- Die Vertikalausbreitung der Art stieg von ehemals unter 500 m bis auf 800 m (Stand 2010) an, was auf den Klimawandel zurückgeführt wird.3
- Frühe Naturforscher wie Réaumur im Jahr 1742 und Rösel von Rosenhof im Jahr 1755 beschäftigten sich bereits früh mit der Lebensgeschichte und dem Trichterbauverhalten der Art.4
- Die ventrale Seite des Kopfes der Larve ist blass gefärbt und weist mehrere Flecken auf, darunter ein Paar länglicher, dunkler Markierungen nahe der Mediane sowie ein weiteres Paar dunkler Flecken darunter.
- Die Labialpalpen der Larven sind viergliedrig aufgebaut.
- Die Hinterbeine der Larven besitzen keine dunklen Flecken.
- Die distale Hälfte des achten abdominalen Sternits ist bei den Larven mit zwei verschiedenen Strukturtypen bedeckt: einigen schwarzen Dornen und zahlreichen Borsten.5
Gemeine Ameisenjungfer Euroleon nostras
KI-generierte Illustration (keine Fotografie)
Klassifikation
Taxonomie
- Reich
- Tiere (Animalia)
- Stamm
- Gliederfüßer (Arthropoda)
- Klasse
- Insekten (Insecta)
- Ordnung
- Neuroptera
- Familie
- Myrmeleontidae
- Gattung
- Euroleon
Überblick
Einleitung
Die Gemeine Ameisenjungfer (Euroleon nostras) ist ein Netzflügler aus der Familie der Ameisenjungfern (Myrmeleontidae) und die einzige Art ihrer Gattung in Europa. Die Art ist in Europa weit verbreitet und besiedelt bevorzugt warme, trockene Biotope. Ihre Larven, die als Ameisenlöwen bezeichnet werden, errichten trichterförmige Fanggruben im lockeren Boden geschützter Standorte. Von ähnlichen Arten lässt sich Euroleon nostras vor allem durch die charakteristische Flügeladerung und spezifische Fleckung der Hinterflügel unterscheiden.1
Auf einen Blick
Fakten (kompakt)
Gemeine Ameisenjungfer Bilder und Fotos von echten Sichtungen
Erkennen
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Die Imagines von Euroleon nostras erreichen eine Vorderflügellänge von 25 bis 33 mm.12 Ihre Flügel zeichnen sich durch eine sehr variable Fleckung aus. Besonders charakteristisch sind auffällige Flecken zwischen dem Radius und dem Radiussektor nahe dem Vorderrand der Hinterflügel, wodurch sie sich von ähnlichen Arten unterscheiden lassen.1 Darüber hinaus fehlen helle Flecken auf der dorsalen Seite des Prothorax. Weder Männchen noch Weibchen besitzen das Eltringham-Organ. Larven im dritten Stadium weisen eine Körperlänge von durchschnittlich 9,32 mm auf. Ihre Kopfkapsel besitzt eine Kopf Länge von 2,24 mm sowie eine Kopf Breite von 1,84 mm, während die Mandibelkopflänge 2,26 mm beträgt. Die Grundfärbung der Larven ist rötlich braun mit dunklen Zeichnungen. Die ventrale Seite des Kopfes zeigt eine blasse Färbung, die mit Braun gesprenkelt ist, sowie ein mediales Paar länglicher Markierungen und ein weiteres Fleckenpaar. Auf der dorsalen Seite trägt die Kopfkapsel ein vorderes Fleckenpaar und eine V-förmige braune Markierung. Die Hinterbeine der Larven sind im Gegensatz zu ähnlichen Arten ohne dunkle Flecken. Das achte abdominale Sternit ist am Hinterrand mit haarartigen Sätzen besetzt, und distal von zwei Arten von Strukturen – einigen schwarzen Dornen und zahlreichen Borsten – bedeckt. Das neunte abdominale Sternit trägt eine vordere Reihe aus vier Grabeborsten sowie zwei kurze Rastra mit je vier Grabeborsten.2 Eier und Puppen sind in den vorliegenden Daten nicht detailliert morphologisch beschrieben.
Porträt
Beschreibung
Euroleon nostras ist als einzige Vertreterin ihrer Gattung in Europa ein charakteristischer Netzflügler aus der Familie der Myrmeleontidae. Im natürlichen Lebensraum fallen die nachtaktiven Imagines durch ihre versteckte Lebensweise in der Vegetation während des Tages auf. Das Erscheinungsbild der adulten Tiere wird maßgeblich durch eine Vorderflügellänge von 25 bis 33 mm sowie variable, auffällige Flecken zwischen Radius und Radiussektor am Vorderrand der Hinterflügel geprägt.1 Im Gegensatz zu anderen dänischen Ameisenjungfern besitzt die Art keine hellen Flecken auf der Dorsalseite des Prothorax. Zudem weisen weder Männchen noch Weibchen das sogenannte Eltringham-Organ auf. Die Larvenstadien, umgangssprachlich als Ameisenlöwen bekannt, zeichnen sich durch eine rötlich braune Grundfärbung aus. Die Ventralseite des Kopfes ist blass mit großen dunklen Markierungen sowie einem medialen Paar länglicher Zeichnungen und weiteren Flecken. Die Kopfkapsel trägt dorsal ein vorderes Fleckenpaar sowie eine V-förmige braune Markierung. Der Kopf ist länger als breit, und die Mandibeln entsprechen in ihrer Länge der Kopfkapsel. Anatomisch auffällig sind die fein besetzten Borsten auf den Mandibeln sowie die Beborstung des achten und neunten Abdominalsternits, wobei letzteres zwei kurze Rastra mit je vier Grabborsten trägt.2 Die Hinterbeine der Larven sind im Gegensatz zu ähnlichen Arten der M. formicarius-Gruppe frei von dunklen Flecken auf den Metathorakalbeinen. Bei den Larven des dritten Instars wurde eine durchschnittliche Körperlänge von 9,32 mm (basierend auf n=46 Exemplaren; Kopfänge 2,24 mm, Kopfbreite 1,84 mm, Mandiblarlänge 2,26 mm) ermittelt. Die Larven bauen ihre Fangtrichter bevorzugt in geschützten, trockenen Bereichen wie unter Felsüberhängen, in Höhleneingängen oder an Baumbasen im lockeren Substrat. Die historische Erforschung der Art reicht bis zu frühen Naturforschern wie Réaumur (1742) und Rösel von Rosenhof (1755) zurück, bevor die wissenschaftliche Erstbeschreibung durch Brauer im Jahr 1857 erfolgte.2
Systematik
Name & Einordnung
Die Geflecktflüglige Ameisenjungfer (Euroleon nostras) gehört innerhalb der Netzflügler zur Familie der Ameisenjungfern (Myrmeleontidae).1 Die wissenschaftliche Erstbeschreibung der Art erfolgte im Jahr 1857 durch Brauer, wobei sie zunächst unter dem Namen Myrmeleon formicarium geführt wurde. Aufgrund ihrer Häufigkeit in Europa wurde die Art in der Folge mehrfach unter verschiedenen Kombinationen und Namen beschrieben.2 Neben dem etablierten deutschen Trivialnamen Geflecktflüglige Ameisenjungfer ist die Art im französischen Sprachraum als le fourmilion parisien bekannt. Die Larven werden im deutschen Sprachraum wie auch bei anderen Vertretern der Familie umgangssprachlich als Ameisenlöwen bezeichnet.1
Lebensweise
Biologie & Lebenszyklus
Die Geflecktflüglige Ameisenjungfer (Euroleon nostras) durchläuft einen mehrjährigen Entwicklungszyklus, der an warme und trockene Habitate gebunden ist. Die nachtaktiven Imagines fliegen von Juni bis September und verbringen den Tag versteckt in der Vegetation.1 Nach der Paarung legen die Weibchen Eier ab, wobei Larvenhabitate wie Baumhöhlen auf potenzielle Ablagestellen hinweisen. Die als Ameisenlöwen bekannten Larven sind rötlich-braun gefärbt und bauen markante Fangtrichter im lockeren Boden.2 Diese Trichtereinrichtungen werden bevorzugt an geschützten Stellen wie unter Baumwurzeln, Felsüberhängen oder in der Nähe von Gebäuden angelegt. Für das dritte Larvenstadium sind Körperlängen von im Mittel 9.32 mm belegt (basierend auf n=46 Exemplaren, Kopf-Länge 2.24 mm). Am neunten Abdominalsternit besitzen die Larven vier Grabeborsten sowie zwei kurze Rastra mit je vier weiteren Grabeborsten.2 Die Larven überwintern im Boden und sind nach einer zweijährigen Entwicklung voll ausgereift. Zu den physiologischen Besonderheiten zählt die Anpassung an geschützte Mikrohabitate, wobei die vertikale Ausbreitung der Art in den letzten Jahren bis auf 800 m angestiegen ist, was auf den Klimawandel zurückgeführt wird.1 Frisch geschlüpfte Adulte beziehungsweise ténerale Individuen mit schwachem Flugvermögen und glänzendem Tégument wurden im Juli beobachtet.2 Angaben zu spezifischen Parasitoiden, Mortalitätsfaktoren oder quantifizierten Fertilitätsraten fehlen in der aktuellen Datenlage. Die Art ist in Europa weit verbreitet und besetzt als euryöke Spezies ein Spektrum von Meereshöhe bis in alpine Berglagen.2
Lebensweise
Verhalten
Die nachtaktiven Imagines von Euroleon nostras fliegen von Juni bis September und verbringen den Tag verborgen in der Vegetation.1 Frisch geschlüpfte Imagines, sogenannte tenerale Individuen, weisen ein schwaches Flugvermögen und einen luisanten Tégument auf.2 Die Larven sind für ihr charakteristisches Trichterbauverhalten bekannt, bei dem sie Fangtrichter im lockeren Boden anlegen. Sie bevorzugen hierbei geschützte Standorte wie Bereiche unter Wurzeln, Felsüberhängen, Höhleneingängen oder an Baum basen in warmen Wäldern.12 Für den Bau und die Fortbewegung im Substrat verfügen die Larven über spezialisierte Borsten und Grabborsten am achten und neunten Abdominalsternit.2
Lebensweise
Ökologie
Euroleon nostras bevorzugt warme und trockene sowie lichte Waldbereiche, meidet jedoch extrem xerische Standorte. Die Larven sind auf lockeres Substrat angewiesen und legen ihre Fangtrichter bevorzugt an geschützten Stellen wie unter Felsüberhängen, Höhleneingängen, an Böschungen oder am Fuß von Bäumen an.12 Bedingt durch diesen Anspruch an geschützte Kleinhabitate ist die Art häufig auch in der Nähe von künstlichen Strukturen wie Gebäuden, Mauern oder Brücken zu finden. Zudem besiedeln die Larven gelegentlich schwer zugängliche Mikrohabitate wie Baumhöhlen, die vermutlich von den Weibchen als Eiablageplätze genutzt werden.2 Die nachtaktiven Imagines verbringen den Tag verborgen in der Vegetation und fliegen von Juni bis September. Die Entwicklung der Larven, die sich über zwei Jahre erstreckt und eine Überwinterung einschließt, endet mit der Verpuppung.1
Verbreitung
Vorkommen & Lebensraum
Die Geflecktflüglige Ameisenjungfer (Euroleon nostras) ist in der westlichen Paläarktis weit verbreitet und kommt in Süd- und Mitteleuropa sowie in Teilen Westasiens vor.2 Nach Datenlage erstreckt sich das natürliche Verbreitungsgebiet nordwärts bis in den Süden Schwedens.1 Die Art besiedelt überwiegend warme und trockene Biotope, zeigt sich bezüglich der Habitatwahl jedoch als euryök.2 Typische Habitate sind lichte, warme Wälder, in denen die Larven ihre Fangtrichter im lockeren Boden anlegen.21 Dabei bevorzugen die Larven geschützte Bedingungen wie Bereiche unter Felsüberhängen, an Böschungen, an Baumfüßen oder in Höhleneingängen. Aufgrund dieser Präferenz für geschützte Kleinmikroklimata ist Euroleon nostras häufig auch in der Nähe anthropogener Strukturen wie Gebäuden, Steinmauern und Brücken zu finden. Gelegentlich werden Larven sogar in Baumhöhlen entdeckt, die vermutlich von ablegenden Weibchen aufgesucht werden. Hinsichtlich der Vertikalverbreitung kommt die Art vom Meeresniveau bis in gebirgige Regionen vor.2 Während historische Vorkommen meist auf Höhenlagen unter 500 m beschränkt waren, deuten Beobachtungen darauf hin, dass sich die Vertikalausbreitung im Zuge klimatischer Veränderungen in den letzten Jahren bis auf 800 m ausgedehnt hat.1 In geeigneten Lebensräumen treten die Populationen mancherorts individuenreich auf1, wobei die Tiere insgesamt als lokal verbreitet gelten.2
Verbreitung
Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland
Sichtungen
Community-Analyse
Jahresverlauf
Saisonalität & Aktivität
Die nachtaktiven Imagines von Euroleon nostras fliegen in den Sommermonaten von Juni bis September. Tagsüber verbergen sie sich in der umliegenden Vegetation.1 Der Schlupf frisch geschlüpfter Adliger mit schwachem Flugvermögen und glänzendem Integument (ténérale Individuen) wurde im Juli dokumentiert.2 Die Larven, umgangssprachlich als Ameisenlöwen bezeichnet, überwintern im Boden. Nach einer zweijährigen Entwicklungszeit im Larvalstadium sind die Tiere vollständig herangewachsen.1 Das öffentliche Suchinteresse konzentriert sich vor allem auf die Sommermonate mit einem Schwerpunkt im Juni, was mit der Flugzeit der adulten Tiere korreliert.
Jahresverlauf
Saisonalität und Nachfragetrend
Basierend auf dem Silberkraft TrendIndex – unserem eigenen Modell aus Suchdaten und Naturbeobachtungen
Saisonale Aktivität
Entwicklung über die Jahre
Praxiswissen
Bedeutung, Schäden & Prävention
Die Geflecktflüglige Ameisenjungfer (Euroleon nostras) ist weder als Schädling noch als Krankheitsüberträger relevant und gilt stattdessen als ökologisch unbedenklicher Nützling in naturnahen Biotopen. Das Schadpotenzial dieser Art ist gleich null, da weder von den nachtaktiven Imagines noch von den am Boden lebenden Larven wirtschaftliche Schäden an Pflanzen oder Vorräten ausgehen. Medizinische oder gesundheitliche Gefahren für den Menschen existieren nicht, da die Tiere weder stechen noch Gifte übertragen oder Allergien auslösen. Befallsanzeichen beschränken sich auf die charakteristischen Fangtrichter der Larven, die vor allem in geschützten, trockenen Bereichen wie unter Dachvorsprüngen, an Höhleneingängen, in Kellern oder an der Basis von Bäumen angelegt werden. Aufgrund der Harmlosigkeit der Art sind keine präventiven Bekämpfungsmaßnahmen, baulichen Schutzvorkehrungen oder Monitoringsysteme erforderlich. Bekämpfungsmaßnahmen entfallen vollständig, da Euroleon nostras weder im Wohnbereich noch in der Landwirtschaft Schäden verursacht. Auch integrierte, chemische oder physikalische Bekämpfungsstrategien sind mangels Schadwirkung obsolet. Rechtliche Aspekte wie Quarantänebestimmungen oder Meldepflichten existieren für diesen Netzflügler nicht. Belastbare Daten zu wirtschaftlichen Bekämpfungskosten oder Populationskontrollen fehlen, da die Art niemals als Schadorganismus eingestuft wird.
Nachweise
Quellen & Referenzen
- de.wikipedia.org/wiki/Geflecktfl%C3%BCglige_Ameisenjungfer
- gbif.org/species/2097902
- Literaturzusammenfassung: Euroleon nostras
- doi.org/10.1080/00222933.2014.953047
- Friheden 1973; Badano and Pantaleoni 2014