- Als Schwestergruppe der schwarz-roten Blutzikaden gelten die meist bräunlichen und strohfarbenen Schaumzikaden (Aphrophoridae).
- Die Familie der Blutzikaden ist in der Paläarktis lediglich mit zwölf Arten vertreten, während sie in den Tropen eine sehr hohe Artdiversität aufweist.
- In Mitteleuropa rekrutieren sich die Blutzikaden aus den beiden Gattungen Cercopis und Haematoloma mit insgesamt fünf Arten.
- Äußerst selten treten Exemplare auf, die eine vollständig schwarze Färbung aufweisen.
- Die auffällige Warnfärbung und das unbesorgte Verhalten deuten auf chemische Inhaltsstoffe zur Ungenießbarkeit für Insektenfresser hin, wobei eine Bates’sche Mimikry aufgrund der hohen Abundanz als unwahrscheinlich gilt.
- Von ähnlich aussehenden Käfern lassen sich die Tiere morphologisch leicht durch ihre charakteristische dachartige Flügelhaltung unterscheiden.
- Mit Ausnahme von Cercopis intermedia sind die Beine der Blutzikaden ausnahmslos vollständig schwarz gefärbt.3
Blutrote Schaumzikade Cercopis vulnerata
KI-generierte Illustration (keine Fotografie)
Klassifikation
Taxonomie
- Reich
- Tiere (Animalia)
- Stamm
- Gliederfüßer (Arthropoda)
- Klasse
- Insekten (Insecta)
- Ordnung
- Schnabelkerfe (Hemiptera)
- Familie
- Cercopidae
- Gattung
- Cercopis
Überblick
Einleitung
Die Blutrote Schaumzikade (Cercopis vulnerata) ist eine in Mitteleuropa weit verbreitete Art aus der Familie der Blutzikaden (Cercopidae) innerhalb der Rundkopfzikaden. Sie erreicht Körperlängen von 8,9 bis 10,5 Millimetern und ist damit eine der größten mitteleuropäischen Vertreter ihrer Gattung. Charakteristisch ist die tief ausgebuchtete rote Flügelbinde vor dem Ende der ansonsten schwarz-rot gezeichneten Vorderflügel. Von der ähnlichen Bindenblutzikade (Cercopis sanguinolenta) unterscheidet sie sich vor allem durch die Form dieser Flügelbinde.
Auf einen Blick
Fakten (kompakt)
Blutrote Schaumzikade Bilder und Fotos von echten Sichtungen
Erkennen
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Die Gemeine Blutzikade (Cercopis vulnerata) ist mit einer Körperlänge von 8,9 bis 10,5 Millimetern eine der größten mitteleuropäischen Vertreter ihrer Familie. Ihr Körper besitzt im Umriss eine länglich- bis breitlänglich-ovale Form und zeigt eine charakteristische schwarz-rote Warnfärbung. Der Kopf ist von oben betrachtet deutlich schmaler als das Pronotum und trägt zwei Ocellen, Facettenaugen sowie kurze, borstenförmige Fühler. Die blasenförmig vorgewölbte Stirnplatte beinhaltet die Saugpumpe zur Nahrungsaufnahme über einen spezialisierten Saugrüssel. Das Pronotum und die ledrigen, mit Punktgruben besetzten Vorderflügeldecken sind weitgehend unbehaart. Ein zentrales Bestimmungsmerkmal der Art ist die tief ausgebuchtete rote Flügelbinde kurz vor dem Ende der ansonsten schwarzen Vorderflügel. Die häutigen Hinterflügel liegen in der für Zikaden typischen dachartigen Haltung unter den Deckflügeln. Die Beine sind mit Ausnahme der roten Gelenke bei verwandten Arten hier völlig schwarz gefärbt und weisen kräftige Dornen sowie einen Dornenkranz an den hinteren Schienen auf. Einen ausgeprägten Sexualdimorphismus in der Körperfärbung beschreibt die Datenlage für Cercopis vulnerata nicht. Die hemimetabolen Larven sind durch eine halbkreisförmig hoch gewölbte Rückenseite und eine konkave Bauchseite gekennzeichnet. Sie leben verborgen an Wurzeln und basalen Sprossteilen im Boden oder in der Bodenstreu, wo sie selbst erzeugte Schaumnester bilden. Angaben zu Eiern und Puppenstadien liegen in den Primärquellen für diese Art nicht detailliert vor. Abgrenzen lässt sich Cercopis vulnerata von der kleineren Bindenblutzikade (Cercopis sanguinolenta) vor allem durch die tiefere und markantere Ausbuchtung der roten Flügelbinde. Von der Kiefernblutzikade (Haematoloma dorsata) unterscheidet sie sich zudem durch die fehlende Behaarung der Flügeldecken und das Fehlen eines rein roten Flügelvorderrands.1
Porträt
Beschreibung
Die Gemeine Blutzikade (Cercopis vulnerata) ist eine auffällig schwarz-rot gezeichnete Insektenart aus der Familie der Blutzikaden (Cercopidae) und wurde in Deutschland zum Insekt des Jahres 2009 gekürt. Im natürlichen Lebensraum fällt die Art durch ihre leuchtend rote Zeichnung auf den ledrigen, mit Punktgruben besetzten Vorderflügeldecken auf, die eine Warnfarbgebung darstellt. Im Gegensatz zu den trägen Larven besitzen die erwachsenen Tiere eine ausgezeichnete Sprungkraft, die durch kräftige Dornen an den kurzen, rundlichen Hinterschienen mechanisch unterstützt wird. Der Kopf ist von oben betrachtet deutlich schmaler als das Pronotum und trägt neben Facettenaugen auch zwei Punktaugen sowie eine blasenförmig vorgewölbte Stirnplatte mit integrierter Saugpumpe. Die Nahrungsaufnahme erfolgt über einen spezialisierten Saugrüssel, wobei Imagines an den Leitungsbahnen oberirdischer Pflanzenteile saugen. Die Larven durchlaufen fünf hemimetabole Stadien und leben verborgen im Boden oder in der Bodenstreu an den Wurzeln krautiger Wirtspflanzen. Dort erzeugen sie aus Exkreten und Schleimstoffen ein schützendes Schaumnest, in dem sie auch überwintern. Die artspezifische Entwicklung verläuft univoltin, wobei in tieferen Lagen die erwachsenen Tiere von Anfang Mai bis Mitte Juli auftreten. Männchen produzieren zur Partnerfindung rhythmische Gesänge mittels seitlicher Tymbalorgane, die durch Flügelschläge verstärkt werden. Bei der anschließenden Kopulation nehmen die Partner eine typische V-Stellung ein, die bis zu fünf Stunden andauern kann. Im Vergleich zur Bindenblutzikade (Cercopis sanguinolenta) besitzt Cercopis vulnerata eine tief ausgebuchtete rote Flügelbinde vor der Flügelspitze und erreicht mit Körperlängen von 8,9 bis 10,5 Millimetern eine größere Statur. Die Art besiedelt mäßig trockene bis mäßig nasse Magerrasen, Weiden, Waldlichtungen sowie Hochstaudenfluren bis in Höhenlagen von 1880 Metern. Belastbare morphologische Daten für eine differenzierte Untersuchung unter dem Mikroskop beschränken sich im Wesentlichen auf die sklerotisierten Strukturen der Genitalarmatur und die Dornen-Anordnung der Tibien. Historische Beschreibungen und zoogeografische Daten verorten die Arealgrenze im Norden Mitteleuropas, während Nachweise aus Skandinavien und Irland fehlen.1
Systematik
Name & Einordnung
Die Gemeine Blutzikade wird wissenschaftlich als Cercopis vulnerata Rossi, 1807 bezeichnet. Die Erstbeschreibung erfolgte durch den italienischen Naturforscher Peter Rossi im Jahr 1807.1 Der Gattungsname Cercopis leitet sich aus dem Altgriechischen ab und verweist auf historische Insektenbezeichnungen, während das Artepitheton vulnerata (lat. verwundet) auf die tief ausgebuchtete rote Zeichnung der Vorderflügel anspielt. Die Art gehört zur Familie der Blutzikaden (Cercopidae), die im englischen Sprachraum als „froghoppers“ bekannt sind. Als deutscher Trivialname ist neben der Gemeinen Blutzikade vereinfacht auch der Begriff Blutzikade gebräuchlich, wobei dieser oft für die gesamte Familie verwendet wird. Die systematische Einordnung platziert die Art innerhalb der Rundkopfzikaden (Cicadomorpha) in die Überfamilie Cercopoidea. Belastbare Daten zu weiteren historischen Synonymen oder alten Kombinationen sind in der primären Quellenfassung nicht detailliert aufgeführt.1
Lebensweise
Biologie & Lebenszyklus
Die Biologie der Blutroten Schaumzikade (Cercopis vulnerata) ist durch einen univoltinen Entwicklungszyklus und eine hemimetabole Metamorphose gekennzeichnet. Alle Blutzikaden bilden in Mitteleuropa eine Generation im Jahr aus. Die Fortpflanzungsbiologie umfasst komplexe akustische und taktile Signale zur Partnerfindung. Männchen erzeugen rhythmische Gesänge durch Tymbalorgane am ersten Hinterleibssegment, die von einem Vibrieren des Hinterleibes und schnellen Flügelschlägen begleitet werden. Ein einzelner Ruf dauert etwa fünf Sekunden. Ergänzend betrillert das Männchen die Vorderflügelspitzen des Weibchens mit seinen Vorderbeinen. Die Kopulation erfolgt in einer typischen V-Stellung, bei der das Männchen schräg neben dem Weibchen sitzt und sich seitlich festhält. Für Cercopis vulnerata wurden Paarungsdauern von bis zu fünf Stunden beobachtet. Nach der erfolgreichen Kopulation legt das Weibchen die Eier in Bodennähe ab. Die Ablage erfolgt in mit Wurzeln durchzogenen Bodenspalten oder in der Bodenstreu in unmittelbarer Nähe der Wirtspflanzen. Aus den Eiern schlüpfen die Larven, die eine unvollständige Verwandlung direkt zum Vollinsekt durchlaufen. Die larvale Entwicklung vollzieht sich über fünf aufeinanderfolgende Stadien, die durch Häutungen voneinander getrennt sind. Während die erwachsenen Tiere in tieferen Lagen von Anfang Mai bis Mitte Juli zu finden sind, erstreckt sich die Aktivitätsphase in höheren Lagen von Juni bis Ende August. Die Larven leben versteckt im Boden oder in der Bodenstreu an den Wurzeln krautiger Pflanzen. Sie umgeben sich dabei mit einem selbst erzeugten Schaumnest, das sie durch das Einpumpen von Luftbläschen aus einer ventralen Atemhöhle in eine eiweiß- und schleimstoffhaltige Exkretionsflüssigkeit erzeugen. Dieser Schaum schützt die Larven vor Fressfeinden und sichert die für die Entwicklung notwendige Feuchtigkeit. In diesen Schaumnestern überwintern die Larven im Boden. Bezüglich der Ernährung ernähren sich die Imagines an den Leitungsbahnen oberirdischer Pflanzenteile mit aufsteigendem Xylemsaft, wobei sie polyphag bis oligophag verschiedene hochwüchsige Kräuter und Gräser wie den Glatthafer (Arrhenatherum elatius) oder die Große Brennnessel (Urtica dioica) nutzen. Im Gegensatz dazu saugen die Larven an den unterirdischen Wurzeln und basalen Sprossteilen ihrer Wirtspflanzen ebenfalls Xylemsaft. Aufgrund des nährstoffarmen Xylemsaftes nehmen beide Stadien große Mengen an Flüssigkeit auf, die in Form von Exkreten wieder abgegeben wird. Belastbare quantitative Daten zu exakten Entwicklungszeiten, temperaturabhängigen Wachstumsraten oder spezifischen Mortalitätsfaktoren abseits des generellen Schutzes durch die Schaumnester liegen für Cercopis vulnerata bisher nicht systematisch quantifiziert vor.
Lebensweise
Verhalten
Erwachsene Cercopis vulnerata verfügen über eine gute Sprungkraft, die ihnen durch kräftige Dornen an den Hinterbeinen beim Absprung Halt auf der Unterlage gewährt. Die Nahrungsaufnahme erfolgt durch das Anstechen und Aussaugen leitender Pflanzenteile, wobei adulte Tiere an oberirdischen Xylembahnen saugen, während die Larven an den basalen Sprossteilen oder Wurzeln im Verborgenen leben. Zur Kommunikation erzeugen die Männchen rhythmische Gesänge durch seitliche Trommelorgane am ersten Hinterleibssegment, wobei ein einzelner Ruf etwa 5 Sekunden dauert. Der Gesang wird von einem Vibrieren des Hinterleibes und sehr schnellen Flügelschlägen begleitet, die möglicherweise als Verstärkung der Werbung dienen. Ein weiterer Bestandteil des Werbeverhaltens ist das Betrillern der Vorderflügelspitzen des Weibchens mit den Vorderbeinen durch das Männchen. Während der Kopulation, die bis zu fünf Stunden dauern kann, nimmt das Männchen eine typische V-Stellung ein, indem es schräg neben dem Weibchen sitzt und sich seitlich festhält. Die Larven leben in selbst erzeugten Schaumnestern, die sie durch das Einpumpen von Luftbläschen aus einer ventralen Atemhöhle in eine eiweiß- und schleimstoffhaltige Exkretionsflüssigkeit erzeugen. Dieser Schaum schützt die Larven vor Feinden und sichert die für die Entwicklung notwendige Feuchtigkeit sowie Temperatur. Die auffällige rote und schwarze Warnfärbung der Imagines lässt in Kombination mit ihrem unbesorgten Verhalten auf chemische Inhaltsstoffe schließen, die sie für Insektenfresser ungenießbar machen.1
Lebensweise
Ökologie
Die Gemeine Blutzikade (Cercopis vulnerata) besiedelt bevorzugt mäßig trockene bis mäßig nasse Standorte in sonnigen bis halbschattigen Lagen wie Magerrasen, Weiden, Waldlichtungen, Weg- und Grabenränder, Hochstaudenfluren und lichte Wälder. Dabei kommt die Art in Höhenlagen von bis zu 1880 Metern vor. Als herbivore Art zeigt sie eine polyphage bis oligophage Ernährungsweise, wobei die adulten Tiere an den Leitungsbahnen oberirdischer Pflanzenteile mit aufsteigendem Xylemsaft saugen. Das Spektrum der Wirtspflanzen umfasst hochwüchsige Kräuter und Gräser wie den Glatthafer (Arrhenatherum elatius), die Große Brennnessel (Urtica dioica) oder Lupinen (Lupinus). Im Gegensatz dazu ernähren sich die Larven im Verborgenen von den basalen Sprossteilen oder Wurzeln ihrer Wirtspflanzen im Boden oder der Bodenstreu. Die Entwicklung erfolgt unvollständig in fünf Larvenstadien, wobei die Larven in selbst erzeugten Schaumnestern leben, die sie durch das Einpumpen von Luftbläschen aus einer Atemhöhle in eine eiweiß- und schleimstoffhaltige Exkretionsflüssigkeit erzeugen. Diese Schaumnester dienen primär dem Erhalt der für die Weiterentwicklung notwendigen Feuchtigkeit und Temperatur sowie dem Schutz vor Feinden. Die Überwinterung erfolgt obligatorisch im Larvenstadium im Boden oder der Bodenstreu. Die Art bildet eine Generation im Jahr aus, wobei die adulten Tiere in tieferen Lagen von Anfang Mai bis Mitte Juli und in höheren Lagen von Juni bis Ende August anzutreffen sind. Aufgrund ihrer auffälligen schwarz-roten Warnfärbung und ihres unbesorgten Verhaltens wird vermutet, dass Cercopis vulnerata chemische Inhaltsstoffe besitzt, die sie für Insektenfresser ungenießbar machen. Belastbare quantitative Daten zu spezifischen Parasitoiden oder feineren trophischen Netzbeziehungen außerhalb dieser grundlegenden herbivoren Ernährungsweise liegen für die Art bisher nicht systematisch vor.1
Verbreitung
Vorkommen & Lebensraum
Die Gemeine Blutzikade (Cercopis vulnerata) ist eine in Mitteleuropa weit verbreitete und häufige Art der Blutzikaden. Ihre natürliche Arealgrenze liegt im Norden Mitteleuropas, während sie in Skandinavien und Irland vollständig fehlt. Aus Südeuropa liegen lediglich vereinzelte Nachweise vor. Weltweit sind Vertreter der Familie der Cercopidae in fast allen zoogeographischen Regionen beheimatet, wobei sie in den Tropen besonders artenreich vertreten sind. In der Paläarktis ist diese Familie hingegen nur mit zwölf Arten repräsentiert. Die Art besiedelt bevorzugt mäßig trockene bis mäßig nasse Standorte in sonnigen bis halbschattigen Lagen. Zu ihren typischen natürlichen Habitaten zählen Magerrasen, Weiden, Waldlichtungen, Weg- und Grabenränder sowie Hochstaudenfluren und lichte Wälder. Dort ist sie vor allem auf hochwüchsigen Kräutern und Gräsern wie dem Glatthafer (Arrhenatherum elatius), der Großen Brennnessel (Urtica dioica) oder Lupinen anzutreffen. Die erwachsenen Tiere halten sich überwiegend an oberirdischen Pflanzenteilen auf, während die Larven verborgen an den Wurzeln und basalen Sprossteilen im Boden oder in der Bodenstreu leben. Die vertikale Verbreitung der Art reicht bis in Höhenlagen von 1880 Metern. In tieferen Lagen fliegen die Imagines von Anfang Mai bis Mitte Juli, in höheren Lagen dehnt sich die Aktivitätsphase von Juni bis Ende August aus. Aggregierte Beobachtungsdaten bestätigen das Vorkommen der Art in sehr diversen Umgebungen wie Wiesen, Waldrändern, Obstgärten und an Straßenrändern.1
Verbreitung
Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland
Sichtungen
Community-Analyse
Jahresverlauf
Saisonalität & Aktivität
Die Blutrote Schaumzikade (Cercopis vulnerata) bildet im Jahresverlauf eine Generation aus. Die Entwicklung verläuft über das Larvalstadium, wobei die Larven in selbst erzeugten Schaumnestern an den Wurzeln und basalen Sprossteilen von Wirtspflanzen im Boden oder der Bodenstreu überwintern. Nach erfolgter Metamorphose erscheinen die erwachsenen Tiere in tieferen Lagen von Anfang Mai bis Mitte Juli. In höheren Lagen verschiebt sich die Aktivitätsperiode der Imagines auf die Monate Juni bis Ende August. Das öffentliche Suchinteresse zeigt in den herbstlichen Monaten wie Oktober leichte Peaks, was vermutlich auf Wahrnehmungen im Zusammenhang mit der herbstlichen Vegetation oder Suchaktivitäten zu dieser Zeit zurückzuführen ist. Belastbare Studien zur genauen Temperaturabhängigkeit der Aktivität über standardisierte Messreihen fehlen.1 Die Art ist streng univoltin und weist keine weiteren Generationen im Jahresverlauf auf.12
Jahresverlauf
Saisonalität und Nachfragetrend
Basierend auf dem Silberkraft TrendIndex – unserem eigenen Modell aus Suchdaten und Naturbeobachtungen
Saisonale Aktivität
Entwicklung über die Jahre
Praxiswissen
Bedeutung, Schäden & Prävention
Cercopis vulnerata ist in Europa generell von geringer wirtschaftlicher Bedeutung und wird weder als akuter Schädling noch als medizinischer Lästling eingestuft. Belastbare Daten zu nennenswerten Schäden in mitteleuropäischen Ökosystemen fehlen, wenngleich verwandte Arten in anderen Weltregionen erhebliche landwirtschaftliche Verluste verursachen. Die erwachsenen Tiere sowie deren Larven ernähren sich phytophag durch das Anstechen von Leitungsbahnen beziehungsweise Wurzeln, bleiben in ihren Populationen jedoch unauffällig. Aus den Niederlanden und dem Mittelmeerraum existieren lediglich vereinzelte Berichte über lokale Saugschädigungen an Kiefern in Aufforstungen, die jedoch primär andere Arten wie Haematoloma dorsata betreffen. Für Cercopis vulnerata sind keine speziellen Früherkennungs- oder Monitoring-Methoden erforderlich, da wirtschaftliche Schadschwellen nicht erreicht werden. Ebenso sind keine spezifischen präventiven oder bekämpfenden Maßnahmen, weder chemischer noch biologischer Natur, für diese Art etabliert. Die Tiere sind für den Menschen völlig ungefährlich und übertragen keine humanmedizinisch relevanten Krankheitserreger. Rechtliche Aspekte wie Quarantänebestimmungen oder Meldepflichten existieren für Cercopis vulnerata nicht.1
Praxiswissen
Wirtschaftliche Bedeutung
Die Blutrote Schaumzikade (Cercopis vulnerata) besitzt in Europa abgesehen von vereinzelten, lokalen Ausnahmen keine nennenswerte wirtschaftliche Relevanz als Schadorganismus. Belastbare quantitative Schadensdaten oder Berichte über Totalverluste durch Cercopis vulnerata fehlen in der mitteleuropäischen Forst- und Landwirtschaft. Zwar wird von verwandten Arten wie der Kiefernblutzikade (Haematoloma dorsata) vereinzelt von örtlichen Saugschädigungen an Kiefern in europäischen Aufforstungen berichtet, für Cercopis vulnerata selbst sind jedoch keine derartigen waldbaulichen Schäden belegt. Wirtschaftlich bedeutende Schäden durch Blutzikaden beschränken sich im globalen Maßstab auf andere Gattungen und Regionen, wie etwa Saugschäden an Zuckerrohr durch Mahanarva-Arten in Amerika oder Ernteverluste an Kulturpflanzen durch Locris rubens in Afrika.1
Nachweise
Quellen & Referenzen
- de.wikipedia.org/wiki/Blutzikaden
- gbif.org/species/2018510
- Literaturzusammenfassung: Cercopis vulnerata