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KI-generierte Illustration (keine Fotografie)
Klassifikation
Überblick
Die Gewöhnliche Fettspinne (Steatoda bipunctata) ist eine kleine, glänzend rötlich-braune Kugelspinne, die in Mitteleuropa vor allem in und an Gebäuden lebt. Sie baut ein unregelmäßiges, dreidimensionales Fangnetz in engen Spalten, ist überwiegend nachtaktiv und sehr scheu, weshalb sie meist nur zufällig entdeckt wird 12.
In Deutschland wurde sie von der Arachnologischen Gesellschaft zur Spinne des Jahres 2018 gewählt 1. Nach der englischsprachigen Quelle sind keine Vergiftungen durch Bisse dieser Art bekannt; die Kieferklauen dringen sehr wahrscheinlich nicht durch menschliche Haut 2.
Auf einen Blick
Erkennen
Die größten Tiere erreichen nach deutschsprachiger Literatur eine Körperlänge von bis zu 8 mm ohne Beine, die meisten sind deutlich kleiner; die englischsprachige Quelle gibt an, dass die Körperlänge selten 7 mm übersteigt 12. Getrennte Maße für Männchen und Weibchen nennen die Quellen nicht.
Der Körper ist rötlich, teils braun und glänzend. Der Hinterleib ist kugelig aufgetrieben und bräunlich, mit einer unterbrochenen hellen Mittellinie und einer hellen Querlinie am Vorderrand 2. Die Weibchen bekommen im Alter zwei breite Streifen auf dem Hinterleib; die Beine sind schwach rot und braun geringelt 1. Das Weibchen ist heller braun und oft glänzender als das Männchen 2. Für eine sichere Artbestimmung innerhalb der Gattung Steatoda sind die Geschlechtsorgane unter dem Mikroskop maßgeblich; Fotos allein reichen bei ähnlichen Arten nicht immer aus.
Systematik
Der gültige wissenschaftliche Name lautet Steatoda bipunctata (Linnaeus, 1758); GBIF führt ihn als akzeptierten Artnamen der Familie Theridiidae (Kugelspinnen) in der Ordnung der Webspinnen (Araneae) 3. Carl von Linné beschrieb die Art 1758 in der 10. Auflage seines Werks Systema Naturae 2.
Im Deutschen heißt die Art Gewöhnliche Fettspinne, die Gattung wird als Fettspinnen bezeichnet. Im Englischen sind „rabbit hutch spider“ (nach dem Fund in Kaninchenställen) für die Art und „false widows“ (falsche Witwen) für die Gattung gebräuchlich 2. Weitere Einträge im Lexikon sind die Gattungsseite Fettspinne, die Kugelspinnen-Art Steatoda triangulosa, die Gewächshausspinne und die Zitterspinne.
Videos
Beobachtungen und Einreichungen unserer Nature-Community
Aus der Community
Aus der silbarkrift.community, aufgenommen mit OpenInsect
Lebensweise
Das Fangnetz ist ein dreidimensionales Gespinst von etwa 10 Kubikzentimetern Größe mit einer dichten Fangmatte wenige Zentimeter über dem Boden; die Haltefäden verzweigen sich ein- bis zweimal. Der Unterschlupf ist ein nur wenige Millimeter weiter Spalt, etwa in einer Mauerritze oder im Hohlraum eines Fensterscharniers 1. Die Spinne kann Beute überwältigen, die deutlich größer ist als sie selbst. Die Beute wird eingesponnen, aber nicht gelähmt, und anschließend schrittweise ausgesaugt 1.
Die Tiere sind überwiegend nachtaktiv und sehr scheu. Sie vertragen Trockenphasen gut und nehmen Tau oder Kondenswasser auf, sodass sie in Gebäuden lange überleben können 1. Die Weibchen sind an geschützten Stellen das ganze Jahr über aktiv. Die Balz findet im Sommer statt und kann Tage bis Wochen dauern; ein Weibchen kann sich mit zwei Männchen paaren 1. Zu Eizahl je Kokon, Entwicklungsdauer, Reifealter und Lebensspanne enthalten die ausgewerteten Quellen keine belegten Angaben, weshalb sie hier nicht genannt werden.
Verbreitung
Die Art ist holarktisch verbreitet, also in den gemäßigten Zonen Eurasiens und Nordamerikas, und gilt in Europa und Nordamerika als häufig 2. In Mitteleuropa lebt sie hauptsächlich in Gebäuden 1. Typische Fundorte sind Keller, Schuppen, Fensterrahmen, Mauerritzen und Kaninchenställe 12.
In der OpenInsect-Community wurden bisher 55 Scans dieser Art erfasst, der letzte am 27.10.2026 in Werkel (Hessen).
Verbreitung
Sichtungen
Jahresverlauf
Jahresverlauf
Basierend auf dem Silberkraft TrendIndex – unserem eigenen Modell aus Suchdaten und Naturbeobachtungen
Praxiswissen
Die Gewöhnliche Fettspinne verursacht keine Schäden an Vorräten, Textilien oder Bausubstanz. Sie ernährt sich von Gliederfüßern, die sich in ihrem Netz verfangen, und ist damit eine unauffällige Mitbewohnerin. Nach englischsprachiger Literatur sind keine Vergiftungen durch Bisse dieser Art bekannt, die Kieferklauen dringen sehr wahrscheinlich nicht durch menschliche Haut 2. Die Gattung wird englisch „false widows“ genannt, weil einzelne Arten den Echten Witwen ähneln; der Biss dieser Art gilt nach der englischsprachigen Quelle als deutlich weniger gefährlich 2. Wer nach einem Spinnenkontakt dennoch ungewöhnlich starke Beschwerden bemerkt, sollte ärztlichen Rat einholen.
Wer die Tiere nicht im Haus haben möchte, kann sie behutsam mit Glas und Karton ins Freie setzen und die Netze entfernen. Vorbeugend helfen verschlossene Ritzen und Fugen, ein aufgeräumter Keller ohne viele Rückzugsorte und ein geringes Angebot an Insekten.
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Nachweise