- Wissenschaftlicher Name: Hypochaeris radicata L. (1753); GBIF: akzeptiert13
- Familie: Korbblütler (Asteraceae), Ordnung Asterales3
- Wuchsform: ausdauernd, Blattrosette mit Pfahlwurzel; Höhe etwa 20 bis 70 cm1
- Blüten: gelbe Zungenblüten in Körbchen von 25 bis 40 mm Breite1
- Blütezeit: Juni bis Oktober1
- Stängel: verzweigt, massiv, unten steifhaarig12
- Heimat: Europa bis Kaukasus, Nordafrika; Neophyt in vielen Regionen12
- Verwechslung: Löwenzahn (Stängel unverzweigt und hohl)2
- OpenInsect-Community: 39 Scans, letzter am 19.10.2026 in Neuenbürg
Gewöhnliches Ferkelkraut Hypochaeris radicata
KI-generierte Illustration (keine Fotografie)
Klassifikation
Taxonomie
- Reich
- Pflanzen (Plantae)
- Stamm
- Tracheophyta
- Klasse
- Magnoliopsida
- Ordnung
- Asterales
- Familie
- Asteraceae
- Gattung
- Hypochaeris
Überblick
Einleitung
Das Gewöhnliche Ferkelkraut (Hypochaeris radicata) ist eine ausdauernde krautige Pflanze aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae).13 Sie bildet eine flach am Boden anliegende Blattrosette mit einer kräftigen Pfahlwurzel und trägt von Frühsommer bis Herbst goldgelbe Blütenkörbchen auf verzweigten, blattlosen Stängeln.12 Ursprünglich in Europa, Nordafrika und Westasien heimisch, ist die Art heute auf vielen Kontinenten als Neophyt etabliert.12
Wegen der löwenzahnähnlichen Blüten wird das Ferkelkraut häufig mit dem Löwenzahn verwechselt. Weitere gelb blühende Korbblütler im Lexikon sind etwa der Wiesen-Pippau und der Wiesen-Bocksbart.
Auf einen Blick
Fakten (kompakt)
Gewöhnliches Ferkelkraut Bilder und Fotos von echten Sichtungen
Erkennen
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Das Gewöhnliche Ferkelkraut erreicht Wuchshöhen von etwa 20 bis 70 cm, selten bis 100 cm.1 Die Laubblätter stehen grundständig in einer Rosette und sind ungestielt, keilig-länglich, buchtig gezähnt und zerstreut borstig behaart. Oberseits sind sie grasgrün, unterseits bläulich bereift und liegen meist dem Boden an.12 Der blaugrüne, meist verzweigte Stängel ist unten steif behaart und oben kahl; er trägt nur wenige schuppenförmige Hochblätter.1 Alle Pflanzenteile enthalten beim Verletzen milchigen Saft.2
Die Blütenkörbchen sind etwa 25 bis 40 mm breit und bestehen ausschließlich aus Zungenblüten, die gelb gefärbt sind und länger als die Hülle sind. Die Unterseite der Zungen ist grünlich bis graublau.1 Die Früchte (Achänen) sind geschnäbelt und tragen einen zweireihigen Pappus, von dem nur die innere Reihe gefiedert ist; der Wind verbreitet sie.12
Verwechslungen sind häufig. Gegenüber dem Löwenzahn (Taraxacum) sind beim Ferkelkraut die Blütenstängel verzweigt und massiv, beim Löwenzahn dagegen unverzweigt und hohl; die Blätter des Ferkelkrauts sind eher gelappt und behaart, die des Löwenzahns gezähnt.2 Auch vom Herbst-Löwenzahn (Scorzoneroides autumnalis) und vom Kahlen Ferkelkraut (Hypochaeris glabra) lässt sich die Art durch die dichtere, kurze steife Behaarung der Blätter unterscheiden.2
Systematik
Namen & Einordnung (kurz)
Der wissenschaftliche Name lautet Hypochaeris radicata L.; die Art wurde 1753 von Carl von Linné in „Species Plantarum“ erstmals veröffentlicht.123 Neben der Schreibung Hypochaeris wird auch Hypochoeris verwendet.12 GBIF führt den Namen als akzeptiert.3 Der Gattungsname leitet sich von altgriechisch hypo („unter“) und choiros („Ferkel“) ab, das Artepitheton radicata von lateinisch radix („Wurzel“), gemeint ist die auffällige Wurzel.12
Im Deutschen heißt die Art Gewöhnliches Ferkelkraut, im Englischen „catsear“, „flatweed“ oder „false dandelion“, im Französischen „porcelle enracinée“.2 Als Synonyme werden unter anderem Porcellites radicata und Hypochaeris neapolitana genannt; je nach Autor werden wenige bis mehrere Unterarten unterschieden.12
Lebensweise
Biologie & Lebenszyklus
Das Gewöhnliche Ferkelkraut ist ein Rosetten-Hemikryptophyt mit tiefer Pfahlwurzel, die den Winter überdauert.1 Im ersten Jahr bleibt die Pflanze nach englischsprachigen Angaben eine Rosette und blüht ab dem zweiten Jahr; die Angaben zur Lebensdauer reichen von kurzlebig bis zu rund 10 Jahren.12 Abgemähte Blütenstände werden rasch durch neue ersetzt; nach Mahd oder Beweidung kann die Zahl der Blütenstängel zunehmen.12
Die goldgelben Blütenkörbchen öffnen sich nur an sonnigen Tagen, meist am Vormittag, und tragen bis über 100 Zungenblüten.1 Bestäuber sind verschiedene Insekten, besonders Bienen, außerdem Schwebfliegen und weitere Fliegen sowie Schmetterlinge.1 Eine Pflanze produziert nach englischsprachigen Angaben typischerweise etwa 2.300, in Einzelfällen bis zu 6.000 Samen pro Jahr; der Wind trägt sie mit dem gefiederten Pappus fort.2 Zusätzlich ist vegetative Vermehrung über Wurzelstock und Knospen möglich.2
Als Pflanzenfresser und Gäste sind unter anderem Gallbildner und die Raupen einiger Schmetterlingsarten bekannt; an Pilzen wurden unter anderem Rostpilze beobachtet.12
Verbreitung
Vorkommen & Lebensraum
Die Art ist auf großen Teilen der Nordhalbkugel verbreitet. Heimisch ist sie von Europa bis zum Kaukasus und in Nordafrika. Als Neophyt tritt sie unter anderem im südlichen Afrika, in Süd- und Südostasien, Japan, Nord- und Südamerika, Australien, Neuseeland und auf Hawaii auf.12 In Deutschland ist sie weit verbreitet und kommt bis in montane Lagen vor; Höhenangaben reichen im Allgäu bis 1535 m und im Schweizer Kanton Wallis bis 1850 m.1
Das Ferkelkraut wächst auf trockenen Wiesen, Halbtrockenrasen und an Waldrändern. Es bevorzugt frische bis mäßig trockene, mäßig nährstoffreiche, eher kalkarme, neutrale bis saure und vorzugsweise sandige Lehm- und Tonböden in wintermild-humiden Lagen.1 Englischsprachige Quellen nennen auch Rasen, gestörte Böden und Weiden als Standorte.2
In der OpenInsect-Community wurden bisher 39 Scans der Art erfasst, der letzte am 19.10.2026 in Neuenbürg (Baden-Württemberg).
Verbreitung
Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland
Sichtungen
Community-Analyse
Jahresverlauf
Saisonalität & Aktivität
Die Blütezeit reicht von Juni bis Oktober.1 Englischsprachige Quellen sprechen von Blüte von Frühjahr bis Herbst.2 Die Körbchen öffnen sich an sonnigen Tagen vormittags und schließen sich bis zum Abend; bei Regen bleiben sie geschlossen. Je nach Wetter sind sie nach englischsprachigen Angaben etwa 3 bis 7 Stunden am Tag geöffnet.2 Die Rosette ist als Pfahlwurzelpflanze ganzjährig vorhanden und überdauert den Winter.1
Jahresverlauf
Saisonalität und Nachfragetrend
Basierend auf dem Silberkraft TrendIndex – unserem eigenen Modell aus Suchdaten und Naturbeobachtungen
Saisonale Aktivität
Entwicklung über die Jahre
Praxiswissen
Bedeutung, Schäden & Prävention
Das Gewöhnliche Ferkelkraut ist eine heimische Wildpflanze der Wiesen und Rasen und wird als Blütenbesuchsziel für Bienen und andere Insekten genannt.1 In intensiv genutzten Flächen wird es teils als Wildkraut wahrgenommen: In Rasen, Ackerflächen und Beerenkulturen kann es sich durch Samen und Wurzelteile stark ausbreiten.2
Außerhalb des ursprünglichen Areals gilt die Art in manchen Regionen als invasiv. Englischsprachige Quellen nennen sie in sechs Ländern als invasiv (unter anderem Argentinien, Brasilien, Japan, Südkorea, Mexiko und Réunion) und führen sie in Südkorea und im US-Bundesstaat Washington als „noxious weed“.2 Auf der koreanischen Insel Jeju wurde sie nach diesen Angaben in den 1980er-Jahren eingeschleppt und war nach drei Jahrzehnten dominant.2 Gleichzeitig gilt sie nach denselben Quellen als wertvolles Futter für Weidetiere; bei Pferden und Eseln wird allerdings ein übermäßiger Verzehr mit Hahnentritt (Stringhalt) in Verbindung gebracht, die genaue Ursache ist unklar.2
In der Fachliteratur wird auch die Verwendung junger Blätter als Wildgemüse erwähnt.12 Dieses Profil gibt keine Verzehrempfehlung: Wildpflanzen dürfen nur bei sicherer Bestimmung gesammelt werden, Verwechslungen mit anderen Korbblütlern sind möglich, und bei Beschwerden nach dem Verzehr ist ärztlicher Rat einzuholen.
Nachweise
Quellen & Referenzen
- Wikipedia: Gewöhnliches Ferkelkraut. de.wikipedia.org/wiki/Gew%C3%B6hnliches_Ferkelkraut (abgerufen 30.10.2026)
- Wikipedia: Hypochaeris radicata. en.wikipedia.org/wiki/Hypochaeris_radicata (abgerufen 30.10.2026)
- GBIF Backbone Taxonomy: Hypochaeris radicata L. gbif.org/species/3093702