- Wissenschaftlicher Name: Catocala fulminea Scopoli, 1763
- Familie: Eulenfalter (Erebidae laut GBIF)
- Flügelspannweite: 44–52 mm
- Hinterflügel: rötlich gelb mit zwei schwarzen Binden
- Raupenzeit: Ende März bis Anfang Juni; Falter: Anfang Juni bis Anfang August
- Raupenfutter: vorwiegend Schlehe
- Überwinterung: als Ei
- Lebensraum: warme, trockene, sonnige Plätze, Hecken, Waldränder
Gelbes Ordensband Catocala fulminea
KI-generierte Illustration (keine Fotografie)
Klassifikation
Taxonomie
- Reich
- Tiere (Animalia)
- Stamm
- Gliederfüßer (Arthropoda)
- Klasse
- Insekten (Insecta)
- Ordnung
- Schmetterlinge (Lepidoptera)
- Familie
- Erebidae
- Gattung
- Catocala
Überblick
Einleitung
Das Gelbe Ordensband (Catocala fulminea) ist ein Nachtfalter aus der Gattung der Ordensbänder, deren Arten auffällig gebänderte Hinterflügel besitzen 12. Die Falter erreichen 44 bis 52 Millimeter Flügelspannweite; das Muster der meist braunen Vorderflügel ist sehr ausgeprägt, die Hinterflügel sind rötlich gelb mit zwei schwarzen Binden 1. Die Art lebt an warmen, trockenen und sonnigen Plätzen und wird wegen ihrer speziellen Lebensraumansprüche vielerorts seltener 1.
Auf einen Blick
Fakten (kompakt)
Gelbes Ordensband Bilder und Fotos von echten Sichtungen
Erkennen
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Die Flügelspannweite beträgt 44 bis 52 Millimeter 12. Die Vorderflügel sind meist braun, manchmal gelb- oder graubraun und zeigen ein sehr ausgeprägtes Muster 1. Die Hinterflügel sind rötlich gelb mit zwei schwarzen Binden 1; die Gattung ist für ihre auffällig gebänderten Hinterflügel bekannt 12.
Die schlanke Raupe ahmt einen kleinen Ast nach. Sie trägt am achten Körpersegment einen besonders langen Rückenzapfen; die seitlichen „Fransen“ verbessern neben der rindenartigen Färbung die Tarnung und bei Wind wohl auch den Halt 1. Für eine sichere Bestimmung nach Fotos sind Hinterflügelzeichnung und Gesamtmuster entscheidend; verwandte Ordensbänder unterscheiden sich vor allem in der Farbe und Bänderung der Hinterflügel 1.
Systematik
Namen & Einordnung (kurz)
Der wissenschaftliche Name Catocala fulminea Scopoli, 1763 ist in der GBIF-Taxonomie als akzeptiert geführt 3. Giovanni Antonio Scopoli beschrieb die Art 1763 in seiner Entomologia Carniolica 2. Die Familienzuordnung wird unterschiedlich gehandhabt: GBIF und die englischsprachige Wikipedia führen die Art bei den Erebidae 23, die deutschsprachige Wikipedia bei den Eulenfaltern im Sinne der Noctuidae 1. Im Englischen heißt die Art „yellow bands underwing“ 2. Neben der Nominatform werden Unterarten aus Ostasien unterschieden, zum Beispiel chekiangensis und kamuifuchi (Hokkaido) 2; für die Linie xarippe wurde nach der englischen Wikipedia vorgeschlagen, sie als eigene Art zu führen 2.
Andere Ordensbänder mit eigenem Profil sind das Rote Ordensband und das Blaue Ordensband; allgemeine Informationen zur Gattung bietet das Profil Ordensband.
Lebensweise
Biologie & Lebenszyklus
Die Raupen schlüpfen aus den überwinternden Eiern, wenn die ersten Schlehen zu blühen beginnen, und fressen zunächst die Blüten, bis die Blätter austreiben 1. Sie ernähren sich vorwiegend von Schlehe, in geringem Maß auch von Weißdorn, Birne und Eiche 1; englischsprachige Quellen nennen Prunus, Crataegus, Birnen und Eichen 2. Die Raupen sind nachtaktiv und halten sich am unteren Teil des Baumes auf; gegen Mitternacht beginnen sie zu fressen, bevorzugt an Stockaustrieben und buschförmigen Bäumen 1.
Die Falter lassen sich – wie alle Ordensbandarten – nach der deutschen Quelle leicht mit Ködern anlocken 1. Die Eier überwintern 1.
Verbreitung
Vorkommen & Lebensraum
Das Gelbe Ordensband ist von Nordspanien und Zentralfrankreich bis zur Ostsee verbreitet. Es fehlt oder ist selten im Süden der Alpen, in Albanien, Montenegro und Griechenland. Im Osten reicht das Areal bis zum Schwarzen Meer, zum Kaukasus, bis ins südliche Sibirien und zum Pazifik 1; englischsprachige Quellen nennen Mittel- und Südeuropa, Ostasien und Sibirien 2. In Österreich ist die Art aus allen Bundesländern nachgewiesen, aber sehr selten; in Deutschland gibt es unter anderem im Oberrheingraben und auf der Schwäbischen Alb stabile Populationen 1.
Lebensraum sind warme, trockene und sonnige Plätze wie Hänge, Lichtungen, Waldränder, heckenreiche Täler, baumbestandene Landstraßen und ökologisch bewirtschaftete Obstgärten 1. Wegen der sehr speziellen Biotopansprüche wird die Art immer seltener 1.
In der OpenInsect-Community wurde bisher 1 Scan erfasst, am 26.05.2026.
Verbreitung
Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland
Sichtungen
Community-Analyse
Jahresverlauf
Saisonalität & Aktivität
Das Gelbe Ordensband gehört zu den am frühesten im Jahr auftretenden Ordensbandarten 1. Die Raupen findet man je nach Witterung von Ende März bis Anfang Juni, die Falter von Anfang Juni bis Anfang August 1. Der Beginn der Raupenzeit richtet sich nach dem Austrieb der Schlehe und liegt je nach Region früher oder später 1. Die Eier überwintern 1. Einzelfunde im späten Frühjahr, etwa im Mai, passen zum Ende der Raupenzeit.
Jahresverlauf
Saisonalität und Nachfragetrend
Basierend auf dem Silberkraft TrendIndex – unserem eigenen Modell aus Suchdaten und Naturbeobachtungen
Saisonale Aktivität
Entwicklung über die Jahre
Praxiswissen
Bedeutung, Schäden & Prävention
Die Art hat in Mitteleuropa keine Bedeutung als Schädling. Die Raupen fressen vorwiegend an Schlehe; Schäden in Gärten oder Obstanlagen sind nicht beschrieben. Vielmehr gilt das Gelbe Ordensband wegen seiner speziellen Ansprüche als empfindlich gegenüber Veränderungen seines Lebensraums und wird immer seltener 1. Angaben zu einem Schutzstatus (Rote Liste, Jahr) enthalten die ausgewerteten Quellen nicht.
Als Lebensraum nennt die deutsche Quelle unter anderem heckenreiche Täler, besonnte Waldränder und ökologisch bewirtschaftete Obstgärten 1. Eine gesundheitliche Bedeutung für Menschen ist nicht bekannt; die Quellen nennen keine Hautreizung oder Ähnliches. Raupen und Falter sollten dennoch nicht unnötig angefasst werden.
Nachweise
Quellen & Referenzen
- Wikipedia: Gelbes Ordensband. de.wikipedia.org/wiki/Gelbes_Ordensband (abgerufen 30.10.2026)
- Wikipedia: Catocala fulminea. en.wikipedia.org/wiki/Catocala_fulminea (abgerufen 30.10.2026)
- GBIF Backbone Taxonomy: Catocala fulminea Scopoli, 1763. gbif.org/species/4532471