- Männliche Exemplare besitzen im Vergleich zu anderen Vertretern ihrer Familie längere Beine.
- Die tonnenförmigen Lehmzellen sind an einer Seite leicht abgeflacht.
- Für den Transport der Beute packen die Weibchen die Spinnen an den Spinnwarzen anstatt an der Hüfte.
- Der Abtransport der Beute erfolgt für gewöhnlich vorwärtsgehend, wobei an schwierigen Stellen gezogen wird.
- An senkrechten Hauswänden können mehrere Meter problemlos überwunden und abwärts auch Flugsprünge vollzogen werden.1
Wegwespe Auplopus carbonarius
KI-generierte Illustration (keine Fotografie)
Klassifikation
Taxonomie
- Reich
- Tiere (Animalia)
- Stamm
- Gliederfüßer (Arthropoda)
- Klasse
- Insekten (Insecta)
- Ordnung
- Hautflügler (Hymenoptera)
- Familie
- Pompilidae
- Gattung
- Auplopus
Überblick
Einleitung
Die Tönnchenwegwespe (Auplopus carbonarius) ist ein Hautflügler aus der Familie der Wegwespen (Pompilidae). Die in Mitteleuropa häufige und nicht gefährdete Art besiedelt sowohl offenes Gelände als auch menschliche Siedlungsbereiche. Im Gegensatz zu anderen heimischen Wegwespen legen die Weibchen ihre Brutzellen aus Lehm oberirdisch an. Die zweite mitteleuropäische Art der Gattung, Auplopus albifrons, lässt sich durch ihren rot gefärbten Hinterleib gut von der Tönnchenwegwespe unterscheiden.1
Auf einen Blick
Fakten (kompakt)
Wegwespe Bilder und Fotos von echten Sichtungen
Erkennen
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Die Tönnchenwegwespe (Auplopus carbonarius) zeigt ein charakteristisches, überwiegend schwarz gefärbtes Äußeres mit ausgeprägtem Sexualdimorphismus. Weibliche Tiere erreichen eine Körperlänge von 7-10 mm, während Männchen etwas kleiner bleiben und einen kürzeren Körper aufweisen. Der Hinterleib ist vorne stielartig verjüngt, wodurch er sich optisch deutlich vom Thorax absetzt. Männliche Individuen besitzen spezifische helle Markierungen in Form eines kleinen weißen Punktes am hinteren, äußersten Tergum sowie zwei weiße Streifen neben jedem Auge. Im Gegensatz zu den meisten anderen Vertretern ihrer Familie verfügen die Männchen zudem über auffällig längere Beine. Die Art lässt sich aufgrund dieser Merkmale gut von anderen Wegwespen abgrenzen. Eine Verwechslung ist insbesondere mit der zweiten mitteleuropäischen Art der Gattung, Auplopus albifrons, möglich, welche sich jedoch durch einen rot gefärbten Hinterleib unterscheidet. Belastbare morphologische Beschreibungen zu Eiern, Larven, Puppen sowie spezifischen Flügel- oder Mundwerkzeugdetails fehlen in der aktuellen Datenlage weitgehend, abgesehen von der dokumentierten Nutzung tonnenförmiger Lehmzellen für die Brut.1
Porträt
Beschreibung
Die Tönnchenwegwespe (Auplopus carbonarius) ist ein in Mitteleuropa weit verbreiteter Vertreter der Familie Pompilidae. Im natürlichen Lebensraum fällt die Art durch ihre spezifische Lebensweise auf, bei der sie im Gegensatz zu den meisten verwandten Wegwespen ihre Nester oberirdisch an geschützten Orten anlegt. Die Tiere besiedeln bevorzugt menschengemachte Strukturen wie Mauern oder Hauswände, sind jedoch auch im offenen Gelände anzutreffen. Im Freiland zeigt sich die Art aktiv in den Sommermonaten von Juni bis August. Weibliche Exemplare erreichen eine Körperlänge von 7 bis 10 Millimetern und sind vollständig schwarz gefärbt. Männliche Individuen bleiben etwas kleiner, besitzen einen kürzeren Körper, dafür aber längere Beine als die Mehrheit der verwandten Arten. Zudem weisen Männchen artspezifische helle Markierungen auf, darunter einen kleinen weißen Punkt am äußersten Tergum hinten sowie zwei weiße Streifen neben den Augen. Ein auffälliges anatomisches Merkmal im Feld ist der vorne stielartig verjüngte Hinterleib, wodurch dieser deutlich vom Thorax abgesetzt erscheint. Aufgrund dieser Kombination aus Körperbau und Färbung ist die Art gut von anderen Wegwespen unterscheidbar. Als einzige weitere mitteleuropäische Art der Gattung kommt Auplopus albifrons in Betracht, welche sich jedoch durch einen rot gefärbten Hinterleib klar abgrenzt. Für den Nestbau nutzen die Weibchen Lehm und fertigen tonnenförmige, einseitig abgeflachte Brutzellen an, die Maße von etwa 8–10 mal 4–5 Millimetern aufweisen. Diese Zellen werden an versteckten Orten wie hinter Holzbrettern oder in leeren Schneckenhäusern befestigt. Als Proviant für den karnivoren Nachwuchs erbeuten die Wespen Sackspinnen und Glattbauchspinnen. Bei großen Beutetieren werden meist alle oder viele Beine abgetrennt, bevor der Transport erfolgt. Im Gegensatz zu anderen Wegwespen packen die Weibchen die Spinne beim Transport an den Spinnwarzen anstatt an der Hüfte. Die Beute wird daraufhin für gewöhnlich vorwärts gehend abtransportiert, während an schwierigen Stellen gezogen wird oder an senkrechten Flächen wie Hauswänden sogar Flugsprünge über mehrere Meter absolviert werden können. Die Überwinterung erfolgt bei dieser Art im Larvalstadium. Bezüglich der Generationsfolge zeigt die Art ein bivoltines Verhalten.1
Systematik
Name & Einordnung
Die Tönnchenwegwespe (Auplopus carbonarius) wird innerhalb der Hautflügler (Hymenoptera) in die Familie der Wegwespen (Pompilidae) eingeordnet. Historisch wurde die Art unter anderem der Gattung Pseudagenia zugeordnet, weshalb in älterer Literatur die Kombination Pseudagenia carbonaria (Scopoli, 1763) zu finden ist. Der wissenschaftliche Artname verweist auf Scopoli als Erstbeschreiber aus dem Jahr 1763. Im deutschen Sprachraum ist neben der Tönnchenwegwespe primär der Name Wegwespe gebräuchlich1, wobei sich ersterer auf die charakteristische Bauweise der tonnenförmigen Lehmzellen bezieht.1 Belastbare Daten zu weiteren historischen Synonymen oder detaillierten Etymologien der Gattungsbezeichnung liegen im Rahmen der vorliegenden Primärquellen nicht vor. Auf internationaler Ebene existieren diverse regionale Trivialnamen, deren systematische Erfassung jedoch außerhalb des hier belegten Rahmens liegt. Bisher fehlen in der Literatur umfassende morphologische oder genetische Revisionen, die über die etablierte Zuordnung zur Gattung Auplopus hinausgehen.12
Lebensweise
Biologie & Lebenszyklus
Auplopus carbonarius zeigt eine spezialisierte Fortpflanzungsbiologie, bei der die Weibchen im Gegensatz zu den meisten anderen heimischen Wegwespen ihre Nester nicht im Boden anlegen. Stattdessen fertigen sie kleine, tonnenförmige Brutzellen aus Lehm an, die Maße von 8–10 × 4–5 mm erreichen. Diese Nester werden an geschützten Orten wie unter Holzbrettern, in leeren Schneckenhäusern oder hinter Büchern in Regalen befestigt.1 Die Flugzeit der Art erstreckt sich von Juni bis August, wobei bis zu zwei Generationen pro Jahr ausgebildet werden.12 Adulte Tiere ernähren sich herbivor 2, während die Larven karnivor leben.2 Als Proviant für den Nachwuchs jagen die Weibchen oligophag Sackspinnen und Glattbauchspinnen.12 Vor dem Transport werden den Beutetieren bei großen Exemplaren meist alle oder zumindest viele Beine abgetrennt. Für den Transport packen die Wespen die Spinne an den Spinnwarzen und transportieren sie vorwärtsgehend ab. Dabei werden auch senkrechte Hauswände über mehrere Meter überwunden oder an schwierigen Stellen Flugsprünge ausgeführt.1 Die Überwinterung erfolgt bei Auplopus carbonarius ausschließlich im Stadium der Larve.2 Belastbare Daten zu genauen Entwicklungsdauern, exakten Temperaturabhängigkeiten der Stadien sowie spezifischen Mortalitätsfaktoren liegen aus den vorliegenden Quellen nicht vor.12
Lebensweise
Verhalten
Die Weibchen von Auplopus carbonarius weichen in ihrer Nestbauweise von den meisten anderen heimischen Wegwespen ab und errichten tonnenförmige Brutzellen aus Lehm. Diese 8–10 mal 4–5 mm großen Zellen werden bevorzugt an geschützten Orten wie unter Holzbrettern, in Verstecken wie Bücherregalen oder in leeren Schneckenhäusern angelegt. Zur Versorgung der Nachkommenschaft jagen die Weibchen Sackspinnen und Glattbauchspinnen. Bei großen Beutetieren werden meist alle oder zumindest viele Beine abgetrennt, um den Transport zu erleichtern. Im Gegensatz zu anderen Wegwespen packen die Tiere ihre Beute beim Transport nicht an der Hüfte, sondern an den Spinnwarzen. Für gewöhnlich wird die Beute von den Wespen vorwärtsgehend abtransportiert. An schwierigen Passagen oder Hindernissen wird die Spinne stattdessen gezogen. An senkrechten Hauswänden können mehrere Meter problemlos überwunden werden. Zudem zeigt die Art die Verhaltensweise, bei Abwärtsstrecken Flugsprünge auszuführen.1
Lebensweise
Ökologie
Die Tönnchenwegwespe (Auplopus carbonarius) besiedelt als carnivore Art ein breites Spektrum an Habitaten, darunter landwirtschaftliche Nutzflächen, Wälder, Süßwasserbiotope sowie urbane Räume wie Mauern und Hauswände in der Umgebung des Menschen.12 Innerhalb dieser Lebensräume umfasst das Nahrungsspektrum der Larven oligophage carnivore Beuteglieder, während adulte Tiere sich herbivor ernähren.2 Für die Versorgung der Nachkommenschaft jagen die Weibchen spezifisch Sackspinnen und Glattbauchspinnen, bei denen vor dem Transport meist alle oder zumindest viele Beine abgetrennt werden. Anders als die meisten anderen Vertreter der Wegwespen legt die Art ihre Brutzellen nicht im Boden an, sondern baut kleine, tonnenförmige Lehmnester mit einer Größe von 8-10 mal 4-5 mm. Diese Verstecke werden geschützt unter Holzbrettern, hinter Büchern in Regalen oder in leeren Schneckenhäusern befestigt. Für den Transport der Beute nutzen die Weibchen eine spezielle Technik, bei der die Spinnen an den Spinnwarzen gepackt und vorwärts transportiert werden.1 Die Flugzeit der Art erstreckt sich von Juni bis August, wobei die Überwinterung als Larve erfolgt. Belastbare quantitative Daten zu spezifischen Parasitoiden, natürlichen Feinden oder direkten Konkurrenzbeziehungen mit anderen Hautflüglern fehlen in den vorliegenden Quellen.12
Verbreitung
Vorkommen & Lebensraum
Die Tönnchenwegwespe (Auplopus carbonarius) ist in der Paläarktis beheimatet und weist eine weitverbreitete Präsenz in Mitteleuropa auf. Das natürliche Verbreitungsgebiet erstreckt sich über zahlreiche Regionen Europas bis nach Asien, was durch Fundnachweise in verschiedenen Provinzen des Iran wie Alborz, Fars und Mazandaran belegt wird. In Mitteleuropa tritt die Art flächendeckend auf, wobei sie meist in geringen Populationsdichten anzutreffen ist.1 Die vertikale Verbreitung und genaue Höhenstufen sind in der Literatur bisher nicht systematisch quantifiziert. Als thermophile Art besiedelt Auplopus carbonarius bevorzugt offenes Gelände sowie strukturreiche Kulturlandschaften. Neben natürlichen Habitaten wie Wäldern und Feuchtgebieten ist die Art stark synanthrop geprägt. Deshalb wird sie regelmäßig in unmittelbarer Nähe des Menschen an Mauern, Hauswänden und in Siedlungsbereichen beobachtet. Die Nester werden im Gegensatz zu den meisten anderen Wegwespen nicht im Boden angelegt, sondern oberirdisch errichtet. Hierfür nutzen die Weibchen geschützte Mikrohabitate wie Unterseiten von Holzbrettern, leere Schneckenhäuser oder künstliche Hohlräume in Gebäuden. Sogar in Innenräumen wie hinter Büchern in Regalen wurden Brutzellen dokumentiert. Aggregierte Beobachtungsdaten bestätigen zudem das Vorkommen in landwirtschaftlich genutzten Arealen.1 Mangels systematischer Zeitreihenanalysen liegen keine quantifizierten Daten zu historischen Arealverschiebungen vor.2 Die Flugzeit der Imagines beschränkt sich in Mitteleuropa auf die Sommermonate von Juni bis August.1
Verbreitung
Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland
Sichtungen
Community-Analyse
Jahresverlauf
Saisonalität & Aktivität
Die Flugzeit der Tönnchenwegwespe (Auplopus carbonarius) erstreckt sich in Mitteleuropa von Juni bis August.1 In diesem Zeitraum sind die adulten Tiere aktiv, wobei das Suchinteresse in der Öffentlichkeit in den Sommermonaten Juni und Juli messbare Höhepunkte erreicht. Bezüglich der Generationenfolge zeigen aggregierte Daten eine bivoltine Maximalentwicklung für die Art. Die Überwinterung erfolgt im Larvenstadium.2 Weitere Details zur tageszeitlichen Aktivität oder exakten Temperaturabhängigkeiten sind in der Literatur nicht systematisch belegt.
Jahresverlauf
Saisonalität und Nachfragetrend
Basierend auf dem Silberkraft TrendIndex – unserem eigenen Modell aus Suchdaten und Naturbeobachtungen
Saisonale Aktivität
Entwicklung über die Jahre
Praxiswissen
Bedeutung, Schäden & Prävention
Die Tönnchenwegwespe (Auplopus carbonarius) ist als Nützling einzustufen, da sie als solitäre Hautflüglerart zur natürlichen Regulation von Spinnenpopulationen beiträgt. Ein nennenswertes Schadpotenzial geht von der Art nicht aus, weshalb sie weder als Material- nocht als Hygieneschädling gilt. Gelegentlich kann das Auftreten der Tiere in menschlichen Siedlungsräumen als optischer Lästling empfunden werden, wenn Nester an exponierten Stellen angelegt werden. Typische Befallsanzeichen sind kleine, tonnenförmige Lehmzellen mit Maßen von 8–10 x 4–5 mm, die solitär oder in Gruppen an geschützten Orten errichtet werden. Bevorzugte Nistplätze finden sich unter Holzbrettern, in Hohlräumen an Hauswänden oder vereinzelt im Innenbereich hinter Büchern in Regalen.1 Medizinisch oder gesundheitlich relevante Auswirkungen wie aggressive Stiche oder die Übertragung von Krankheitserregern sind für Auplopus carbonarius nicht dokumentiert, da Wegwespen gegenüber Menschen defensiv agieren und nur bei direktem körperlichen Kontakt zustechen. Vorbeugende bauliche Maßnahmen beschränken sich auf das Verschließen von Spalten, Ritzen und potenziellen Hohlräumen an Hauswänden, um den Bau von Brutzellen zu verhindern. Da keine gravierenden Schäden durch die Art verursacht werden, sind spezifische Monitoring-Methoden, chemische Bekämpfungsmaßnahmen oder integrierte Schädlingsbekämpfungskonzepte (IPM) nicht erforderlich. Auch rechtliche Aspekte wie Quarantänevorschriften oder Meldepflichten existieren für diesen häufigen und nicht gefährdeten Hautflügler nicht. Belastbare Daten zu spezifischen biologischen oder physikalischen Bekämpfungsmethoden fehlen, da ein Bekämpfungsbedarf im Regelfall nicht gegeben ist.1
Praxiswissen
Wirtschaftliche Bedeutung
Belastbare Daten zur wirtschaftlichen Bedeutung von Auplopus carbonarius fehlen in der aktuellen Fachliteratur. Die Art tritt in geringen Populationsdichten auf und verursacht keine nennenswerten wirtschaftlichen Schäden in der Land- oder Forstwirtschaft. Positive ökonomische Effekte als Bestäuber oder wesentlicher Regulator von Schadorganismen sind bisher nicht systematisch untersucht. Gelegentliche Nester in menschlichen Behausungen, etwa hinter Büchern oder an Holzbrettern, führen lediglich zu rein ästhetischen Beeinträchtigungen ohne ökonomische Relevanz. Spezifische Bekämpfungsmaßnahmen oder dadurch entstehende Kosten sind für diese Art nicht dokumentiert.
Nachweise