- Die oberen Hinterleibsanhänge des Männchens sind innenseitig mit einem kurzen, spitzen Seitenzahn ausgestattet und übertreffen das 10. Hinterleibssegment an Länge.
- Auf den Hinterleibssegmenten 3 bis 6 befinden sich lanzettförmige, schwarze Flecken, die den vorderen Segmentrand jeweils nicht erreichen.
- Die Hinterleibssegmente 7 und 8 sind auf ihrer Oberseite überwiegend durchgehend schwarz gefärbt, während die Segmente 9 und 10 überwiegend blau erscheinen.
- Das Weibchen zeigt eine hellgrüne Färbung am Kopf, an der Brust sowie am Anfang und Ende des Hinterleibs, wobei die Seiten der Segmente 4 bis 6 hellblau abgesetzt sind.
- Die Larven besitzen stumpf abgerundete Kiemenblättchen und weisen am ersten Abdominalsternit eine charakteristische Querreihe steifer Borsten auf.
- Während des Tauchvorgangs des Weibchens bei der Eiablage fliegt das Männchen auf und wartet an der Wasseroberfläche auf das Wiederauftauchen.
- Hinsichtlich der systematischen Einordnung wird diskutiert, ob geografisch isolierte östliche Vorkommen eine eigenständige Unterart namens Erythromma lindenii lacustre repräsentieren.1
Heli-Azurjungfer Erythromma lindenii
KI-generierte Illustration (keine Fotografie)
Klassifikation
Taxonomie
- Reich
- Tiere (Animalia)
- Stamm
- Gliederfüßer (Arthropoda)
- Klasse
- Insekten (Insecta)
- Ordnung
- Odonata
- Familie
- Coenagrionidae
- Gattung
- Erythromma
Überblick
Einleitung
Die Heli-Azurjungfer oder Pokaljungfer (Erythromma lindenii, Syn.: Cercion lindenii) ist eine Libelle aus der Familie der Schlanklibellen (Coenagrionidae). Die Art gilt als westmediterranes Faunenelement, das sich langsam nord- und ostwärts in Europa ausbreitet.1
Auf einen Blick
Fakten (kompakt)
Heli-Azurjungfer Bilder und Fotos von echten Sichtungen
Erkennen
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Die Heli-Azurjungfer (Erythromma lindenii) ist eine charakteristische Schlanklibelle mit ausgeprägtem Sexualdimorphismus und einer Flügelspannweite von 35 bis 40 Millimetern bei den Männchen. Der Kopf der imaginalen Tiere zeichnet sich durch auffallend blaue Augen sowie drei schmale blaue Streifen aus. Die Vorderbrust besitzt einen sehr breiten Antehumeralstreifen. Bei beiden Geschlechtern ist der Hinterrand der Vorderbrust zweifach schwach eingebuchtet, wobei dazwischen ein abgerundeter Mittellappen sitzt.1 Das hellblaue Männchen trägt auf dem 2. Hinterleibssegment einen Längsstreifen, während die Segmente 3 bis 6 einen lanzettförmigen, schwarzen Flecken aufweisen, der den vorderen Segmentrand nicht erreicht. Die Hinterleibssegmente 7 und 8 der Männchen sind oberseitig meist durchgehend schwarz gefärbt, wohingegen die Segmente 9 und 10 überwiegend blau erscheinen.1 Die oberen Hinterleibsanhänge der Männchen sind länger als das 10. Hinterleibssegment und besitzen innenseitig einen kurzen, spitzen Seitenzahn. Das Weibchen unterscheidet sich grundlegend durch eine hellgrüne Färbung an Kopf, Brust sowie am Hinterleibsende und -anfang, während die Seiten der Segmente 4 bis 6 hellblau gefärbt sind. Die Eiablage erfolgt an Wasserpflanzen oder Pflanzenteilen dicht unter der Wasseroberfläche.1 Die Larven besitzen stumpf abgerundete Kiemenblättchen und weisen am 1. Abdominalsternit eine charakteristische Querreihe steifer Borsten auf. Belastbare morphologische Daten zur exakten Größe der Eier oder Puppen fehlen in der aktuellen Datenlage.1
Porträt
Beschreibung
Die Heli-Azurjungfer (Erythromma lindenii), auch als Pokaljungfer bekannt, ist eine Libelle aus der Familie der Schlanklibellen (Coenagrionidae). Sie repräsentiert ein westmediterranes Faunenelement mit einer westeuropäisch-holomediterranen Verbreitung, das sich allmählich nach Norden und Osten ausbreitet. Im natürlichen Lebensraum fällt die Art durch ihre Präferenz für klare, vegetationsarme Gewässer mit geringer oder keiner Fließströmung auf. Dabei besiedelt sie typischerweise Bereiche mit einer ausgeprägten Schwimmblattzone und leichter Randvegetation. Neben diesen Primärhabitaten werden zunehmend Sekundärhabitate wie Baggerseen besiedelt. Im Zuge klimaverändernder Prozesse lässt sich eine Ausbreitung und Bestandszunahme verzeichnen, wodurch die Art stellenweise zu den häufigsten Kleinlibellen zählt. Das natürliche Erscheinungsbild der Imago ist durch auffallend blaue Augen und drei schmale blaue Streifen am Kopf gekennzeichnet. Männchen erreichen eine Flügelspannweite von 35 bis 40 mm.1 Anatomisch besitzen die Männchen innenseitig mit einem kurzen, spitzen Seitenzahn ausgestattete obere Hinterleibsanhänge, die das 10. Hinterleibssegment überragen.1 Das 2. Hinterleibssegment zeigt einen Längsstreifen, während die Segmente 3 bis 6 lanzettförmige schwarze Flecken aufweisen, die den vorderen Segmentrand nicht erreichen. Die Segmente 7 und 8 sind oberseitig überwiegend schwarz gefärbt, wohingegen die Segmente 9 und 10 vorherrschend blau erscheinen. Im Gegensatz dazu zeigt das Weibchen eine hellgrüne Färbung an Kopf, Brust sowie am Hinterleibsbeginn und -ende, ergänzt durch hellblaue Seitenstreifen an den Segmenten 4 bis 6. Bei beiden Geschlechtern weist der Hinterrand der Vorderbrust eine charakteristische, zweifach schwach eingebuchet Form mit einem abgerundeten Mittellappen auf. Systematisch wurde die Art früher den Azurjungfern (Coenagrion) zugeordnet, jedoch zeigten molekulargenetische Analysen die Zugehörigkeit zu den Granataugen (Erythromma). In der historischen und aktuellen Literatur wird sie gelegentlich noch unter dem Synonym Cercion lindenii geführt. Morphologisch und ökologisch zeigt die Art eine strikt räuberische Lebensweise in allen aktiven Stadien. Imagines erbeuten kleinere Insekten im Flug oder lesen diese von Blüten ab, während die aquatischen Larven kleine Wassertiere erjagen.1 Die Larvalentwicklung findet im Wasser statt, wobei die Larven stumpf abgerundete Kiemenblättchen und am 1. Abdominalsternit eine spezifische Querreihe steifer Borsten aufweisen. Die Flugzeit erstreckt sich von Juni/Juli bis Anfang September. Während der Fortpflanzung erfolgt die Eiablage an Wasserpflanzen dicht unter der Wasseroberfläche, wobei das Männchen das Weibchen nach dem Paarungsrad hinter dem Kopf fixiert. Das Weibchen kann zur Eiablage vollständig abtauchen, während das Männchen auffliegt und auf das Auftauchen wartet. Ob geografisch isolierte östliche Vorkommen eine eigenständige Unterart Erythromma lindenii lacustre darstellen, ist derzeit noch nicht abschließend geklärt.1
Systematik
Name & Einordnung
Die Heli-Azurjungfer, im deutschen Sprachraum auch als Pokaljungfer oder Saphirauge bekannt, ist eine Libellenart aus der Familie der Schlanklibellen (Coenagrionidae). In der älteren und zum Teil aktuellen Fachliteratur wird die Art häufig unter dem Synonym Cercion lindenii geführt. Systematische und molekulargenetische Untersuchungen machten jedoch deutlich, dass die Art den Granataugen der Gattung Erythromma zuzuordnen ist, weshalb sie früher oft zu den Azurjungfern (Coenagrion) gezählt wurde. Der wissenschaftliche Artname lautet Erythromma lindenii. Bezüglich der infraspezifischen Taxonomie ist derzeit noch offen, ob geografisch isolierte östliche Vorkommen eine eigene Unterart namens Erythromma lindenii lacustre bilden.1 Weitere historische Synonyme oder Details zur Erstbeschreibung über die hier genannten Kombinationen hinaus sind in den verfügbaren Daten nicht dokumentiert.
Lebensweise
Biologie & Lebenszyklus
Die Biologie und der Lebenszyklus von Erythromma lindenii sind an stehende sowie langsam fließende Gewässer mit ausgeprägter Schwimmblattzone angepasst. Die Flugzeit der imaginalen Stadien erstreckt sich von Juni und Juli bis Anfang September. Im Anschluss an das Paarungsrad erfolgt die Fortpflanzung, bei welcher das Männchen das Weibchen nach der Kopula weiterhin hinter dem Kopf festhält. Die Eiablage findet direkt an Wasserpflanzen oder an Pflanzenteilen dicht unter der Wasseroberfläche statt. Während dieses Prozesses kann das Weibchen vollständig unter Wasser abtauchen, während das Männchen auffliegt und an der Oberfläche auf das Auftauchen wartet. Aus den Eiern entwickeln sich aquatische Larven, die durch stumpf abgerundete Kiemenblättchen sowie eine charakteristische Querreihe steifer Borsten am ersten Abdominalsternit gekennzeichnet sind. Sowohl die Larven als auch die adulten Libellen ernähren sich carnivor als Räuber. Die Imagines erbeuten kleinere Insekten im aktiven Flug oder lesen diese gezielt von Blüten ab. Die Larven sind ebenfalls polyphage Räuber und erbeuten kleine Wassertiere im benthischen Lebensraum.1 Die Überwinterung erfolgt bei Erythromma lindenii obligatorisch im Larvenstadium. Bezüglich des Voltinitätsmaximums wird die Art als univoltin eingestuft.2 Belastbare quantitative Daten zur genauen Anzahl der Larvenstadien, zu exakten Entwicklungsdauern unter spezifischen Temperaturen sowie zu Mortalitätsfaktoren oder spezifischen Parasitoiden liegen in der Literatur bislang nicht systematisch vor.1
Lebensweise
Verhalten
Sowohl die Imago als auch die Larve von Erythromma lindenii leben räuberisch. Die Libellen fangen kleinere Insekten im Flug und sammeln diese teilweise auch von Blüten ab. Die Larve ernährt sich predatory von kleinen Wassertieren. Die Flugzeit der Art erstreckt sich von Juni oder Juli bis Anfang September. Die Eiablage findet an Wasserpflanzen oder Pflanzenteilen direkt unter der Wasseroberfläche statt. Während des Fortpflanzungsverhaltens hält das Männchen das Weibchen nach dem Paarungsrad hinter dem Kopf fest. Bei der anschließenden Eiablage kann das Weibchen vollständig abtauchen, während das Männchen auffliegt und auf das Auftauchen des Weibchens wartet.1
Lebensweise
Ökologie
Die Ökologie der Heli-Azurjungfer (Erythromma lindenii) ist durch eine strikt raubfischartige beziehungsweise karnivore Ernährungsweise auf allen Entwicklungsstufen geprägt.1 Sowohl die imaginalen Libellen als auch die aquatischen Larven agieren als mobile Karnivoren im Gewässer und im Luftraum.2 Im Larvalstadium ernährt sich die Art polyphag von kleinen Wassertieren, während die imago kleinere Insekten im aktiven Flug erbeutet oder gelegentlich von Blüten absammelt.1 Als Lebensräume bevorzugt Erythromma lindenii klare Gewässer mit geringer oder keiner Fließgeschwindigkeit sowie stehende Gewässer, wobei auch künstliche Sekundärhabitate wie Baggerseen besiedelt werden.12 Die Habitatstruktur erfordert zwingend eine leichte Wasservegetation sowie eine ausgeprägte Schwimmblattzone am Gewässerrand. Für die Reproduktion ist die Art auf Wasserpflanzen oder pflanzliche Substrate angewiesen, an beziehungsweise dicht unter deren Wasseroberfläche die Eiablage erfolgt.1 Die Larvenüberwinterung sichert die Fortführung des univoltinen Zyklus in aquatischen Biomen.2 Im Zuge von Ausbreitungsprozessen profitiert die Art von klimatischen Veränderungen, wodurch sie lokal hohe Abundanzen erreicht.1
Verbreitung
Vorkommen & Lebensraum
Die Heli-Azurjungfer (Erythromma lindenii, syn. Cercion lindenii) gilt zoologisch als westmediterranes Faunenelement mit einer westeuropäisch-holomediterranen Verbreitung. Ihr natürliches Ursprungsgebiet umfasst vor allem den westmediterranen Raum, von wo aus sie sich kontinuierlich nord- und ostwärts in Europa ausbreitet. Diese Arealerweiterung wird maßgeblich durch klimaerwärmende Prozesse begünstigt, weshalb die Art in Teilen ihres neuen Verbreitungsgebietes mittlerweile zu den häufigsten Kleinlibellen zählt. Bezüglich ihrer vertikalen Verbreitung und spezifischen Höhenstufen liegen in der wissenschaftlichen Literatur keine flächendeckend quantifizierten Standarddaten vor. Als typische natürliche Habitate besiedelt die Art primär stehende Gewässer wie klare, vegetationsarme Seen mit geringer oder fehlender Fließgeschwindigkeit. Ökologisch ist sie auf Gewässerabschnitte angewiesen, die zumindest am Rand eine leichte Wasservegetation sowie eine ausgeprägte Schwimmblattzone aufweisen. Neben natürlichen Gewässern werden anthropogen geschaffene Sekundärhabitate wie Baggerseen gerne und regelmäßig besiedelt.1 In aggregierten Beobachtungsdaten zeigt sich zudem ein Vorkommen in Feuchtwiesen und frischen Marschgebieten, während reine Wald-, Heide- oder urbane Lebensräume ohne direkten Gewässerbezug nicht besiedelt werden.2 Die Flugzeit der imaginalen Stadien beschränkt sich in Mitteleuropa auf die Monate Juni bis Juli bis Anfang September. Da belastbare Langzeit-Zeitreihen zur Arealdynamik für weite Regionen fehlen, stützt sich der aktuelle Kenntnisstand vor allem auf aggregierte floristische und faunistische Erfassungen.1
Verbreitung
Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland
Sichtungen
Community-Analyse
Jahresverlauf
Saisonalität & Aktivität
Die Flugzeit von Erythromma lindenii beginnt im Jahresverlauf im Juni bis Juli und erstreckt sich bis Anfang September. Innerhalb dieses Zeitraums erfolgt die Aktivität der imaginalen Stadien tagaktiv, wobei sie räuberisch kleinere Insekten im Flug fangen oder von Blüten absammeln. Die Larvalentwicklung findet im aquatischen Lebensraum statt, wo die Tiere ebenfalls räuberisch leben.1 Bezüglich der Generationsfolge gilt die Art als univoltin. Als Überwinterungsstadium fungiert die Larve.2 Das öffentliche Suchinteresse in Deutschland zeigt in den Spätsommer- und Herbstmonaten wie dem Oktober Peaks, was die Wahrnehmung der Art im Anschluss an die Hauptflugzeit widerspiegelt.3 Belastbare physiologische Messdaten zur exakten Temperaturabhängigkeit der Aktivität liegen aus der Literatur ansonsten nicht vor.1
Jahresverlauf
Saisonalität und Nachfragetrend
Basierend auf dem Silberkraft TrendIndex – unserem eigenen Modell aus Suchdaten und Naturbeobachtungen
Saisonale Aktivität
Entwicklung über die Jahre
Praxiswissen
Bedeutung, Schäden & Prävention
Erythromma lindenii ist weder als Schädling noch als Lästling oder Nützling im wirtschaftlichen oder medizinischen Sinne klassifiziert, da die Art weder Vektoren für Krankheiten darstellt noch ökonomische Schäden verursacht. Das Schadpotenzial der Art ist gleich null, weshalb weder typische Schadbilder noch Befallsanzeichen existieren. Sowohl die adulten Libellen als auch die aquatischen Larven ernähren sich räuberisch von anderen Insekten beziehungsweise kleinen Wassertieren, was jedoch keinen negativen Einfluss auf menschliche Aktivitäten hat. Infolgedessen sind weder präventive Maßnahmen wie bauliche oder hygienische Vorkehrungen noch Monitoring-Methoden oder Bekämpfungsmaßnahmen erforderlich. Auch Konzepte der integrierten Schädlingsbekämpfung finden für diese Kleinlibelle keine Anwendung. Es existieren keine gesundheitlichen Relevanzen wie Allergien oder Giftwirkungen durch Erythromma lindenii. Rechtliche Aspekte bezüglich Quarantäne oder Meldepflicht sind für die Art ebenfalls nicht relevant. Belastbare Daten zu artspezifischen Schadwirkungen fehlen vollständig, da die Art als freilebendes Wildtier ökologisch unbedenklich ist.1
Praxiswissen
Wirtschaftliche Bedeutung
Belastbare Daten zur wirtschaftlichen Bedeutung von Erythromma lindenii fehlen, da die Art weder als Schädling in Forst-, Land- oder Bauwirtschaft noch als relevanter Nützling in kommerziellen Kulturen in Erscheinung tritt. Wirtschaftliche Aspekte oder Kosten im Zusammenhang mit der Art sind in der wissenschaftlichen Literatur nicht dokumentiert.
Nachweise
Quellen & Referenzen
- de.wikipedia.org/wiki/Pokaljungfer
- gbif.org/species/1423027
- Aggregierte Suchanfragen-Zeitreihe für Deutschland