- Bei einer Umgebungstemperatur von 18 °C liegt die Körpertemperatur der schwarzen Variante ca. 5,5 °C und die der roten Variante ca. 3 °C über der Umgebungstemperatur.
- Die rote Farbvariante ist genetisch rezessiv, während multiple Allele für die Ausdehnung der schwarzen Flecken verantwortlich sind.
- Im Herbst dominieren die schwarzen Marienkäfer die Population, während im Frühjahr die roten Individuen deutlich überwiegen.
- Die Puppen des Zweipunkt-Marienkäfers hängen überwiegend an der Unterseite von Blättern, aus denen später die vollständigen Käfer schlüpfen.
- Neben der genetischen Veranlagung spielen auch Umwelteinflüsse eine maßgebliche Rolle für die Ausbildung der jeweiligen Käferfärbung.3
Zweipunkt Fichten-Marienkäfer Adalia bipunctata
KI-generierte Illustration (keine Fotografie)
Klassifikation
Taxonomie
- Reich
- Tiere (Animalia)
- Stamm
- Gliederfüßer (Arthropoda)
- Klasse
- Insekten (Insecta)
- Ordnung
- Käfer (Coleoptera)
- Familie
- Coccinellidae
- Gattung
- Adalia
- Art
- Adalia bipunctata
Wissenschaftlicher Name Adalia bipunctata (Linnaeus, 1758)
Überblick
Einleitung
Der Zweipunkt-Marienkäfer (Adalia bipunctata) ist ein Käfer aus der Familie der Marienkäfer (Coccinellidae). Die Art ist als Nützling zur biologischen Bekämpfung von Blattläusen von wirtschaftlicher Bedeutung. Adalia tetraspilota weist gelegentlich ebenfalls zweiflügelige Zeichnungen auf und wird deshalb oft mit Adalia bipunctata verwechselt.1
Auf einen Blick
Fakten (kompakt)
Zweipunkt Fichten-Marienkäfer Bilder und Fotos von echten Sichtungen
Erkennen
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Der Adalia bipunctata ist ein kleiner Käfer aus der Familie der Coccinellidae mit einer Körperlänge von 3,5 bis 5,7 mm. Der Körper ist oval geformt, wobei die Gestalt eher rund als länglich und auf der Oberseite mäßig konvex sowie gl glabrom ist.12 Die Beine sind einheitlich schwarz gefärbt, während die Fühler recht kurz ausfallen und sich zum Ende hin leicht verdicken. Bei der Grundfärbung und Zeichnung existieren zwei unterschiedliche Hauptvarianten, die unabhängig von Geschlecht oder Alter auftreten.1 Die nominative Variante besitzt eine rote bis rotorange Grundfarbe, bei der sich auf jeder Flügeldecke ein einzelner, zentraler schwarzer Punkt befindet.12 Im Gegensatz dazu ist die zweite Variante fast gänzlich schwarz gefärbt, zeigt jedoch auf jeder Flügeldecke zwei bis drei rote Punkte. Rund 15 Prozent der Population weisen diese melanistische Form auf.1 Der Thorax zeigt je nach Beschreibung eine gelbe Grundfarbe mit einem schwarzen Fleck in der Mitte oder eine cremefarbene Zeichnung mit einer schwarzen, M-förmigen Medianmarkierung.12 Der Kopf ist dunkel mit helleren, gelblichen bis cremefarbenen Bereichen an den Augeninnenseiten. Aufgrund der hohen Polymorphie besteht eine Verwechslungsgefahr mit anderen Arten wie Adalia tetraspilota, die ebenfalls zweigefleckte Flügeldecken aufweisen können.2 Belastbare morphologische Detaildaten zu Eiern, Larven und Puppen fehlen in den vorliegenden Quellen weitgehend, jedoch durchläuft die Art eine vollständige Metamorphose über frei hängende Puppen an Blattunterseiten.1
Porträt
Beschreibung
Adalia bipunctata ist ein Vertreter der Familie Coccinellidae und zeigt einen ovalen, eher runden als länglichen Körperbau mit einer Länge von 3,5 bis 5,5 mm. Im natürlichen Lebensraum krabbeln die tagaktiven Tiere rege auf Blättern umher, wo sie gezielt nach Blattläusen und Blattflöhen suchen. Die Art weist zwei hauptsächliche Farbvarianten auf, die unabhängig von Geschlecht oder Alter auftreten. Bei der nominanten Form ist die Grundfarbe rot mit jeweils einem schwarzen Punkt auf jeder Flügeldecke, während der gelbe Thorax einen zentralen schwarzen Fleck aufweist. Etwa 15 Prozent der Population gehören einer zweiten Variante an, die fast gänzlich schwarz gefärbt ist und auf jeder Flügeldecke zwei bis drei rote Punkte erkennen lässt. Als poikilothermes Tier richtet sich die Körpertemperatur von Adalia bipunctata primär nach der Umgebungstemperatur, wobei Lichtabsorption die Temperatur zusätzlich erhöht.1 Schwarze Körperteile absorbieren Licht stärker als rote, wodurch die schwarze Variante bei Beleuchtung eine um ca. 5,5 °C höhere Temperatur erreicht als die rote Variante bei einer Umgebungstemperatur von 18 °C. Diese physiologische Eigenschaft führt zu einer höheren Stoffwechselaktivität und einem gesteigerten Nahrungsbedarf der schwarzen Morphe. Im Winter erweist sich dieser erhöhte Stoffwechsel als Nachteil, da die Tiere ihre Fettreserven schneller verbrauchen, weshalb im Frühling überwiegend rote Individuen aus der Winterstarre erwachen. Die Larven leben und ernähren sich ähnlich wie die ausgewachsenen Käfer in der Nähe von Blattlaus-Kolonien. Die Verpuppung findet meist an der Unterseite von Blättern statt, von wo aus die vollständig entwickelten Käfer schlüpfen.1 Morphologisch ähnliche Arten wie Adalia tetraspilota besitzen ebenfalls zweiflügelige, gefleckte Flügeldecken und werden daher oft mit Adalia bipunctata verwechselt.2 Genetisch wird die rote Farbe rezessiv vererbt, während die schwarzen, multiplen Allele die Ausdehnung der Flecken bestimmen. Die Art ist in Europa und Asien weit verbreitet und besiedelt Gärten, Wälder sowie Hecken.1 Belastbare morphologische Daten unter dem Mikroskop zeigen eine leicht konvexe, glabroe Dorsalseite sowie artspezifische Genitalstrukturen bei Männchen.2
Systematik
Name & Einordnung
Der wissenschaftliche Name des Zweipunkt-Marienkäfers lautet Adalia bipunctata (Linnaeus, 1758). Die Art wurde ursprünglich von Carl von Linné in der zehnten Auflage seiner Systema Naturae beschrieben. Innerhalb der Insekten gehört die Art zur Familie der Marienkäfer (Coccinellidae). Der Trivialname leitet sich von der charakteristischen Zeichnung mit typischerweise zwei Punkten auf den Flügeldecken ab. Im deutschen Sprachraum ist neben dem Hauptnamen Zweipunkt-Marienkäfer auch die Kurzform Zweipunkt gebräuchlich.1 Im englischen Sprachraum wird die Art als two-spot ladybird oder two-spotted ladybeetle bezeichnet. Belastbare Belege zu historischen Synonymen oder früheren Gattungszuordnungen außerhalb des aktuellen Taxons liegen im Rahmen der vorliegenden Datenlage nicht vor. Die Art ist holarktisch verbreitet und wurde zudem in verschiedene Regionen wie Südamerika, Australien und Neuseeland eingeführt.2
Lebensweise
Biologie & Lebenszyklus
Der Lebenszyklus von Adalia bipunctata ist eng an die Verfügbarkeit von Beutetieren und die herrschenden Temperaturen angepasst. Nach dem Überwintern beginnen die tagaktiven Käfer im Frühjahr mit einer intensiv ausgeprägten Paarungsphase, bei der sie alle zwei Tage den Partner wechseln. Das Weibchen legt die Eier bevorzugt in der unmittelbaren Nähe von Blattlaus-Kolonien an Pflanzen ab. Bei der Fortpflanzung zeigt sich eine auffällige Verzerrung des Geschlechterverhältnisses, da aufgrund symbiontischer Bakterien in den Geschlechtszellen 80 bis 90 Prozent weibliche Nachkommen hervorgehen. Die Larven schlüpfen nach der Embryonalentwicklung und ernähren sich ebenso wie die adulten Tiere karnivor beziehungsweise aphidiphag von Blattläusen und anderen kleinen Hemimetabolen. Die Puppen hängen typischerweise an der Unterseite von Blättern, aus denen schließlich die vollständig entwickelten Imagines schlüpfen. Die Körpertemperatur der poikilothermen Tiere richtet sich nach der Umgebungstemperatur, wobei Lichtstrahlung je nach Melanisierungsgrad die Aktivität beeinflusst.1 Die schwarze Morphe erreicht bei einer Basisemperatur von 18 °C eine um ca. 5,5 °C höhere Körpertemperatur als die Umgebung, während die rote Morphe etwa 3 °C über der Umgebungstemperatur liegt. Dies führt zu einer höheren Stoffwechselaktivität und einem früheren Aktivitätsbeginn der schwarzen Variante an warmen Tagen. Im Winter kehrt sich dieser Vorteil jedoch um, da die schwarze Form ihre Fettreserven während der Winterstarre rascher verbraucht und dadurch eine höhere Wintersterblichkeit aufweist. Als natürliche Mortalitätsursache tritt unter anderem die Milbe Coccipolipus hippodamiae auf, die beim häufigen Paarungsakt übertragen wird und Weibchen nach einer Latenzzeit von drei Wochen sterilisiert. Zusätzlich sind die Bestände in Europa durch pathogene Mikrosporidien gefährdet, die von invasiven Marienkäferarten übertragen werden und gegen die Adalia bipunctata keine ausreichende Immunabwehr besitzt. Belastbare Daten zur genauen Dauer einzelner Entwicklungsstadien in Tagen ohne Temperaturbezug fehlen in der aktuellen Quellenlage weitgehend.1
Lebensweise
Verhalten
Als tagaktive Insekten krabbeln die Tiere rege auf Blättern umher, um dort aktiv nach Beute zu suchen. Dabei zeigen die Käfer eine deutliche Thermoregulation, bei der Licht als Wärmequelle dient. Durch die Absorption von Lichtstrahlung erhöht sich ihre Körpertemperatur über die Umgebungstemperatur, wodurch insbesondere die schwarze Farbvariante früher am Tag aktiv sein kann. Nach dem Ende der aktiven Periode suchen die Tiere geschützte Orte auf, um in die Winterstarre zu fallen. Für die Überwinterung ziehen sie sich unter Rinde, in Moos oder während der kühlen Monate auch in menschliche Gebäude zurück. Im Frühjahr erwachen die Tiere aus dieser Starre und beginnen unmittelbar mit der Suche nach Fortpflanzungspartnern. Bei der anschließenden Partnersuche wechseln die Individuen alle zwei Tage ihren Partner, womit sie zu den besonders paarungsfreudigen Insekten gehören. Während dieses Fortpflanzungsverhaltens wird zudem die Milbe Coccipolipus hippodamiae übertragen, welche die Weibchen nach einer Latenzzeit von drei Wochen sterilisiert. Die Eiablage erfolgt daraufhin zielgerichtet auf Pflanzen in unmittelbarer Nähe von Blattlaus-Kolonien, damit die schlüpfenden Larven direkt Nahrungsquellen vorfinden.1
Lebensweise
Ökologie
Adalia bipunctata besetzt als carnivorer beziehungsweise aphidophager Beutegreifer eine zentrale Rolle im Nahrungsnetz von Gärten, Wäldern und Hecken.12 Die tagaktiven Tiere ernähren sich primär von Blattläusen und Blattflöhen, wodurch sie als natürliche Antagonisten dieser Insekten wirken.1 Neben diesen Hauptnahrungsquellen umfasst das Beutespektrum je nach Region auch Schildläuse wie Parlatoria oleae oder Wollläuse wie Adelges joshii.2 Die Larven zeigen ein ähnliches Beutespektrum und ernähren sich ebenfalls räuberisch von phytophagen Insekten.1 Als euryöke Art besiedelt Adalia bipunctata diverse Biotoptypen von der krautigen Schicht bis hin zu Gehölzen und kommt in Agrarlandschaften, Grasland sowie urbanen Räumen vor.12 Das Mikroklima und die Sonneneinstrahlung beeinflussen die Aktivität und den Stoffwechsel der poikilothermen Käfer maßgeblich. Dabei führt die Lichtabsorption je nach Farbvariante zu unterschiedlichen Körpertemperaturen über der Umgebungstemperatur, wodurch insbesondere melanistische Individuen bei Sonneneinstrahlung früher am Tag aktiv sein können. Natürliche Feinde und Parasiten regulieren die Populationen, wobei insbesondere die Milbe Coccipolipus hippodamiae während des Nahrungs- und Paarungsverhaltens übertragen wird und weibliche Tiere steril machen kann. Zudem geraten die Bestände durch invasive Arten wie Harmonia axyridis unter starken Konkurrenzdruck, da Adalia bipunctata anfällig gegenüber von diesen übertragenen Mikrosporidien ist und keine entsprechende Immunabwehr besitzt.1
Verbreitung
Vorkommen & Lebensraum
Der Zweipunkt-Marienkäfer Adalia bipunctata besitzt ein natürliches Verbreitungsgebiet, das sich über die paläarktische Region in Europa und Asien erstreckt. Darüber hinaus gilt die Art als holarktisch verbreitet und kommt zudem in Nordamerika, dem Nahen Osten, Teilen Afrikas sowie in Südamerika und Australien vor. Historisch gesehen wurde die Art gezielt in Regionen wie Nordamerika, Chile, Argentinien, New Zealand und Australien eingeführt. In Europa und Deutschland gehört Adalia bipunctata zum heimischen Artenspektrum, wobei die Bestände durch die Einschleppung invasiver Konkurrenten lokal unter Druck geraten sind. Die Art besiedelt eine Vielzahl unterschiedlicher Habitate und wird regelmäßig in Gärten, Wäldern, Hecken sowie in Offenlandbiotopen und landwirtschaftlich genutzten Flächen angetroffen. Zudem umfasst das Spektrum auch Dünengebiete, Marschland und urbane Siedlungsbereiche. Als Wirts- und Aufenthaltsbäume dienen verschiedene Laubhölzer und Sträucher, auf denen die Tiere nach Blattläusen suchen. Im Herbst suchen die Käfer regelmäßig menschliche Siedlungsbereiche und Gebäude auf, um dort an geschützten Orten zu überwintern. Typische natürliche Winterquartiere befinden sich ansonsten unter Baumrinde und in Moosschichten. Die vertikale Verbreitung erstreckt sich bis in alpine Regionen, was durch Fundnachweise in Höhenlagen von über 1400 Metern belegt ist. Aggregierten Beobachtungsdaten zufolge ist die Art in geeigneten Biotopen flächendeckend präsent und besiedelt dort vor allem die krautige Vegetation sowie Gehölze.
Verbreitung
Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland
Sichtungen
Community-Analyse
Jahresverlauf
Saisonalität & Aktivität
Der Jahresverlauf von Adalia bipunctata ist stark durch temperaturabhängige Aktivitätsphasen und eine obligatorische Winterstarre geprägt. Im Frühjahr erwachen die überwinternden Adulten, wobei überwiegend rote Individuen aus der Winterstarre hervorgehen, da die Wintersterblichkeit der schwarzen Form aufgrund ihres höheren Stoffwechsels größer ist. Nach dem Überwintern beginnen die Käfer im Frühjahr mit der intensiven Paarung und Eiablage. In den warmen Monaten nimmt die Aktivität zu, und die schwarzen Individuen können aufgrund ihrer höheren Wärmeabsorption früher am Tag aktiv werden.1 Die Art gilt als multivoltin und bringt im Jahresverlauf mehrere Generationen hervor.2 Im Herbst suchen die Tiere geschützte Orte auf oder dringen in Häuser ein, um in die Winterstarre zu fallen. Während dieser diapauseartigen Phase zehren sie von ihren im Sommer angelegten Fettvorräten. Bei der Überwinterung ist Frost unschädlich, während dauerhafte Wärme in Wohnräumen zum Tod führt.1
Jahresverlauf
Saisonalität und Nachfragetrend
Basierend auf dem Silberkraft TrendIndex – unserem eigenen Modell aus Suchdaten und Naturbeobachtungen
Saisonale Aktivität
Entwicklung über die Jahre
Praxiswissen
Bedeutung, Schäden & Prävention
Adalia bipunctata wird aufgrund seiner ernährungsphysiologischen Präferenz für Blattläuse und Blattflöhe als nützlicher Nützling eingestuft. Im ökologischen Land- und Gartenbau finden die Tiere gezielt Anwendung zur biologischen Schädlingsbekämpfung. Gewerbliche Zuchten ermöglichen eine massenhafte Vermehrung der Marienkäfer mithilfe von Motteneiern und Pollen, gänzlich ohne den Einsatz lebender Blattläuse. Als typische Antagonisten von phytophagen Insekten regulieren sie Populationen von Schädlingen in Gärten, Wäldern und Hecken. Die Art zeigt eine hohe Polyophagie und ernährt sich neben Blattläusen auch von Schildläusen wie Parlatoria oleae sowie weiteren landwirtschaftlichen Schädlingen. Durch den gezielten Einsatz im Freiland oder geschützten Anbau lässt sich der chemische Insektizidaufwand reduzieren. Schadpotenziale im Sinne von Pflanzenschäden gehen von Adalia bipunctata nicht aus. Gelegentlich treten die Käfer im Herbst jedoch als Lästlinge in Erscheinung, wenn sie menschliche Behausungen aufsuchen, um dort an geschützten Orten in die Winterstarre zu fallen. Eine medizinische oder gesundheitliche Relevanz im Sinne von Allergien oder Vektoren für den Menschen liegt nach aktueller Datenlage nicht vor. Bestimmte Individuen können jedoch von der Milbe Coccipolipus hippodamiae befallen sein, die weibliche Käfer sterilisiert, was für die natürliche Populationsdynamik relevant ist. Präventionsmaßnahmen gegen das Einwandern in Gebäude im Herbst umfassen das abdichten von Fugen, Ritzen sowie das Anbringen von Fliegengittern an Fenstern und Türen. Verirrte Exemplare, die im Winter in beheizten Wohnräumen vorgefunden werden, sollten an kühle Orte wie einen Dachboden verbracht werden, da sie bei dauerhaften Raumtemperaturen aufgrund eines zu hohen Stoffwechsels verhungern. Frost schadet den überwinternden Tieren in der Winterstarre hingegen nicht. Belastbare Daten zu chemischen Bekämpfungsmaßnahmen existieren nicht, da ein solcher Einsatz aufgrund des Nützlingsstatus kontraproduktiv und nicht vorgesehen ist. Rechtliche Aspekte bezüglich einer Quarantäne oder Meldepflicht bestehen für Adalia bipunctata nicht. Bestände der Art sind in Europa jedoch durch die Konkurrenz zur invasiven Art Harmonia axyridis rückläufig, da Adalia bipunctata anfällig für von dieser übertragene Mikrosporidien ist.1
Praxiswissen
Wirtschaftliche Bedeutung
Adalia bipunctata hat eine positive wirtschaftliche Bedeutung als Nützling in der biologischen Schädlingsbekämpfung. Die Art wird gewerblich gezüchtet, um im ökologischen Land- und Gartenbau gezielt zur Bekämpfung von Blattläusen eingesetzt zu werden. Für die kommerzielle Produktion können die Marienkäfer effizient mit Motteneiern und Pollen vermehrt werden, ohne dass hierfür die Bereitstellung lebender Blattläuse zwingend erforderlich ist. Durch diese Eigenschaft stellt die Art einen wertvollen Nutzinsektoiden für nachhaltige Anbausysteme dar. Weitere wirtschaftliche Schäden oder Kosten beziffernde Daten liegen für die Art nicht vor.1
Nachweise
Quellen & Referenzen
- de.wikipedia.org/wiki/Zweipunkt-Marienk%C3%A4fer
- gbif.org/species/1043097
- Literaturzusammenfassung: Adalia bipunctata