Lexikon-Eintrag

Große Sternmiere Stellaria holostea

Große Sternmiere (Stellaria holostea), KI-Illustration

KI-generierte Illustration (keine Fotografie)

Klassifikation

Taxonomie

Reich
Pflanzen (Plantae)
Stamm
Tracheophyta
Klasse
Magnoliopsida
Ordnung
Caryophyllales
Familie
Caryophyllaceae
Gattung
Rabelera

Überblick

Einleitung

Die Große Sternmiere (Rabelera holostea, früher Stellaria holostea), ist ein weitverbreiteter Frühjahrsblüher aus der Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae) 12. Die immergrüne, ausdauernde Pflanze trägt im Frühjahr zahlreiche weiße, tief eingeschnittene Blüten und wächst in lichten Wäldern, an Hecken und in Gebüschen 12. Seit 2019 ist sie die einzige Art der Gattung Rabelera 12.

Auf einen Blick

Fakten (kompakt)

  • Wissenschaftlicher Name: Rabelera holostea (L.) M. T. Sharples & E. A. Tripp (Synonym Stellaria holostea L.)
  • Familie: Nelkengewächse (Caryophyllaceae)
  • Wuchs: immergrün, ausdauernd, meist 15–30 cm
  • Blüten: weiß, 2–3 cm, Kronblätter bis zur Hälfte gespalten
  • Blütezeit: April bis Juni
  • Lebensraum: lichte Laub- und Mischwälder, Hecken, Gebüsche
  • Bedeutung: Futterpflanze für Nachtfalter
  • Verbreitung: Europa, Westasien, Nordafrika

Erkennen

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Die Große Sternmiere ist eine immergrüne, ausdauernde krautige Pflanze, meist 15 bis 30 Zentimeter, selten bis 60 Zentimeter hoch 12. Die Rhizome sind dünn und kriechend. Die aufsteigenden, vierkantigen Stängel sind oben kurz behaart und schwach: Sie zerreißen leicht im Bereich der Blätter und finden oft Halt an Nachbarpflanzen 1. Die gegenständigen, sitzenden Blätter sind schmal-lanzettlich bis linealisch-lanzettlich, etwa 3 bis 9 Zentimeter lang und 2 bis 10 Millimeter breit, mit rauem Rand 1; englischsprachige Quellen beschreiben sie als graugrün und kahl 2.

Die Blüten haben einen Durchmesser von 2 bis 3 Zentimetern, sind radiärsymmetrisch und fünfzählig. Die fünf weißen Kronblätter sind etwa bis zur Hälfte gespalten und 1,5- bis 2-mal so lang wie die Kelchblätter 12. Meist sind zehn Staubblätter und drei Griffel vorhanden 1. Die kugelige Kapselfrucht misst etwa 5 bis 6 Millimeter und öffnet sich mit Klappen; die rötlich-braunen Samen sind nierenförmig 1. Die Chromosomenzahlen sind 2n = 26 oder 56 1.

Systematik

Namen & Einordnung (kurz)

Der heute akzeptierte wissenschaftliche Name ist Rabelera holostea (L.) M. T. Sharples & E. A. Tripp 3. Die Art wurde 1753 von Carl von Linné als Stellaria holostea beschrieben und im November 2019 aufgrund molekulargenetischer Untersuchungen in die neu aufgestellte Gattung Rabelera überführt 12. Der Gattungsname ehrt den Botaniker Richard K. Rabeler 1. In der GBIF-Taxonomie ist Stellaria holostea inzwischen ein Synonym 3. Ein weiteres Synonym ist Alsine holostea 1.

Das Artepitheton holostea bedeutet „knochenhart“ und bezieht sich auf die, trotz des Namens, leicht brechenden Stängel 12. Englische Namen sind „greater stitchwort“, „greater starwort“ und „addersmeat“ 2. Eine verwandte Pflanze mit eigenem Profil ist die Vogelmiere.

Lebensweise

Biologie & Lebenszyklus

Die Große Sternmiere ist ein Chamaephyt, dessen Knospen knapp über dem Boden überdauern 1. Über Rhizomknospen und bodennahe Sprossachsen der Vorjahre bildet sie rasch kleine Horste 1. Die zwittrigen Blüten werden entweder von Insekten bestäubt oder bestäuben sich selbst 1. Die Samen werden durch den Wind verbreitet 1. Die Pflanze tritt fast immer in größeren, aber selten bestandsbildenden Gruppen auf 1.

Ökologisch ist sie eine wichtige Nahrungspflanze für mehrere Nachtfalterarten: Sie dient dem Hornkraut-Tageulchen als Nektarpflanze und mehreren Eulenfaltern und Spannern, darunter dem Sternmieren-Blattspanner, als Raupenfutterpflanze 1.

Verbreitung

Vorkommen & Lebensraum

Die Art ist in den warmgemäßigten Gebieten Europas, Westasiens und des Kaukasus sowie in einigen Ländern Nordafrikas weit verbreitet 1; nach englischsprachigen Angaben ist sie in West- und Mitteleuropa einschließlich der Britischen Inseln heimisch 2. Im östlichen Nordamerika ist sie ein Neophyt 1.

Sie gedeiht meist in lichten, krautreichen Laub- und Mischwäldern, Hecken und Gebüschen, auf meist kalkfreien Böden bis in mittlere Gebirgslagen 1. Gelegentlich wird sie auch in Gärten gezogen 2. In Mitteleuropa ist sie eine Charakterart des Verbands Carpinion, also von Eichen-Hainbuchen-Wäldern 1.

In der OpenInsect-Community wurden bisher 6 Scans erfasst, der letzte am 03.10.2026.

Verbreitung

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Am Stein, Rudolstadt, Thüringen, Deutschland

    28.04.2026

  • Münch. Kallenberg Lackfabrik, 70825 Korntal-Münchingen, Deutschland

    28.04.2026

  • Am Irrbach, Trier, Rhineland-Palatinate, Deutschland

    28.04.2026

  • Germany

    28.04.2026

  • Leipziger Auwald, Leipzig, Sachsen, Deutschland

    28.04.2026

Daten: iNaturalist

Sichtungen

Community-Analyse

OpenInsect
6
Sichtungen in den letzten 12 Monaten
Daten der silbarkrift.community
Zuletzt am 03.10.2026
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Jahresverlauf

Saisonalität & Aktivität

In der Schweiz reicht die Blütezeit von Mai bis Juni, in anderen Gebieten beginnt sie schon im April 1. Da die Blüten an den Stielen nacheinander aufgehen, zieht sich die Blütezeit über mehrere Monate hin, obwohl die Einzelblüten kurzlebig sind 1. Im Sommer reifen die Früchte 1. Die Pflanze ist immergrün, sodass sie auch im Winter an Waldrändern zu erkennen sein kann 1.

Praxiswissen

Bedeutung, Schäden & Prävention

Die Große Sternmiere ist keine Schadpflanze; sie wächst als Teil der Krautschicht lichter Wälder und Hecken. Sie dient vielen Nachtfaltern als Futterpflanze 1. Der englische Name „stitchwort“ verweist nach der englischsprachigen Quelle auf eine überlieferte volkstümliche Verwendung gegen Seitenstechen 2; eine Wirksamkeit ist damit nicht belegt, und eine Anwendungsempfehlung ergibt sich daraus nicht. Zur Giftigkeit nennen die ausgewerteten Quellen nichts; vom Verzehr wird abgeraten.

Gelegentlich wird die Art in Gärten gezogen 2; die dünnen, kriechenden Rhizome lassen sie kleine Horste bilden 1.

Nachweise

Quellen & Referenzen

  1. Wikipedia: Große Sternmiere. de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fe_Sternmiere (abgerufen 30.10.2026)
  2. Wikipedia: Rabelera holostea. en.wikipedia.org/wiki/Rabelera_holostea (abgerufen 30.10.2026)
  3. GBIF Backbone Taxonomy: Rabelera holostea (L.) M.T.Sharples & E.A.Tripp. gbif.org/species/11071158