- Weibliche Individuen der Großen Pechlibelle treten in insgesamt fünf verschiedenen, genetisch bedingten Farbmorphen auf.
- Die Jugendform violacea zeichnet sich durch einen violetten oder grünen Thorax sowie eine schwarze Antehumeralbinde aus.
- Bei heterozygoten Individuen entwickelt sich aus der Jugendform violacea im Laufe des Lebens die Altersform infuscans mit einem olivgrünen Thorax und einem grünbraunen bis fast schwarzen achten Abdominalsegment.
- Junge Weibchen der Form rufescens besitzen einen lachsrosa bis orange gefärbten Thorax ohne Antehumeralstreifen.
- Innerhalb einer Woche nach dem Schlupf vollziehen die Weibchen der Form rufescens einen morphologischen Farbwechsel zur Form infuscans-obsoleta, die einen hellbraunen, rosa oder orangefarbenen Thorax sowie ein braunes bis fast schwarzes „Schlusslicht“ aufweist.
- Neben der einjährigen Larvalentwicklung kann unter ungünstigen Bedingungen gelegentlich auch eine zweijährige Entwicklungszeit der Larven vorkommen.3
Große Pechlibelle Ischnura elegans
KI-generierte Illustration (keine Fotografie)
Klassifikation
Taxonomie
- Reich
- Tiere (Animalia)
- Stamm
- Gliederfüßer (Arthropoda)
- Klasse
- Insekten (Insecta)
- Ordnung
- Odonata
- Familie
- Coenagrionidae
- Gattung
- Ischnura
Überblick
Einleitung
Die Große Pechlibelle (Ischnura elegans) ist eine Kleinlibelle aus der Familie der Schlanklibellen (Coenagrionidae). Ihr deutscher Name leitet sich von der pechschwarzen Färbung des Hinterleibes ab, bei dem das achte Segment als auffälliges leuchtend blaues „Schlusslicht“ hervorsticht. Aufgrund ihrer geringen Habitatansprüche an stehende und langsam fließende Gewässer kommt die Art in ganz Europa sehr häufig vor und gilt als nicht gefährdet. Von der selteneren Kleinen Pechlibelle (Ischnura pumilio) lässt sie sich vor allem anhand der Ausdehnung und Position dieser blauen Segmente unterscheiden.1
Auf einen Blick
Fakten (kompakt)
Große Pechlibelle Bilder und Fotos von echten Sichtungen
Erkennen
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Die Große Pechlibelle (Ischnura elegans) erreicht eine Körperlänge von gut 30 mm sowie eine Flügelspannweite von 35-40 mm. Ihren deutschen Trivialnamen verdankt die Art der pechschwarzen Grundfärbung des Abdomens. Das achte Hinterleibssegment ist bei beiden Geschlechtern vollständig leuchtend blau gefärbt und wird als charakteristisches „Schlusslicht“ bezeichnet. Zusätzliche blaue Zeichnungen finden sich beim siebenten und neunten Abdominalsegment unterseitig sowie an den Segmenten 3 bis 6 als gelbliche Unterseitenfärbung. Männliche Individuen zeigen am Kopf und Thorax neben schwarzen Partien ebenfalls blaue Zeichnungselemente. Im Gegensatz dazu weisen Weibchen einen ausgeprägten Sexualdimorphismus mit fünf verschiedenen, genetisch bedingten Farbmorphen auf. Die Jugendform violacea besitzt einen violetten oder grünen Thorax mit einer schwarzen Antehumeralbinde und entwickelt sich entweder zur typica-Altersform oder zur Form infuscans mit olivgrünem Thorax. Eine weitere Morphe namens rufescens startet mit lachsrosa bis orangefarbenem Thorax und wandelt sich durch einen altersbedingten Farbwechsel zur Form infuscans-obsoleta um. Beide Geschlechter besitzen zweifarbige, spitz auslaufende Flügelmale, die innenseitig schwarz und außenseitig weiß gefärbt sind. Zur exakten Abgrenzung von der selteneren Kleinen Pechlibelle (Ischnura pumilio) dient die Ausdehnung des Schlusslichts, da bei letzterer Art das hintere Drittel des achten und das gesamte neunte Segment blau gefärbt sind.1
Porträt
Beschreibung
Die Große Pechlibelle (Ischnura elegans) ist eine anpassungsfähige Kleinlibellenart, deren deutscher Name sich von der pechschwarzen Färbung des Abdomens ableitet. Im natürlichen Lebensraum fällt die Art durch ihre Stetigkeit an stehenden und langsam fließenden Gewässern auf, wobei sie nur geringe Ansprüche an die Habitatstruktur stellt. Die Körperlänge adulter Tiere beträgt gut 30 mm bei einer Flügelspannweite von 35-40 mm. Beide Geschlechter besitzen charakteristische zweifarbige Flügelmale, die innen schwarz und außen weiß sowie spitz auslaufend geformt sind. Von der selteneren Kleinen Pechlibelle (Ischnura pumilio) unterscheidet sich Ischnura elegans vor allem durch die Ausdehnung und Position des sogenannten „Schlusslichtes“. Während bei Ischnura elegans ausschließlich das achte Abdominalsegment vollständig leuchtend blau gefärbt ist, zeigen sich bei Ischnura pumilio das hintere Drittel des achten sowie das gesamte neunte Segment in dieser Farbe. Ein auffälliges biologisches Merkmal der Art ist der ausgeprägte Polychromatismus der Weibchen, die in fünf verschiedenen, genetisch fixierten Farbmorphen auftreten. Diese Morphen unterliegen während der Ontogenese teilweise markanten Farbwechseln, wie etwa der Übergang von der juvenilen Form rufescens zur Altersform infuscans-obsoleta innerhalb der ersten Lebenswoche. Die Flugzeit erstreckt sich regulär von Anfang Mai bis Ende September, kann jedoch bei Ausbildung einer partiellen zweiten Generation von Mitte April bis Anfang Oktober reichen. Im Fortpflanzungsverhalten zeigt die Art die Besonderheit, dass die ansonsten unter Schlanklibellen übliche Paarungsbindung bei der Eiablage fehlt und Weibchen ihre Eier stets allein in den Abendstunden an schwimmenden Pflanzenteilen ablegen. Die Larvalentwicklung dauert unter natürlichen Bedingungen in der Regel ein Jahr, kann jedoch bei günstigen Parametern innerhalb desselben Jahres abgeschlossen werden oder in seltenen Fällen zwei Jahre beanspruchen. Ökologisch agieren sowohl die gefräßigen benthischen Larven als auch die imaginalen Tiere als carnivore Generalisten, die ein breites Spektrum an Kleinorganismen beziehungsweise Kleininsekten erbeuten.1
Systematik
Name & Einordnung
Die Große Pechlibelle (Ischnura elegans) ist eine Kleinlibellenart aus der Familie der Schlanklibellen (Coenagrionidae). Der deutsche Trivialname leitet sich von der auffälligen, pechschwarzen Färbung des Hinterleibes ab. Ein weiteres markantes Kennzeichen, das oft als „Schlusslicht“ bezeichnet wird, ist die vollständige leuchtend blaue Färbung des achten Abdominalsegments.1 Belastbare historische Details zur Erstbeschreibung oder Synonyme fehlen in den vorliegenden Primärquellen.
Lebensweise
Biologie & Lebenszyklus
Die Flugzeit von Ischnura elegans erstreckt sich in Mitteleuropa regulär von Anfang Mai bis Ende September. Unter günstigen thermischen Bedingungen oder bei Ausbildung einer zweiten Generation können adulte Tiere vereinzelt bereits ab Mitte April sowie bis Anfang Oktober beobachtet werden. Die Fortpflanzungsbiologie der Art weist die Besonderheit auf, dass die Weibchen ihre Eier stets ohne Beteiligung der Männchen in den Abendstunden ablegen. Diese Eiablage erfolgt an schwimmenden Pflanzenteilen in stehenden oder langsam fließenden Gewässern. Die Entwicklung verläuft überwiegend univoltin mit einer einjährigen Larvenzeit, wobei unter optimalen Bedingungen die gesamte Entwicklung noch innerhalb der Flugzeit abgeschlossen sein kann und eine zweite Generation hervorbringt. In seltenen Fällen kann die Larvalentwicklung auch zwei Jahre in Anspruch nehmen.1 Als Überwinterungsstadien sind nach Datenlage das Ei sowie die Larve dokumentiert.2 Die Larven von Ischnura elegans agieren als gefräßige carnivore Prädatoren, die sich überwiegend von planktischen Organismen des Benthos wie Kleinkrebsen ernähren. Die adulten Imagines ernähren sich ebenfalls als carnivore Generalisten von verschiedenen Kleininsekten, darunter Blattläuse und gelegentlich andere Kleinlibellen.12 Bezüglich der trophischen Nische zeigt die Art sowohl im Larvalstadium als auch als Imago ein polyphages Spektrum.2 Die Habitatansprüche an Fortpflanzungsgewässer sind gering, wodurch die Art eutrophe stehende Gewässer und Flachgewässer besiedelt.12 Belastbare quantitative Daten zu exakten Wassertemperaturen, Mortalitätsfaktoren durch spezifische Parasitoide oder genauen Larvenstadien fehlen in der primären Literatur weitgehend.1
Lebensweise
Verhalten
Die Flugzeit der adulten Tiere der Großen Pechlibelle reicht von Anfang Mai bis Ende September, wobei in manchen Regionen bei einer zweiten Generation im Jahr auch Mitte April oder Anfang Oktober Exemplare beobachtet werden können.1 Die Imagines zeigen ein tagaktives Verhalten und jagen als polyphage Karnivoren verschiedene Kleininsekten wie Blattläuse sowie gelegentlich andere Kleinlibellen.12 Bei der Eiablage zeigt die Art ein für Schlanklibellen ungewöhnliches Verhalten, da die Weibchen ihre Eier stets ohne Beteiligung der Männchen und meist in den Abendstunden an schwimmenden Pflanzenteilen ablegen.1 Die Larven sind ebenfalls karnivor und ernähren sich als sehr gefräßige Jäger überwiegend von planktischen Organismen des Benthos.12
Lebensweise
Ökologie
Die Große Pechlibelle (Ischnura elegans) besiedelt als anspruchslose Art sowohl langsam fließende als auch stehende Gewässer.1 Als Ubiquist besetzt die Art ein breites Habitatspektrum und ist regelmäßig an neu angelegten, naturnahen Gartenteichen, Frischwiesen, Heide- und Urbanbiotopen zu finden. Die Larven ernähren sich als carnivore Benthosorganismen überwiegend von planktischen Kleinkrebsen und gelten als sehr gefräßig. Im adulten Stadium jagen die Tiere als polyphage Carnivore verschiedene Kleininsekten wie Blattläuse sowie gelegentlich andere Kleinlibellen.12 Die Eiablage erfolgt artsuntypisch ohne Beteiligung der Männchen in den Abendstunden an schwimmenden Pflanzenteilen. Die Larvalentwicklung dauert in der Regel ein Jahr, kann jedoch unter günstigen Bedingungen innerhalb der Flugzeit abgeschlossen sein oder in seltenen Fällen zwei Jahre beanspruchen.1
Verbreitung
Vorkommen & Lebensraum
Das natürliche Verbreitungsgebiet von Ischnura elegans erstreckt sich über ganz Europa und reicht im Norden bis etwa 62° nördlicher Breite. Daher fehlt die Art in Teilen Skandinaviens sowie auf südlichen Mittelmeerinseln wie Korsika, Sardinien, Sizilien und Malta. Nach Osten hin ist die Art bis Quetta nachgewiesen. Ihre Präsenz erstreckt sich zudem über den Vorderen Orient bis in Regionen wie Syrien und Palästina. Hinsichtlich ihrer Habitatwahl erweist sich die Art als anspruchslos, weshalb sie flächendeckend sehr häufig vorkommt und in manchen Regionen als die häufigste Libellenart gilt. Als aquatisches Biom besiedelt Ischnura elegans sowohl langsam fließende als auch stehende Gewässer. Die Fortpflanzungsgewässer zeichnen sich häufig durch eutrophe Bedingungen aus. Zudem besiedelt die Art Frischwiesen, Feuchtwiesen, Heiden sowie urbane Bereiche. Als eine der ersten Libellenarten besiedelt sie regelmäßig neu angelegte, naturnahe Gartenteiche. Belastbare Daten zur vertikalen Verbreitung in spezifischen Höhenstufen fehlen, jedoch werden Vorkommen von Meereshöhe bis in Binnengewässerregionen verzeichnet.1
Verbreitung
Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland
Sichtungen
Community-Analyse
Jahresverlauf
Saisonalität & Aktivität
Die Flugzeit der imaginalen Ischnura elegans erstreckt sich regulär von Anfang Mai bis Ende September. In wärmeren Regionen oder bei günstigen Witterungsbedingungen beginnt das Auftreten bereits Mitte April und kann sich bis Anfang Oktober ausdehnen. Die Weibchen legen ihre Eier typischerweise in den Abendstunden ab. Bezüglich der Generationenfolge ist die Art überwiegend univoltin, wobei die Larvalentwicklung in der Regel ein Jahr beansprucht. Unter günstigen Bedingungen kann die Entwicklung jedoch so beschleunigt sein, dass sie noch innerhalb derselben Flugperiode abgeschlossen wird, wodurch eine zweite Generation entsteht. In seltenen Fällen kann sich die Larvalphase auch auf zwei Jahre erstrecken. Das öffentliche Interesse an der Art zeigt deutliche Peaks in den Sommermonaten Juli und August. Überwinterungsstadien umfassen nach Datenlage das Ei sowie die Larve.1
Jahresverlauf
Saisonalität und Nachfragetrend
Basierend auf dem Silberkraft TrendIndex – unserem eigenen Modell aus Suchdaten und Naturbeobachtungen
Saisonale Aktivität
Entwicklung über die Jahre
Praxiswissen
Bedeutung, Schäden & Prävention
Die Große Pechlibelle (Ischnura elegans) ist weder als Schädling noch als Lästling einzustufen, sondern stellt als heimisches Insekt einen natürlichen Bestandteil aquatischer Ökosysteme dar. Ein Schadpotenzial geht von der Art weder für den Menschen noch für Nutzpflanzen oder Vorräte aus, weshalb keine typischen Schadbilder existieren. Eine medizinische oder gesundheitliche Relevanz im Sinne von Allergieauslösungen oder der Übertragung von Krankheitserregern ist für Ischnura elegans nicht bekannt. Befallsanzeichen im Sinne eines Haus- oder Vorratsschädlings gibt es folglich nicht, jedoch besiedelt die Art als eine der ersten neu angelegte, naturnahe Gartenteiche. Präventionsmaßnahmen oder bauliche Vorkehrungen zur Abwehr sind nicht erforderlich, da die Tiere keinen Schaden anrichten. Auch Monitoring-Methoden, Fallen oder chemische Bekämpfungsmaßnahmen sind für Ischnura elegans nicht vorgesehen und aufgrund der ökologischen Rolle als Nützling kontraproduktiv. Die Larven ernähren sich gefräßig von planktischen Organismen des Benthos wie Kleinkrebschen, während adulte Tiere als carnivore Insektenjäger unter anderem Blattläuse erbeuten. Rechtliche Aspekte wie Quarantänevorschriften oder Meldepflichten existieren für diese weit verbreitete und nicht gefährdete Art nicht. Belastbare Daten zu wirtschaftlichen Schäden durch Ischnura elegans fehlen vollständig, da keinerlei negative ökonomische Effekte dokumentiert sind.1
Nachweise
Quellen & Referenzen
- de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fe_Pechlibelle
- gbif.org/species/1423395
- Literaturzusammenfassung: Ischnura elegans