Lexikon-Eintrag

Gemeiner Feldschnurfüßer Cylindroiulus caeruleocinctus

Gemeiner Feldschnurfüßer (Cylindroiulus caeruleocinctus), KI-Illustration

KI-generierte Illustration (keine Fotografie)

Klassifikation

Taxonomie

Akzeptierter Name
Reich
Tiere (Animalia)
Stamm
Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse
Doppelfüßer (Diplopoda)
Ordnung
Julida
Familie
Julidae
Gattung
Cylindroiulus
Art
Cylindroiulus caeruleocinctus

Wissenschaftlicher Name Cylindroiulus caeruleocinctus (Wood, 1864)

Überblick

Einleitung

Der Gemeine Feldschnurfüßer (Cylindroiulus caeruleocinctus) ist ein Doppelfüßer (Tausendfüßer) aus der Familie der Schnurfüßer (Julidae) 12. Er hat einen zylindrischen, glänzend schwarzen Körper mit weiß-gelblichen Beinen und rollt sich bei Gefahr spiralig ein 1. Die Art lebt in Europa und ist in Deutschland häufig 1. Gelegentlich tritt sie in Massen auf und wird dann zum Lästling 1.

Auf einen Blick

Fakten (kompakt)

  • Wissenschaftlicher Name: Cylindroiulus caeruleocinctus (Wood, 1864)
  • Familie: Schnurfüßer (Julidae), Klasse Doppelfüßer
  • Länge: Männchen 19–32 mm, Weibchen 18–37 mm
  • Färbung: glänzend schwarz, Beine weiß-gelblich
  • Lebensraum: Ackerränder, Schuttplätze, Friedhöfe, Gärten
  • Nahrung: Bodenlaub, Detritus, Gras, Moos
  • Geschlechtsreife: mit etwa zwei Jahren
  • Besonderheit: gelegentliche Massenvermehrung, übelriechendes Wehrsekret

Erkennen

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Der Körper ist zylindrisch und besteht aus etwa zwanzig bis fünfzig deutlich abgesetzten Rumpfsegmenten; die Beinpaare sind hellgelblich-weiß 1. Männchen sind 19 bis 32 Millimeter lang und 1,6 bis 2,6 Millimeter breit, Weibchen 18 bis 37 Millimeter lang und 2 bis 3,2 Millimeter breit 1; englischsprachige Quellen nennen bis etwa 30 Millimeter 2. Die vorderen Teile der Segmente (Prozoniten) sind eher glatt, die hinteren (Metazoniten) tief längsgefurcht 1. Die Augen sind bohnenförmig, das Körperende (Telson) glatt und flach, nicht vorstehend 2.

Wichtige Verwechslungsarten sind Cylindroiulus londinensis (größer, keulenförmig vorstehendes Telson), Julus scandinavius und der Schwarze Schnurfüßer (Tachypodoiulus niger), die ein spitzes Telson haben, sowie Cylindroiulus britannicus, der unter 20 Millimeter lang bleibt 2. Die Art besitzt Wehrdrüsen, deren Ausgänge an der Naht jedes Segments liegen; das Sekret riecht übel und kann bei unsachgemäßem Entfernen braune Flecken hinterlassen 1.

Systematik

Namen & Einordnung (kurz)

Der wissenschaftliche Name Cylindroiulus caeruleocinctus (Wood, 1864) ist in der GBIF-Taxonomie als akzeptiert geführt 3. In die USA und nach Kanada wurde die Art eingeschleppt 12. Zur Gattung gehört auch der Gemeine Schnurfüßer, mit dem eine Verwechslung möglich ist. Als Fressfeinde nennt die Literatur Hundertfüßer wie den Gemeinen Steinläufer 1.

Englischsprachige Quellen beschreiben die Färbung als dunkel, braun oder bronzefarben mit einem dunkleren oder blauen Band auf jedem Segment 2.

Lebensweise

Biologie & Lebenszyklus

Der Schnurfüßer kann mehrere Jahre alt werden. Die Hauptnahrung besteht aus Bodenlaub und Detritus, vor allem von Linde, Esche, Ulme und Erle; außerdem werden Gras und Moos gefressen, und mit der Nahrung nimmt das Tier große Mengen Erde auf 1. Als Bodenumsetzer ist er eher ein Nützling 1.

Paarungen finden von März bis Juni und von September bis November statt. Aus den im Frühjahr abgelegten Eiern entwickeln sich im ersten Jahr Jungtiere, die überwintern; mit zwei Jahren werden die Tiere geschlechtsreif 1. Der nächtliche Aktionsradius beträgt 1 bis 2 Meter 1. Männchen können in schlechten Zeiten ihre Geschlechtsorgane zurückbilden; erst nach einer weiteren Häutung werden sie wieder geschlechtsreif 1.

Verbreitung

Vorkommen & Lebensraum

Der Gemeine Feldschnurfüßer lebt in ganz Europa und ist in Deutschland häufig; im hohen Norden (Skandinavien) fehlt er nach deutschsprachigen Angaben 1. Englischsprachige Quellen nennen als häufigste Länder Deutschland, Großbritannien, Schweden und die Schweiz sowie Vorkommen in Norwegen, Luxemburg, den Niederlanden und Frankreich 2.

Die Art stellt bestimmte Ansprüche an ein feuchtes Biotop mit Vorliebe für offenes, unbewaldetes Gelände. Man findet sie häufig an Ackerrändern, auf Schuttplätzen, Friedhöfen und in Gärten unter Steinen 1; englischsprachige Quellen nennen Grünland, Hecken, kleine Gehölze, selten Wälder, außerdem Parks, Gärten und Friedhöfe, auch unter feuchtem Laub an Flussufern in Städten 2. Er bevorzugt schwere, basische Böden 1.

In der OpenInsect-Community wurden bisher 14 Scans erfasst, der letzte am 27.10.2026 in Portugal.

Verbreitung

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Schotten-Busenborn, 63679 Schotten, Deutschland

    14.03.2026

  • Schotten-Busenborn, 63679 Schotten, Deutschland

    14.03.2026

  • Deutschland

    14.03.2026

  • Deutschland

    14.03.2026

  • Schotten-Busenborn, 63679 Schotten, Deutschland

    14.03.2026

Daten: iNaturalist

Sichtungen

Community-Analyse

OpenInsect
14
Sichtungen in den letzten 12 Monaten
Daten der silbarkrift.community
Zuletzt am 27.10.2026
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Jahresverlauf

Saisonalität & Aktivität

Der Schnurfüßer ist von Frühjahr bis Herbst aktiv. Im Sommer zieht er sich in der Regel in tiefere Erdschichten zurück, im Winter bis in über 50 Zentimeter Tiefe, mit Vertikalbewegungen im Tagesrhythmus 1. Nach englischsprachigen Angaben steigen Sichtungen und Aktivität im Frühjahr und Herbst deutlich an und sinken im Sommer und Winter 2. Die Paarungszeiten (März bis Juni und September bis November) fallen in dieselben Jahreszeiten 1.

Praxiswissen

Bedeutung, Schäden & Prävention

In der Regel ist der Feldschnurfüßer ein Bodenumsetzer und eher nützlich; bisweilen kommt es aber zu Massenvermehrungen, bei denen er als Lästling auftritt 1. Die Ursachen der Massenvermehrung sind nicht abschließend geklärt; nach Literaturangaben treten sie in heißen, trockenen Sommern auf, und die Tiere können dann an Kartoffeln schädlich werden 1. Es gibt Berichte über landwirtschaftliche Schäden 2. Häufiger als bei verwandten Arten (Sandschnurfüßer, Schwarzer Schnurfüßer) kommt es zu solchen invasiven Massenvermehrungen 1.

Das Wehrsekret ist übelriechend, wird in der deutschsprachigen Quelle als giftig beschrieben und kann bei Berührung oder Zerquetschen Flecken hinterlassen 1. Tiere nicht mit den Händen zerdrücken und nach dem Anfassen die Hände waschen; bei Hautreizungen oder Beschwerden ist ärztlicher Rat einzuholen. Zur Vorbeugung von Massenaufkommen am Haus hilft allgemein, Feuchtigkeit und Laub- oder Mulchhaufen unmittelbar an der Hauswand zu verringern und Kellerfenster sowie Türschwellen abzudichten. Einzelne Tiere lassen sich einsammeln und ins Freie setzen.

Nachweise

Quellen & Referenzen

  1. Wikipedia: Gemeiner Feldschnurfüßer. de.wikipedia.org/wiki/Gemeiner_Feldschnurf%C3%BC%C3%9Fer (abgerufen 30.10.2026)
  2. Wikipedia: Cylindroiulus caeruleocinctus. en.wikipedia.org/wiki/Cylindroiulus_caeruleocinctus (abgerufen 30.10.2026)
  3. GBIF Backbone Taxonomy: Cylindroiulus caeruleocinctus (Wood, 1864). gbif.org/species/1013578