Lexikon-Eintrag

Grashüpfer (Gattung Chorthippus) Chorthippus

Grashüpfer (Gattung Chorthippus) (Chorthippus), KI-Illustration

KI-generierte Illustration (keine Fotografie)

Klassifikation

Taxonomie

Reich
Tiere (Animalia)
Stamm
Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse
Insekten (Insecta)
Ordnung
Heuschrecken (Orthoptera)
Familie
Acrididae
Gattung
Chorthippus

Überblick

Einleitung

Die Gattung Chorthippus gehört zur artenreichen Familie der Feldheuschrecken (Acrididae) innerhalb der Ordnung der Heuschrecken (Orthoptera) und umfasst weltweit mehr als 230 beschriebene Arten. Ihr Verbreitungsschwerpunkt liegt in der Paläarktis, wobei das natürliche Areal ganz Europa, Teile Nordafrikas sowie weite Teile Asiens bis nach Japan umfasst. Morphologisch lässt sich die Gattung von verwandten Gruppen insbesondere durch den wellenförmig erweiterten Vorderrand der Vorderflügel (Präcostalfeld) abgrenzen.1

Auf einen Blick

Fakten (kompakt)

  • Die Hinterflügel sind glasartig durchsichtig (hyalin) und nur bei wenigen Arten am Außenrand verdunkelt.
  • Zwischen den Mittelhüften der Feldheuschrecken ist kein Zapfen oder Tuberkel ausgebildet.
  • Die Öffnungen des Tympanalorgans am ersten Tergit des Hinterleibs variieren in ihrer Form von breit oval bis fast schlitzförmig verengt.
  • Die Cerci präsentieren sich kurz, kegelförmig und an der Spitze verrundet.
  • Die Valven des umgestalteten weiblichen Ovipositors sind an der Außenseite niemals gezähnt.
  • Molekulare und morphologische Studien deuten darauf hin, dass die Gattung mit hoher Wahrscheinlichkeit paraphyletisch ist.1

Erkennen

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Die Arten der artenreichen Gattung Chorthippus sind Feldheuschrecken mit einem kurzen, im Profil etwas spitz zulaufenden Kopf. Bei Ansicht von oben reicht der Scheitel spitz zulaufend etwas zwischen den Fühlerbasen nach vorn. An der Scheitelkante sind zwei deutliche, rechteckige Scheitelgrübchen ausgebildet. Die Antennen sind in beiden Geschlechtern fadenförmig und relativ lang, wobei sie nur beim Weibchen bei manchen Arten schwach an der Basis verbreitert sind. Das sattelförmige Pronotum besitzt einen deutlichen Mittelkiel, der etwa in seiner Mitte durch eine Einsenkung unterbrochen ist. Zwei deutliche Seitenkiele sind vorhanden, die je nach Art fast parallelseitig, schwach nach hinten erweitert oder in der Mitte winklig geknickt und plötzlich stark nach hinten erweitert sind. Der Hinterrand des Pronotums ist stumpfwinklig und nicht nach hinten verlängert. Zwischen den Mittelhüften ist kein Zapfen oder Tuberkel vorhanden. Vorder- und Hinterflügel sind entweder vollständig ausgebildet und reichen hinter die Hinterleibsspitze oder bei manchen Individuen oder Arten mehr oder weniger weit verkürzt. Der Vorderrand der Vorderflügel ist vor der Randader etwas wellenförmig in ein kleines, aber deutliches Präcostalfeld erweitert, wodurch sich die Gattung von verwandten Gruppen differenzieren lässt. Die Hinterflügel sind glasartig durchsichtig und bei wenigen Arten außen etwas verdunkelt. Die Öffnungen des Tympanalorgans am ersten Tergit des Hinterleibs können breit oval bis fast schlitzförmig verengt sein. Die Cerci sind kurz, kegelförmig und an der Spitze verrundet. Die Valven des umgestalteten weiblichen Ovipositors sind niemals außen gezähnt.1

Porträt

Beschreibung

Die Gattung Chorthippus umfasst eine artenreiche Gruppe von Feldheuschrecken mit weltweiter Bedeutung in der Paläarktis sowie Vorkommen bis ins tropische Indien und Nordamerika. Das typische Erscheinungsbild im natürlichen Lebensraum ist geprägt von einem kurzen, im Profil spitz zulaufenden Kopf sowie fadenförmigen Antennen bei beiden Geschlechtern. Ein zentrales Erkennungsmerkmal im Feld ist der sattelförmige Halsschild mit seinem deutlichen Mittelkiel, der durch eine Einsenkung unterbrochen wird.1 Je nach Untergattung variieren die Seitenkiele stark, wodurch sie entweder fast parallelseitig verlaufen wie bei der Untergattung Chorthippus s. str. oder winklig geknickt sind wie bei Glyptobothrus. Unter dem Mikroskop lässt sich die Gattung von verwandten Gruppen besonders sicher durch den wellenförmig erweiterten Vorderrand der Vorderflügel abgrenzen, welcher ein kleines Präcostalfeld bildet. Bezüglich der Flügelmorphologie treten sowohl voll geflügelte als auch in unterschiedlichem Maße verkürzte, brachyptere Formen auf. Der Hinterleib zeigt am ersten Tergit Öffnungen des Tympanalorgans, die von breit oval bis fast schlitzförmig verengt reichen. Als anatomische Besonderheit besitzen die Weibchen einen umgestalteten Ovipositor, dessen Valven niemals außen gezähnt sind. Zwischen den Mittelhüften fehlt jeglicher Zapfen oder Tuberkel gänzlich. Morphologisch sind sich viele Arten der Gattung außerordentlich ähnlich, weshalb eine sichere Differenzierung oft nur über die artspezifischen Gesänge der Männchen möglich ist. Taxonomisch gilt die Gattung aufgrund molekularer und morphologischer Studien als paraphyletisch, weshalb eine umfassende Revision noch aussteht.1

Systematik

Name & Einordnung

Die Gattung Chorthippus wurde im Jahr 1851 durch den Entomologen Franz Xaver Fieber wissenschaftlich beschrieben. Als Trivialnamen sind im deutschen Sprachraum verschiedene Bezeichnungen wie Grashüpfer gebräuchlich, während in anderen Sprachen international spezifische Namen wie das serbokroatische "livadni skakavci" verwendet werden.1 Taxonomisch wird die artenreiche Gattung in mehrere Untergattungen wie Chorthippus s. str., Glyptobothrus und Altichorthippus gegliedert, deren monophyletischer Status aufgrund morphologischer und molekularer Daten jedoch umstritten ist. Historische und neuere Vorschläge sehen in Teilen der Gattung eigenständige Linien oder ordnen bestimmte Arten wie Chorthippus parallelus zeitweise der Gattung Pseudochorthippus zu. Belastbare konsensfähige Daten zu einer vollständigen Revision aller Untergattungen stehen bisher aus, weshalb die meisten Autoren die traditionelle Einteilung beibehalten. Die Abgrenzung zu verwandten Taxa erfolgt primär über morphologische Merkmale wie das wellenförmig erweiterte Präcostalfeld der Vorderflügel.1

Lebensweise

Biologie & Lebenszyklus

Belastbare Daten zur genauen Biologie und zum Lebenszyklus der artenreichen Gattung Chorthippus fehlen in den vorliegenden Primärquellen weitgehend, da sich die verfügbaren Daten primär auf Taxonomie, Morphologie und Verbreitung beschränken.12 Die Gattung umfasst mehr als 230 Arten von Feldheuschrecken, deren Vorkommen sich über die Paläarktis sowie Teile Nordafrikas und Asiens erstreckt. Morphologisch sind die Arten durch einen spitz zulaufenden Scheitel und ein sattelförmiges Pronotum mit charakteristischen Kielbildungen gekennzeichnet. Die Vorderflügel weisen bei beiden Geschlechtern ein wellenförmig erweitertes Präcostalfeld auf, welches als diagnostisches Merkmal der Gattung dient. Bei flugfähigen Formen reichen die Vorder- und Hinterflügel über die Hinterleibsspitze hinaus, während bei manchen Individuen oder Arten auch brachyptere, das heißt verkürzte Flügelformen auftreten. Die Männchen vieler Arten lassen sich insbesondere anhand ihrer arteffizienten Gesänge voneinander differenzieren.1 Bezüglich Fortpflanzungsbiologie, Entwicklungsstadien, Entwicklungsdauer, Ernährung und Mortalitätsfaktoren liegen in den belegten Quellen keine spezifischen Angaben vor. Auch zu physiologischen Besonderheiten wie Diapause, Kältetoleranz sowie zu Symbiosen oder natürlichen Feinden machen die genutzten Daten keine Aussagen.12

Lebensweise

Verhalten

Belastbare Daten zum spezifischen Verhalten der Gattung Chorthippus fehlen in den vorliegenden Quellen weitgehend. Es ist lediglich dokumentiert, dass sich einige Artengruppen am besten über die Gesänge der Männchen differenzieren lassen, was auf eine akustische Kommunikation hindeutet. Weitere Details zu Fortbewegung, Orientierung oder Interaktionen werden in den verfügbaren Daten nicht beschrieben.1

Lebensweise

Ökologie

Belastbare Daten zur genauen ökologischen Rolle, den Nahrungsnetzbeziehungen sowie spezifischen Mikroklima-Anforderungen der Gattung Chorthippus fehlen in den vorliegenden Quellen weitgehend, abgesehen von der Zuordnung des Habitats als terrestrisch.2 Die Arten der Gattung bewohnen ein riesiges Areal, das ganz Europa von der Arktis bis zum Mittelmeer, einen Teil Nordafrikas und fast ganz Asien umfasst.1

Verbreitung

Vorkommen & Lebensraum

Die artenreiche Gattung Chorthippus bewohnt ein ausgedehntes natürliches Areal, das in seiner Gesamtheit die Paläarktis als Verbreitungsschwerpunkt dominiert. Das natürliche Verbreitungsgebiet umfasst ganz Europa von den arktischen Regionen bis in den Mittelmeerraum, weite Teile Asiens östlich bis nach Japan sowie Areale in Nordafrika. Nach Süden hin dehnt sich das Vorkommen der Gattung bis in das tropische Indien aus. Eine Ausnahme im globalen Verbreitungsmuster bildet die Art Chorthippus curtipennis, deren natürliches Vorkommen auf den nordamerikanischen Kontinent beschränkt ist.1 Innerhalb Europas und im DACH-Raum ist die Gattung flächendeckend mit zahlreichen spezialisierten und anpassungsfähigen Arten vertreten. Besiedelt werden primär offene terrestrial geprägte Habitate wie Wiesen, Graslandschaften und Steppengebiete, wobei je nach Art unterschiedliche Ansprüche an die Vegetation und Feuchtigkeit gestellt werden. So finden sich Vertreter der Gattung sowohl in feuchteren Sumpfgebieten als auch in trockenen, sonnenexponierten Offenlandbiotopen. Spezifische Untergattungen und Artengruppen zeigen dabei Präferenzen für bestimmte Vegetationsstrukturen, wie etwa Arten mit gerade verlaufenden oder winklig geknickten Halsschild-Seitenkielen. In vertikaler Hinsicht besiedeln die Arten der Gattung sowohl Tieflandregionen als auch gebirgige Höhenstufen, wobei belastbare quantitative Daten zu exakten Höhenlimits für die Gesammtgattung fehlen. Aufgrund taxonomischer Unklarheiten und laufender Revisionen hinsichtlich der Monophylie und möglicher Ausgliederungen in separate Gattungen wie Pseudochorthippus ist die genaue Abgrenzung einzelner Arealgrenzen auf Untergattungsebene mancherorts in der wissenschaftlichen Diskussion.1

Verbreitung

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Deutschland

    26.06.2026

  • Moritzburg Markt, 01468 Moritzburg, Deutschland

    26.06.2026

  • Freising, Bavaria, Deutschland

    26.06.2026

  • Deutschland

    26.06.2026

  • Freising, Bavaria, Deutschland

    26.06.2026

Daten: iNaturalist

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Jahresverlauf

Saisonalität & Aktivität

Belastbare wissenschaftliche Daten zur detaillierten Saisonalität, Aktivitätszeiten im Jahresverlauf sowie zur Generationenfolge der Gattung Chorthippus fehlen in den vorliegenden Quellen weitgehend. Die bereitgestellten Literaturangaben konzentrieren sich primär auf die Morphologie, Taxonomie und geografische Verbreitung der Feldheuschrecken. Aus diesem Grund können keine verlässlichen Angaben zu Larvenstadien, Flugperioden oder Temperaturabhängigkeiten gemacht werden.12

Praxiswissen

Bedeutung, Schäden & Prävention

Die Gattung Chorthippus umfasst eine Vielzahl paläarktischer Feldheuschrecken, zu deren spezifischer ökonomischer Schadwirkung in der verfügbaren Evidenz keine belastbaren Berichte vorliegen. Belastbare Daten zu massenhaften Schäden oder einem konkreten Schädlingstatus der Gattung Chorthippus fehlen in der aktuellen Quellenlage. Da es sich um phytophage Insekten handelt, beschränkt sich ihre Bedeutung primär auf trophische Interaktionen innerhalb von Offenland- und Wieseneinheiten. Medizinische oder gesundheitliche Relevanzen wie Allergene oder Vektoreigenschaften sind für Chorthippus-Arten in der wissenschaftlichen Literatur nicht dokumentiert. Spezifische Befallsanzeichen für einen wirtschaftlich relevanten Schaden an Nutzpflanzen werden für diese Heuschreckengruppe nicht beschrieben. Präventionsmaßnahmen im Sinne eines baulichen oder hygienischen Schutzes sind für die Gattung mangels Schadrelevanz nicht etabliert.1 Auch standardisierte Monitoring-Methoden zur Früherkennung von Chorthippus als Schadorganismus fehlen, da sie nativ in Grünlandbiotopen vorkommen.12 Biologische, physikalische oder chemische Bekämpfungsmaßnahmen sind speziell für diese Gattung nicht als Standardverfahren zur Schadabwehr definiert. Ansätze einer integrierten Schädlingsbekämpfung (IPM) sind für Chorthippus ebenfalls nicht erforderlich, da keine wirtschaftlichen Schadschwellen überschritten werden. Rechtliche Aspekte wie Quarantänebestimmungen oder Meldepflichten existieren für Vertreter dieser heimischen Feldheuschrecken nicht.1 Die taxonomische Einordnung und die geographische Verbreitung der über 230 Arten sind zwar gut untersucht, lassen jedoch keine Rückschlüsse auf ein spezifisches Schadpotential zu. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass Chorthippus ökologisch als Bestandteil von Ökosystemen einzuordnen ist, aber weder als bedeutender Schädling noch als Lästling geführt wird.12

Praxiswissen

Wirtschaftliche Bedeutung

Belastbare Daten zur wirtschaftlichen Bedeutung der Gattung Chorthippus fehlen in den vorliegenden Quellen gänzlich.

Nachweise

Quellen & Referenzen

  1. de.wikipedia.org/wiki/Chorthippus
  2. gbif.org/species/1708152