige Aufnahme von Wassertropfen, was der Art im deutschen Sprachgebrauch den Trivialnamen Trinkerin eingebracht hat. Die Überwinterung erfolgt im dritten Larvenstadium (L3) auf Gräsern sitzend. Als Schutzmechanismus dienen den Raupen ihre langen, braunen Haare, die bei Berührung abbrechen und in der menschlichen Haut stecken bleiben.1

Lebensweise

Ökologie

Euthrix potatoria besiedelt als polyphager Herbivor ein breites Spektrum feuchter bis trockener Offenland- und Waldhabitate wie lichte Wälder, Röhrichte, Moorwiesen, Dünen sowie Heidegebiete.12 Die Raupen ernähren sich spezialisiert von verschiedenen Süßgräbern und gelegentlich auch von Sauergräsern. Zu den dokumentierten Nahrungspflanzen gehören Schilfrohr (Phragmites australis), Rohrglanzgras (Phalaris arundinacea) und Pfeifengras (Molinia caerulea). Eine charakteristische Verhaltensanpassung der Larven ist die regelmäßige Aufnahme von Wassertropfen, was der Art im deutschen Sprachgebrauch den Trivialnamen Trinkerin eingebracht hat.1 Die nachtaktiven Falter nehmen keine Nahrung mehr zu sich.2 Das dritte Larvenstadium überwintert direkt frei auf Gräsern sitzend. Im darauffolgenden Frühjahr fressen die Raupen bis Mai, bevor sie sich in einem mit Borsten bedeckten, pergamentartigen Kokon an Grashalmen verpuppen.1 Die Falter fliegen univoltin von Ende Juni bis Mitte August.12

Verbreitung

Vorkommen & Lebensraum

Die Grasglucke (Euthrix potatoria) besitzt ein natürliches Verbreitungsgebiet, das sich über weite Teile der paläarktischen Region erstreckt. Ihr Areal umfasst ganz Europa, wobei der hohe Norden sowie der unmittelbare Mittelmeerraum ausgespart bleiben. Nach Osten hin reicht die Verbreitung bis nach Japan. In Mitteleuropa ist die Art weit verbreitet und gebietsweise häufig, zeigt jedoch lokal rückläufige Populationstendenzen. Das Artvorkommen erstreckt sich primär über verschiedene Offen- und Halboffenlandbiotope sowie lichte Waldbereiche. Typische Habitate umfassen lichte Wälder, ausgedehnte Röhrichte, Moorwiesen sowie sonstige Feuchtgebiete.1 Ergänzend belegen aggregierte Beobachtungsdaten Vorkommen in Grasländern, Heidegebieten, Dünen und an Süßwassersümpfen. Besiedlungen von stark urbanisierten oder agrarisch intensiv genutzten Flächen werden durch die ökologischen Ansprüche ausgeschlossen.2 Die polyphagen Raupen sind an feuchtigkeitsgeprägte Habitate gebunden, da sie sich von verschiedenen Süßgräsern wie Schilfrohr (Phragmites australis), Rohrglanzgras (Phalaris arundinacea) und Pfeifengras (Molinia caerulea) sowie gelegentlich Sauergräsern ernähren.1 Spezifische Daten zur Vertikalverbreitung in Höhenstufen liegen aus der Quelldatenbasis nicht vor. Belastbare quantitative Studien zur historischen Arealexpansion oder Einschleppung außerhalb des natürlichen Areals fehlen.1 Aufgrund fehlender systematischer Zeitreihenanalysen lassen sich langfristige Trendmuster der regionalen Häufigkeit derzeit nicht präzisieren.3

Verbreitung

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Dargun, 17 Dargun, Deutschland

    03.06.2026

  • Rügen, Wiek, Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland

    03.06.2026

  • Deutschland

    03.06.2026

  • Nünchritz, Sachsen, Deutschland

    02.06.2026

  • Bayerisch Gmain, Deutschland

    02.06.2026

Daten: iNaturalist

Sichtungen

Community-Analyse

OpenInsect
11
Sichtungen in den letzten 12 Monaten
Daten der silbarkrift.community
Zuletzt am 25.10.2026
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Jahresverlauf

Saisonalität & Aktivität

Die Grasglucke (Euthrix potatoria) ist eine univoltine Art, deren Falter in Mitteleuropa von Ende Juni bis Mitte August fliegen.1 Im Jahresverlauf korreliert das erhöhte öffentliche Suchinteresse mit dieser Hauptaktivitätsphase im Juni.2 Bezüglich der tageszeitlichen Aktivität sind die Falter nachtaktiv, wobei die Weibchen ein dämmerungsaktives Verhalten zeigen. Die Raupen können von September bis in den Juni des folgenden Jahres angetroffen werden. Auch die Raupen weisen eine nächtliche Aktivität auf, sitzen jedoch ergänzend tagsüber exponiert auf Gräsern. Als Überwinterungsstadium dient das dritte Larvalstadium (L3), in dem die Tiere frei auf Gräsern sitzend die kalte Jahreszeit verbringen. Nach der Überwinterung setzen die Larven ihre Fraßaktivität im darauffolgenden Frühjahr bis zum Monat Mai fort. Im Anschluss an diese Fraßphase verpuppen sie sich in einem pergamentartigen Kokon, der an Grashalmen befestigt wird. Belastbare quantitative Messwerte zu spezifischen Temperaturschwellen für die Aktivität liegen aus den vorliegenden Daten nicht vor.1

Praxiswissen

Bedeutung, Schäden & Prävention

Die Grasglucke (Euthrix potatoria) wird in der Forst- und Landwirtschaft nicht als bedeutender Schädling eingestuft, da Massenvermehrungen selten sind und keine flächendeckenden ökonomischen Schäden verursacht werden. Dennoch können die Raupen bei starkem Auftreten an Süßgräsern wie Schilfrohr (Phragmites australis), Rohrglanzgras (Phalaris arundinacea) oder Pfeifengras (Molinia caerulea) fressen. Eine gesundheitliche Relevanz ergibt sich direkt aus den Raupenhaaren, da die braunen Haare bei Berührung leicht abbrechen und in der menschlichen Haut stecken bleiben können.1 Dies kann zu lokalen Hautreizungen oder allergischen Reaktionen führen. Belastbare Daten zu spezifischen Monitoring-Methoden, präventiven baulichen Maßnahmen oder chemischen Bekämpfungsmitteln für diese Art fehlen in der Fachliteratur weitgehend. Aufgrund der unbedeutenden wirtschaftlichen Schadwirkung sind keine speziellen Bekämpfungsmaßnahmen oder gesetzlichen Regulierungen wie Quarantänebestimmungen oder Meldepflichten erforderlich.1

Nachweise

Quellen & Referenzen

  1. de.wikipedia.org/wiki/Grasglucke
  2. gbif.org/species/1734453