- Wissenschaftlicher Name: Megascolia maculata (Drury, 1773) 3
- Familie/Ordnung: Scoliidae, Hymenoptera 3
- Körperlänge Weibchen: etwa 33–45 mm 12
- Körperlänge Männchen: etwa 25–30 mm 1
- Hauptwirt: Larven des Nashornkäfers 12
- Entwicklung: eine Generation pro Jahr, Überwinterung im Kokon 1
- Flugzeit in Mitteleuropa: Juni bis etwa Mitte Juli 2
- Aktivität: tagaktiv, Nektarnahrung der Adulten 1
- Unterarten: maculata, flavifrons, bischoffi 12
Große Dolchwespe Megascolia maculata
KI-generierte Illustration (keine Fotografie)
Klassifikation
Taxonomie
- Reich
- Tiere (Animalia)
- Stamm
- Gliederfüßer (Arthropoda)
- Klasse
- Insekten (Insecta)
- Ordnung
- Hautflügler (Hymenoptera)
- Familie
- Scoliidae
- Gattung
- Megascolia
Überblick
Einleitung
Die Große Dolchwespe (Megascolia maculata) ist eine große Wespe aus der Gruppe der Dolchwespen. Sie zählt zur Familie der Dolchwespen (Scoliidae) innerhalb der Hautflügler und lebt als Parasitoid: Ihre Larven entwickeln sich an Käferlarven, die das Weibchen zuvor mit einem Stich lähmt. 12 Der Körper ist glänzend schwarz, bei den Weibchen mit gelbem Kopf und gelben Zeichnungen auf dem Hinterleib; die Tiere fallen durch ihre Größe auf. 12
Die Art kommt vor allem in warmen, trockenen Lebensräumen des Mittelmeerraums vor und ist auf das Vorkommen ihrer Wirte angewiesen. Aus Mitteleuropa wird eine Flugzeit im Hochsommer genannt. 12
Auf einen Blick
Fakten (kompakt)
Große Dolchwespe Bilder und Fotos von echten Sichtungen
Erkennen
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Weibchen erreichen nach deutschsprachigen Angaben 33–40 mm, nach englischsprachigen bis etwa 45 mm Körperlänge; Männchen sind mit etwa 25–30 mm kleiner. 12 Der Körper ist kräftig, glänzend schwarz und mit feinen Haaren bedeckt. 2
Wichtige Merkmale sind:
- Weibchen mit gelbem Kopf, Männchen mit schwarzem Kopf. 2
- Hinterleib mit gelben Zeichnungen: zwei Flecken je Segment, die bei manchen Tieren zu zwei Binden verschmelzen; beim Männchen sind sie häufiger zu Binden verschmolzen. 12
- Weibchen mit längeren, spitzeren Oberkiefern; Fühler der Weibchen zwölfgliedrig, der Männchen dreizehngliedrig. 1
- Männchen mit drei Dornen am neunten Sternit, die beim Weibchen fehlen. 1
- Behaarung des Hinterleibs je nach Unterart schwarz (flavifrons) oder bei Weibchen der Nominatform rostrot. 2
Die Kombination aus Größe, gelbem Kopf und gelben Hinterleibszeichnungen ist für die Art kennzeichnend.
Systematik
Namen & Einordnung (kurz)
Der wissenschaftliche Name lautet Megascolia maculata (Drury, 1773); das GBIF führt ihn als akzeptiert in der Familie Scoliidae (Ordnung Hymenoptera). 3 Die englischsprachige Wikipedia verwendet für dieselbe Art den Namen Regiscolia maculata, die deutschsprachige Wikipedia ordnet sie der Untergattung Regiscolia innerhalb von Megascolia zu. 12 Beschrieben wurde die Art ursprünglich als Sphex maculata; früher eigenständig geführte Namen wie Scolia flavifrons werden heute als Unterarten behandelt. 1
Unterschieden werden drei Unterarten: M. m. maculata im östlichen Mittelmeergebiet bis Iran, M. m. flavifrons im westlichen Mittelmeergebiet und M. m. bischoffi, die nur auf Zypern vorkommt. 12 In der deutschsprachigen Wikipedia trägt die Art den Namen „Gelbköpfige Dolchwespe“; im Englischen heißt sie mammoth wasp. 12 Eine verwandte Art ist die Scolia hirta, ebenfalls aus der Familie der Dolchwespen.
Lebensweise
Biologie & Lebenszyklus
Erwachsene Tiere sind tagaktiv und ernähren sich von Nektar, besonders von blau bis rotblau blühenden Pflanzen wie Lauch (Allium), Disteln und Mannstreu. 1 Die Männchen patrouillieren auf der Suche nach Weibchen und erscheinen tages- wie jahreszeitlich früher als diese; gegen Abend verkriechen sich die Weibchen im Boden. 1
Als Hauptwirt gelten Larven des Nashornkäfers. Als weitere Wirte werden Larven des Hirschkäfers, des Walkers (Polyphylla fullo) und weiterer Blatthornkäfer genannt. 12 Das Weibchen sticht die Larve und lähmt sie; bei Nashornkäferlarven tritt die Lähmung nach drei bis fünf Minuten ein. 1 Danach legt sie ein einzelnes Ei auf die gelähmte Larve. 12
Die Wespenlarve ernährt sich von der Wirtslarve, häutet sich dreimal und verpuppt sich in einem selbst gefertigten Kokon, in dem sie überwintert. 1 Es gibt eine Generation pro Jahr. 1 Das Gift enthält unter anderem [Thr6]-Bradykinin und Megascoliakinin; solche Peptide beeinflussen bei Insekten die Reizübertragung an Nervenzellen. 1
Verbreitung
Vorkommen & Lebensraum
Das Hauptverbreitungsgebiet liegt in Südeuropa, Nordafrika und im Nahen Osten. Genannt werden unter anderem Norditalien, Südfrankreich, Marokko, Algerien, Andorra, die Balearen, Korsika, Zypern und der Iran. 12 Nach englischsprachigen Angaben reicht das Vorkommen nach Norden bis Belgien, wo die Art 2018 erstmals nachgewiesen wurde; in Südengland wurde sie gefunden, kann sich dort aber nicht etablieren, weil ihre Beute fehlt. 2
Nach der englischsprachigen Quelle werden Lebensräume des Mittelmeertyps wie Eichenwälder, Macchie und Garigue besiedelt, aber nur dort, wo der Wirtskäfer vorkommt. 2 In Russland wird sie nach einer unbelegten Angabe häufiger in der Nähe von Siedlungen gefunden, wo Mist-, Kompost- und Sägewerkshaufen den Wirten Lebensraum bieten. 2
Im Profil sind iNaturalist-Beobachtungen aus Deutschland zuletzt aus dem Jahr 2023 hinterlegt, aus Österreich aus dem Sommer 2025. In der OpenInsect-Community wurden bisher 9 Scans der Art erfasst, der letzte am 03.10.2026 in Măcin (Rumänien).
Verbreitung
Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland
Sichtungen
Community-Analyse
Jahresverlauf
Saisonalität & Aktivität
In Mitteleuropa fliegt die Art nach englischsprachigen Angaben von Juni bis etwa Mitte Juli, die deutschsprachige Quelle nennt den frühen Hochsommer. 12 Die Tiere sind tagaktiv und verbergen sich gegen Abend im Boden. 1
Die im Profil hinterlegten iNaturalist-Funde aus Deutschland (Juni und Juli 2023) und aus Österreich (Juni bis August 2025) liegen im selben Zeitfenster. Die geringe Zahl der OpenInsect-Scans (9) erlaubt keine eigene statistische Aussage zur Saisonalität.
Jahresverlauf
Saisonalität und Nachfragetrend
Basierend auf dem Silberkraft TrendIndex – unserem eigenen Modell aus Suchdaten und Naturbeobachtungen
Saisonale Aktivität
Entwicklung über die Jahre
Praxiswissen
Bedeutung, Schäden & Prävention
Als Parasitoid von Blatthornkäferlarven ist die Große Dolchwespe fest in die Nahrungsbeziehungen ihrer Lebensräume eingebunden. Zu den möglichen Wirten zählt auch der Hirschkäfer; eine Bewertung dieser Beziehung liefern die ausgewerteten Quellen nicht. Schäden an Gebäuden, Vorräten oder Pflanzen sind nicht beschrieben.
Zur Wirkung eines Stichs beim Menschen machen die ausgewerteten Quellen keine Angaben. Der Stachel dient dem Lähmen der Wirtslarven. Wie bei allen Hautflüglern sollte ein Stich ernst genommen werden: Bei allergischen Reaktionen oder starken Beschwerden ist ärztlicher Rat einzuholen.
Maßnahmen zur Abwehr sind nicht erforderlich. Die Art ist an das Vorkommen ihrer Wirtslarven gebunden; nach einer unbelegten Angabe der englischsprachigen Quelle werden Mist-, Kompost- und Sägewerkshaufen als Lebensraum der Wirte genutzt. 2 Ein Rote-Liste-Status oder Schutzstatus der Art ist in den ausgewerteten Quellen nicht angegeben.
Nachweise
Quellen & Referenzen
- Wikipedia: Gelbköpfige Dolchwespe. de.wikipedia.org/wiki/Megascolia_maculata (abgerufen 30.10.2026)
- Wikipedia: Regiscolia maculata (Mammoth wasp). en.wikipedia.org/wiki/Megascolia_maculata (abgerufen 30.10.2026)
- GBIF Backbone Taxonomy: Megascolia maculata (Drury, 1773). gbif.org/species/4505917