Nematoden besitzen einen unsegmentierten, bilateral symmetrischen und zylindrischen Körper, der sich zu beiden Enden hin verjüngt. Die Körperlänge variiert stark von etwa 0,2 mm bei winzigen freilebenden Arten bis zu über 9 Metern bei bestimmten Parasiten, wobei der Durchmesser meist unter 1 mm bleibt.1 Der Körper ist von einer widerstandsfähigen, flexiblen und azellulären Kutikula umhüllt, die primär aus kollagenartigen Proteinen besteht und als hydrostatisches Skelett dient.14 Obwohl eine echte Segmentierung fehlt, kann die äußere Oberfläche ringförmige Verdickungen oder Leisten aufweisen. Am Kopfende befinden sich paarige chemosensorische Organe, die Amphiden, deren Form von einfachen Poren bei freilebenden Taxa bis zu Spiralen oder Taschen bei Parasiten reicht.1 Die Mundhöhle (Stoma) ist ein wichtiges Bestimmungsmerkmal und kann unbewehrt sein, sklerotisierte Zähne aufweisen oder bei pflanzenparasitären Ordnungen wie Tylenchida mit einem hohlen Stilett zum Anstechen von Gewebe ausgestattet sein.61 Im Gegensatz zu Gliederfüßern fehlen Nematoden jegliche Gliedmaßen, Zilien sowie spezialisierte Atmungs- oder Kreislaufsysteme.4 Ein Sexualdimorphismus ist bei getrenntgeschlechtlichen Arten ausgeprägt, wobei Männchen typischerweise kleiner als Weibchen sind und am Hinterende begattungsspezifische Spicula besitzen.1 Bei hermaphroditischen Modellorganismen wie Caenorhabditis elegans ist der Körper transparent, was die Beobachtung der inneren Organe ermöglicht.4 Die Entwicklung verläuft über vier Juvenilstadien (J1 bis J4), die jeweils durch eine Häutung (Ecdysis) der Kutikula voneinander getrennt sind. Infektiöse Larvenstadien zeigen oft spezifische Anpassungen, wie etwa die scheidenbedeckten L3-Larven bei Hakenwürmern oder die mobilen J2-Stadien bei Wurzelgallennematoden. Weibchen können enorme Mengen an Eiern produzieren, wobei bei Zystennematoden (Heterodera spp.) die weibliche Kutikula zu einer dauerhaften Zyste aushärtet, die die Eier im Boden schützt. Morphologisch grenzen sich Nematoda durch den runden Querschnitt und das Fehlen einer Segmentierung von Ringelwürmern (Anneliden) und durch die pseudocoelomate Leibeshöhle von Plattwürmern (Platyhelminthes) ab.1 Von den äußerlich ähnlichen Saitenwürmern (Nematomorpha) unterscheiden sie sich unter anderem durch den Besitz eines vollständigen Verdauungstraktes, der der Nährstoffverarbeitung dient.41