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KI-generierte Illustration (keine Fotografie)
Klassifikation
Wissenschaftlicher Name Linepithema humile (Mayr, 1868)
Überblick
Die Argentinische Ameise (Linepithema humile) ist eine ursprünglich aus Südamerika (Argentinien, Brasilien, Paraguay, Uruguay) stammende Art der Unterfamilie Dolichoderinae, die heute weltweit als invasives Neozoon auf sechs Kontinenten verbreitet ist.12 Charakteristisch für die Spezies ist die Bildung riesiger, unikolonialer Superkolonien mit zahlreichen Königinnen (Polygynie), was ihr durch fehlende innerartliche Aggression eine dominante Verdrängung einheimischer Ameisenarten ermöglicht.2 Während sie in wärmeren Klimazonen massive ökologische und landwirtschaftliche Schäden verursacht, tritt sie in kühleren Regionen primär in beheizten Gebäuden als Hygiene- und Vorratsschädling auf, da sie dort im Freien meist nicht überwintern kann.12
Auf einen Blick
Hier sind einige Fakten über die Argentinische Ameise (Linepithema humile) in kompakter Form:
Erkennen
Die Arbeiterinnen von Linepithema humile sind monomorph und erreichen eine Körperlänge von 2,2 bis 2,8 mm. Ihre Färbung ist einheitlich hell- bis dunkelbraun, wobei der Hinterleib oft etwas dunkler erscheint. Zu den zentralen Bestimmungsmerkmalen gehören der eingliedrige Stiel (Petiolus) mit einer aufrechten Schuppe sowie das Fehlen von Dornen auf dem Thorax.31 Der Kopf ist länger als breit und trägt zwölfgliedrige Antennen ohne Keule. Als Vertreter der Unterfamilie Dolichoderinae besitzt die Art keinen Stachel, sondern verteidigt sich durch Bisse.3 Die Königinnen sind mit 4,5 bis 6,0 mm deutlich größer als die Arbeiterinnen und weisen drei Ocellen auf dem Kopf auf. Männliche Tiere messen zwischen 2,8 und 3,0 mm und zeichnen sich durch eine dunklere, schwärzlich-braune Färbung aus.13 Die Larven erscheinen weißlich, während die Puppenentwicklung ohne schützenden Kokon stattfindet.1 Von der ähnlichen Art Tapinoma sessile lässt sich Linepithema humile durch die aufrechte Petiolus-Schuppe unterscheiden. Zudem verströmen zerdrückte Exemplare einen modrigen Geruch, im Gegensatz zum Duft nach verrotteter Kokosnuss bei Tapinoma sessile.31
Systematik
Die Argentinische Ameise (Linepithema humile) wurde ursprünglich 1868 von Mayr unter dem Namen Hypoclinea humilis beschrieben.23 Lange Zeit ordnete man die Art der Gattung Iridomyrmex zu, weshalb sie in älterer Literatur oft als Iridomyrmex humilis geführt wird. Im Jahr 1992 transferierte Shattuck die Spezies aufgrund morphologischer Merkmale in die Gattung Linepithema. Taxonomisch wird sie heute innerhalb der Familie Formicidae zur Unterfamilie Dolichoderinae gestellt.2
Lebensweise
Die Argentinische Ameise (Linepithema humile) durchläuft eine vollständige Metamorphose über die Stadien Ei, Larve, Puppe und Imago. Die gesamte Entwicklungsdauer vom Ei bis zur Arbeiterin beträgt durchschnittlich 74 Tage, variiert jedoch stark in Abhängigkeit von der Temperatur.13 Während Eier bei 30 °C bereits nach etwa 10 Tagen schlüpfen, kann die Entwicklung bei kühleren Temperaturen deutlich länger dauern.3 Eine Eiablage findet bei Temperaturen unter 20 °C nicht mehr statt, da die Art für eine optimale Entwicklung auf warmes Klima angewiesen ist.1 Die Kolonien sind polygyn organisiert, wobei mehrere Königinnen koexistieren, die jeweils bis zu 60 Eier pro Tag legen können.13 Die Begattung erfolgt typischerweise intranidal innerhalb des Nestes ohne Hochzeitsflug, woraufhin die Königinnen den Spermavorrat für ihre gesamte Lebensspanne speichern. Die Ausbreitung und Gründung neuer Kolonien geschieht primär durch Nestteilung (Budding), indem Gruppen von Arbeiterinnen und Königinnen zu neuen Standorten abwandern.3 Die Nester werden im Sommer bis zu 32 cm tief im Erdreich oder unter schützendem Material in feuchten Bereichen angelegt.13 Ernährungsphysiologisch ist die Art omnivor und nutzt Honigtau von Hemipteren (wie Blattläusen) sowie zucker-, öl- und proteinhaltige Nahrungsquellen.3 Zudem ernährt sich Linepithema humile räuberisch von tierischen Substanzen und verwertet auch Körner. In kühleren Regionen ist eine Überwinterung im Freien oft nicht möglich, weshalb die Ameisen in der kalten Jahreszeit auf beheizte Gebäude ausweichen.1
Verbreitung
Linepithema humile stammt ursprünglich aus dem Einzugsgebiet des Paraná-Flusses in Südamerika, wo die Art feuchte Uferzonen und offenes Grasland bewohnt.3 Durch den globalen Warenverkehr wurde sie weltweit verschleppt und ist heute in Regionen mit mediterranem oder subtropischem Klima auf allen Kontinenten außer der Antarktis etabliert.32 In ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet bilden die Kolonien moderate Größen, während sie in invasiven Bereichen oft riesige, zusammenhängende Superkolonien formen.2 In kühleren Klimazonen ist ein dauerhaftes Überleben im Freien meist nicht möglich, weshalb die Art dort primär in beheizten Gebäuden überwintert. Die Nester werden im Sommer bis zu 32 cm tief im Erdreich angelegt, befinden sich jedoch häufig auch flach unter Steinen, Totholz oder Pflanzenresten. In urbanen Umgebungen nutzt Linepithema humile bauliche Hohlräume wie Wandzwischenräume oder Bereiche unter Fußböden als Rückzugsorte. Die Arbeiterinnen sind bei Temperaturen zwischen 5 und 35 °C aktiv und stellen bei Kälte die Futtersuche im Freien ein.1 Bevorzugte Nistplätze zeichnen sich durch eine hohe Feuchtigkeit aus, weshalb die Ameisen oft in der Nähe von Bewässerungssystemen oder undichten Leitungen zu finden sind.31
Sichtungen
Jahresverlauf
Die Aktivität der Argentinischen Ameise (Linepithema humile) ist stark temperaturabhängig und findet primär in einem Bereich zwischen 5 °C und 35 °C statt.1 In gemäßigten Zonen konzentriert sich die Hauptphase der Futtersuche und Kolonieexpansion auf das Frühjahr und den Sommer, was sich auch in einem erhöhten Suchinteresse mit Spitzenwerten im März und Juli widerspiegelt.34 Während die Arbeiterinnen bei optimalen Bedingungen rund um die Uhr aktiv sind, beschränkt sich die Futtersuche bei kühlerem Wetter auf den Tag oder verlagert sich bei großer Hitze in die Nacht.13 In kälteren Klimaten ist eine Überwinterung im Freien oft nicht möglich, weshalb die Kolonien auf beheizte Innenräume oder geschützte Bereiche ausweichen. Im Sommer legen die Tiere ihre Nester bis zu 32 cm tief im Erdreich an, um geeignete Umweltbedingungen zu sichern. Die Reproduktion ist ebenfalls an Wärme gebunden, da die Eiablage erst ab einer täglichen Haupttemperatur von 18 °C erfolgt und unter 20 °C vollständig stoppt.1 Entsprechend sinkt das öffentliche Interesse an der Art in den Wintermonaten deutlich ab, mit einem Tiefpunkt im Januar.4
Jahresverlauf
Basierend auf dem Silberkraft TrendIndex – unserem eigenen Modell aus Suchdaten und Naturbeobachtungen
Praxiswissen
Die Argentinische Ameise (Linepithema humile) wird primär als Hygieneschädling und Lebensmittelverderber eingeordnet.1 Sie ernährt sich räuberisch von tierischen Substanzen sowie Körnern und kann Vorräte durch potenzielle Keimübertragung kontaminieren.13 In landwirtschaftlichen Kulturen verursacht die Art erhebliche indirekte Schäden, indem sie Pflanzenschädlinge wie Blattläuse und Schmierläuse vor Fressfeinden schützt, um deren Honigtau zu nutzen. In urbanen Bereichen dringen die Tiere in Gebäude ein und können in elektrischen Anlagen Kurzschlüsse oder Korrosion verursachen.3 Die Prävention in kühleren Klimazonen profitiert davon, dass die Art im Freien meist nicht überwintern kann und auf geheizte Räume angewiesen ist. Eine Eiablage findet bei Temperaturen unter 20 °C nicht mehr statt, was die Populationsentwicklung limitiert.1 Die Bekämpfung gestaltet sich aufgrund der Bildung riesiger, vernetzter Superkolonien als schwierig.3 Als effektivste Methode gelten langsam wirkende Fraßköder (z. B. mit Fipronil oder Hydramethylnon), die über den sozialen Futteraustausch (Trophallaxis) im gesamten Nest verteilt werden. Kontaktinsektizide und physikalische Barrieren wie Diatomeenerde bieten hingegen oft nur temporären Schutz vor eindringenden Arbeiterinnen. Aus hygienischer Sicht ist relevant, dass Linepithema humile pathogene Bakterien mechanisch auf Lebensmittel übertragen kann, auch wenn sie Menschen nur selten beißt.3
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Wissenschaft
Japan Enviro Chemicals Ltd. · 2013
Dieses Patent beschreibt ein chemisches Mittel zur spezifischen Bekämpfung der Argentinischen Ameise (Linepithema humile). Als Wirkstoff werden lineare oder verzweigte Alkohole mit 6 bis 20 Kohlenstoffatomen eingesetzt, oft in Kombination mit Fettsäuren. Eine weitere Ausführungsform kombiniert diese Alkohole mit dem Insektizid Clothianidin als zweiten Wirkstoff. Diese Formulierung zielt darauf ab, die Ameisen effektiv abzutöten oder zu kontrollieren. Die Kombination der Wirkstoffe soll eine hohe Wirksamkeit gegen diese invasive Art gewährleisten.
Shinetsu Chemical Company · 2004
Dieses Patent stellt eine Methode vor, um das Verhalten der Argentinischen Ameise durch den Einsatz von Pheromonen massiv zu stören. Dabei wird Z-9-Hexadecenal, welches als natürliches Spurpheromon der Ameisen fungiert, in die Atmosphäre diffundiert. Durch die künstliche Sättigung der Umgebung mit diesem Stoff werden die Kommunikationswege und Pfade der Ameisen unterbrochen ('Verwirrungstechnik'). Dies führt zu einer Desorientierung der Kolonie und unterdrückt effektiv deren Reproduktion und organisierte Futtersuche. Es handelt sich um einen spezifischen Ansatz zur Kontrolle der Population ohne den primären Einsatz klassischer Gifte.
Nachweise