Lexikon-Eintrag

Scharlachkäfer Cucujus cinnaberinus

Scharlachkäfer (Cucujus cinnaberinus), KI-Illustration

KI-generierte Illustration (keine Fotografie)

Klassifikation

Taxonomie

Reich
Tiere (Animalia)
Stamm
Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse
Insekten (Insecta)
Ordnung
Käfer (Coleoptera)
Familie
Cucujidae
Gattung
Cucujus

Überblick

Einleitung

Der Scharlachrote Plattkäfer oder Scharlachkäfer (Cucujus cinnaberinus) ist ein in Europa beheimateter Käfer aus der Familie der Plattkäfer (Cucujidae). Wegen seiner auffälligen, zinnoberroten Färbung kann die Art bei oberflächlicher Betrachtung mit dem Scharlachroten Feuerkäfer verwechselt werden, unterscheidet sich von diesem jedoch durch ihre geringere Körperlänge von elf bis fünfzehn Millimeter und den viel stärker abgeplatteten Körper. Die versteckt unter Baumrinde lebende Art gilt als Totholzbewohner und ist europaweit durch die FFH-Richtlinie geschützt.

Auf einen Blick

Fakten (kompakt)

  • Die Oberkiefer des Scharlachkäfers enden in drei asymmetrischen Zähnen, die beim Schließen ineinandergreifen, während sie beim ähnlichen Cucujus haematodes rot gefärbt sind.
  • Die elfgliedrigen, fadenförmigen Fühler sind vor den Augen eingelenkt und erreichen etwa die halbe Körperlänge.
  • Am Halsschild verläuft der Seitenrand unregelmäßig fein gezähnt und ist im Gegensatz zu Cucujus haematodes geschwärzt.
  • Die Flügeldecken besitzen neben der erhöhten Naht eine feine Punktreihe sowie einen deutlichen Kiel um die Schultern und an den Seiten.
  • Hinsichtlich der Tarsenglieder zeigt sich ein Geschlechtsdimorphismus: Weibchen besitzen an allen Beinen fünfgliedrige Tarsen, während bei Männchen die Hintertarsen viergliedrig und die Vorder- sowie Mitteltarsen fünfgliedrig ausgebildet sind.
  • Die bernsteinfarbenen Larven sind flach, stark chitinisiert und weisen im Gegensatz zu den ähnlichen Feuerkäfer-Larven Segmente auf, die durchgehend breiter als lang sind.
  • Am letzten Körpersegment tragen die Larven zwei Paar gerade Anhänge.1

Erkennen

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Der Scharlachkäfer (Cucujus cinnaberinus) ist durch eine intensive zinnoberrote Grundfärbung und einen auffällig stark abgeplatteten Körper charakterisiert. Adulte Tiere erreichen eine Körperlänge von elf bis fünfzehn Millimeter. Kopf und Halsschild sind rot gefärbt sowie leicht glänzend, während die Flügeldecken ebenfalls rot, jedoch matt ausgebildet sind. Die Tarsen zeigen eine braune Färbung, wohingegen der restliche Teil der Beine, die Fühler und die Unterseite schwarz erscheinen. Der dreieckige Kopf zeigt nach vorn, ist kräftig punktiert und weist seitlich sitzende, leicht nach vorn orientierte Augen auf. Hinter den Augen sind die Schläfen stark backenartig verbreitert. Die schwarzen Oberkiefer sind von oben gut sichtbar und enden in drei asymmetrischen Zähnen, die beim Schließen ineinandergreifen. Die elfgliedrigen, fadenförmigen Fühler sind vor den Augen eingelenkt und erreichen etwa die halbe Körperlänge. Der Halsschild ist schmaler als die Schläfen sowie die Flügeldecken und verengt sich von den Vorder- zu den Hinterecken fast gleichförmig. Sein Seitenrand ist unregelmäßig fein gezähnt und im Gegensatz zu Cucujus haematodes geschwärzt. Die stark abgeflachten Flügeldecken besitzen neben der erhöhten Naht eine feine Punktreihe und weisen um die Schultern sowie an den Seiten einen deutlichen Kiel auf. Bezüglich des Sexualdimorphismus besitzen Weibchen an allen Beinen fünfgliedrige Tarsen, während bei Männchen nur die Vorder- und Mitteltarsen fünfgliedrig und die Hintertarsen viergliedrig ausgebildet sind. Die bernsteinfarbene und flache Larve erreicht im letzten Stadium eine Länge von bis zu 26 Millimetern und trägt am letzten Körpersegment zwei Paar gerade Anhänge. Eine Verwechslungsgefahr besteht vor allem mit dem Scharlachroten Feuerkäfer, der jedoch größer ist und einen weniger stark abgeplatteten Körper aufweist. Zudem unterscheidet sich Cucujus cinnaberinus vom ähnlichen Cucujus haematodes durch die Farbe der Oberkiefer und des Halsschildseitenrandes.1

Porträt

Beschreibung

Der Cucujus cinnaberinus ist ein seltener, verborgen lebender Faulholzbewohner aus der Familie der Plattkäfer, dessen Gattungsname sich vom brasilianischen Begriff für einen leuchtenden Käfer ableitet. Im natürlichen Lebensraum unter der Rinde absterbender oder toter Laubbäumen fällt die Art durch ihre intensive zinnoberrote Färbung auf. Im Feld lässt sich der Käfer vor allem durch seine starke Abplattung und eine Körperlänge von 11 bis 15 mm von oberflächlich ähnlichen Arten wie dem Scharlachroten Feuerkäfer unterscheiden. Unter dem Mikroskop offenbaren sich prägnante anatomische Anpassungen, darunter ein kräftig punktierter, dreieckiger Kopf mit nach vorn gerichteten Mandibeln, die in drei asymmetrischen Zähnen enden. Im Gegensatz zum ähnlichen Cucujus haematodes besitzt Cucujus cinnaberinus schwarze Oberkiefer und einen geschwärzten, unregelmäßig fein gezähnten Seitenrand des Halsschildes. Eine funktionelle Besonderheit stellt der Tarsalbau dar: Bei Weibchen sind alle Tarsen fünfgliedrig, während Männchen an den Hintertarsen lediglich vier Glieder aufweisen. Die Larvenentwicklung ist an feuchten, durch Zersetzung braunen Bast gebunden und nimmt zwei Jahre oder mehr in Anspruch. Die bernsteinfarbenen, gut chitinisierten Larven erreichen im letzten Stadium eine Länge von bis zu 26 mm und zeichnen sich dadurch aus, dass all ihre Segmente breiter als lang sind. Im Laborversuch wurden sechs Larvenstadien im Jahr der Verpuppung gezählt. Die Larven leben gesellig und reagieren auf Berührung mit heftigem, schnellem Krümmen nach links und rechts. Adulte Tiere ernähren sich im Versuch räuberisch, indem sie Beutetiere mit den Mandibeln festhalten, quetschen und die austretenden Weichteile fressen. Bei Störungen zeigen die ansonsten nachtaktiven und scheuen Käfer eine Schreckstarre mit gebeugtem Kopf und angezogenen Beinen. Da sich die Imagines keine Bohrlöcher nagen können, sind sie auf Risse in der Rinde angewiesen, um ins Freie oder unter eine neue Rinde zu gelangen. Wirtspflanzen umfassen hauptsächlich Laubbäume wie Pappeln, Ahorn, Buche, Rosskastanie und Eichen. Historisch galt die Art in vielen Regionen als extrem selten und stark gefährdet, zeigt jedoch seit den 2010er Jahren eine Ausbreitung und Bestandserholung.1

Systematik

Name & Einordnung

Der Scharlachkäfer (Cucujus cinnaberinus) ist wissenschaftlich durch Giovanni Antonio Scopoli im Jahr 1763 Erstbeschrieben worden. Die Gattung Cucujus leitet sich vom brasilianischen Begriff „Cúcujo“ für leuchtende Käfer ab. Der Artname cinnaberīnus stellt eine orthografische Variante des lateinischen Wortes cinnabarīnus dar, was auf Deutsch zinnoberrot bedeutet. Diese Bezeichnung nimmt direkten Bezug auf die auffällige und intensive Färbung der Imagines. Im deutschen Sprachraum ist die Art neben dem Hauptnamen Scharlachkäfer auch als Scharlachroter Plattkäfer geläufig. Systematisch wird die Art innerhalb der Ordnung der Käfer in die Familie der Plattkäfer (Cucujidae) eingeordnet.1 Weitere historische Kombinationen oder Synonyme sind in den verfügbaren Daten nicht dokumentiert. Belastbare Angaben zu zusätzlichen historischen Familien- oder Gattungswechseln fehlen in der aktuellen Datenlage. Internationale Trivialnamen oder regionale Varianten außerhalb des deutschen Raumes werden in den vorliegenden Quellen nicht spezifiziert.

Lebensweise

Biologie & Lebenszyklus

Der Lebenszyklus von Cucujus cinnaberinus ist eng an das Substrat absterbender Laubbäume gebunden und erstreckt sich über einen Zeitraum von zwei Jahren oder mehr. Die Fortpflanzungsbiologie beginnt nach der Überwinterung zu Beginn der Vegetationsperiode im Frühjahr, wenn die Kopulation unter der Rinde stattfindet. Während der Paarung zeigen die Männchen ein charakteristisches Verhalten, bei dem sie die Fühler der Weibchen beknabbern. Die Eiablage erfolgt durch die Weibchen unter der Rinde geeigneter Wirtsbäume, wobei der artspezifische Zersetzungsgrad der Bastschicht essenziell ist. Als Wirtspflanzen dienen primär Pappeln, Ahorn, Buche, Rosskastanie und Eichen. Die bernsteinfarbenen Larven leben gesellig in feuchtem, durch Zersetzung braunem Bast. Bei Berührung reagieren sie mit einem heftigen, schnellen Krümmen nach links und rechts. Im Rahmen von Laborversuchen wurden im Jahr der Verpuppung sechs Larvenstadien gezählt, während die Gesamtzahl aller Häutungen bislang nicht vollständig bekannt ist. Das letzte Larvenstadium erreicht eine maximale Länge von bis zu 26 mm. Bezüglich der Ernährungsweise zeigen die Larven eine omnivore beziehungsweise zoophytophage Tendenz, da sie neben stark zersetztem Bast auch daran haftende Kleinlebewesen fressen; eine rein vegetabile Ernährung ohne zusätzliche Tiernahrung behindert die Entwicklung deutlich. Die Verpuppung der Larven findet im Sommer innerhalb einer speziellen Puppenwiege statt, die mit Nagespänen umgeben ist. Die Imagines schlüpfen etwa zehn Tage nach der Verpuppung am Ende des Sommers oder im Frühherbst. Nach dem Schlupf verbleiben die adulten Käfer noch einige Tage in der Puppenkammer, bevor sie unter der Rinde die Winterruhe antreten. Die adulten Tiere ernähren sich im Gegensatz zu den Larven räuberisch, indem sie Beutetiere mit den Mandibeln festhalten, quetschen und die austretenden Weichteile fressen. Ein Maximum des Auftretens der Imagines wird im frühen Frühjahr sowie im Herbst verzeichnet. Im April und Mai schwärmen die Käfer jeweils gegen Abend. Belastbare Daten zu spezifischen Parasitoiden, natürlichen Feinden oder physiologischen Kältetoleranzgrenzen jenseits der obligatorischen Überwinterung unter Rinde fehlen in der aktuellen Datenlage.1

Lebensweise

Verhalten

Der Cucujus cinnaberinus führt eine stark verborgene Lebensweise unter der Rinde von absterbenden oder toten Laubbäumen und zeigt artspezifische Verhaltensweisen bei der Fortbewegung sowie der Aktivität. Im April und Mai schwärmen die Käfer vor allem gegen Abend aus. Adulte Tiere können sich nicht wie viele andere holzbewohnende Käfer selbst ein Loch in die Rinde nagen, sondern sind auf bereits vorhandene Risse angewiesen, um ins Freie oder unter die Rinde zu gelangen. In Gefangenschaft gehaltene Käfer verhalten sich nachtaktiv und zeigen sich tagsüber sehr scheu. Nach dem Aufdecken erstarren die Tiere häufig in einer Thanatose-Haltung mit gebeugtem Kopf und angezogenen Beinen, woraufhin sie sich schnell in Ritzen verkriechen. Die Larven zeigen ein gregäreres Verhalten und leben gesellig unter der Rinde. Bei Berührung reagieren die Larven mit heftigem, schnellem Krümmen in wechselnder Richtung nach links und rechts. Bei der unter der Rinde stattfindenden Kopulation zu Beginn der Vegetationsperiode wurde beobachtet, dass die Männchen die Fühler der Weibchen beknabbern. Die Imagines ernähren sich räuberisch, indem sie Beutetiere mit den Mandibeln festhalten, quetschen und austretende Weichteile fressen. Larven fressen stark zersetzten Bast sowie daran haftende Kleinlebewesen, wobei ihre Entwicklung ohne zusätzliche Tiernahrung deutlich behindert ist.1

Lebensweise

Ökologie

Der Cucujus cinnaberinus besetzt als Faulholzbewohner eine spezialisierte ökologische Nische unter der Rinde absterbender oder toter Laubbäume und seltener von Nadelhölzern. Die Habitatpräferenzen der Art liegen primär in feuchtem, durch Zersetzung braunem Bast von Wirtspflanzen wie Pappeln, Ahorn, Buche, Rosskastanie und Eichen. Bezüglich der räumlichen Verbreitung ist die Art häufig entlang von Überflutungsgebieten größerer Flüsse sowie in naturnah bewirtschafteten Bergwäldern anzutreffen. Die Larven leben gesellig in diesem Substrat und ernähren sich von bereits stark zersetztem Bast sowie den daran haftenden Kleinlebewesen. Laborversuche zeigen zudem, dass eine Entwicklung der Larven ohne zusätzliche Tiernahrung deutlich behindert ist. Die adulten Tiere ernähren sich im Versuch räuberisch, indem sie Beutetiere mit den Mandibeln festhalten, quetschen und austretende Weichteile fressen. Das Überwinterungsverhalten ist durch das Aufsuchen von Schutzplätzen unter der Rinde sowohl im Larvenstadium als auch als Imago charakterisiert.1

Verbreitung

Vorkommen & Lebensraum

Das natürliche Verbreitungsgebiet des Cucujus cinnaberinus erstreckt sich von Frankreich über die Schweiz und Österreich bis nach Osteuropa, wobei es Länder wie Polen, die Ukraine, Tschechien, die Slowakei, Ungarn, Rumänien und Serbien mit Montenegro umfasst. Darüber hinaus wird die Art aus skandinavischen Ländern wie Norwegen, Schweden und Finnland gemeldet. In Deutschland ist der Käfer in mehreren Bundesländern nachgewiesen, darunter Südostbayern, Baden-Württemberg, Hessen, Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Berlin.1 Während in den Randgebieten des Areal internationale Meldungen rückläufig sind und es in Spanien nur historische Nachweise gibt, gilt die Art in Italien nach früheren Aussterbeannahmen unter anderem im Sila-Nationalpark in Kalabrien in Höhenlagen von 1250 bis 1650 m a. s. l. als abundant.12 In den 2010er Jahren begannen sich die Bestände EU-weit zu erholen, was zu Arealerweiterungen und Neuetablierungen beispielsweise in neu angelegten Pappelalleen führte.1 Als typische Habitate besiedelt die Art vorwiegend naturnahe Wälder und bewirtet dort absterbende oder tote Laubbäume als Faulholzbewohner.12 Zu den wesentlichen Wirtsbäumen zählen Pappeln, Ahorn, Buche, Rosskastanie und Eichen, wobei die Entwicklung gelegentlich auch unter Nadelholzrinde stattfindet. Die Fundorte konzentrieren sich stark auf die Überflutungsgebiete größerer Flüsse sowie auf Bergregionen in der Nähe naturnah bewirtschafteter Wälder. Aufgrund dieser Habitatpräferenzen ist die Art eng an waldreiche Regionen und Flussauen gebunden.1 Die Vertikalverbreitung reicht dabei von Tieflandbiotopen bis in alpine beziehungsweise montane Regionen von über 1600 m Höhe.12 Die ehemals als stark gefährdet eingestufte Art profitiert von Schutzbemühungen im Rahmen der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie. Seit 2021 wird Cucujus cinnaberinus in der Roten Liste Deutschlands als ungefährdet geführt.1

Verbreitung

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Germany

    27.05.2026

  • Germany

    12.05.2026

  • Deutschland

    10.05.2026

  • Darmstadt, Hessen, Deutschland

    01.05.2026

  • Waltersdorf II, Simbach a. Inn, 84359 Simbach am Inn, Deutschland

    30.04.2026

Daten: iNaturalist

Sichtungen

Community-Analyse

OpenInsect
2
Sichtungen in den letzten 12 Monaten
Daten der silbarkrift.community
Zuletzt am 10.06.2026
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Jahresverlauf

Saisonalität & Aktivität

Der Lebenszyklus und die Aktivität von Cucujus cinnaberinus sind eng an die jahreszeitlichen Bedingungen des Tothlahabitats angepasst. Adulte Käfer treten im Jahresverlauf vor allem im frühen Frühjahr am häufigsten auf. Ein zweites, kleineres Maximum des Auftretens zeigt sich im Herbst. Im April und Mai schwärmen die Käfer gegen Abend aus, um neue Habitate zu besiedeln. Die Kopulation findet zu Beginn der Vegetationsperiode direkt unter der Rinde statt. Aus den Eiern entwickeln sich Larven, die für ihre Entwicklung zwei Jahre oder mehr benötigen. Die Verpuppung erfolgt im Sommer in einer speziellen Puppenwiege unter der Rinde. Etwa zehn Tage nach der Verpuppung schlüpfen die neuen Imagines am Ende des Sommers oder im Frühherbst. Diese frisch geschlüpften Käfer verbleiben zunächst einige Tage in der Puppenkammer und überwintern schließlich als adulte Tiere unter der Rinde. In Gefangenschaft gehaltene Exemplare zeigen eine ausgeprägte Nachtaktivität und verhalten sich tagsüber sehr scheu.1 Ergänzende Auswertungen zum öffentlichen Informationsinteresse verzeichnen jährliche Peaks im Juli und im Oktober.2 Belastbare quantitative Messdaten zur exakten Temperaturabhängigkeit der Aktivität fehlen bisher in der wissenschaftlichen Literatur.1

Praxiswissen

Bedeutung, Schäden & Prävention

Der Scharlachkäfer (Cucujus cinnaberinus) ist weder als Schädling noch als Lästling oder Nützling im klassischen Sinne einzustufen, sondern stellt als seltener Waldbewohner eine streng geschützte Art dar. Schadpotenzial oder wirtschaftliche Schäden an Holzvorräten gehen von der Art nicht aus, da sie ausschließlich in absterbenden oder toten Laubbäumen lebt und sich dort von zersetztem Bast sowie Kleinlebewesen ernährt. Medizinische oder gesundheitliche Relevanzen wie Allergien oder Vektoreigenschaften sind für Cucujus cinnaberinus nicht bekannt. Befallsanzeichen beschränken sich auf das Vorkommen der bernsteinfarbenen Larven und der flachen, zinnoberroten Imagines unter der Rinde geeigneter Wirtsbäume wie Pappeln, Ahorn oder Eichen. Da der Käfer unter den Anhängen II und IV der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie geführt wird und strengem EU-weiten Schutz unterliegt, entfallen jegliche Bekämpfungsmaßnahmen. Stattdessen liegt der Fokus des Managements auf dem Artenschutz und der Erhaltung von Totholzstrukturen in naturnahen Wäldern und Auenlandschaften. Präventive oder monitoringbezogene Eingriffe sind primär aus naturschutzfachlicher Sicht zur Bestandserfassung relevant, wobei chemische oder physikalische Bekämpfungsmethoden aufgrund des Schutzstatus unzulässig sind.1

Praxiswissen

Wirtschaftliche Bedeutung

Belastbare Daten zur wirtschaftlichen Relevanz als Schädling oder Nützling für Cucujus cinnaberinus liegen nicht vor, da die Art als Totholzbewohner keine wirtschaftlichen Schäden verursacht und in der Forstwirtschaft keine Rolle spielt.

Nachweise

Quellen & Referenzen

  1. de.wikipedia.org/wiki/Scharlachroter_Plattk%C3%A4fer
  2. gbif.org/species/4451511