- Die von den Männchen erzeugten, hochfrequenten Zirptöne sind für ältere Menschen oft nicht wahrnehmbar.
- Ältere Larvenstadien bilden und vergrößern allmählich die Anlagen für die Flügel sowie die Genitalarmatur.
- Beim Verlassen des Bodens nutzen die schlüpfenden Tiere ein eigens dafür angelegtes Schlupfloch.
- Nach dem Schlupf sind die adulten Tiere zunächst weich und weißlich gefärbt.
- Die Flügel der Imagines werden in der Ruhephase dachförmig über dem Hinterleib zusammengelegt.1
Bergzikade Cicadetta montana
KI-generierte Illustration (keine Fotografie)
Klassifikation
Taxonomie
- Reich
- Tiere (Animalia)
- Stamm
- Gliederfüßer (Arthropoda)
- Klasse
- Insekten (Insecta)
- Ordnung
- Schnabelkerfe (Hemiptera)
- Familie
- Cicadidae
- Gattung
- Cicadetta
Überblick
Einleitung
Die Bergsingzikade (Cicadetta montana), auch Bergzikade oder Echte Bergzikade genannt, gehört zur Familie der Singzikaden (Cicadidae) innerhalb der Ordnung der Rundkopfzikaden. Sie besiedelt in Mitteleuropa sonnenbeschienene Hänge, Lichtungen sowie verbuschte Trockenrasen und ernährt sich als Xylemsauger von Pflanzensäften. Nach morphologischen Merkmalen ist die Art von Cicadetta cantilatrix sowie Cicadetta brevipennis nicht unterscheidbar und kann ausschließlich bioakustisch getrennt werden.1
Auf einen Blick
Fakten (kompakt)
Bergzikade Bilder und Fotos von echten Sichtungen
Erkennen
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Die Imagines von Cicadetta montana erreichen eine Körperlänge von 23 bis 28 mm und besitzen einen schwarzen Kopf sowie einen Thorax mit meist dunklen, variablen Mustern. Der Hinterleib zeichnet sich durch Segmente aus, die jeweils orange umrandet sind. Am Kopf befinden sich neben den Komplexaugen drei im Dreieck angeordnete Ocellen. Die Tympanalorgane sind von oben betrachtet frei, und die Opercula sind sehr klein ausgebildet. Als Besonderheit weist der Vorderschenkel drei Dornen auf, von denen der letzte schräg nach vorne gerichtet ist. Die glasartig hyalinen Flügel werden in der Ruheposition dachförmig über dem Körper zusammengelegt. Frisch geschlüpfte adulte Tiere sind zunächst weich und weißlich, ehe sie nach drei bis vier Tagen vollständig ausgefärbt sind und der Chitinpanzer erhärtet. Weibliche Tiere besitzen einen Legebohrer, mit dem sie Eier an Sträuchern ablegen. Die unterirdisch lebenden Larven besitzen zu Grabbeinen umgewandelte Vorderbeine, die ihnen die Fortbewegung im Erdreich erleichtern. Eine morphologische Unterscheidung der Bergsingzikade von Cicadetta cantilatrix und Cicadetta brevipennis ist anhand äußerer Körpermerkmale nicht möglich. Belastbare morphologische Beschreibungen der Puppen sowie exakte Eimaße fehlen in der aktuellen Datenlage.1
Porträt
Beschreibung
Die Bergsingzikade (Cicadetta montana) gehört als Vertreter der Familie der Singzikaden zur Ordnung der Rundkopfzikaden und repräsentiert eine spezialisierte Insektenart der europäischen Mittelgebirge und südlich gelegener Regionen. Im natürlichen Lebensraum besiedelt das Insekt sonnenbeschienene Hänge, Waldlichtungen sowie verbuschte Trockenrasen. Imagines erreichen eine Körpergröße von 23 bis 28 Millimetern. Der Körperbau zeigt einen schwarzen Kopf, einen Thorax mit meist dunklen, variablen Mustern sowie einen Hinterleib, dessen Segmente charakteristisch orange umrandet sind. Die glasartig hyalinen Flügel werden in der Ruheposition dachförmig zusammengelegt. Morphologisch besitzt die Art neben Komplexaugen drei im Dreieck angeordnete Ocellen. Ein anatomisches Detail stellt der Vorderschenkel dar, welcher drei Dornen aufweist, wobei der letzte schräg nach vorne gerichtet ist. Eine besondere anatomische Anpassung der unterirdisch lebenden Larven sind zu mächtigen Grabbeinen umgewandelte Vorderbeine, die eine Fortbewegung im Erdreich ermöglichen. Während ihrer mindestens zweijährigen unterirdischen Entwicklung leben die hemimetabolen Larven in Höhlungen, die sie mit Analsekret verfestigen, und ernähren sich vom Wurzelsaft verschiedener Pflanzen. Nach dem Verlassen des Bodens durch ein Schlupfloch zwischen Mai und Mitte Juni häuten sich die Tiere zum Vollinsekt. Frisch geschlüpfte Imagines sind zunächst weich und weißlich, wobei die vollständige Ausfärbung und die Erhärtung des Chitinpanzers etwa drei bis vier Tage in Anspruch nehmen. Die Imagines treten von Mai beziehungsweise Mitte Juni bis Juli oder August auf. Männliche Tiere erzeugen während der warmen Tagesstunden mithilfe eines Systems aus elastischen Membranen, den Tymbalorganen, hochfrequente Zirptöne zur Fortpflanzung. Die Hörorgane der Tiere befinden sich im Hinterleib. Weibliche Exemplare sind in der Lage, die Lockrufe der Männchen mit schnarrenden Lauten zu beantworten, und legen ihre Eier mittels eines Legebohrers an Sträuchern ab. In Bezug auf die Ernährung agieren sowohl die Larven als auch die adulten Tiere als Xylemsauger, die mithilfe ihres Rüssels den an Nährsalzen und Wasser reichen Pflanzensaft aus Leitungsbahnen von Gehölzen und krautigen Pflanzen aufnehmen, wobei Süß- und Sauergräser gemieden werden. Systematisch besteht die Besonderheit, dass Cicadetta montana nach äußeren Körpermerkmalen nicht von den engen Verwandten Cicadetta cantilatrix und Cicadetta brevipennis unterscheidbar ist und eine Zuordnung primär bioakustisch erfolgen muss.1
Systematik
Name & Einordnung
Die Bergzikade, wissenschaftlich als Cicadetta montana bezeichnet, gehört zur Familie der Singzikaden innerhalb der Ordnung der Hemiptera. Im deutschen Sprachraum ist die Art neben dem Hauptnamen Bergsingzikade auch unter den Trivialnamen Bergzikade oder Echte Bergzikade bekannt. Die morphologische Unterscheidung zu nah verwandten Arten wie Cicadetta cantilatrix und Cicadetta brevipennis ist anhand äußerlicher Körpermerkmale nicht möglich, weshalb eine Abgrenzung primär bioakustisch erfolgt.1 Belastbare historische Details zur genauen Erstbeschreibung sowie detaillierte Etymologien des Gattungs- und Artnamens fehlen in der aktuellen Datenlage. Frühere oder alternative taxonomische Kombinationen außerhalb der gegenwärtigen Einordnung in die Gattung Cicadetta sind für diese Art nicht dokumentiert. Die Imago erreicht eine Körperlänge von 23 bis 28 mm. Als charakteristisches Merkmal weisen die Tiere einen schwarzen Kopf, einen Thorax mit variablen dunklen Mustern sowie einen orange umrandeten Hinterleib auf. Die glasartig durchsichtigen Flügel werden in der Ruhehaltung dachförmig über dem Abdomen zusammengelegt.1
Lebensweise
Biologie & Lebenszyklus
Der Lebenszyklus von Cicadetta montana beginnt mit dem Erscheinen der adulten Tiere von Mai bis August. Die Männchen erzeugen während der warmen Tagesstunden hochfrequente Zirptöne mittels Tymbalorganen, woraufhin Weibchen mit schnarrenden Lauten antworten. Nach erfolgter Paarung legen die Weibchen ihre Eier mit einem Legebohrer an Sträuchern ab. Nach dem Schlupf lassen sich die Larven zu Boden fallen und graben sich mit ihren zu Grabbeinen umgewandelten Vorderbeinen in das Erdreich ein. Unterirdisch leben die hemimetabolen Larven in Höhlungen, die sie mit Analsekret verfestigen, und ernähren sich als Xylemsauger vom Saft an Pflanzenwurzeln. Die Larven durchlaufen mehrere Häutungen, wobei sich Flügelanlagen und Genitalarmatur allmählich vergrößern. Die Entwicklungsdauer unter der Erde beträgt mindestens zwei Jahre bei günstiger Witterung. Zwischen Mai und Mitte Juni verlassen die erwachsenen Tiere den Boden durch ein Schlupfloch und suchen vegetationseigene Stellen auf. Dort findet die letzte Häutung zum Imago statt. Die frisch geschlüpften Imagines benötigen etwa drei bis vier Tage, bis ihr Chitinpanzer vollkommen erhärtet und die Ausfärbung abgeschlossen ist. Adulte Cicadetta montana nehmen als Xylemsauger mithilfe ihres Rüssels den an Wasser und Nährsalzen reichen Saft verschiedener Gehölze und krautiger Pflanzen auf, meiden dabei jedoch Süß- und Sauergräser. Belastbare quantitative Daten zu exakten Temperatur-Optima, spezifischen Mortalitätsfaktoren oder natürlichen Feinden fehlen in der aktuellen Literaturlage.1
Lebensweise
Verhalten
Die akustische Kommunikation ist ein zentrales Element im Verhalten von Cicadetta montana, wobei Männchen während der warmen Tagesstunden hochfrequente Zirptöne erzeugen. Zur Tonerzeugung nutzen die Männchen ein System aus elastischen Membranen, die sogenannten Tymbalorgane. Weibliche Tiere sind in der Lage, diese Lockrufe mit eigenen schnarrenden Lauten zu beantworten. Die Wahrnehmung dieser akustischen Signale erfolgt über Hörorgane, die im Hinterleib der Tiere positioniert sind. Für die Eiablage nutzen die Weibchen ihren Legebohrer, um die Eier auf Sträuchern zu platzieren. Nach dem Schlupf lassen sich die Larven zu Boden fallen und führen eine unterirdische Lebensweise in selbstgeschaffenen Höhlungen, die sie mit Analsekret verfestigen. Zur Fortbewegung im Erdreich sind die Vorderbeine der Larven zu speziellen Grabbeinen umgewandelt. Die Nahrungsaufnahme der unterirdischen Stadien erfolgt durch das Saugen von Pflanzensaft an Wurzeln.1
Lebensweise
Ökologie
Cicadetta montana besiedelt als thermophiles Insekt sonnenbeschienene Hänge, Lichtungen sowie verbuschte Trockenrasen in Mitteleuropa. Als spezialisierter Xylemsauger ernähren sich sowohl die Imagines als auch die unterirdisch lebenden Larven von Pflanzensäften. Die erwachsenen Tiere stechen dazu die Leitungsbahnen verschiedener Gehölze und krautiger Pflanzen an, meiden jedoch Süß- und Sauergräser konsequent. Im larvalen Stadium erfolgt die Nahrungsaufnahme direkt an den Wurzeln unterirdischer Pflanzenteile. Die Larven leben dabei in selbst angelegten Höhlungen, die sie zur Stabilisierung mit Analsekret verfestigen. Für die Fortbewegung im Erdreich sind ihre Vorderbeine speziell zu Grabbeinen umgewandelt. Die unterirdische Entwicklung nimmt mindestens zwei Jahre in Anspruch, bevor die Larven bei günstiger Witterung den Boden durch ein Schlupfloch verlassen. In der Vegetation suchen sie anschließend geeignete Strukturen für die letzte Häutung zum Vollinsekt auf.1
Verbreitung
Vorkommen & Lebensraum
Die Bergsingzikade (Cicadetta montana) ist in Mitteleuropa verbreitet und kommt in Deutschland vor allem in den Mittelgebirgen sowie in südlicheren Regionen vor. Sie besiedelt als thermophiles Insekt sonnenbeschienene Hänge, lichte Bereiche sowie verbuschte Trockenrasen. Der Lebensraum zeichnet sich durch eine warme und trockene Mikroklimatik aus, die für die Entwicklung der Art essenziell ist. Als Habitate dienen offene und halboffene Landschaften mit entsprechender Gehölzstruktur. Die erwachsenen Tiere nutzen verschiedene Gehölze und krautige Pflanzen als Wirtspflanzen, meiden dabei jedoch Süß- und Sauergräser vollständig. Die unterirdisch lebenden Larven sind ebenfalls auf die Wurzeln dieser Vegetation als Nahrungsquelle angewiesen. Aufgrund spezifischer Ansprüche an das Habitat ist die Art an geeigneten Standorten gebunden und flächendeckend nur lückenhaft anzutreffen. Belastbare Daten zur genauen vertikalen Höhenverbreitung oder detaillierten weltweiten Arealgrenzen fehlen in der aktuellen Literatur weitgehend.1
Verbreitung
Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland
Sichtungen
Community-Analyse
Jahresverlauf
Saisonalität & Aktivität
Die Imagines von Cicadetta montana treten im Jahresverlauf von Mai oder Mitte Juni bis Mitte Juli oder August auf. Männliche Individuen tragen ihren Gesang während der warmen Tagesstunden vor. Die unterirdisch lebenden Larven durchlaufen eine Entwicklungszeit von mindestens zwei Jahren, bevor sie bei günstiger Witterung den Boden verlassen. Dieser Schlupf findet überwiegend zwischen Mai und Mitte Juni statt. Nach dem Verlassen des Bodens benötigen die frisch geschlüpften Imagines etwa drei bis vier Tage, bis sie vollständig ausgefärbt sind und der Chitinpanzer erhärtet ist.1 Öffentliches und wissenschaftliches Interesse konzentriert sich im Jahresverlauf stark auf den Mai, was mit dem Beginn der Aktivitätsphase korreliert.
Jahresverlauf
Saisonalität und Nachfragetrend
Basierend auf dem Silberkraft TrendIndex – unserem eigenen Modell aus Suchdaten und Naturbeobachtungen
Saisonale Aktivität
Entwicklung über die Jahre
Praxiswissen
Bedeutung, Schäden & Prävention
Die Bergzikade (Cicadetta montana) ist weder als Schädling noch als Krankheitsüberträger eingestuft, da nennenswerte wirtschaftliche Schäden in der Land- oder Forstwirtschaft durch diese Art nicht dokumentiert sind. Als Xylemsauger nehmen sowohl die erwachsenen Tiere als auch die unterirdisch lebenden Larven Pflanzensäfte aus Gehölzen, krautigen Pflanzen und an Wurzeln auf. Ein spezifisches Schadbild an Kulturpflanzen oder spezifische wirtschaftliche Schadschwellen existieren für Cicadetta montana aufgrund der geringen Populationsdichten und der unauffälligen Lebensweise nicht. Belastbare Daten zu präventiven Baumaßnahmen, spezifischen Fallen oder chemischen Bekämpfungsmaßnahmen fehlen für diese Art gänzlich. Da die Art in Mitteleuropa geschützt ist und keine massenhaften Bestandsausbrüche verursacht, sind keine Bekämpfungs- oder Überwachungsmaßnahmen erforderlich. Medizinische oder gesundheitliche Risiken für den Menschen, wie Allergien oder Vektoreigenschaften, sind durch Cicadetta montana nicht bekannt. Rechtliche Aspekte wie Quarantänebestimmungen oder Meldepflichten greifen bei dieser Art ebenfalls nicht. Spezifische Überwachungsmethoden oder Monitoring-Programme existieren für die Bergsingzikade außerhalb faunistischer Erfassungen nicht.1
Nachweise