Lexikon-Eintrag

Linienschwärmer Hyles livornica

Linienschwärmer (Hyles livornica), KI-Illustration

KI-generierte Illustration (keine Fotografie)

Klassifikation

Taxonomie

Reich
Tiere (Animalia)
Stamm
Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse
Insekten (Insecta)
Ordnung
Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie
Sphingidae
Gattung
Hyles

Überblick

Einleitung

Der Linienschwärmer (Hyles livornica) ist ein Schmetterling aus der Familie der Schwärmer (Sphingidae), der vorwiegend in den altweltlichen Tropen und Subtropen beheimatet ist. Als ausgesprochener Wanderfalter fliegt die Art regelmäßig nach Europa ein, kann dort jedoch abgesehen von vereinzelten Jahren mit Massenauftreten dauerhaft nicht überwintern. Ihren Trivialnamen verdankt die Art den auffälligen weißen Flügeladern auf den Vorderflügeln, die sie von einigen ähnlichen Arten abgrenzen.1

Auf einen Blick

Fakten (kompakt)

  • Im Osten des Verbreitungsgebietes erreichen Falter eine maximale Flügelspannweite von bis zu 90 Millimetern.
  • In der südlichen Sahara treten kleinwüchsige und blass gefärbte Individuen auf, die als forma saharae bezeichnet werden.
  • Der Kopf und der Rücken des Thorax sind olivbraun gefärbt, wobei der Thorax zusätzlich weiße Seitenstreifen und weiß gerandete Schulterdecken (Tegulae) aufweist.
  • Auf den Vorderflügeln kann ein sehr feiner, punktförmiger schwarzer und weißlich umrandeter Diskalfleck ausgebildet sein, der jedoch variabel ist.
  • Die Hinterflügel zeigen eine rosarote Grundfarbe mit schwarzer Basis, einer gleichbleibend breiten schwarzen Saumbinde sowie weißen Fransen und einem weißen Fleck am Flügelinnenrand.
  • Die dunkel olivbraunen Fühler besitzen eine weiße Spitze und erreichen bei Männchen eine Länge von 8,5 bis 14 Millimetern sowie bei Weibchen von 9,5 bis 11 Millimetern.
  • Die Eier des Linienschwärmers sind mit Maßen von 1,1 mal 1,0 Millimetern blassgrün, leicht oval und im Verhältnis zum Falter sehr klein.
  • Nach dem Schlupf sind die Raupen drei bis vier Millimeter lang und erreichen am Ende ihrer Entwicklung eine Körperlänge von 65 bis 80 Millimetern.1

Erkennen

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Der Linienschwärmer (Hyles livornica) ist ein mittelgroßer bis großer Nachtfalter aus der Familie der Schwärmer (Sphingidae) mit einer im Westen des Verbreitungsgebietes variablen Flügelspannweite von 46 bis 85 Millimetern. Männchen erreichen dabei eine Spannweite von 46 bis 80 Millimetern, während Weibchen mit 67 bis 85 Millimetern etwas größer ausfallen. Die Falter besitzen einen überwiegend olivbraunen Körper und charakteristisch gefärbte Vorderflügel mit hellerem Vorderrand und auffallend weißlichen bis gelblichen Flügeladern. Auf den Vorderflügeln verläuft ein schwach gewellter Längsstreifen, der am Hinterrand nahe der Flügelwurzel als breiter weißer Streifen beginnt, sich gelblich fortsetzt und schließlich verschmälert in den Apex ausläuft. Der Thorax zeigt eine olivbraune Grundfärbung mit weißen Seitenstreifen und weiß gerandeten Schulterdecken, während der olivbraune Hinterleib schwarz-weiße Segmenteinschnitte und an den ersten beiden Segmenten große schwarz-weiße Seitenflecken aufweist. Die Hinterflügel sind rosarot gefärbt, tragen eine schwarze Basis sowie eine gleichmäßig breite schwarze Saumbinde und zeigen am inneren Flügelrand einen weißen Fleck neben dem rosaroten Bereich. Die Fühlerspitzen sind weiß, wobei die Fühler der Männchen 8,5 bis 14 Millimeter und die der Weibchen 9,5 bis 11 Millimeter lang sind und artspezifische morphologische Unterschiede in der Querschnittsform aufweisen. Die blassgrünen Eier sind leicht oval geformt und messen sehr kleine 1,1 mal 1,0 Millimeter. Die Raupen erreichen eine Endkörperlänge von 65 bis 80 Millimetern, sind nach dem Schlupf jedoch drei bis vier Millimeter lang und durchlaufen stark variable Farbanpassungen mit einer Grundfarbe von meist schwarz mit gelber Punktierung sowie auffälligen gelben Subdorsal- und Infrastigmatallinien. Das gerade, gleichmäßig kegelförmig verjüngende und in einer abgestumpften Spitze endende Analhorn der Raupen ist gelborange bis rötlich-rosa mit schwarzer Spitze und rauer Oberfläche. Die Puppen sind 30 bis 45 Millimeter lang, besitzen eine glanzlose, leicht körnig strukturierte Oberfläche von variabler brauner bis gelblicher oder durchscheinender Färbung und enden in einem Kremaster mit einer sehr kurzen, feinen Spitze. Ähnliche Arten wie Hyles lineata oder Hyles livornicoides lassen sich vor allem durch spezifische Fühlerfärbungen, thorakale Längsstreifen oder abdominale Fleckenanzahlen unterscheiden.1

Porträt

Beschreibung

Der Linienschwärmer (Hyles livornica) ist ein in den altweltlichen Tropen und Subtropen beheimateter Wanderfalter aus der Familie der Schwärmer (Sphingidae). Im natürlichen Lebensraum fällt die Art durch ihre olivbraune Grundfärbung und charakteristische weiße Flügeladern auf den Vorderflügeln auf, welche ihr den deutschen Namen einbrachten. Das Artepitheton livornica leitet sich von der Stadt Livorno ab, wo das erstbeschriebene Exemplar gefunden wurde. Lange Zeit wurde die Art als Unterart des amerikanischen Hyles lineata betrachtet, bis mtDNA-Untersuchungen zeigten, dass es sich um eigenständige Arten handelt. Die Flügelspannweite der Falter variiert im Westen des Verbreitungsgebietes zwischen 46 und 85 mm, wobei Männchen mit 46 bis 80 mm etwas kleiner sind als Weibchen mit 67 bis 85 mm. Auf der Oberseite zeigen die Vorderflügel einen feinen, punktförmigen und weißlich umrandeten Diskalfleck, der jedoch bisweilen fehlen kann. Die Hinterflügel sind auffällig rosarot gefärbt und tragen eine gleichmäßig breite schwarze Saumbinde. Anatomisch unterscheiden sich die Geschlechter unter anderem in der Struktur der Fühler: Weibliche Fühler besitzen einen fast runden Querschnitt mit muschelförmigen Strukturen, während die der Männchen einen halbrunden bis spitz ausgewölbten Querschnitt mit dichten Haarbüscheln als Pheromonrezeptoren aufweisen. Die winzigen Eier sind mit 1,1 mal 1,0 mm blassgrün und oval geformt. Die Raupen durchlaufen eine stark variable Entwicklung von anfänglich 3 bis 4 mm Länge bis zu einer Endgröße von 65 bis 80 mm. Nach dem Schlupf gelblich- bis weißlich-grün, treten sie ab dem zweiten Stadium in zwei Hauptfarben (olivgrün oder schwarz) mit charakteristischen Gelbtönen bei den Längslinien und Augenflecken auf. Im letzten Stadium besitzen sie eine stark variable Grundfarbe, oft mit sattelartigen schwarzen Segmentausbuchtungen und einem geraden, rau gekörnten Analhorn mit schwarzer Spitze. Die Puppen sind 30 bis 45 mm lang, schlank, variabel braun gefärbt und besitzen eine glanzlose, leicht körnige Oberfläche. Im Vergleich zu ähnlichen Arten wie Hyles dahlii oder Hyles tithymali unterscheidet sich der Linienschwärmer verlässlich durch die hell gefärbten Flügeladern.1

Systematik

Name & Einordnung

Der Linienschwärmer (Hyles livornica) ist ein Schmetterling aus der Familie der Schwärmer (Sphingidae). Seinen deutschen Trivialnamen verdankt der Falter den auffälligen, hellen und weißlichen Flügeladern auf den ansonsten olivbraunen Vorderflügeln. Da dieses spezifische Merkmal auch bei der nordamerikanischen Art Hyles lineata auftritt, wird diese ebenfalls als Linienschwärmer bezeichnet. Lange Zeit wurde Hyles livornica taxonomisch lediglich als Unterart des amerikanischen Vertreters angesehen.1 Erst im späten 20. Jahrhundert setzte sich die wissenschaftliche Auffassung durch, dass es sich um zwei eigenständige Arten handelt. Neuere mitochondriale DNA-Untersuchungen bestätigen diese Trennung und zeigen, dass die beiden morphologisch ähnlichen Taxa innerhalb der Gattung Hyles nicht näher miteinander verwandt sind. Das spezifische Artepitheton livornica bezieht sich etymologisch auf die italienische Stadt Livorno, an deren Standort das Typusexemplar entdeckt wurde.1 Auf internationaler Ebene ist die Art unter anderem im Englischen als Striped Hawk-Moth bekannt. In Pakistan und weiteren Regionen wurde die Art historisch teilweise direkt unter dem Synonym Hyles lineata oder als Unterart Hyles lineata subsp. livornica geführt. Belastbare historische Details zur exakten Erstbeschreibung durch Autor und Jahr sind in den vorliegenden Primärdaten nicht spezifiziert.1

Lebensweise

Biologie & Lebenszyklus

Der Linienschwärmer (Hyles livornica) zeigt als opportunistischer Wanderfalter eine hohe Reproduktionskapazität mit kontinuierlicher Generationenfolge in den Tropen und Subtropen. In dauerhaft besiedelten Regionen wie Afrika fliegt die Art ganzjährig in aufeinanderfolgenden Generationen. Die Falter sind vor allem in der Dämmerung aktiv und fliegen zwischen 20:00 und 21:30 Uhr sowie gelegentlich tagsüber bei Sonnenschein. Bei der Nektarsuche sind die polyphagen Imagines nicht wählerisch und fliegen stark süßlich duftende Blüten an. Die Abfluggeschwindigkeit von Blüten liegt zwischen 25 und 45 km/h, während für Wanderflüge Geschwindigkeiten von maximal 70 km/h angenommen werden. Die Eizahl und Reproduktion hängen stark von der Photoperiode ab; für eine erfolgreiche Eireifung benötigt die Art Kurztage mit maximal 14 Stunden Licht. Längere Tageslichtperioden von 16 Stunden und mehr, wie sie im Frühsommer in Mitteleuropa auftreten, verzögern die Eireifung so stark, dass Nachkommen ausbleiben oder unfruchtbar bleiben. Die blassgrünen, leicht ovalen Eier messen 1,1 x 1,0 mm. Die Raupen schlüpfen mit einer Länge von 3 bis 4 mm und durchlaufen insgesamt fünf Stadien bis zu einer Endlänge von 65 bis 80 mm. Ab dem zweiten Stadium treten die Raupen in polymorphen Farbmorphen auf, wobei die Grundfarbe variieren kann und charakteristische Längslinien sowie Augenflecken ausbilden. Die polyphagen Larven ernähren sich primär von Ampfer (Rumex), Vogelknöterichen (Polygonum) und Affodill (Asphodelus), fressen jedoch ein breites Spektrum weiterer Kräuter und Kulturpflanzen. Ein Nahrungspflanzenwechsel wird von den Raupen in der Regel schlecht vertragen, weshalb sie sich während ihrer gesamten Entwicklung von der ursprünglich angewöhnten Nahrungspflanze ernähren müssen. Die Verpuppung findet in einer 30 bis 45 mm langen, braunen oder gelblichen Puppe statt, deren Oberfläche glanzlos und leicht körnig strukturiert ist.1 Die Überwinterung erfolgt bei dieser Art im Puppenstadium.2 Belastbare quantitative Daten zu spezifischen Mortalitätsraten, Parasitoiden oder artspezifischen Prädatoren fehlen in der Literatur weitgehend, jedoch scheinen Larven an bestimmten suboptimalen Wirten vor der Verpuppung zugrunde zu gehen.1

Lebensweise

Verhalten

Der Linienschwärmer (Hyles livornica) zeigt ein hochgradig mobiles und aktives Verhaltensmuster, das stark von jahreszeitlichen Wanderungen geprägt ist. Die sehr aktiven Imagines sind primär dämmerungsaktiv und fliegen bevorzugt zwischen 20:00 und 21:30 Uhr; während ihrer Wanderflüge nutzen sie jedoch auch den Tag und fliegen bei Sonnenschein. Bei der Fortbewegung erreichen die Falter Abfluggeschwindigkeiten von 25 bis 45 km/h an den Blüten, während für die eigentlichen Wanderflüge eine Höchstgeschwindigkeit von maximal 70 km/h angenommen wird. Zur Orientierung und Nahrungssuche werden die Tiere besonders von süßlich duftenden Blüten stark angezogen, wobei sie bei Versuchen rasch violette und blaue Blumenattrappen anflugen und sich schnell an weiße Blüten adaptierten. Nachts zeigen sie eine starke positive Phototaxis und fliegen künstliche Lichtquellen an. Das Reproduktionsverhalten ist eng an ökologische Faktoren gekoppelt, da die Falter bei längeren Tageslichtperioden im Sommer ihr Fortpflanzungsverhalten anpassen und in kühlere Regionen abwandern. Die polyphagen Raupen weisen eine strikte Nahrungsgebundenheit auf, da sie einen einmal gewählten Wechsel der Nahrungspflanze während ihrer Entwicklung nicht gut vertragen.1

Lebensweise

Ökologie

Der Hyles livornica besetzt als polyphager Herbivor und mobiler Bestäuber eine wichtige ökologische Nische in unterschiedlichen Offenlandhabitaten der altweltlichen Tropen, Subtropen sowie als Wanderfalter in temporären europäischen Arealen. Die Falter agieren als effektive Bestäuber, die nachts gezielt süßlich duftende Blüten von Pflanzen wie Heckenkirschen (Lonicera), Nachtkerzen (Oenothera) oder Stechäpfeln (Datura) aufsuchen. Die Raupen ernähren sich polyphag von einer breiten Palette an Wirtspflanzen, wobei Ampfer (Rumex), Vogelknöteriche (Polygonum) und in wärmeren Regionen Affodill (Asphodelus) zu den Hauptnahrungspflanzen zählen. Belastbare systematische Daten zu spezifischen Parasitoiden oder natürlichen Feinden fehlen in der aktuellen Literatur weitgehend, jedoch zeigt sich bei bestimmten suboptimalen Wirtspflanzen wie Eukalyptusarten (Eucalyptus resinifera, Eucalyptus rostrata) ein vollständiges Larvensterben vor der Verpuppung. Die Habitatpräferenzen erstrecken sich über spärlich bewachsene Offenlandgebiete wie Halbwüsten, Steppen, Savannen, Felsfluren und Trockenhänge, wobei die Art im Himalaya-Raum in Höhenlagen von über 4000 Metern nachgewiesen wurde. Das Mikroklima und die Generationsfolge sind stark an photoperiodische Bedingungen gekoppelt, weshalb für eine erfolgreiche Reproduktion Kurztage mit maximal 14 Stunden Licht erforderlich sind. Infolge extremer Witterungsbedingungen und nach regenreichen Wintern in Nordafrika kann es zu Massenvermehrungen und sprunghaften Wanderflügen nach Norden kommen. Konkurrenzbeziehungen zu anderen Schwärmerarten sind bisher nicht systematisch untersucht. Aufgrund des Status als obligater Wanderfalter ist die Art in Mitteleuropa stark von jährlichen Zuwanderungen abhängig und kann dort den Winter in keinem Entwicklungsstadium überstehen.1

Verbreitung

Vorkommen & Lebensraum

Der Linienschwärmer (Hyles livornica) ist primär in den altweltlichen Tropen und Subtropen beheimatet und kommt als dauerhafter Resident in Afrika, dem Nahen Osten, Zentralasien sowie Teilen Westchinas vor. In Europa ist die Art als permanenter Bewohner auf die Küstenregionen des Mittelmeers, die medizinischen Inseln sowie Madeira und die Kanarischen Inseln beschränkt. Von diesen Arealen aus unternimmt der Falter regelmäßig weitreichende Wanderflüge nach Norden, wodurch er im Sommer auch in Mitteleuropa und Skandinavien anzutreffen ist. In Deutschland und dem DACH-Raum tritt der Wanderfalter in durchschnittlichen Jahren sehr spärlich auf, kann in Jahren mit Masseneinwanderungen jedoch in größeren Individuenzahlen erscheinen. Die Nachweise erstrecken sich dabei gelegentlich auch in alpine Höhenlagen, wie Funde aus dem Hochgebirge in bis zu 2300 m Seehöhe belegen. Weltweit wurden Populationen im Hochgebirge sogar in über 4000 m Höhe in Nepal und bis 3900 m in Tibet nachgewiesen. Als Lebensräume besiedelt Hyles livornica unterschiedlichste Offenlandhabitate mit spärlichem Baum- und Strauchbewuchs. Dazu zählen Halbwüsten, Steppen und Savannen ebenso wie Oasen, Felsfluren, Trockenhänge, Strände, offene Buschwälder und Kulturlandschaften wie Gärten und Weinberge.1 Nach aggregierten Beobachtungsdaten umfasst das Spektrum der besiedelten Habitate neben Offenland auch urbane Bereiche, Dünenstrukturen und Waldränder.2 Die Raupen nutzen eine breite Palette an Wirtspflanzen, wobei Kräuter wie Ampferarten (Rumex) und Knöteriche (Polygonum) sowie in Nordafrika und dem Nahen Osten Asphodelus-Arten eine zentrale Rolle spielen. Der mitteleuropäische Winter kann von den Entwicklungsstadien nicht überstanden werden, weshalb dauerhafte Populationen nördlich der Alpen fehlen.1 Belastbare kontinuierliche Zeitreihen zur langfristigen Arealverschiebung in Mitteleuropa fehlen, jedoch zeigen regionale Daten eine Zunahme regelmäßiger Funde ab dem späten 20. Jahrhundert.2

Verbreitung

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Bayern, Deutschland

    11.08.2025

  • Schönau a. Königssee, 83471 Schönau am Königssee, Deutschland

    10.08.2025

  • Фрайлассинг, Бавария, Deutschland

    01.08.2025

  • Deutschland

    28.07.2025

  • Deutschland

    25.07.2025

Daten: iNaturalist

Sichtungen

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10
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Zuletzt am 25.09.2026
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Jahresverlauf

Saisonalität & Aktivität

Der Linienschwärmer (Hyles livornica) zeigt als ausgeprägter Wanderfalter stark variable Aktivitäts- und Flugzeiten im Jahresverlauf, die maßgeblich von geografischen Regionen und migratorischen Zyklen abhängen. In den afrikanischen Tropen und Subtropen südlich der Sahara fliegen die Imagines ganzjährig in kontinuierlich aufeinander folgenden Generationen. Im Gegensatz dazu ist das Auftreten in Nordafrika von Februar bis Oktober dokumentiert, wobei dort mehrere nicht scharf getrennte Generationen ausgebildet werden und ein Populationsmaximum im März oder April auftritt. Im Osten Saudi-Arabiens erstreckt sich die Flugzeit von November bis April mit Schwerpunkten im Januar und Februar. In Mitteleuropa und Nordeuropa treten einwandernde Falter in unregelmäßigen Abständen meist ab Mai oder Juni bis September auf. Die Raupenentwicklung findet im heimischen Sommerhalbjahr statt, wobei erfolgreiche Reproduktionen in Mitteleuropa stark von klimatischen Bedingungen und Tageslängen abhängen. Für eine erfolgreiche Eireifung benötigt die Art artspezifisch Kurztage mit maximal 14 Stunden Licht, weshalb zu lange photoperiodische Bedingungen im Frühsommer die Reproduktion hemmen. Die stark aktiven Falter fliegen bevorzugt in den Abendstunden kurz vor und während der Dämmerung zwischen 20:00 und 21:30 Uhr, fliegen auf ihren Wanderflügen jedoch auch morgens und tagsüber bei Sonnenschein. Nachts suchen sie zudem zielgerichtet künstliche Lichtquellen auf. Den mitteleuropäischen Winter können sie jedoch nicht überleben.1 Nach Datenlage überwintert die Art in wärmeren Regionen primär als Puppe.2

Praxiswissen

Bedeutung, Schäden & Prävention

Der Linienschwärmer (Hyles livornica) ist primär als wandernder Herbivor einzuordnen, der in Mitteleuropa aufgrund seiner mangelnden Frosthärte keinen dauerhaften Status als Schädling hat, jedoch in den afrikanischen und mediterranen Ursprungsgebieten bei Massenvermehrungen lokal Schäden verursachen kann. Das Schadpotenzial geht vor allem von den polyphagen Raupen aus, die an zahlreichen Kulturpflanzen wie Weinreben, Rüben, Kichererbsen und Gartensalat fressen und gelegentlich sogar unreife Früchte oder Blätter kahlfressen. Typische Schadbilder umfassen Fraßschäden an Blütenständen, Früchten und der vegetativen Biomasse von Wirtspflanzen wie Ampfer, Labkräutern und Kulturpflanzen. Medizinische oder gesundheitliche Relevanzen im Sinne von Allergien oder Vektoreigenschaften sind für Hyles livornica nicht bekannt. Früherkennungs- und Befallsanzeichen basieren im sommerlichen Mitteleuropa auf dem seltenen Fund einzelner Raupen an Wirtspflanzen wie Echtem Labkraut oder durch das Anfliegen adulter Falter an künstliche Lichtquellen in den Abendstunden. Präventions- oder spezifische Bekämpfungsmaßnahmen sind in Mitteleuropa nicht erforderlich, da die Art den winterlichen Frost nicht überlebt und Populationen sich hierzulande nicht dauerhaft etablieren. Belastbare Daten zu chemischen oder biologischen Regulierungsmaßnahmen im Sinne eines integrierten Pflanzenschutzes fehlen für Europa, da Massenauftritte auf Regionen außerhalb Mitteleuropas beschränkt bleiben. Rechtliche Aspekte wie Quarantänevorschriften oder Meldepflichten existieren für diesen Wanderfalter nicht.1

Praxiswissen

Wirtschaftliche Bedeutung

Belastbare Daten zu wirtschaftlichen Schäden durch den Linienschwärmer (Hyles livornica) liegen in den verfügbaren Quellen nicht vor, weshalb eine ökonomische Relevanz als Schädling in Mitteleuropa und den Hauptverbreitungsgebieten wissenschaftlich nicht belegt ist. Die polyphagen Raupen fressen zwar an verschiedenen Kulturpflanzen wie Weinreben (Vitis vinifera), Rüben (Beta), Kichererbsen (Cicer) und Gartensalat (Lactuca sativa), verursachen dabei jedoch keine quantifizierten Ernteausfälle oder wirtschaftlichen Schäden im agrarischen Sektor. Historische Schadensberichte oder bezifferte Bekämpfungskosten existieren für die Art nicht. Positive wirtschaftliche Aspekte durch die Bestäubungsleistung der imaginalen Falter an verschiedenen Blütenpflanzen sind qualitativ bekannt, aber ebenfalls nicht monetär quantifiziert.1

Nachweise

Quellen & Referenzen

  1. de.wikipedia.org/wiki/Linienschw%C3%A4rmer
  2. gbif.org/species/1862765