- Der Gefurchte Dickmaulrüssler (Otiorhynchus sulcatus) ist ein flugunfähiger Käfer aus der Familie der Rüsselkäfer (Curculionidae).1
- Die Art stammt ursprünglich aus Europa, wurde aber in Nordamerika eingeschleppt und ist dort seit dem frühen 20. Jahrhundert weit verbreitet.1
- Adulte O. sulcatus sind 9–13 mm lang und haben einen schiefergrauen bis schwarzen Körper.
- Die Flügeldecken der adulten Käfer weisen kurze, goldene Haare auf.
- Adulte Otiorhynchus sulcatus sind ausschließlich weiblich und pflanzen sich parthenogenetisch fort, d.h. ohne Männchen.
- Die Larven sind beinlos, C-förmig, weiß mit braunen Köpfen und werden 10–15 mm lang.1
- Die Larven von O. sulcatus fressen an Pflanzenwurzeln.
- Der Gefurchte Dickmaulrüssler befällt über 100 Pflanzenarten, darunter Rhododendren, Eiben (Taxus), Hemlocktannen und krautige Stauden wie Astilben und Hosta.1
- Der Lebenszyklus von O. sulcatus umfasst typischerweise eine Generation pro Jahr im gemäßigten Klima.
- Adulte Käfer sind nachtaktiv und verstecken sich tagsüber im Boden oder unter Pflanzenresten.
- Weibchen legen 200–500 Eier in den Boden in der Nähe der Pflanzenbasis.
- Die Larven überwintern im Boden und fressen im Frühjahr weiter an den Wurzeln.
- In geschützten Umgebungen wie Gewächshäusern können mehrere Generationen pro Jahr auftreten.
- Larven verursachen die größten Schäden, da sie Wurzeln und Stämme umfressen, was zu Welke, Wachstumsstörungen und im schlimmsten Fall zum Absterben der Pflanze führt.1
- Die Art wurde erstmals im frühen 19. Jahrhundert in Deutschland als Schädling an Weinreben dokumentiert.1
- Die parthenogenetische Fortpflanzung von O. sulcatus wird durch das endosymbiontische Bakterium Wolbachia induziert.
- Die optimalen Temperaturen für die Eiproduktion und -entwicklung liegen bei 21–22 °C.1
- Die Ausbringung von entomopathogenen Nematoden ist eine biologische Bekämpfungsmethode gegen O. sulcatus-Larven im Boden.1
- Pheromon-basierte Lockstofffallen können in Kombination mit Lichtquellen zur Überwachung und Bekämpfung eingesetzt werden.2
- Biologische Insektizide auf Basis von Bacillus thuringiensis-Toxinen können zur Bekämpfung von O. sulcatus eingesetzt werden.2