- Die Larven von Brachypera zoilus spinnen sich zur Verpuppung in einen Kokon ein.
- In Deutschland unterliegt der Große Klee-Kokonrüssler keinem gesetzlichen Schutz.
- Die Gattung Donus ist weltweit mit 113 Arten vertreten, während in Europa zwei Untergattungen mit insgesamt 36 Arten unterschieden werden.
- Die engeren Gattungen Donus und Hypera sind in Mitteleuropa durch etwa 31 Arten repräsentiert.
- Die Untergattung Antidonus, zu der die Art gehört, ist in Europa mit elf Arten vertreten, wobei ihre systematische Einordnung zwischen den Gattungen Donus, Hypera und Brachypera umstritten ist.
- Der Gattungsname Antidonus leitet sich von altgriechisch antí für gegen oder an Stelle von ab und bedeutet so viel wie ähnlich der Gattung Donus.
- Am Kopf kann der lange Fühlerschaft (Scapus) in eine Fühlerrinne eingelegt werden, die auf der Rüsseloberseite beginnt und zum Augenunterrand hin verläuft, wobei sie etwa bis zur Augenmitte reicht.
- Der Halsschild ist nahtlos mit der Vorderbrust verwachsen, etwa so lang wie breit und an den Seiten nur schwach gerundet, wobei er sich nach vorn stärker als nach hinten verjüngt.
- Die graubraunen Flügeldecken besitzen gut ausgebildete Schultern, sind deutlich breiter als der Halsschild und weisen hinten abgestutzte Schuppen ohne spitz ausgezogene Hinterecken auf.
- Auf den Flügeldecken verlaufen parallele Punktreihen aus eingedrückten Punkten, die durch breitere Zwischenräume getrennt sind, auf denen mäßig erhöhte, dunklere und samtartige Gitterflecken sitzen.1
Großer Klee-Kokonrüssler Hypera zoilus
KI-generierte Illustration (keine Fotografie)
Klassifikation
Taxonomie
- Reich
- Tiere (Animalia)
- Stamm
- Gliederfüßer (Arthropoda)
- Klasse
- Insekten (Insecta)
- Ordnung
- Käfer (Coleoptera)
- Familie
- Curculionidae
- Gattung
- Brachypera
Überblick
Einleitung
Der Große Klee-Kokonrüssler (Brachypera zoilus, in der Fauna Europaea Donus zoilus, im Standardwerk Freude-Harde-Lohse Hypera zoilus, bei Reitter Phytonomus punctatus) ist ein Käfer aus der Familie der Rüsselkäfer (Curculionidae). Die in der gesamten Paläarktis verbreitete Art gilt in ihrem natürlichen Areal als unauffällig, tritt jedoch in Regionen wie Nordamerika und Japan gelegentlich als Schädling an Luzerne und Klee auf. Morphologisch ähnliche Arten wie Hypera vidua besitzen ebenfalls gitterartige Flügeldeckenflecken, weshalb dieses Merkmal allein für eine sichere Bestimmung nicht ausreicht.1
Auf einen Blick
Fakten (kompakt)
Großer Klee-Kokonrüssler Bilder und Fotos von echten Sichtungen
Erkennen
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Der gedrungen gebaute Käfer Brachypera zoilus erreicht eine Körperlänge von knapp sechs bis neun Millimetern. Sein bräunlicher Körper ist dicht mit anliegenden Schuppen und abstehenden Schuppenhaaren bedeckt. Der Kopf ist nach vorn rüsselartig verlängert, wobei der Rüssel auffällig kurz und dick sowie höchstens doppelt so lang wie breit ist. Die seitenständigen und ovalen Augen besitzen eine horizontale Ausdehnung, die kleiner als die vertikale ist. Nahe der Rüsselspitze sind die Fühler eingelenkt, bestehend aus einem langen Basalglied (Scapus) und einer neungliedrigen Geißel mit anschließender Keule. Der nahtlos mit der übrigen Vorderbrust verwachsene Halsschild ist an den Seiten schwach gerundet, etwa gleich lang wie breit und verjüngt sich nach vorn stärker als nach hinten. Die graubraunen Flügeldecken weisen gut ausgebildete Schultern auf, sind zusammen deutlich breiter als der Halsschild und zeigen parallele Punktreihen. Der erste, dritte, fünfte und siebte Zwischenraum der Flügeldecken trägt mäßig erhöhte dunklere Gitterflecken, allerdings reicht dieses Merkmal allein für eine Bestimmung nicht aus. Am Hinterleib ragt ein Fortsatz des ersten Sternits zwischen die Hinterhüften, und alle Tarsen sind viergliedrig ausgebildet. Die Larven besitzen ähnlich den Schmetterlingsraupen Bauchschieber und entwickeln sich frei auf den Wirtspflanzen. Im letzten Larvenstadium präsentiert sich die Larve grün bis strohgelb mit einer feinen weißen Rückenlinie, die von sehr feinen rötlichen Linien begrenzt wird. Die ellipsoid geformten und bernsteinfarbenen Eier weisen eine Länge von etwa 1 mm auf. Zur Verpuppung spinnen die Larven einen etwa 8 mm langen, maschigen Kokon aus groben, bräunlichen Fäden an der Pflanze an. Eine Verwechslung ist unter anderem mit Hypera vidua möglich, bei der ebenfalls Gitterflecken auftreten, zudem fehlen verwandten Arten wie Hypera postica die spezifischen rötlichen Linien der Larven.1
Porträt
Beschreibung
Der Große Klee-Kokonrüssler (Brachypera zoilus) ist ein gedrungen gebauter Rüsselkäfer, der in der gesamten Paläarktis verbreitet ist und sich zudem in Nordamerika sowie Japan etabliert hat. Im natürlichen Lebensraum zeigt die Art eine unauffällige Lebensweise, wobei sie ganzjährig an verschiedenen Schmetterlingsblütlern angetroffen werden kann. Die Art durchläuft einen komplexen Lebenszyklus, der je nach geografischer Region und klimatischen Bedingungen variieren kann. Der Körper des Käfers erreicht eine Länge von knapp 6-9 mm und ist dicht mit anliegenden Schuppen sowie abstehenden Schuppenhaaren bedeckt. Ein charakteristisches anatomisches Merkmal ist der auffällig kurze und dicke Rüssel, der höchstens doppelt so lang wie breit ist und an der Spitze die Fühler einlenkt. Die graubraunen Flügeldecken besitzen gut ausgebildete Schultern und weisen Punktreihen aus eingedrückten Punkten auf, wobei bestimmte Zwischenräume hellere Beschuppungen und samtartige Gitterflecken zeigen. Diese Gitterflecken allein reichen jedoch für eine Bestimmung nicht aus, da sie auch bei verwandten Arten wie Hypera vidua vorkommen und zudem abgerieben sein können. Die Larven des Großen Klee-Kokonrüsslers entwickeln sich frei auf den Wirtspflanzen und besitzen funktionelle Bauchschieber, die an Schmetterlingsraupen erinnern. Während ihrer Entwicklung durchlaufen sie mehrere Stadien, wobei die Larven in den finalen Stadien eine grün bis strohgelbe Färbung mit einer dünnen, weißlichen Rückenlinie aufweisen. Diese Rückenlinie wird von sehr feinen rötlichen Linien begrenzt, die zwischen den Segmenten unterbrochen sind und das Unterscheidungsmerkmal zu ähnlichen Larven von Hypera postica darstellen. Zur Verpuppung spinnen die Larven einen charakteristischen Kokon aus unregelmäßigen Maschen grober, bräunlicher Fäden, der eine Länge von 8 mm erreicht und die dunkle Puppe im Inneren erkennen lässt. Die Eiablage erfolgt durch die Weibchen, die 200 bis 300 bernsteinfarbene, ellipsoid geformte Eier mit einer Länge von etwa 1 mm in oder an die Stängel der Wirtspflanzen ablegen. Nach etwa 20 Tagen schlüpfen daraus die weißlichen Larven. In Mitteleuropa und anderen Regionen überwintern die Larven meist in späteren Stadien im Bestand, wobei tiefe Temperaturen und Nahrungsmangel ihre Entwicklung verlangsamen. Nach einer sommerlichen Diapause der adulten Tiere im Boden erfolgt im Herbst die erneute Nahrungsaufnahme und Eiablage, wobei in einigen Populationen auch adulte Tiere oder Eier überwintern. Historisch wurde die Art 1775 von Scopoli als Curculio zoilus und unabhängig davon im selben Jahr von Fabricius als Curculio punctatus beschrieben. Aufgrund mehrfacher taxonomischer Überarbeitungen wird die Art in der Literatur synonym auch den Gattungen Brachypera, Donus oder Phytonomus zugeordnet. Belastbare morphologische Abgrenzungen zu den in Mitteleuropa mit etwa 31 Arten vertretenen eng verwandten Gattungen Donus und Hypera stützen sich auf feinstrukturelle Merkmale wie die Behaarung und Schuppung der Flügeldecken.1
Systematik
Name & Einordnung
Der Große Klee-Kokonrüssler (Brachypera zoilus) wurde im Jahr 1775 von dem Naturforscher Scopoli unter dem Namen Curculio zoilus erstmals wissenschaftlich beschrieben. Unabhängig davon publizierte Fabricius im selben Jahr eine Beschreibung derselben Art unter dem Namen Curculio punctatus. Der Artname zoilus geht auf den griechischen Redner Zoilus zurück, wobei die lateinische Erstbeschreibung keine Begründung für die Namenswahl enthält. Fabricius begründete seine Beschreibung des Käfers mit dem Artnamen punctatus (lat. punctātus punktiert) aufgrund der gefleckten Flügeldecke. Im Zuge mehrfacher taxonomischer Aufspaltungen der Gattung Curculio wurde die Art den Gattungen Phytonomus, Hypera, Brachypera und Donus zugeschlagen. Die systematische Stellung der Untergattung Antidonus, zu welcher die Art gehört, wird kontrovers diskutiert und wechselnd den Gattungen Donus, Hypera oder Brachypera zugeordnet. Im deutschsprachigen Raum ist die Art neben dem Hauptnamen Großer Klee-Kokonrüssler auch als Klee-Gespinstrüssler und Kleeblattnager bekannt. Je nach zoologischem Standardwerk wird die Art unterschiedlich geführt, so beispielsweise als Brachypera zoilus, in der Fauna Europaea als Donus zoilus, im Standardwerk Freude-Harde-Lohse als Hypera zoilus oder bei Reitter als Phytonomus punctatus. Darüber hinaus existieren zahlreiche Synonyme, die aus der Beschreibung von Lokalvarietäten als eigenständige Arten resultieren.1
Lebensweise
Biologie & Lebenszyklus
Brachypera zoilus besiedelt ein breites Spektrum von Schmetterlingsblütlern, wobei Larven und Adulte vor allem an Kleearten und Luzerne schädlich werden. Die Imagines erscheinen im späten Frühjahr von Ende Mai bis Anfang Juni und nehmen in den ersten drei bis vier Wochen intensiv Nahrung auf. Die maximale Nahrungsaufnahme erfolgt dabei etwa 5 Tage nach dem Schlüpfen, während sie nach rund 11 Tagen deutlich abnimmt. Nach dieser initialen Fraßphase begeben sich die Käfer auf den Boden und verbringen den Sommer in einer unbeweglichen Diapause unter Steinen, Zweigen oder Verstecken am Feldrand. Nach Abschluss der Sommertruhe beginnen die Tiere erneut zu fressen, woraufhin die Fortpflanzungsphase eingeleitet wird. Die Weibchen legen jeweils 200 bis 300 ellipsoide, bernsteinfarbene Eier mit einer Länge von etwa 1 mm in oder reihenweise an die Stängel der Wirtspflanzen ab. Aus den Eiern schlüpfen nach rund 20 Tagen die weißlichen Larven. Die Larven entwickeln sich frei auf den Wirtspflanzen und besitzen bauchschieberartige Fortsätze ähnlich von Schmetterlingsraupen. Sie ernähren sich primär von frisch gebildetem pflanzlichem Gewebe. Über die Wintermonate verlangsamt sich die Larvenentwicklung aufgrund niedriger Temperaturen und Nahrungsmangels erheblich. An wärmeren Wintertagen nutzen die Larven die Gelegenheit zur Nahrungsaufnahme, sodass sie im März das dritte oder vierte Larvenstadium erreichen. Während der letzten Stadien färbt sich die Larve grün bis strohgelb und trägt eine feine weiße Rückenlinie, die von unterbrochenen rötlichen Linien begrenzt wird. Im April beginnen die Larven am unteren Bereich des Stängels mit dem Spinnen eines kokonartigen Gebildes. Dieser etwa 8 mm lange Kokon besteht aus unregelmäßigen Maschen grober, bräunlicher Fäden, die die dunkle Puppe im Inneren erkennen lassen. Darin vollzieht sich die Verpuppung des vierten Larvenstadiums, aus dem im darauffolgenden Mai die neuen Weibchen schlüpfen. Regionale Abweichungen des Lebenszyklus sind belegt; so wird aus manchen Regionen die Überwinterung adulter Tiere oder alternativ die Überwinterung im Eistadium berichtet, während in Spanien die adulten Tiere spätestens im Oktober absterben. Tiefe Temperaturen hemmen die Larvenentwicklung, wie Untersuchungen zur temperaturabhängigen Physiologie in Japan zeigen.1
Lebensweise
Verhalten
Nach der Nahrungsaufnahme begeben sich die Imagines von Brachypera zoilus auf den Boden und verbringen dort den Sommer in einem unbeweglichen Zustand unter Steinen, Zweigen oder anderen Gegenständen am Feldrand. Während dieser sommerlichen Diapause nehmen die Käfer keine Nahrung auf. Nach Beendigung dieser Ruhephase nehmen die Tiere ihre Freßtätigkeit wieder auf und beginnen mit der Eiablage in die Stängel der Wirtspflanzen. Die Eiablage erfolgt dabei in Reihen. Die Larven entwickeln sich frei auf ihren Wirtspflanzen und nutzen zur Fortbewegung Bauchschieber, die denen von Schmetterlingsraupen ähneln. Belastbare Daten zu weiteren Verhaltensweisen wie Orientierung, Kommunikation oder spezifischem Abwehrverhalten liegen in den Quellen nicht vor.1
Lebensweise
Ökologie
Der Große Klee-Kokonrüssler (Brachypera zoilus) nutzt ein breites Spektrum von Schmetterlingsblütlern als Wirtspflanzen und besiedelt vor allem Kleearten sowie Luzerne. Die Larven entwickeln sich frei auf den Pflanzen und ernähren sich von frischem Pflanzengewebe. In landwirtschaftlich genutzten Kulturen tritt die Art gelegentlich als Schädling auf. Belastbare Daten zu spezifischen natürlichen Feinden, Parasitoiden oder genauen mikroklimatischen Anforderungen abseits der allgemeinen Temperatureffekte auf die Larvenentwicklung fehlen in den vorliegenden Quellen. Die Imagines zeigen eine saisonale Anpassung mit einer sommerlichen Diapause am Boden unter Steinen oder Zweigen. Überwinterungsstrategien variieren je nach Region; so wird in einigen Populationen die Überwinterung als Larve oder im Eistadium beobachtet, während anderswo auch adulte Tiere überwintern.1
Verbreitung
Vorkommen & Lebensraum
Der Große Klee-Kokonrüssler (Brachypera zoilus) ist in seiner natürlichen paläarktischen Heimat weit verbreitet und gilt dort als nicht selten. Das ursprüngliche Areal umfasst weite Teile der Paläarktis. Neben dem eurasiatischen Raum hat sich die Art durch menschliche Einflüsse auch in anderen Regionen der Welt etabliert.1 So ist sie seit dem Ende des 19. Jahrhunderts in Nordamerika heimisch, wo sie sich rasch ausgebreitet hat. Darüber hinaus wird die Art seit 1978 auch aus Japan gemeldet. In Mitteleuropa und Deutschland ist der Rüssler regelmäßig anzutreffen, wobei er in seinem natürlichen Verbreitungsgebiet meist unauffällig bleibt.1 Die Habitate sind eng mit dem Vorkommen verschiedener Schmetterlingsblütler verknüpft. Als Wirtspflanzen dienen primär Kleearten sowie die Luzerne. In den Regionen seiner Einführung, wie in Teilen Nordamerikas und Japans, tritt der Käfer gelegentlich als Schädling an diesen Futterpflanzen auf. Belastbare und systematische Daten zur genauen Vertikalverbreitung oder spezifischen Höhenstufen fehlen für Brachypera zoilus weitgehend.1 Aktuelle Beobachtungsdaten bestätigen das kontinuierliche Vorkommen im europäischen Raum, darunter Funde aus Nordeuropa wie Lettland.12 Besondere Vorkommen in geschlossenen Siedlungsbereichen oder Gebäuden sind nicht dokumentiert.1
Verbreitung
Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland
Sichtungen
Community-Analyse
Jahresverlauf
Saisonalität & Aktivität
Der Große Klee-Kokonrüssler (Brachypera zoilus) zeigt im Jahresverlauf eine komplexe Aktivitätsdynamik, die stark von regionalen Klimabedingungen beeinflusst wird. Die Imagines erscheinen nach Daten aus Spanien im späten Mai sowie im frühen Juni und zeigen eine intensive Nahrungsaufnahme an Luzerne. Nach dieser Fressphase begibt sich die Imago auf den Boden und verbringt den Sommer in einer unbeweglichen Diapause unter Steinen oder Zweigen. Nach der sommerlichen Diapause nehmen die Käfer ihre Aktivität wieder auf, woraufhin die Eiablage in die Stängel der Wirtspflanzen erfolgt. Die ellipsoid geformten, bernsteinfarbenen Eier weisen eine Länge von rund 1 mm auf. Nach etwa 20 Tagen schlüpfen daraus die weißlichen Larven, die sich von frisch gebildetem Gewebe ernähren. Über die Wintermonate verlangsamt sich die Larvenentwicklung aufgrund niedriger Temperaturen und Nahrungsmangels erheblich. Dennoch nutzen die Larven wärmere Tage zur Nahrungsaufnahme, sodass sie im März das dritte oder vierte Larvenstadium erreichen. Im April spinnen die Larven am unteren Bereich des Stängels ihre Kokons, in denen die Verpuppung stattfindet. In spanischen Untersuchungen starben adulte Tiere spätestens im Oktober, während aus anderen Regionen abweichend die Überwinterung adulter Käfer beschrieben wird. Ergänzend dokumentieren Studien aus den USA gelegentlich auch eine Überwinterung im Eistadium. Tiefe Temperaturen hemmen die Larvenentwicklung generell, wie unter anderem Untersuchungen aus Japan belegen. In Deutschland zeigt sich ein erhöhtes öffentliches Informationsinteresse an der Art vor allem im Januar.1
Jahresverlauf
Saisonalität und Nachfragetrend
Basierend auf dem Silberkraft TrendIndex – unserem eigenen Modell aus Suchdaten und Naturbeobachtungen
Saisonale Aktivität
Entwicklung über die Jahre
Praxiswissen
Bedeutung, Schäden & Prävention
Der Große Klee-Kokonrüssler (Brachypera zoilus) wird in Regionen wie Nordamerika und Japan gelegentlich als Schädling an Kleearten und Luzerne eingestuft. In seinem ursprünglichen Verbreitungsgebiet gilt er hingegen als unauffällig. Als Schadbild treten Fraßschäden an den Wirtspflanzen auf, die primär durch die Larven verursacht werden. Die Larven ernähren sich von frisch gebildetem Gewebe.1 Belastbare Daten zu wirtschaftlichen Schadschwellen oder spezifischen Bekämpfungsmaßnahmen fehlen in der aktuellen Literatur weitgehend, da die Art in Europa nicht als bedeutender Schadorganismus gilt. Die Art unterliegt in Deutschland keinem Schutz und erfordert keine besonderen rechtlichen Maßnahmen.1 Präventive oder bekämpfende Maßnahmen sind im mitteleuropäischen Raum mangels wirtschaftlicher Relevanz nicht etabliert. Die Entwicklung der Larven wird durch tiefere Temperaturen gehemmt, wobei sie über den Winter langsam weiterwachsen. Die Verpuppung findet im April in Kokons am unteren Bereich des Stängels statt. Die Art bildet einen charakteristischen Kokon mit unregelmäßigen Maschen aus, der die Puppe erkennen lässt.1 Eine medizinische oder gesundheitliche Relevanz der Art ist nicht bekannt. Spezifische Monitoring-Methoden oder integrierte Bekämpfungskonzepte wurden für diese Art bisher nicht systematisch entwickelt.
Praxiswissen
Wirtschaftliche Bedeutung
In seinem ursprünglichen europäischen Verbreitungsgebiet verhält sich Brachypera zoilus unauffällig und verursacht keine nennenswerten Schäden. Nach seiner Verschleppung nach Nordamerika und Japan tritt der Käfer dort gelegentlich als Schädling in Luzerne- und Kleekulturen auf. Sowohl die Imagines nach ihrer Sommerdiapause als auch die sich entwickelnden Larven fressen an diesen Schmetterlingsblütlern. Wirtschaftlich relevante Schadensschwellen, genaue Bezifferungen von Bekämpfungskosten oder Berichte über Totalverluste liegen in den vorliegenden Daten jedoch nicht vor. Belastbare Berichte über Auswirkungen auf andere Wirtschaftszweige wie Forstwirtschaft, Lagerhaltung oder das Bauwesen fehlen vollständig.1
Nachweise