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KI-generierte Illustration (keine Fotografie)
Klassifikation
Wissenschaftlicher Name Sitophilus oryzae A.Hustache, 1930
Überblick
Der Reiskäfer (Sitophilus oryzae) ist eine Käferart aus der Familie der Rüsselkäfer (Curculionidae), die weltweit als bedeutender Vorratsschädling an eingelagertem Getreide wie Reis, Weizen und Mais auftritt. Die Art, für die historisch Synonyme wie Calandra oryzae verwendet wurden, stammt ursprünglich vermutlich aus Indien und verbreitete sich durch den globalen Handel. Während Sitophilus oryzae funktionstüchtige Flügel besitzt und sich dadurch vom flugunfähigen Kornkäfer (Sitophilus granarius) abgrenzt, ist eine Unterscheidung zum sehr ähnlichen Maiskäfer (Sitophilus zeamais) oft nur durch genaue morphologische oder molekulare Analysen möglich.1
Auf einen Blick
Erkennen
Die Adulten von Sitophilus oryzae erreichen eine Körperlänge von 2 bis 3 mm und weisen einen gedrungenen, rotbraun bis schwarz gefärbten Körper auf.21 Ein markantes Merkmal ist der verlängerte Rüssel (Rostrum), der etwa ein Drittel der gesamten Körperlänge ausmacht und an dessen Spitze die Mundwerkzeuge sitzen. Die Antennen sind gekniet, enden in einer Keule und entspringen am distalen Ende des Rüssels. Auf dem Thorax befinden sich runde oder unregelmäßig geformte Gruben, während die Elytren (Flügeldecken) Längsreihen von Punkten aufweisen. Zur Identifizierung dienen vier schwache rötliche oder gelbliche Flecken auf den Flügeldecken, die den Käfer von ähnlichen Arten unterscheiden.2 Unter den Elytren liegen funktionstüchtige Hinterflügel, die S. oryzae im Gegensatz zu einigen verwandten Arten das Fliegen ermöglichen. Ein Sexualdimorphismus zeigt sich am Rüssel, der bei Männchen kürzer, dicker und an der Basis breiter ist, während er bei Weibchen länger und dünner erscheint. Die Eier sind glänzend weiß, undurchsichtig und ovoid bis birnenförmig mit einer Größe von etwa 0,36 mm mal 0,19 mm. Die Larven sind beinlos, cremeweiß und nehmen typischerweise eine gekrümmte C-Form ein, wobei sie eine deutliche braune bis hellbraune Kopfkapsel besitzen. Die Puppe ist vom exaraten Typ mit freien Gliedmaßen, zunächst weiß und später nachdunkelnd, wobei der Rüssel bereits erkennbar ist.2 Zur Abgrenzung gegenüber dem Kornkäfer (Sitophilus granarius) dienen dessen größere Statur (3–4,5 mm), die verschmolzenen Elytren sowie das Fehlen von Flugflügeln und Flecken.21 Vom sehr ähnlichen Maiskäfer (Sitophilus zeamais) unterscheidet sich S. oryzae durch elliptische statt runde Gruben auf dem Pronotum sowie ein insgesamt glänzenderes Erscheinungsbild.21
Porträt
Der Reiskäfer (Sitophilus oryzae) ist ein kleiner, weltweit verbreiteter Rüsselkäfer, der primär als bedeutender Vorratsschädling an Getreide wie Reis, Weizen, Mais und Sorghum auftritt.21 Ursprünglich aus dem tropischen Asien, vermutlich Indien, stammend, hat sich die Art durch den globalen Handel auf allen Kontinenten außer der Antarktis etabliert und dominiert besonders in warmen Klimazonen.1 Das erwachsene Insekt misst 2 bis 3 mm und zeichnet sich durch einen matt rotbraunen bis schwarzen Körper sowie einen charakteristischen, langgestreckten Rüssel (Rostrum) aus, der etwa ein Drittel der Körperlänge einnimmt.2 An der Spitze dieses Rüssels befinden sich die Mundwerkzeuge, die es dem Weibchen ermöglichen, tiefe Hohlräume für die Eiablage in harte Getreidekörner zu bohren.1 Im Gegensatz zum flugunfähigen Kornkäfer (Sitophilus granarius), dessen Flügeldecken verwachsen sind, besitzt S. oryzae unter den punktierten Elytren funktionstüchtige Hinterflügel und ist ein fähiger Flieger. Diese Flugfähigkeit erlaubt es der Art, nicht nur in Lagern, sondern auch auf Feldern neue Nahrungsquellen zu erschließen, wobei sie oft von Lichtquellen angelockt wird. Auf den Flügeldecken befinden sich typischerweise vier rötliche oder gelbliche Flecken, die als Unterscheidungsmerkmal zum einfarbigen Kornkäfer dienen, jedoch eine Verwechslung mit dem sehr ähnlichen Maiskäfer (Sitophilus zeamais) zulassen.2 Eine genaue Differenzierung dieser beiden Arten erfordert oft eine mikroskopische Analyse der Punktierung auf dem Halsschild (Pronotum), welche bei S. oryzae elliptisch, bei S. zeamais hingegen runder ausgeprägt ist.1 Ein Sexualdimorphismus zeigt sich in der Form des Rüssels: Männchen besitzen eine kürzere, breitere Basis, während Weibchen über ein längeres, dünneres Rostrum verfügen. Die Larvenentwicklung vollzieht sich kryptisch im Inneren des Kornes, weshalb ein Befall äußerlich oft lange unbemerkt bleibt. Die Larven sind beinlos, cremeweiß gefärbt und nehmen eine gekrümmte, bucklige Haltung ein, wobei sie den stärkehaltigen Endosperm aushöhlen.2 Eine besondere physiologische Anpassung ist die Symbiose mit dem intrazellulären Bakterium Sodalis pierantonius, das den Käfer mit essentiellen Nährstoffen versorgt und so seine Überlebensfähigkeit auf vitaminarmer Getreidenahrung steigert. Bei Störung zeigen die adulten Käfer ein ausgeprägtes Totstellverhalten (Thanatose), indem sie ihre Beine anziehen und regungslos verharren. Taxonomisch gehört die Art zur Unterfamilie Dryophthorinae (oder Familie Dryophthoridae) und wurde bereits 1763 von Linnaeus beschrieben, wobei das Epitheton oryzae auf Reis als einen der Hauptwirte verweist.1
Systematik
Der wissenschaftliche Name der Art lautet Sitophilus oryzae, wobei die Erstbeschreibung auf Carl von Linné im Jahr 1763 zurückgeht. Ursprünglich wurde die Spezies unter dem Namen Curculio oryza beschrieben. Zu den relevanten Synonymen zählen Calandra oryzae (Linnaeus, 1763), eine ältere Kombination vor der Zuordnung zur Gattung Sitophilus, sowie Calandra sasakii Takahashi, 1928. Der Gattungsname Sitophilus leitet sich etymologisch aus den griechischen Wörtern sitos (Getreide) und philos (liebend) ab, was auf die Affinität zu Getreidekörnern anspielt. Das Art-Epitheton oryzae verweist auf Reis (Oryza sativa), eine der primären Wirtspflanzen. Taxonomisch wird Sitophilus oryzae der Unterfamilie Dryophthorinae innerhalb der Familie der Rüsselkäfer (Curculionidae) zugeordnet. Zwar schlugen molekularphylogenetische Studien in den 2010er Jahren vor, die Dryophthorinae in den Rang einer eigenständigen Familie (Dryophthoridae) zu erheben, doch behält die vorherrschende Taxonomie den Status als Unterfamilie bei. Historisch kam es aufgrund morphologischer Ähnlichkeiten oft zu Verwechslungen mit dem Maiskäfer (Sitophilus zeamais), obwohl molekulare Marker eine Trennung der Arten vor etwa 8,7 Millionen Jahren bestätigen.1 Im deutschsprachigen Raum ist die Bezeichnung Reiskäfer etabliert.2 International ist der englische Trivialname Rice weevil gebräuchlich.1
Lebensweise
Die Fortpflanzung von Sitophilus oryzae beginnt wenige Tage nach dem Schlupf der Adulten, wobei Männchen Aggregationspheromone abgeben, um beide Geschlechter anzulocken. Das Paarungsverhalten beinhaltet eine Balz, bei der das Männchen seinen Rüssel am Thorax des Weibchens reibt, gefolgt von einer bis zu zwei Stunden dauernden Kopulation. Weibchen zeigen eine hohe Fertilität und legen über ihre Lebensspanne von 4 bis 5 Monaten durchschnittlich 300 bis 400 Eier ab.1 Für die Eiablage bohrt das Weibchen eine Kavität in ein intaktes Getreidekorn, legt ein einzelnes Ei hinein und verschließt die Öffnung mit einem gelatinösen Sekret zum Schutz vor Austrocknung und Prädation.21 Die Larvenentwicklung vollzieht sich vollständig im Inneren des Korns, wo die beinlosen, C-förmigen Larven das Endosperm fressen und in der Regel vier Larvenstadien durchlaufen.51 Nach einer Verpuppungsphase von etwa 6 Tagen in einer im Korn angelegten Kammer nagt sich der adulte Käfer ein Austrittsloch durch die Samenschale.1 Der gesamte Entwicklungszyklus ist stark temperaturabhängig und dauert unter optimalen Bedingungen (27–29 °C, 70 % relative Luftfeuchtigkeit) etwa 26 bis 32 Tage. Bei Temperaturen unter 15 °C stagniert die Entwicklung, während Werte über 35 °C die Mortalität drastisch erhöhen.3 Sitophilus oryzae ist auf ganze Getreidekörner wie Reis, Weizen, Mais und Sorghum spezialisiert, kann sich aber auch in kompakten Teigwaren entwickeln. Sowohl Larven als auch Adulte ernähren sich vom Korninneren, wobei Adulte intakte Körner für die Eiablage bevorzugen.1 Eine physiologische Besonderheit ist die Symbiose mit dem intrazellulären Bakterium Sodalis pierantonius, das essenzielle Nährstoffe liefert und die Fitness des Käfers auf vitaminarmer Nahrung steigert.3 Bei Störung verfallen die Adulten in Thanatose (Totstellreflex), indem sie ihre Beine an den Körper ziehen und regungslos verharren.1 Zu den natürlichen Feinden gehören parasitoide Wespen wie Anisopteromalus calandrae, die ihre Eier auf die verborgenen Larven legen und die Population signifikant dezimieren können.3 Auch entomopathogene Pilze wie Beauveria bassiana wirken als Mortalitätsfaktor, indem sie Adulte und Larven infizieren.1
Lebensweise
Im Gegensatz zu einigen verwandten Arten besitzen adulte Sitophilus oryzae funktionstüchtige Hinterflügel und sind fähig zu fliegen, wobei sie häufig von Lichtquellen angezogen werden.21 Bei Störungen zeigen die Käfer ein ausgeprägtes Abwehrverhalten in Form von Thanatose, indem sie sich totstellen und regungslos verharren.2 Die Kommunikation erfolgt unter anderem über chemische Signale; Männchen produzieren ein Aggregationspheromon, das beide Geschlechter anlockt und die Paarungsfindung in dichten Populationen erleichtert.1 Das Balzverhalten beinhaltet physischen Kontakt, bei dem das Männchen seinen Rüssel („Rostrum“) seitlich über den Thorax des Weibchens reibt („head-wagging“), um dessen Passivität für die Paarung zu induzieren.3 Die Kopulation ist mit durchschnittlich 120 Minuten vergleichsweise lang, wobei Weibchen größere Männchen bevorzugen und sich promiskuitiv verhalten.31 Zur Eiablage selektieren die Weibchen gezielt unbeschädigte Körner, um intraspezifische Konkurrenz für die Larven zu minimieren. Nach der Eiablage verschließt das Weibchen das Bohrloch mit einem gelatinösen Sekret, um das Ei vor Austrocknung und Feinden zu schützen.1 Die Larven fressen verborgen im Korninneren, wobei ihre Aktivität durch spezifische akustische Signale, wie das Schaben der Mandibeln, detektierbar ist.2
Lebensweise
Sitophilus oryzae besetzt eine ökologische Nische als primärer Vorratsschädling, der weltweit in warmen, humiden Klimazonen verbreitet ist und sich auf die interne Entwicklung in ganzen Getreidekörnern spezialisiert hat.1 Die Art präferiert ein Mikroklima mit Temperaturen zwischen 27 und 30 °C sowie einer relativen Luftfeuchtigkeit von etwa 70 %, wobei die Entwicklung unterhalb von 15 °C stagniert und bei über 35 °C die Mortalität stark ansteigt.13 Als Wirtssubstrate dienen vorwiegend unbeschädigte Körner von Weizen, Reis, Mais, Gerste und Sorghum, wobei die Larven das Endosperm aushöhlen und die Körner für Sekundärschädlinge oder Pilzinfektionen anfällig machen.2 Eine bedeutende physiologische Anpassung ist die Symbiose mit dem intrazellulären Bakterium Sodalis pierantonius, das den Käfer mit essenziellen Nährstoffen versorgt und so dessen Überleben in nährstoffarmen Getreidespeichern sichert.3 In Konkurrenzsituationen verdrängt Sitophilus oryzae in wärmeren Regionen oft den verwandten Kornkäfer (Sitophilus granarius), während er in kühleren, gemäßigten Breiten von diesem ersetzt wird.1 Zu den natürlichen Feinden zählt die parasitoide Wespe Anisopteromalus calandrae (Pteromalidae), die Larvenstadien innerhalb der Körner parasitiert und Populationen um bis zu 90 % dezimieren kann.36 Zudem regulieren entomopathogene Pilze wie Beauveria bassiana sowie räuberische Spinnen in Lagerstätten die Bestandsdichte des Käfers.21 Im anthropogenen Ökosystem des Getreidelagers fungiert der Reiskäfer als Erstbesiedler, der durch Fraßaktivität und Exkremente die Qualität der Nahrungsgrundlage massiv verändert und Wärme- sowie Feuchtigkeitsnester erzeugt.7
Verbreitung
Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet von Sitophilus oryzae liegt vermutlich im tropischen Asien, wobei Indien auf Basis genetischer und historischer Daten als primäre Ursprungsregion gilt.1 Über den weltweiten Getreidehandel im 18. und 19. Jahrhundert gelangte der Käfer in alle Weltteile und gilt heute als kosmopolitischer Vorratsschädling. Die Art ist aktuell auf allen Kontinenten mit Ausnahme der Antarktis und extremen Polarregionen vertreten.1 Sitophilus oryzae bevorzugt warme, feuchte Klimazonen mit Temperaturen zwischen 25 und 35 °C sowie einer relativen Luftfeuchtigkeit von über 60 %.3 In gemäßigten Breiten wie Mitteleuropa kommt die Art vorwiegend in beheizten Lagern vor oder überdauert kältere Phasen in einem Ruhezustand (Diapause) innerhalb geschützter Getreidevorräte.31 In kühleren Regionen, etwa im nördlichen Nordamerika, wird er häufig durch den kältetoleranteren Kornkäfer (Sitophilus granarius) ersetzt. Der primäre Lebensraum ist nicht die freie Natur, sondern anthropogene Lagerstätten wie Silos, Mühlen, Speicher und häusliche Vorratskammern. Obwohl die adulten Käfer flugfähig sind und Felder anfliegen können, finden sich signifikante Populationen fast ausschließlich in Gebäuden und geschlossenen Systemen. Innerhalb dieser Strukturen suchen die Käfer dunkle, ungestörte Bereiche auf, in denen die Feuchtigkeit des Lagerguts mindestens 9,5 % beträgt.2 Die Larven entwickeln sich im Inneren ganzer Getreidekörner, wobei Weizen, Reis, Mais, Gerste, Roggen und Sorghum zu den wichtigsten Wirtspflanzen zählen.21 Neben Rohgetreide besiedelt die Spezies auch verarbeitete Produkte wie Teigwaren, Vogelfutter oder getrocknete Maisdekorationen.2 Im Gegensatz zum flugunfähigen Kornkäfer besitzt Sitophilus oryzae funktionstüchtige Hinterflügel, die eine aktive Ausbreitung zu neuen Nahrungsquellen ermöglichen.1
Verbreitung
Sichtungen
Jahresverlauf
Die Aktivität und Entwicklungsgeschwindigkeit von Sitophilus oryzae ist stark temperaturabhängig, wobei das Optimum zwischen 27 und 30 °C liegt.21 Unter diesen warmen Bedingungen und einer relativen Luftfeuchtigkeit von etwa 70 % dauert der gesamte Lebenszyklus lediglich 26 bis 32 Tage.13 Diese rasche Entwicklung ermöglicht in beheizten Lagern oder tropischen Regionen eine kontinuierliche Generationenfolge über das ganze Jahr hinweg, ohne dass eine obligatorische Diapause eingehalten wird.23 Bei Temperaturen unter 15 °C kommt die Entwicklung hingegen weitgehend zum Erliegen, da die physiologischen Prozesse verlangsamt werden.1 Die Käfer fallen in kühleren Perioden in einen Zustand der Dormanz, ohne jedoch eine echte Diapause zu durchlaufen, wie sie bei anderen Insekten vorkommt.31 In gemäßigten Klimazonen erfolgt die Überwinterung daher primär in geschützten Getreidelagern, da die Art weniger kältetolerant ist als der verwandte Kornkäfer (Sitophilus granarius).2 Während die adulten Käfer auf der Substratoberfläche aktiv sind, entwickeln sich die Larven und Puppen vollständig verborgen im Inneren der Getreidekörner.3 Die Paarung der Adulten beginnt oft bereits wenige Tage nach dem Schlüpfen, wobei Männchen Aggregationspheromone abgeben, um beide Geschlechter anzulocken. Im Gegensatz zu flugunfähigen Verwandten besitzen adulte Sitophilus oryzae funktionstüchtige Flügel und sind fähig zum Flug, wobei sie oft von Lichtquellen angezogen werden.1 Diese Abhängigkeit von Wärme spiegelt sich auch im öffentlichen Suchinteresse wider, das in den Sommermonaten Juli und August seinen Höhepunkt erreicht.4
Jahresverlauf
Basierend auf dem Silberkraft TrendIndex – unserem eigenen Modell aus Suchdaten und Naturbeobachtungen
Praxiswissen
Der Reiskäfer (Sitophilus oryzae) gilt als einer der bedeutendsten Vorratsschädlinge weltweit, der jährliche Verluste von 5–10 % der gelagerten Getreideproduktion verursacht. In Entwicklungsländern können diese Nachernteverluste aufgrund begrenzter Lagerinfrastruktur auf bis zu 30 % ansteigen, was die Ernährungssicherheit bedroht.7 Das Schadbild entsteht primär durch den Fraß der Adulten am Endosperm sowie die verborgene Entwicklung der Larven im Korninneren, was zu Gewichtsverlusten von bis zu 20 % führen kann. Typische Befallsanzeichen sind 1–2 mm große Ausbohrlöcher und die Ansammlung von puderartigem Kot (Frass), der sekundäre Infektionen durch Schimmelpilze begünstigt und das Getreide ungenießbar macht. Zur Früherkennung werden Pheromonfallen mit dem Lockstoff Sitophilure oder akustische Sensoren eingesetzt, die die Fraßgeräusche der Larven im Korn registrieren.3 Ein wirtschaftlicher Schwellenwert von etwa fünf Käfern pro Kilogramm Getreide dient oft als Indikator für notwendige Interventionen. Präventiv ist die Absenkung der Kornfeuchte auf unter 12 % entscheidend, da die Insekten für eine optimale Reproduktion höhere Feuchtigkeitswerte benötigen.1 Physikalische Bekämpfungsmethoden umfassen Hitzebehandlungen bei 50–60 °C oder die Kühlung unter 15 °C, wodurch die Entwicklung der Population gestoppt wird.3 Neuartige Ansätze nutzen zudem feuchtigkeitsabsorbierende Materialien wie Quarzporphyr, um das Mikroklima für die Käfer physikalisch ungünstig zu gestalten.2 Die chemische Bekämpfung erfolgt primär durch Begasung mit Phosphin, wobei weltweit zunehmende Resistenzen die Entwicklung mobiler Testgeräte zur schnellen Resistenzbestimmung erforderlich machten.32 Im Rahmen des integrierten Pflanzenschutzes (IPM) werden chemische Mittel durch den Einsatz natürlicher Feinde wie der Schlupfwespe Anisopteromalus calandrae oder des Pilzes Beauveria bassiana ergänzt, um Rückstände zu minimieren.3
Praxiswissen
Der Reiskäfer (Sitophilus oryzae) ist ein kosmopolitischer Schädling, der weltweit erhebliche wirtschaftliche Schäden an gelagertem Getreide wie Weizen, Reis, Mais und Gerste verursacht. Sowohl Larven als auch Adulte fressen am Endosperm, was innerhalb weniger Monate zu einem Gewichtsverlust der Körner von bis zu 20 % führen kann.71 Neben dem direkten Masseverlust mindert die Kontamination durch Insektenkot (Frass) die Qualität erheblich, macht die Ware ungenießbar und begünstigt sekundären Pilzbefall.1 Global werden die jährlichen Verluste in der Getreidelagerung auf 5–10 % geschätzt, wobei die Auswirkungen in Entwicklungsländern mit begrenzter Infrastruktur oft gravierender sind. So erreichen Nachernteverluste in diesen Regionen bis zu 20–30 %, was allein in Subsahara-Afrika einem Wert von etwa 4 Milliarden US-Dollar pro Jahr entspricht. In den Vereinigten Staaten belaufen sich die jährlichen Schäden durch Getreideschädlinge trotz besserer Lagersysteme auf rund 200 Millionen US-Dollar.7 Die wirtschaftliche Belastung wird durch die Kosten für Bekämpfungsmaßnahmen verstärkt, wobei zunehmende Resistenzen gegen Begasungsmittel wie Phosphin das Management erschweren und teure Überwachungstechnologien erfordern.12 Um finanzielle Einbußen zu begrenzen, gelten wirtschaftliche Schadensschwellen, die beispielsweise bei einer Dichte von etwa 5 Käfern pro Kilogramm Getreide eine Intervention indizieren.1 Die hohe ökonomische Relevanz treibt zudem die Entwicklung spezialisierter Innovationen voran, darunter patentierte Biofumigantien und tragbare Geräte zur Resistenzbestimmung.2
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Wissenschaft
Institute OF Bioresources And Sustainable Development · 2021
Es wird ein umweltfreundliches, biologisch abbaubares Biofumigans beschrieben. Die Zusammensetzung besitzt eine starke insektizide Aktivität gegen gelagerte Produktschädlinge, insbesondere Sitophilus oryzae. Da das Mittel keine negativen Auswirkungen auf die Samenkeimung oder das Pflanzenwachstum hat, eignet es sich hervorragend für den Getreideschutz.
Republic Korea Animal & Plant Quarantine Agency · 2017
Die Erfindung ist ein tragbares Gerät, um vor Ort die Resistenz von Vorratsschädlingen wie Sitophilus oryzae gegen Phosphin zu testen. Durch die genaue Bestimmung des Resistenzgrades können Bekämpfungsmaßnahmen präziser dosiert werden. Das Gerät nutzt Luftzirkulation, um das Gas gleichmäßig an die Testinsekten zu bringen, was für ein effektives Schädlingsmanagement entscheidend ist.
Lee Sang Man · 2014
Die Erfindung betrifft atmungsaktive Vliesbeutel, die mit porösem Quarzporphyr-Gestein gefüllt sind. Diese werden bei der Lagerung von Reis eingesetzt, um Feuchtigkeit zu absorbieren und ein trockenes Milieu zu schaffen. Durch den Entzug von Feuchtigkeit wird die Vermehrung von Schädlingen wie Sitophilus oryzae physikalisch verhindert, unterstützt durch antimikrobielle Eigenschaften des Gesteins.
National University of Chonbuk Ind Coop Found · 2012
Das Patent beschreibt eine kompakte Falle mit LED-Lichtquellen, um vorratsschädliche Insekten anzulocken. Durch eine spezielle Konstruktion (90-Grad-Winkel) wird verhindert, dass Licht in dunkle Bereiche dringt, was die Fangeffizienz erhöht. Die Erfindung beinhaltet Methoden, um spezifische Verhaltensreaktionen von Sitophilus oryzae auf verschiedene Lichtfrequenzen und Intensitäten zu testen. Dies ermöglicht die Optimierung von Bedingungen, um den Reiskäfer gezielt anzulocken oder abzuschrecken.
Jung MI Hwa, Hong Jin Young, JO Chang Wook, Kim Young-Hee, Choi Jung Eun · 2010
Diese Zusammensetzung nutzt Extrakte des Amur-Korkbaums (Phellodendron amurense) als Wirkstoff. Sie dient als Repellent oder Insektizid zum Schutz von Kulturgütern und Holzmöbeln. Besonders hervorgehoben wird die Wirksamkeit gegen Sitophilus oryzae, der oft Toleranzen gegen herkömmliche Insektizide aufweist.
Nachweise