- Die Puppe zeichnet sich durch eine gelblich braune Färbung sowie eine deutlich abhebende Rüsselscheide und einen flachen, leicht aufgebogenen und spatelförmigen Kremaster aus.
- Erwachsene Raupen treten in verschiedenen Farbmorphen auf, deren Grundfarbe von weißlich, cremefarben, grünlich, hellbraun, rotbraun oder violett bis hin zu schwärzlich variiert.
- Auf dem Rücken der Raupen befinden sich breite Schrägstriche in Form eines leicht geöffneten V sowie deutliche Bogenstriche an den Seiten, ergänzt durch weiß und schwarz gerandete Stigmen.
- Die Überwinterung erfolgt als Puppe im Boden innerhalb eines festen Kokons, wobei die Puppen gelegentlich auch überliegen.
- In Deutschland wird der Kamillen-Mönch auf der Roten Liste gefährdeter Arten auf der Vorwarnliste geführt, reagiert jedoch sehr dynamisch auf neu geschaffene ökologische Nischen durch Bautätigkeit oder Nutzungsaufgabe.
- Die Verwandte Art Cucullia inderiensis unterscheidet sich durch eine geringere Flügelspannweite von 29 bis 40 Millimetern deutlich von Cucullia chamomillae.3
Kamillen-Mönch Cucullia chamomillae
KI-generierte Illustration (keine Fotografie)
Klassifikation
Taxonomie
- Reich
- Tiere (Animalia)
- Stamm
- Gliederfüßer (Arthropoda)
- Klasse
- Insekten (Insecta)
- Ordnung
- Schmetterlinge (Lepidoptera)
- Familie
- Noctuidae
- Gattung
- Cucullia
Überblick
Einleitung
Der Kamillen-Mönch (Cucullia chamomillae), bisweilen auch als Kamillen-Graumönch bezeichnet, ist ein Schmetterling aus der Familie der Eulenfalter (Noctuidae). Das Artepitheton leitet sich von der Kamille (Matricaria chamomilla) ab, deren Blätter und Blüten als Hauptnahrung der Raupen dienen. Ähnliche Arten wie der Schatten-Mönch (Cucullia umbratica) unterscheiden sich vor allem durch die aschgraue Färbung der Vorderflügeloberseite sowie den sehr spitzen Apex.1
Auf einen Blick
Fakten (kompakt)
Kamillen-Mönch Bilder und Fotos von echten Sichtungen
Erkennen
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Der Kamillen-Mönch (Cucullia chamomillae) ist ein mittelgroßer Nachtfalter aus der Familie der Eulenfalter (Noctuidae), der sich durch eine charakteristische, tarnende Grau- und Brainfärbung auszeichnet. Die Falter erreichen eine Flügelspannweite von 41 bis 50 Millimetern. Auf der Oberseite sind die Vorderflügel grau bis braungrau gefärbt, wobei der Vorderrand dunkelbraun und die Wurzel weiß getönt sind. Das Flügelgeäder zeigt sich in Form dünner schwarzer Striche, die bis zum Saum verlaufen. Makel auf den Vorderflügeln sind bei dieser Art undeutlich oder gänzlich unerkennbar. Die Hinterflügel weisen eine bräunlich graue Farbe auf und sind an der Basis leicht aufgehellt. Am Kopf befindet sich ein auffälliger, nach vorne gerichteter, spitzer grauer bis graubrauner Haarschopf. Der Saugrüssel der Falter ist gut entwickelt. Die Eier des Kamillen-Mönchs sind kegelförmig, am oberen Ende abgestumpft und mit vielen Rippen überzogen. Sie besitzen eine weiße Grundfarbe, von der sich kleine rötlich braune Flecke abheben. Erwachsene Raupen treten in verschiedenen Farbmorphen auf, deren Grundfarbe von weißlich, cremefarben, grünlich, hellbraun, rotbraun oder violett bis hin zu schwärzlich variiert. Sie zeigen auf dem Rücken breite Schrägstriche in Form eines leicht geöffneten V sowie deutliche Bogenstriche an den Seiten 1, während die Stigmen weiß mit schwarzer Randung sind 1 und der Kopf dunkle Flecken aufweist. Die Puppe ist gelblich braun gefärbt und besitzt eine deutlich abhebende Rüsselscheide 1; der Kremaster ist flach, leicht aufgebogen und spatelförmig gebildet. Ähnliche Arten lassen sich anhand spezifischer Merkmale abgrenzen, wie den aschgrauen Vorderflügeln und dem sehr spitzen Apex beim Schatten-Mönch (Cucullia umbratica). Cucullia calendulae unterscheidet sich durch eine ockerfarbene Überstäubung der Vorderflügel und durch schwarze Punkte angedeutete Ringmakel 1, während Cucullia santolinae eine bläuliche Überstäubung sowie eine als schwacher dunkler Bogen angedeutete Nierenmakel aufweist. Schließlich bleibt Cucullia inderiensis mit einer Flügelspannweite von 29 bis 40 Millimetern stets kleiner als Cucullia chamomillae.1
Porträt
Beschreibung
Der Kamillen-Mönch (Cucullia chamomillae) ist ein charakteristischer Vertreter der Eulenfalter und systematisch der Familie der Noctuidae zugeordnet. Das Artepitheton leitet sich von der Kamille (Matricaria chamomilla) ab, die als primäre Nahrungspflanze der Raupen dient. Im natürlichen Lebensraum zeigt die Art eine Anpassung an offene, sonnenexponierte Habitate wie Hügelgebiete, Sandgruben und Ackerbrachen. Die Falter erreichen eine Flügelspannweite von 41 bis 50 mm und weisen grau bis braungrau gefärbte Vorderflügel auf. Am Kopf tragen sie einen auffälligen, nach vorne gerichteten Haarschopf, der als anatomisches Erkennungsmerkmal dient.1 Der gut entwickelte Saugrüssel befähigt die imaginale Phase zur Nahrungsaufnahme als Bestäuber.12 Makel auf den Vorderflügeln sind bei Cucullia chamomillae meist undeutlich oder fehlen gänzlich, während die Adern als feine schwarze Linien bis zum Saum verlaufen. Im Vergleich dazu besitzt der Schatten-Mönch (Cucullia umbratica) aschgraue Vorderflügel und einen sehr spitzen Apex. Weitere verwandte Arten wie Cucullia calendulae unterscheiden sich durch eine ockerfarbene Überstäubung, Cucullia santolinae durch eine bläuliche Tönung der Vorderflügel. Mit einer Flügelspannweite von 29 bis 40 mm ist Cucullia inderiensis zudem stets kleiner als der Kamillen-Mönch. Die kegelförmigen Eier sind am oberen Ende abgeflacht, längsgerippt und zeigen auf weißem Grund kleine rötlich braune Flecken. Die Raupenstadien durchlaufen verschiedene Farbmorphen, deren Grundfarbe von weißlich über grünlich und braun bis hin zu violett oder schwarz variiert. Charakteristisch für die Raupenzeichnung sind breite Schrägstriche auf dem Rücken in Form eines geöffneten V sowie Bogenstriche an den Flanken. Die Stigmen sind weiß gefärbt und schwarz umrandet, während der Kopf dunkle Flecken aufweist. Die Verpuppung erfolgt im Spätsommer in einem festen Kokon im Boden. Die Puppe ist gelblich braun gefärbt und weist eine deutlich hervortretende Rüsselscheide auf. Der Kremaster der Puppe ist flach, leicht aufgebogen und spatelförmig ausgebildet.1 Als univoltine Art bildet der Kamillen-Mönch in der Regel eine Generation pro Jahr aus, deren Falter von März bis Juni fliegen.12 In seltenen Ausnahmefällen tritt im September eine partielle zweite Generation auf. Tagsüber verharren die nacht- und dämmerungsaktiven Falter bevorzugt an strukturierten Oberflächen wie Mauern oder Baumstämmen.1
Systematik
Name & Einordnung
Der Kamillen-Mönch (Cucullia chamomillae) ist ein Schmetterling aus der Familie der Eulenfalter (Noctuidae). Das Artepitheton leitet sich von der Kamille (Matricaria chamomilla) ab, welche als eine der hauptsächlichen Nahrungspflanzen der Raupen dient. Neben dem etablierten Hauptnamen wird die Art im deutschen Sprachraum gelegentlich auch als Kamillen-Graumönch bezeichnet. Die Zuordnung zur Gattung Cucullia innerhalb der Eulenfalter ist etabliert, wobei Exemplare aus Kleinasien systematisch der Unterart Cucullia chamomilla hackeri zugerechnet werden.1 Weitere historische Erstbeschreibungen oder detaillierte Synonymlisten liegen in den vorliegenden Datenquellen nicht vor, weshalb hierzu keine weiterführenden Aussagen getroffen werden können.
Lebensweise
Biologie & Lebenszyklus
Der Lebenszyklus von Cucullia chamomillae ist an eine univoltine Entwicklung angepasst, bei der in der Regel eine Generation pro Jahr ausbildet wird. Die Falter fliegen überwiegend von März bis Juni, wobei unter günstigen Bedingungen selten im September eine partielle zweite Generation erscheint. Als dämmerungs- und nachtaktive Tiere verbringen sie den Tag ruhend an geschützten Strukturen wie Mauern oder Baumstämmen. Nach der Paarung erfolgt die Eiablage durch die Weibchen, welche die kegelförmigen, weißlichen und rötlich braun gefleckten Eier einzeln an den Blättern der Wirtspflanzen ablegen. Aus diesen schlüpfen die oligophagen Raupen, die sich zwischen Juni und August entwickeln. Die Ernährung der Larven stützt sich primär auf die Blätter und Blüten verschiedener Kamillen- (Matricaria) und Hundskamillenarten (Anthemis). Die Raupen treten in verschiedenen Farbmorphen auf, deren Grundfarbe von weißlich über grünlich bis hin zu schwärzlich variieren kann, und zeigen charakteristische V-förmige Schrägstriche auf dem Rücken. Nach Abschluss der Larvalentwicklung spinnen sich die Raupen im Spätsommer im Boden in einem festen Kokon ein, in dem die Verpuppung stattfindet. Die Überwinterung erfolgt obligatorisch im Puppenstadium, wobei die Puppen als physiologische Besonderheit oft überliegen und mehrere Winter im Boden verbleiben können. Spezifische quantitative Daten zu Mortalitätsfaktoren, parasitoiden Feinden oder exakten physiologischen Temperaturminima fehlen in der aktuellen Datenlage.1
Lebensweise
Verhalten
Der Kamillen-Mönch (Cucullia chamomillae) zeigt eine dämmerungs- und nachtaktive Lebensweise. Tagsüber ruhen die Falter bevorzugt an strukturierten Oberflächen wie Mauern oder Baumstämmen. Künstliche Lichtquellen werden von den imaginalen Faltern nur selten aufgesucht. Die Falterflüge finden in der Regel in einer Generation pro Jahr von März bis Juni statt. In seltenen Ausnahmefällen tritt eine partielle zweite Generation im September auf. Die Eiablage erfolgt einzeln an den Blättern der jeweiligen Nahrungspflanzen. Als Hauptnahrung dienen den Raupen die Blätter und Blüten von Kamillen- (Matricaria) und Hundskamillenarten (Anthemis). Die Larvenentwicklung findet zwischen Juni und August statt. Im Spätsommer verlassen die Raupen die Pflanze, um sich im Boden in einem festen Kokon zu verpuppen. In diesem Kokon findet die Überwinterung statt, wobei Puppen gelegentlich auch überliegen.1
Lebensweise
Ökologie
Der Cucullia chamomillae besetzt als oligophager Herbivor eine spezialisierte ökologische Nische, deren Verbreitung eng an das Vorkommen bestimmter Wirtspflanzen gekoppelt ist.12 Die Raupen ernähren sich überwiegend von den Blättern und Blüten verschiedener Kamillen- (Matricaria) und Hundskamillenarten (Anthemis).1 Als Habitat bevorzugt die Art sonnige Hügelgebiete, warme Hänge, Sand- und Kiesgruben, Steinbrüche, Getreidefelder, Ödländereien sowie Gärten und Parklandschaften auf Sandböden.12 Die Falter übernehmen im Ökosystem die Funktion von Pollinatoren, während die Raupen als Konsumenten von Pflanzenmaterial auftreten. Natürliche Habitate umfassen primär Offenland- und Agrarbiotope.2 Die Überwinterung erfolgt als Puppe in einem festen Kokon im Boden, wobei die Puppen oft überliegen.12 In der Regel bildet die Art eine Generation pro Jahr aus, deren Falter von März bis Juni fliegen; selten tritt im September eine zweite Generation auf. Die Art reagiert dynamisch auf anthropogen geschaffene ökologische Nischen wie Brachflächen oder Baustellen.1
Verbreitung
Vorkommen & Lebensraum
Das natürliche Verbreitungsgebiet von Cucullia chamomillae erstreckt sich über große Teile der Westpaläarktis. Die nördliche Verbreitungsgrenze verläuft durch Nordengland, Dänemark, Südschweden und Lettland. Nach Süden hin besiedelt die Art Nordafrika mit Marokko, Algerien und Tunesien sowie die Mittelmeerinseln Malta und Kreta. Die östliche Arealgrenze reicht über den Ural und Kaukasus bis nach Tadschikistan. Exemplare aus Kleinasien werden zoologisch der Unterart Cucullia chamomilla hackeri zugeordnet. In Deutschland ist der Kamillen-Mönch flächendeckend verbreitet, wobei die populationsdichten regional variieren. Die Art wird in der nationalen Roten Liste gegenwärtig auf der Vorwarnliste geführt. Als bevorzugte Habitate nutzt der Kamillen-Mönch sonnige Hügelgebiete und warme Hänge. Darüber hinaus besiedelt die Art anthropogen geprägte oder offene Standorte wie Sandgruben, Steinbrüchen und Ränder von Kiesgruben. Agrarlandschaften und Ödlandflächen stellen ebenfalls wichtige Lebensräume dar. In der Kulturlandschaft ist Cucullia chamomillae zudem regelmässig in Gärten und Parkanlagen anzutreffen. Die Art zeigt eine deutliche Präferenz für sandige Böden. Beobachtungsdaten belegen zudem ein regelmässiges Vorkommen in landwirtschaftlich genutzten Offenlandschaften. Durch menschliche Aktivität geschaffene ökologische Nischen wie Brachflächen oder Baustellen werden von der Art rasch besiedelt.1
Verbreitung
Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland
Sichtungen
Community-Analyse
Jahresverlauf
Saisonalität & Aktivität
Der Kamillen-Mönch (Cucullia chamomillae) zeigt einen univoltinen Entwicklungszyklus mit einer Hauptgeneration pro Jahr. Die Flugzeit der Falter erstreckt sich von März bis Juni. In seltenen Ausnahmefällen kann im September eine partielle zweite Generation ausgebildet werden. Als dämmerungs- und nachtaktive Insekten verbringen die Falter den Tag ruhend an geschützten Stellen wie Mauern oder Baumstämmen und suchen nur selten künstliche Lichtquellen auf. Nach der einzelnen Eiablage an den Blättern der Nahrungspflanzen schlüpfen die Raupen, welche von Juni bis August anzutreffen sind. Die Überwinterung erfolgt im Puppenstadium. Dazu verpuppen sich die Tiere im Spätsommer in einem festen Kokon im Boden. Dabei ist zu beachten, dass die Puppen häufig überliegen und somit mehrere Winter im Boden verharren können.1 Begleitend zeigt das öffentliche Interesse in Analysen ein Maximum im Juni, was mit der Hauptaktivitätsphase der Falter korreliert.3
Jahresverlauf
Saisonalität und Nachfragetrend
Basierend auf dem Silberkraft TrendIndex – unserem eigenen Modell aus Suchdaten und Naturbeobachtungen
Saisonale Aktivität
Entwicklung über die Jahre
Praxiswissen
Bedeutung, Schäden & Prävention
Der Kamillen-Mönch (Cucullia chamomillae) ist weder als schwerwiegender Schädling noch als Lästling oder Nützling im klassischen Sinne klassifiziert, da nennenswerte wirtschaftliche Schäden in der Landwirtschaft oder im Gartenbau durch die Art nicht dokumentiert sind. Das Schadpotenzial beschränkt sich auf den gelegentlichen Fraß der Raupen an den Blättern und Blüten verschiedener Kamillen- (Matricaria) und Hundskamillenarten (Anthemis). Da es sich bei diesen Nahrungspflanzen meist um Wildkräuter oder Arzneipflanzen handelt, ist die ökonomische Relevanz gering und es existieren keine spezifischen Schadbilder an Kulturpflanzen von wirtschaftlicher Bedeutung. Eine medizinische oder gesundheitliche Relevanz durch Allergien oder als Vektor ist für Cucullia chamomillae nicht bekannt. Früherkennungs- oder Monitoring-Methoden wie spezifische Fallen oder chemische Lockstoffe sind für diesen Schmetterling nicht etabliert, da ein praktischer Bekämpfungsbedarf fehlt. Präventionsmaßnahmen oder bauliche beziehungsweise hygienische Schutzmaßnahmen sind aufgrund der unbedeutenden Rolle als Schadorganismus ebenfalls nicht erforderlich. Spezifische biologische, physikalische oder chemische Bekämpfungsmaßnahmen werden für den Kamillen-Mönch in der Praxis nicht angewendet. Integrierte Schädlingsbekämpfungsansätze (IPM) sind für diese Art folglich nicht relevant. Rechtliche Aspekte wie Quarantänebestimmungen oder Meldepflichten existieren für den Kamillen-Mönch nicht. Die Art ist stattdessen in Deutschland auf der Roten Liste gefährdeter Arten auf der Vorwarnliste geführt, was unterstreicht, dass eher Naturschutzaspekte als Bekämpfungsmaßnahmen im Vordergrund stehen. Belastbare Daten zu spezifischen Bekämpfungsschwellen oder Pflanzenschutzmitteln fehlen für Cucullia chamomillae vollständig, da die Art nicht als Schädling eingestuft wird.1
Praxiswissen
Wirtschaftliche Bedeutung
Belastbare Daten zur wirtschaftlichen Bedeutung von Cucullia chamomillae liegen nicht vor. Die Art gilt weder in der Landwirtschaft noch in anderen Wirtschaftszweigen als relevanter Schädling. Auch positive ökonomische Effekte, etwa als bedeutender Bestäuber in Kulturen, sind in der Literatur nicht dokumentiert.
Nachweise
Quellen & Referenzen
- de.wikipedia.org/wiki/Kamillen-M%C3%B6nch
- gbif.org/species/5109498
- Literaturzusammenfassung: Cucullia chamomillae