- Wissenschaftlicher Name: Pimpla rufipes (Miller, 1759) 12
- Familie: Ichneumonidae, Unterfamilie Pimplinae 13
- Körperlänge: etwa 10–15 mm 12
- Beine: überwiegend orange, Körper schwarz 12
- Wirte: Puppen und Larven von Schmetterlingen 12
- Larvenstadien: 5 2
- Flugzeit: Juni bis Oktober, Überwinterung als erwachsene Wespe 1
- Nahrung der Erwachsenen: Nektar 12
- Lebensräume: Waldränder, Lichtungen, Hecken 12
Schwarze Schlupfwespe Pimpla rufipes
KI-generierte Illustration (keine Fotografie)
Klassifikation
Taxonomie
- Reich
- Tiere (Animalia)
- Stamm
- Gliederfüßer (Arthropoda)
- Klasse
- Insekten (Insecta)
- Ordnung
- Hautflügler (Hymenoptera)
- Familie
- Ichneumonidae
- Gattung
- Pimpla
Überblick
Einleitung
Die Schwarze Schlupfwespe (Pimpla rufipes) ist eine 10–15 mm lange Schlupfwespe (Ichneumonidae) mit schwarzem Körper und auffallend orangen Beinen. Sie ist in Europa und darüber hinaus weit verbreitet und lebt vor allem an Waldrändern, Hecken und auf Lichtungen. 12
Die Weibchen legen ihre Eier in Puppen und Larven von Schmetterlingen. Die Wespenlarve entwickelt sich im Wirt und tötet ihn dabei; man bezeichnet solche Arten als Parasitoide. Die erwachsenen Wespen besuchen Blüten und saugen Nektar. 12
Auf einen Blick
Fakten (kompakt)
Schwarze Schlupfwespe Bilder und Fotos von echten Sichtungen
Erkennen
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Die Körperlänge beträgt 10–15 mm; die Vorderflügel messen nach englischsprachigen Angaben 5,5–15 mm. Weibchen sind etwas größer als Männchen. 12 Kopf, Halsschild, Fühler und Hinterleib sind schwarz. Die Beine sind überwiegend leuchtend orange. 12
Bestimmungsmerkmale sind:
- Der Legebohrer der Weibchen ist kurz, relativ dick und verläuft gerade nach hinten. 12
- Männchen besitzen keinen Legebohrer. 2
- Die Vorderflügel messen 5,5–15 mm; Weibchen sind etwas größer als Männchen. 12
Ähnlich ist Apechthis compunctor, dessen Weibchen sich durch einen nach unten gebogenen Legebohrer unterscheiden; die Männchen beider Arten sind nach Fotos kaum zu unterscheiden. 12
Systematik
Namen & Einordnung (kurz)
Die englischsprachige Wikipedia nennt Miller (1759) als Autor von Pimpla rufipes; die deutschsprachige Quelle erwähnt die Beschreibung durch Fabricius (1793) als Ichneumon instigator. 12 Sie ist die Typusart der Gattung Pimpla (Unterfamilie Pimplinae). 1 Zu den Synonymen zählen nach der englischsprachigen Quelle Pimpla hypochondriaca und Pimpla instigator, wobei der letztere Name als jüngeres Homonym verworfen wurde. 2 Das GBIF führt Pimpla hypochondriaca (Retzius, 1783) als Synonym von Pimpla rufipes. 3 Ein gleichnamiger südamerikanischer Name (P. rufipes Brullé, 1846) wurde laut Wikipedia durch Pimpla patirrufa ersetzt; diese Angabe betrifft eine andere Art. 2
Verwandte Seiten im Lexikon: Schlupfwespen allgemein (/pages/l/ichneumonidae) und die Gemeine Schlupfwespe (/pages/l/pimpla-hypochondriaca).
Lebensweise
Biologie & Lebenszyklus
Pimpla rufipes ist ein idiobionter Endoparasitoid: Das Weibchen lähmt den Wirt mit Gift und legt je ein Ei hinein; der Wirt entwickelt sich danach nicht weiter. 2 Als Wirte dienen Puppen und Larven vieler Schmetterlingsarten, genannt werden unter anderem der Große Kohlweißling und der Schwammspinner; die Gemüseeule dient häufig als Wirt in Laborversuchen. 2 Das Gift wirkt zellschädigend und lähmend; ein lähmendes Polypeptid namens Pimplin wurde identifiziert. 2
Das Geschlecht der Nachkommen hängt von der Wirtsgröße ab: In kleineren Puppen wird ein unbefruchtetes Ei abgelegt, aus dem ein Männchen schlüpft, in größeren ein befruchtetes Ei, aus dem ein Weibchen entsteht. 1 Die Wespenlarve durchläuft fünf Larvenstadien; die meisten dauern jeweils etwa einen Tag, das fünfte im Mittel etwa neun Tage. Erwachsene Tiere ernähren sich vor allem von Blütennektar, zum Beispiel von Rainfarn. 12 Weibchen prüfen mögliche Wirte, indem sie mit den Fühlern Schwingungen aussenden und die Rückmeldung auswerten. 2
Verbreitung
Vorkommen & Lebensraum
Die Art ist im westlichen Teil der Paläarktis verbreitet, also in weiten Teilen Europas und Nordafrikas. 1 Die englischsprachige Quelle nennt Europa, Asien und Nordafrika mit Nachweisen in rund 59 Ländern und Inselgruppen. 2
Typische Lebensräume sind Waldränder, Lichtungen und Hecken sowie andere bewachsene Flächen. 12
In der OpenInsect-Community wurden bisher 13 Scans erfasst, der letzte am 06.10.2026 in Ikast (Region Mittjylland, Dänemark).
Verbreitung
Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland
Sichtungen
Community-Analyse
Jahresverlauf
Saisonalität & Aktivität
Erwachsene Tiere fliegen von Juni bis Oktober und überwintern als erwachsene Wespen. 1 Die Beobachtungen der OpenInsect-Community (13 Scans, Auswertungszeitraum ab November 2025) liefern wegen der geringen Zahl keine belastbare Saisonaussage.
Jahresverlauf
Saisonalität und Nachfragetrend
Basierend auf dem Silberkraft TrendIndex – unserem eigenen Modell aus Suchdaten und Naturbeobachtungen
Saisonale Aktivität
Entwicklung über die Jahre
Praxiswissen
Bedeutung, Schäden & Prävention
Als Parasitoid von Schmetterlingspuppen und -larven ist die Schwarze Schlupfwespe ein natürlicher Gegenspieler von Arten wie dem Großen Kohlweißling oder dem Schwammspinner. 2 Eine Wirkungsgarantie gibt es nicht, da der Einfluss von Wirtsdichte, Witterung und Umgebung abhängt.
Über Stiche beim Menschen oder eine medizinische Bedeutung machen die ausgewerteten Quellen keine Angaben. Das Gift dient dem Lähmen der Wirte. Bei Beschwerden nach einem Insektenkontakt sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.
Schäden an Vorräten, Textilien oder Bausubstanz sind nicht bekannt. Zur Förderung der Art tragen nektarreiche Blühpflanzen, Hecken und strukturreiche Waldränder bei, weil die erwachsenen Tiere Blüten besuchen und Wirte in bewachsenen Flächen finden. 12
Nachweise
Quellen & Referenzen
- Wikipedia: Schwarze Schlupfwespe. de.wikipedia.org/wiki/Pimpla_rufipes (abgerufen 30.10.2026)
- Wikipedia: Pimpla rufipes (Black slip wasp). en.wikipedia.org/wiki/Pimpla_rufipes (abgerufen 30.10.2026)
- GBIF Backbone Taxonomy: Pimpla rufipes (Artkonzept Miller, 1759). gbif.org/species/1278096