- Wissenschaftlicher Name: Geophilus flavus (De Geer, 1778)
- Klasse: Hundertfüßer (Chilopoda), Ordnung Erdläufer (Geophilomorpha)
- Länge: etwa 15–45 mm, etwa 1 mm dick
- Beinpaare: 49–57 (de.wikipedia)
- Augen: keine
- Gelege: 50–60 Eier, vom Weibchen bewacht
- Entwicklung: etwa 3 Jahre; Lebensalter bis zu 6 Jahre
- Nahrung: vor allem Regenwürmer und kleine Bodenwürmer
Gemeiner Erdläufer Geophilus flavus
KI-generierte Illustration (keine Fotografie)
Klassifikation
Taxonomie
- Reich
- Tiere (Animalia)
- Stamm
- Gliederfüßer (Arthropoda)
- Klasse
- Hundertfüßer (Chilopoda)
- Ordnung
- Geophilomorpha
- Familie
- Geophilidae
- Gattung
- Geophilus
Überblick
Einleitung
Der Gemeine Erdläufer (Geophilus flavus) gehört zu den Hundertfüßern (Chilopoda) und lebt in Europa 1. Das Tier ist lang gestreckt, flach und gelblich, nur etwa einen Millimeter dick und ohne Augen 12. Es bewohnt den Boden feuchter Wälder, Wiesen und Äcker sowie die Laubstreu und wird häufig unter Steinen und Holz entdeckt 1. Seine Nahrung besteht überwiegend aus Regenwürmern und anderen kleinen Bodentieren 12.
Auf einen Blick
Fakten (kompakt)
Gemeiner Erdläufer Bilder und Fotos von echten Sichtungen
Erkennen
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Die Körperlänge liegt bei etwa 15 bis 45 Millimetern, die Dicke bei rund 1 Millimeter 12. Der Rumpf ist meist gelblich, der Kopf mit den langen Fühlern und den kräftigen Mandibeln dunkler und orange getönt 1. Die Art besitzt keine Augen und nimmt Bewegung, Feuchtigkeit und Licht über spezielle Sinnesorgane wahr 12.
Die Zahl der Beinpaare liegt nach deutschsprachigen Angaben bei 49 bis 57 1; englischsprachige Quellen nennen 47 bis 55 Paare bei Männchen und 49 bis 59 bei Weibchen 2. Das erste Beinpaar ist zu Giftklauen (Forcipulae) umgebildet, mit denen Beute ergriffen und gelähmt wird 2. In Deutschland leben weitere Arten der Gattung (zum Beispiel Geophilus carpophagus, G. electricus, G. truncorum), mit denen eine Verwechslung möglich ist 1. Eine Bestimmung nach Foto ist deshalb unsicher; belastbar ist sie nur mit Bestimmungsliteratur und Merkmalen am Tier.
Systematik
Namen & Einordnung (kurz)
Der wissenschaftliche Name Geophilus flavus (De Geer, 1778) ist in der GBIF-Taxonomie als akzeptiert geführt 3. Ein früher gebrauchtes Synonym ist Geophilus longicornis; das Basionym ist Scolopendra flava 1. Im Englischen heißt die Art „yellow geophilus“ 2. Die Gattung Geophilus gehört zur Ordnung der Erdläufer (Geophilomorpha). Anders als die Steinläufer (Lithobiomorpha) suchen Erdläufer ihre Beute nach englischsprachigen Angaben aktiv in Laubstreu und Mineralboden auf 2.
Verwandte Hundertfüßer mit eigenem Profil sind der Gemeine Steinläufer und die Gattung Steinläufer.
Aus der Community
Kurze Videos
Aus der silbarkrift.community, aufgenommen mit OpenInsect
Lebensweise
Biologie & Lebenszyklus
Der Erdläufer ist nachtaktiv und zwängt sich auf der Nahrungssuche durch Hohlräume und Lücken humoser Bodenschichten 1. Zur Beute zählen vor allem Regenwürmer und andere kleine Bodenwürmer, daneben Gliederfüßer und andere Tausendfüßer, die er mit den Giftklauen überwältigt 12. Wird er berührt, rollt er sich so ein, dass die Bauchseite mit den Wehrdrüsen nach außen zeigt; bei Annäherung von Feinden gibt er ein Abwehrsekret ab 1.
Weibchen legen Gelege von 50 bis 60 Eiern in den Boden oder in morsches Holz und bleiben bis zum Schlupf der Jungen dabei; sie umschlingen das Gelege mit nach außen gewandter Bauchseite 12. Bis zur Geschlechtsreife vergehen nach deutschsprachigen Angaben etwa drei Jahre; die Lebensdauer wird mit bis zu sechs Jahren angegeben, englischsprachig mit zwei bis sechs Jahren 12. Jungtiere können verlorene Beine regenerieren 2.
Verbreitung
Vorkommen & Lebensraum
Die meisten Nachweise stammen aus Mittel- und Nordeuropa, unter anderem aus Großbritannien, Irland, Frankreich, Deutschland, Polen, Tschechien und Österreich sowie aus Teilen Skandinaviens 1. Ob außereuropäische Nachweise (Tunesien, Russland, Kanada, USA) tatsächlich zu dieser Art gehören, ist nicht geklärt 1; englischsprachige Quellen beschreiben die Art als weit verbreitet in Europa und Nordamerika bis Australien 2.
Typisch ist ein Leben im Boden: in Hohlräumen feuchter Wald-, Wiesen- und Ackerböden und in der Laubstreu von Wäldern, häufig unter Steinen und Holz 1. Die Tiere sind empfindlich gegenüber niedriger Luftfeuchte, da sie über die Körperoberfläche Wasser verlieren; sie sind daher an feuchten Stellen am häufigsten 2. In Deutschland ist die Art ganzjährig in Wald, Garten und Park häufig zu finden 1.
In der OpenInsect-Community wurden bisher 13 Scans erfasst, der letzte am 18.10.2026.
Verbreitung
Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland
Sichtungen
Community-Analyse
Jahresverlauf
Saisonalität & Aktivität
Die Art ist in Deutschland ganzjährig zu finden 1. Nach englischsprachigen Angaben werden Fraß und Aktivität von Jahreszeiten und Tagesrhythmen beeinflusst: Bei höheren Temperaturen und trockeneren Böden nehmen die Fressraten zu, in kalten Monaten sinkt die Aktivität und die Tiere verfallen in einen Ruhezustand, in dem sie Reserven im Fettkörper anlegen 2.
Jahresverlauf
Saisonalität und Nachfragetrend
Basierend auf dem Silberkraft TrendIndex – unserem eigenen Modell aus Suchdaten und Naturbeobachtungen
Saisonale Aktivität
Entwicklung über die Jahre
Praxiswissen
Bedeutung, Schäden & Prävention
Der Gemeine Erdläufer hat nach englischsprachiger Darstellung keinen wirtschaftlichen Wert und nur geringe medizinische Bedeutung 2. Als Bodenräuber ist er in Waldböden ein bedeutender Räuber kleiner Wirbelloser 2.
Wird ein Tier angefasst, kann es mit den Giftklauen zubeißen; belegte Angaben zu Folgen beim Menschen enthalten die ausgewerteten Quellen nicht. Bei starken Beschwerden sollte ärztlicher Rat eingeholt werden. Da die Art feuchte Standorte bevorzugt und bei Trockenheit Wasser über die Körperoberfläche verliert 2, tauchen einzelne Tiere am ehesten in feuchten Kellern oder Gartenbereichen auf. Gefundene Tiere lassen sich mit Glas und Karte ins Freie setzen.
Nachweise
Quellen & Referenzen
- Wikipedia: Gemeiner Erdläufer. de.wikipedia.org/wiki/Gemeiner_Erdl%C3%A4ufer (abgerufen 30.10.2026)
- Wikipedia: Geophilus flavus. en.wikipedia.org/wiki/Geophilus_flavus (abgerufen 30.10.2026)
- GBIF Backbone Taxonomy: Geophilus flavus De Geer, 1778. gbif.org/species/2233687