Lexikon-Eintrag

Gemeine Viehbremse Tabanus bromius

Gemeine Viehbremse (Tabanus bromius), KI-Illustration

KI-generierte Illustration (keine Fotografie)

Klassifikation

Taxonomie

Reich
Tiere (Animalia)
Stamm
Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse
Insekten (Insecta)
Ordnung
Zweiflügler (Diptera)
Familie
Tabanidae
Gattung
Tabanus

Überblick

Einleitung

Die Gemeine Viehbremse (Tabanus bromius) ist eine Bremse (Tabanidae) mittlerer Größe, die in Europa weit verbreitet ist. Die Weibchen saugen Blut, vor allem an Rindern und Pferden, stechen aber auch Menschen. Die Männchen ernähren sich dagegen von Pflanzensäften und Nektar. 124

Auffälligstes Merkmal sind die grünen Augen mit einem violettroten Querband. Die Art wird meist bei warmem, sonnigem Wetter an Weiden, auf offenem Gelände und gelegentlich in Gebäuden bemerkt. 12

Auf einen Blick

Fakten (kompakt)

  • Wissenschaftlicher Name: Tabanus bromius (Linnaeus, 1758) 3
  • Familie/Ordnung: Tabanidae, Diptera 3
  • Körperlänge: etwa 11,5–19,5 mm (deutschsprachig), 13,5–15 mm (englischsprachig) 12
  • Augen: grün mit violettrotem Querband 12
  • Flugzeit: Mai bis September 12
  • Weibchen: Blutsauger, vor allem an Rindern und Pferden 2
  • Männchen: Nektar und Pflanzensäfte 12
  • Verbreitung: Nordafrika, Europa, Zentral- und Westasien 12

Erkennen

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Die Körperlänge beträgt nach deutschsprachigen Angaben 11,5–19,5 mm; die englischsprachige Quelle nennt etwa 13,5–15 mm und bezeichnet die Art als eine der kleineren europäischen Tabanus-Arten. 12 Die Flügellänge liegt bei etwa 10,5–11 mm. 2

Bestimmungsmerkmale sind:

  • Augen grün mit einem horizontalen violettroten Band etwa in der Mitte. 12
  • Kopf silbergrau, Taster weiß und blasig. 12
  • Brustrücken grau mit fünf schwachen Längslinien. 12
  • Hinterleib schwarz mit drei Reihen gelblich behaarter Flecken, Unterseite hellgrau. 12
  • Flügel glasklar mit braunem Geäder, Schwinger schwarzbraun. 1
  • Geschlechtsunterschied: Bei den Männchen berühren sich die großen Augen oben am Kopf, bei den Weibchen sind sie durch eine breite Stirn getrennt. 1

Systematik

Namen & Einordnung (kurz)

Der akzeptierte wissenschaftliche Name lautet Tabanus bromius (Linnaeus, 1758) in der Familie Tabanidae, Ordnung Diptera (Zweiflügler). 3 Die deutschsprachige Wikipedia nennt als Autor Scopoli 1763, die englischsprachige Wikipedia und das GBIF nennen Linnaeus 1758; hier wird die GBIF-Angabe verwendet. 123 Die englischsprachige Quelle listet neun Synonyme, darunter Tabanus maculatus (De Geer, 1776) und Tabanus glaucus (Meigen, 1820). 2

Für weitere Bremsen siehe die Familie der Bremsen sowie verwandte Arten wie die Rinderbremse, die Dunkle Rinderbremse oder die Regenbremse.

Lebensweise

Biologie & Lebenszyklus

Die Entwicklung der Gemeinen Viehbremse ist in den ausgewerteten Quellen nicht artspezifisch beschrieben. Für Bremsen insgesamt gilt: Weibchen legen je nach Art etwa 25 bis 1.000 Eier ab, die Larven durchlaufen 6 bis 13 Stadien in feuchtem Boden, Schlamm oder Wasser, manche leben räuberisch, verpuppt wird in trockeneren Bereichen. Die Entwicklungsdauer reicht von mehreren Monaten bis zu mehreren Jahren; in Mitteleuropa haben die meisten Arten eine Generation pro Jahr, erwachsene Tiere leben etwa 2–4 Wochen. 4

Die Weibchen benötigen eine Blutmahlzeit zur Fortpflanzung; eine Mahlzeit genügt, bei Bremsen sind bis zu etwa 0,2 ml Blut möglich. 4 Sie stechen vorwiegend bei hellem Tageslicht, besonders an heißen, schwülen und windstillen Tagen. 2 Männchen besuchen Blüten und saugen Nektar, etwa an Wald-Engelwurz. 12

Verbreitung

Vorkommen & Lebensraum

Das Verbreitungsgebiet reicht von Nordafrika über weite Teile Europas bis nach Zentralasien; die englischsprachige Quelle nennt außerdem die östliche Paläarktis und den Nahen Osten. 12 Typische Lebensräume sind Weiden und offene, locker bewaldete Flächen wie Hügel. Gelegentlich dringen die Tiere in Gebäude ein. 12

Die Larven der Bremsen leben allgemein in feuchtem Boden, Schlamm oder Wasser; Weibchen legen die Eier an Pflanzen in Gewässernähe ab. 4 Die Entwicklungsorte von Tabanus bromius im Einzelnen werden in den ausgewerteten Quellen nicht beschrieben.

In der OpenInsect-Community wurden bisher 10 Scans erfasst, der letzte am 10.07.2026 in Neuerburg.

Verbreitung

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Deutschland

    10.08.2025

  • Bernsdorf, Deutschland

    02.08.2025

  • Deutschland

    20.07.2025

  • Tyskland

    19.07.2025

  • Deutschland

    13.07.2025

Daten: iNaturalist

Sichtungen

Community-Analyse

OpenInsect
10
Sichtungen in den letzten 12 Monaten
Daten der silbarkrift.community
Zuletzt am 10.07.2026
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Jahresverlauf

Saisonalität & Aktivität

Die Flugzeit reicht von Mai bzw. Ende Mai bis September. 12 Weibchen sind im Hoch- und Spätsommer besonders stechfreudig, vor allem bei Wärme, Schwüle und Windstille am Tag. 2

In den OpenInsect-Daten fallen die Scans im Auswertungszeitraum seit August 2025 mit zwei Meldungen im März aus der Reihe; bei insgesamt 10 Scans lässt sich daraus keine Saisonaussage ableiten.

Praxiswissen

Bedeutung, Schäden & Prävention

Der Stich der Bremsen wird sofort schmerzhaft empfunden, da die Mundwerkzeuge die Haut aufreißen. Der Speichel enthält einen gerinnungshemmenden Stoff, weshalb die Wunde nachblutet; es folgen Juckreiz und eine mehrere Stunden bestehende Quaddel. 24 Die Tiere werden von Schweiß angezogen und können auch durch dünne Kleidung stechen. 4 Bremsen können Krankheitserreger mechanisch verschleppen; für die Gemeine Viehbremse sind in den ausgewerteten Quellen keine konkreten Krankheitsfälle belegt. 4 Bei starken Beschwerden, ausgeprägten Schwellungen oder allergischen Reaktionen sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.

Für Weidetiere sind Bremsenstiche vor allem eine Belastung durch Blutverlust und Unruhe. Zur Vorbeugung können Tiere in der Hauptflugzeit bei Wärme in Ställen oder schattigen Bereichen gehalten werden; Menschen schützen sich durch helle, geschlossene Kleidung und Aufenthalt fern von Gewässern und Weiden an heißen, windstillen Tagen. Gelangt ein Tier in ein Gebäude, kann es durch Öffnen eines Fensters ins Freie geleitet werden.

Nachweise

Quellen & Referenzen

  1. Wikipedia: Gemeine Viehbremse. de.wikipedia.org/wiki/Gemeine_Viehbremse (abgerufen 30.10.2026)
  2. Wikipedia: Tabanus bromius (Band-eyed brown horsefly). en.wikipedia.org/wiki/Tabanus_bromius (abgerufen 30.10.2026)
  3. GBIF Backbone Taxonomy: Tabanus bromius Linnaeus, 1758. gbif.org/species/1499099
  4. Wikipedia: Bremsen. de.wikipedia.org/wiki/Bremsen (abgerufen 30.10.2026)