- Wissenschaftlicher Name: Issus coleoptratus (Fabricius, 1781); GBIF: akzeptiert23
- Systematik: Hemiptera, Fulgoromorpha, Familie Issidae (Käferzikaden)13
- Körperlänge: 5,5 bis 7 mm12
- Flügel: lederartige Deckflügel wie ein Käferpanzer; Flugvermögen zurückgebildet12
- Nahrung: Phloemsaft verschiedener Laubgehölze (polyphag)12
- Generationen: eine pro Jahr; Larven überwintern an Efeu, Liguster, Wacholder, Eibe und in der Laubstreu12
- Erwachsene Tiere: meist Ende Juni bis Mitte Oktober1
- Besonderheit: Nymphen mit Zahnbändern an den Hinterbeinen für gleichzeitigen Absprung12
- OpenInsect-Community: 19 Scans, letzter am 26.10.2026 in Bad Dürkheim
Gemeine Käferzikade Issus coleoptratus
KI-generierte Illustration (keine Fotografie)
Klassifikation
Taxonomie
- Reich
- Tiere (Animalia)
- Stamm
- Gliederfüßer (Arthropoda)
- Klasse
- Insekten (Insecta)
- Ordnung
- Schnabelkerfe (Hemiptera)
- Familie
- Issidae
- Gattung
- Issus
Überblick
Einleitung
Die Gemeine Käferzikade (Issus coleoptratus) ist eine kleine Zikade aus der Familie der Käferzikaden (Issidae), die zur Unterordnung der Spitzkopfzikaden (Fulgoromorpha) gehört.13 Sie ist in Mitteleuropa weit verbreitet und lebt an Bäumen und Sträuchern, an denen sie Pflanzensaft saugt.12 Auffällig ist die gedrungene, käferähnliche Gestalt: Die derben Vorderflügel decken den Hinterleib ab wie ein Käferpanzer, und die Flugfähigkeit ist zurückgebildet.12
Bekannt ist die Art außerdem durch ihre Nymphen. Sie besitzen an den Hinterbeinen kleine, ineinandergreifende Zahnbänder, die beim Absprung beide Beine gleichzeitig bewegen lassen.12 Andere Zikaden mit eigenem Profil sind etwa die Gemeine Schaumzikade und die Blutrote Schaumzikade.
Auf einen Blick
Fakten (kompakt)
Gemeine Käferzikade Bilder und Fotos von echten Sichtungen
Erkennen
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Die Gemeine Käferzikade wird 5,5 bis 7 mm lang.12 Sie ist stark farbvariabel und gedrungen gebaut. Hellere Tiere sind meist bräunlich bis olivgrau und zeigen häufig einen dunklen Fleck im hinteren Drittel des Vorderflügels; kontrastreichere Tiere haben oft zwei dunkle Querbänder, selten sind sie fast schwarz. Die Flügeladern sind mindestens abschnittsweise dunkelbraun.12
Der Kopf ist samt den Augen schmaler als der Halsschild (Pronotum). Die Stirn ist im oberen Drittel meist dunkelbraun bis schwarz und hell gefleckt, darunter grünlich, gelblich oder bräunlich.12 Die Geschlechter unterscheiden sich in der Flügeladerung: Bei Weibchen verliert sich die Aderung nach hinten in ein feines Netz, bei Männchen bleiben die Hauptlängsadern bis zum Ende deutlich.12
Sehr ähnlich, im Verbreitungsgebiet aber seltener, ist die Fliegen-Käferzikade (Issus muscaeformis). Bei ihr verläuft eine helle Querbinde über die Stirn, die bei Issus coleoptratus stets fehlt; das Merkmal dient als Unterscheidungshilfe.1 Nymphen tragen an den Hinterbeinen gebogene Bänder mit zehn bis zwölf ineinandergreifenden Zähnen, erwachsene Tiere nicht mehr.1
Systematik
Namen & Einordnung (kurz)
Der wissenschaftliche Name lautet Issus coleoptratus (Fabricius, 1781); beschrieben wurde die Art vom dänischen Zoologen Johan Christian Fabricius.23 GBIF führt den Namen als akzeptiert innerhalb der Familie Issidae in der Ordnung der Schnabelkerfe (Hemiptera).3 Im Deutschen ist der Trivialname „Gemeine Käferzikade“ gebräuchlich; der deutschsprachige Wikipedia-Artikel verwendet „Echte Käferzikade“.1 Die englischsprachige Wikipedia führt sie als Planthopper der Familie Issidae.2
Sowohl der deutsche Name als auch das Artepitheton coleoptratus („mit Käferflügeln versehen“) nehmen auf die käferähnliche Gestalt Bezug, denn Coleoptera ist der wissenschaftliche Name der Käfer.1 Trotz dieser Ähnlichkeit ist die Art kein Käfer, sondern eine Zikade (Schnabelkerfe).
Videos
Aus der Community
Beobachtungen und Einreichungen unserer Nature-Community
Aus der Community
Kurze Videos
Aus der silbarkrift.community, aufgenommen mit OpenInsect
Lebensweise
Biologie & Lebenszyklus
Die Gemeine Käferzikade ernährt sich saugend vom Phloemsaft verschiedener Laubgehölze und ist dabei wenig wählerisch (polyphag).12 Sie bildet eine Generation im Jahr.12
Die erwachsenen Tiere sind flugunfähig; die Flugfähigkeit hat sich bei dieser Art zurückentwickelt, anders als bei den meisten anderen Mitgliedern der Familie.12 Fortbewegung erfolgt daher durch Laufen und Springen. Für das Springen besitzen die Nymphen einen besonderen Mechanismus: An den Hinterbeinen sitzen gebogene Bänder mit ineinandergreifenden Zähnen, die die Beine so verzahnen, dass sie sich beim Absprung exakt gleichzeitig bewegen. Das verhindert, dass das Tier beim Sprung ins Trudeln gerät.12 Die Funktion dieser Struktur wurde bei dieser Art erstmals genau beschrieben, obwohl ihre Existenz bei Zikaden schon länger bekannt war; vor der letzten Häutung wird das Zahnband abgeworfen, erwachsene Tiere besitzen es nicht mehr.12
Die Larven überwintern an Efeu (Hedera), Liguster (Ligustrum), Wacholder (Juniperus), Eibe (Taxus) und auch in der Laubstreu.12 Angaben zu Eizahl oder Dauer einzelner Larvenstadien enthalten die herangezogenen Quellen nicht.
Verbreitung
Vorkommen & Lebensraum
Die Art ist westpaläarktisch verbreitet, kommt also in weiten Teilen Europas, im Nahen Osten und in Nordafrika vor.12 In Mitteleuropa verläuft die Nordgrenze des Areals nach den Angaben etwa entlang der Mittelgebirge. Die Tiere sind in Höhenlagen bis etwa 1000 m zu finden.1
Lebensraum sind Gehölze frischer bis trockener Standorte: geschlossene Laub- und Mischwälder ebenso wie halboffene Baumbestände, etwa Waldränder, Parks und Friedhöfe. Gelegentlich werden Tiere sogar an isolierten Einzelbäumen gefunden.12 Die erwachsenen Tiere leben unter anderem an Eiche (Quercus), Ahorn (Acer), Hasel (Corylus), Birke (Betula), Ulme (Ulmus) und Linde (Tilia).12
Die OpenInsect-Community hat bisher 19 Scans der Art erfasst, die letzte am 26.10.2026 in Bad Dürkheim. Dass die Art dort bis in den Oktober gemeldet wird, passt zur Flugzeit der erwachsenen Tiere bis Mitte Oktober.1
Verbreitung
Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland
Sichtungen
Community-Analyse
Jahresverlauf
Saisonalität & Aktivität
Die erwachsenen Tiere sind vor allem von Ende Juni bis Mitte Oktober zu finden, in wärmeren Regionen bereits ab Ende Mai.12 Englischsprachige Quellen nennen als Spanne Mai bis Mitte Oktober, abhängig vom Standort.2 Die Larven überwintern in Efeu, Liguster, Wacholder, Eibe und in der Laubstreu und entwickeln sich im folgenden Jahr zu erwachsenen Tieren.1 Im Winter sind daher in erster Linie Larven zu erwarten, im Spätsommer und Frühherbst die erwachsenen Zikaden.
Jahresverlauf
Saisonalität und Nachfragetrend
Basierend auf dem Silberkraft TrendIndex – unserem eigenen Modell aus Suchdaten und Naturbeobachtungen
Saisonale Aktivität
Entwicklung über die Jahre
Praxiswissen
Bedeutung, Schäden & Prävention
Eine wirtschaftliche Schadwirkung der Gemeinen Käferzikade ist in den herangezogenen Quellen nicht beschrieben. Die Art saugt an Laubgehölzen, ohne dass dabei Schäden an Kulturpflanzen genannt werden.12 Als Vorrats- oder Hausschädling gilt sie nicht; sie lebt an Gehölzen in Wäldern, Parks und Gärten.
Gesundheitliche Wirkungen auf Menschen werden in den vorliegenden Quellen nicht beschrieben. Die Tiere fallen im Garten oder am Haus eher zufällig auf, etwa auf Hecken, Efeu oder Wacholder. Gezielte Maßnahmen gegen die Art sind nicht üblich; sie gehört zur heimischen Gehölzfauna.
Zur Unterscheidung von der ähnlichen Fliegen-Käferzikade eignet sich die Stirnzeichnung. Eine sichere Bestimmung innerhalb der Familie erfordert in Zweifelsfällen eine genaue Untersuchung der Merkmale am Tier.1
Nachweise
Quellen & Referenzen
- Wikipedia: Echte Käferzikade (Issus coleoptratus). de.wikipedia.org/wiki/Echte_K%C3%A4ferzikade (abgerufen 30.10.2026)
- Wikipedia: Issus coleoptratus. en.wikipedia.org/wiki/Issus_coleoptratus (abgerufen 30.10.2026)
- GBIF Backbone Taxonomy: Issus coleoptratus (Fabricius, 1781). gbif.org/species/2051491