Lexikon-Eintrag

Grüne Krabbenspinne Diaea dorsata

Grüne Krabbenspinne (Diaea dorsata), KI-Illustration

KI-generierte Illustration (keine Fotografie)

Klassifikation

Taxonomie

Reich
Tiere (Animalia)
Stamm
Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse
Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung
Webspinnen (Araneae)
Familie
Thomisidae
Gattung
Diaea

Überblick

Einleitung

Die Grüne Krabbenspinne (Diaea dorsata), auch Grünbraune Krabbenspinne genannt, ist eine kleine Spinne aus der Familie der Krabbenspinnen (Thomisidae).12 Sie ist in Mitteleuropa weit verbreitet.1 Ihre grüne Färbung tarnt sie auf Blättern gut; dort wartet sie auf Beute, die sie blitzschnell mit den Vorderbeinen packt.1 Besonders bekannt ist das Verhalten der Männchen, die untereinander Kommentkämpfe mit ausgebreiteten Vorderbeinen austragen.12 Sie lebt in der Vegetation und ist als Wildtier der heimischen Fauna einzuordnen.

Auf einen Blick

Fakten (kompakt)

  • Wissenschaftlicher Name: Diaea dorsata (Fabricius, 1777), GBIF-Status ACCEPTED.3
  • Familie: Krabbenspinnen (Thomisidae), Ordnung Webspinnen (Araneae).3
  • Größe: Weibchen 5 bis 6 mm, Männchen 3 bis 4 mm.12
  • Färbung: Weibchen grün mit gelblichem Hinterleib und brauner Schildzeichnung; Männchen variabel braun gefleckt.1
  • Verbreitung: Paläarktis, in Europa fast überall außer Irland, Island und Griechenland.1
  • Lebensraum: nicht zu nasse Wälder, Gebüsche, Baumkronen, Waldränder.12
  • Lebensweise: Lauerjäger ohne Fangnetz.1
  • Überwinterung: im letzten Jugendstadium unter Rinde abgestorbener Bäume.12
  • Erwachsene: ab Mai.12

Erkennen

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Die Grüne Krabbenspinne gehört mit fünf bis sechs Millimetern Körperlänge bei den Weibchen und drei bis vier Millimetern bei den Männchen zu den kleineren Krabbenspinnen.12 Im Vergleich zu vielen anderen Krabbenspinnen ist der Geschlechtsdimorphismus in Farbe und Zeichnung gering.1 Beim Weibchen sind Vorderkörper (Prosoma) und Beine einfarbig hellgrün, der Hinterleib (Opisthosoma) ist blassgelblich und trägt eine braune, schildförmige Zeichnung.12 Beim Männchen sind Prosoma und Vorderbeine variabel braun gefleckt.1

Die grüne Färbung beruht nach der englischsprachigen Quelle auf einem grünen Pigment in der äußeren Schicht der Körperhülle, das bei jeder Häutung abgelegt wird.2 Auf Blättern ist die Art durch die grüne Färbung gut getarnt.1 Wichtige Merkmale für die Bestimmung von Fotos sind die einfarbig grünen Beine und die gelbliche Hinterleibsgrundfarbe mit brauner Schildzeichnung beim Weibchen sowie die braune Fleckung des Vorderkörpers beim Männchen.1

Systematik

Namen & Einordnung (kurz)

Der wissenschaftliche Name lautet Diaea dorsata (Fabricius, 1777); die GBIF-Backbone-Taxonomie führt ihn als akzeptierte Art der Familie Krabbenspinnen (Thomisidae) in der Ordnung Webspinnen (Araneae).3 Im Deutschen heißt die Art Grüne Krabbenspinne, daneben ist Grünbraune Krabbenspinne gebräuchlich.1 Die englischsprachige Wikipedia ordnet sie den kleineren Krabbenspinnen zu.2 Weitere Krabbenspinnen der heimischen Fauna sind etwa die Gewöhnliche Krabbenspinne, die Veränderliche Krabbenspinne und die Dreizähnige Krabbenspinne; einen Überblick über die Ordnung gibt der Eintrag Spinnen.

Lebensweise

Biologie & Lebenszyklus

Die Art überwintert im letzten Jugendstadium unter der Rinde abgestorbener Bäume; erwachsene Tiere können ab Mai angetroffen werden.12 Die Grüne Krabbenspinne baut kein Fangnetz, sondern jagt als Lauerjägerin: Sie wartet in der Vegetation, grün getarnt auf Blättern, und packt Beutetiere in Reichweite blitzschnell mit den Beinen, führt sie zu den Kieferklauen (Chelizeren) und saugt sie nach einem Giftbiss aus.1

Die Männchen zeigen ein ungewöhnliches Verhalten: Sie tragen untereinander Kommentkämpfe aus, bei denen sie sich mit weit ausgebreiteten Vorderbeinen gegenüberstehen und sich umtänzeln. Dieses Ritual dauert nach den Quellen manchmal stundenlang und verursacht keine Verletzungen.12 Dieses Verhalten ist bei Krabbenspinnen sehr ungewöhnlich, kommt aber zum Beispiel bei Springspinnen häufig vor.2 Zu Eiablage, Kokonbau und Zahl der Jungtiere enthalten die ausgewerteten Quellen keine belastbaren Angaben; sie werden hier daher nicht beschrieben.

Verbreitung

Vorkommen & Lebensraum

Die Art besiedelt große Teile der Paläarktis: von Großbritannien und Portugal im Westen bis Ostsibirien und Japan im Osten, in Nord-Süd-Richtung von Skandinavien bis Bulgarien und weiter östlich bis in den Iran.1 Das Verbreitungsgebiet umfasst die gemäßigte bis mediterrane Zone; in Europa fehlt die Art nur in Irland, Island und Griechenland.1 Als Lebensraum nennt die Literatur nicht zu nasse Wälder aller Art; die Spinnen halten sich meist in höherer Vegetation, in Gebüschen und in Baumkronen auf, bevorzugt an Waldrändern und auf Eichenblättern.12

Aktuelle Beobachtungsdaten zeigen die weite Verbreitung in Mitteleuropa: Auf iNaturalist wurden in den zwölf Monaten vor dem Datenstand des Profils für Deutschland 355 Sichtungen erfasst, davon 262 von der Community bestätigt, und für Österreich 168 Sichtungen, davon 117 bestätigt.4 In der OpenInsect-Community wurden bisher 6 Scans erfasst, der letzte am 21.06.2026.4

Verbreitung

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Deutschland

    06.05.2026

  • Deutschland

    06.05.2026

  • Biosphärenzweckverband Bliesgau, St. Ingbert, Saarland, Deutschland

    06.05.2026

  • Hamburg

    05.05.2026

  • Neuburg-Schrobenhausen, Bayern, Germany

    05.05.2026

Daten: iNaturalist

Sichtungen

Community-Analyse

OpenInsect
6
Sichtungen in den letzten 12 Monaten
Daten der silbarkrift.community
Zuletzt am 21.06.2026
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Jahresverlauf

Saisonalität & Aktivität

Erwachsene Tiere sind ab Mai zu finden; die Art überwintert als Jungspinne im letzten Stadium unter Rinde abgestorbener Bäume.12 Im Jahreslauf ist sie damit vor allem im Frühsommer und Sommer als Erwachsene in der Vegetation zu beobachten; über die genaue Dauer der Erwachsenenphase machen die Quellen keine Angaben. Auf iNaturalist lagen für die vier Wochen vor dem Datenstand des Profils 62 Sichtungen für Deutschland (davon 41 bestätigt) und 60 für Österreich (davon 39 bestätigt) vor.4

Ein Jahresgang lässt sich aus diesem Zeitraum allein nicht ablesen. Weil die Jungspinnen im Winter unter Rinde sitzen, fallen sie in dieser Zeit kaum auf.1

Praxiswissen

Bedeutung, Schäden & Prävention

Die Grüne Krabbenspinne ist ein Beutegreifer in Gebüschen und Baumkronen.1 Als Lebensraum nennen die Angaben Wälder, Gebüsche und Baumkronen.12

Zur Gesundheit: Spinnen töten ihre Beute durch einen Giftbiss.1 Die ausgewerteten Quellen enthalten keine Angaben zur Bedeutung für die menschliche Gesundheit. Bei einem Biss und starken Beschwerden sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.

Nachweise

Quellen & Referenzen

  1. Wikipedia: Grüne Krabbenspinne. de.wikipedia.org/wiki/Diaea_dorsata (abgerufen 30.10.2026)
  2. Wikipedia: Diaea dorsata. en.wikipedia.org/wiki/Diaea_dorsata (abgerufen 30.10.2026)
  3. GBIF Backbone Taxonomy: Diaea dorsata (Fabricius, 1777). gbif.org/species/2165401
  4. OpenInsect-Community-Daten und iNaturalist-Sichtungen zu Diaea dorsata (Stand der Profildaten 30.10.2026)