Lexikon-Eintrag

Gewöhnliche Nachtviole Hesperis matronalis

Gewöhnliche Nachtviole (Hesperis matronalis), KI-Illustration

KI-generierte Illustration (keine Fotografie)

Klassifikation

Taxonomie

Reich
Pflanzen (Plantae)
Stamm
Tracheophyta
Klasse
Magnoliopsida
Ordnung
Brassicales
Familie
Brassicaceae
Gattung
Hesperis

Überblick

Einleitung

Die Gewöhnliche Nachtviole (Hesperis matronalis) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Nachtviolen innerhalb der Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae). Die zweijährige oder ausdauernde krautige Pflanze erreicht Wuchshöhen von 40 bis 100 cm und ist in Europa sowie in Zentral- und Südwestasien beheimatet. Als klassische Gartenstaude wird sie wegen ihres intensiven Abend- und Nachtdufts geschätzt und ist infolgedessen in Mitteleuropa und Nordamerika weitgehend eingebürgert.1

Auf einen Blick

Fakten (kompakt)

  • Die Blüten der Gewöhnlichen Nachtviole besitzen einen Durchmesser von 1,5 bis 2,5 cm und verfügen über länglich violette Kelchblätter mit einer grünlichen Spitze.
  • Die vier Kronblätter erreichen eine Länge von 18 bis 25 mm und sind mit einem schmalen, langen Nagel sowie einer verkehrt-eiförmigen Platte ausgestattet.
  • Die Antheren der Art werden 3 bis 3,5 mm lang, während der Griffel eine Länge von 1 bis 4 mm aufweist und eine Narbe mit zwei aufrechten, aneinanderliegenden Lappen trägt.
  • Die reifenden Schoten der Pflanze erreichen beachtliche Dimensionen von 40 bis 100 mm Länge bei einer Breite von 1,5 bis 2 mm.
  • Die einreihig in den Schoten liegenden Samen weisen eine Länge von etwa 3 mm auf.
  • Zitierte Chromosomenzahlen für die Art umfassen 2n = 14, 24 oder 28.
  • In den Allgäuer Alpen steigt die Art im Rappenalpental bei Einödsbach bis zu einer Meereshöhe von 1220 m auf.
  • Durch enthaltene Senföle weist die Pflanze einen scharfen Geschmack auf.3

Erkennen

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Die Gewöhnliche Nachtviole (Hesperis matronalis) ist eine zweijährige oder ausdauernde krautige Pflanze mit einer Wuchshöhe von 40 bis 100 Zentimetern. Sie besitzt eine spindelförmige, oft mehrköpfige Wurzel sowie einen aufrechten, meist verzweigten Stängel. Der Stängel ist fast kahl oder rauhaarig, wobei eine Behaarung vornehmlich aus gestielten, zweistrahligen Haaren besteht. Die zahlreichen grundständigen Laubblätter sind eiförmig bis lanzettlich, spitz bis lang zugespitzt und weisen eine gezähnte bis fast ganzrandige, rau behaarte oder fast kahle Oberfläche auf. Von der Pflanzenbasis zur Spitze hin werden die Blattstiele kürzer. Die Blüten erscheinen von April bis Juli in mehreren traubigen Blütenständen ohne Tragblätter und erreichen einen Durchmesser von 1,5 bis 2,5 Zentimetern. Die vier Kelchblätter sind länglich und violett mit einer grünlichen Spitze gefärbt. Die vier Kronblätter sind 18 bis 25 Millimeter lang und besitzen einen schmalen, langen Nagel sowie eine verkehrt-eiförmige Platte. Die Antheren weisen eine Länge von 3 bis 3,5 Millimetern auf, während der Griffel 1 bis 4 Millimeter lang ist. Die Narbe trägt zwei aufrechte, aneinanderliegende Lappen. Die Samen reifen in 40 bis 100 Millimeter langen und 1,5 bis 2 Millimeter breiten Schoten heran. Die Klappen dieser Schoten verfügen über ausgeprägte Mittel- und Seitennerven. Die Samen sind einreihig angeordnet und etwa 3 Millimeter lang.1

Porträt

Beschreibung

Die Gewöhnliche Nachtviole (Hesperis matronalis) ist eine zweijährige oder ausdauernde krautige Pflanze aus der Familie der Kreuzblütengewächse, die durch ihren intensiven abendlichen und nächtlichen Duft charakterisiert wird. Im natürlichen Lebensraum fällt die Art durch ihre aufrecht wachsenden, 40 bis 100 cm hohen Stängel auf, die meist verzweigt sind und eine spindelförmige, oft mehrköpfige Wurzel besitzen. Mikroskopisch und im Feld lassen sich die Stängel durch eine Beborstung auszeichnen, bei der vornehmlich gestielte, zweistrahlige Haare vorkommen. Die zahlreichen Laubblätter sind grundständig eiförmig bis lanzettlich, spitz bis lang zugespitzt und weisen eine gezähnte bis fast ganzrandige Struktur auf, wobei die Blattstiele zur Spitze hin kürzer werden. Als besondere anatomische Anpassung verfügt die Art über Nektardrüsen auf der Innenseite der Staubblattbasis, welche den schwer zugänglichen Nektar für bestäubende Insekten bereitstellen. Die Blütezeit erstreckt sich von April bis Juli, in der homogame bis vormännliche Stieltellerblumen mit einem Durchmesser von 1,5 bis 2,5 cm ausgebildet werden. Die Kronblätter erreichen eine Länge von 18 bis 25 mm und besitzen einen schmalen, langen Nagel sowie eine verkehrt-eiförmige Platte, während die Kelchblätter länglich violett mit einer grünlichen Spitze sind. Die Antheren weisen eine Länge von 3 bis 3,5 mm auf, und die Narbe trägt zwei aufrechte, aneinanderliegende Lappen. Nach der Bestäubung reifen die Samen in 40 bis 100 mm langen und 1,5 bis 2 mm breiten Schoten heran, deren Klappen Mittel- und Seitennerven besitzen. Die zylindrischen Samen sind etwa 3 mm lang und reifen einreihig in den Früchten heran. Als wichtige Nahrungspflanze dient Hesperis matronalis den Raupen verschiedener Schmetterlinge wie dem Aurorafalter (Anthocharis cardamines) und dem Kleinen Kohlweißling (Pieris rapae) sowie der Halbmotte Plutella porrectella. Historisch wurde die Art erstmals 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum wissenschaftlich beschrieben. In Bezug auf nah verwandte Taxa bildet Hesperis matronalis zusammen mit Hesperis sylvestris die Sammelart Hesperis matronalis agg..1 Die Art weist eine Chromosomenzahl von 2n = 14, 24 oder 28 auf. Bezüglich der Inhaltsstoffe enthält die Pflanze Cardenolid-Glykoside und Senföl-Glykoside, weshalb sie in allen Teilen giftig ist, wobei der Gefährlichkeitsgrad als gering eingestuft wird.1

Systematik

Name & Einordnung

Die Gewöhnliche Nachtviole (Hesperis matronalis L.) wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum erstveröffentlicht. Das Taxon gehört zur Gattung der Nachtviolen (Hesperis) innerhalb der Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae). Der wissenschaftliche Gattungsname leitet sich vom griechischen Wort für den abendlichen Duft ab, da die Blüten vor allem abends und nachts intensiv duften.1 Die Art wird zusammen mit Hesperis sylvestris zur Sammelart Hesperis matronalis agg. zusammengefasst.1 Neben dem nominotypischen Taxon Hesperis matronalis subsp. matronalis existieren mehrere Unterarten wie Hesperis matronalis subsp. adzharica, Hesperis matronalis subsp. cladotricha, Hesperis matronalis subsp. nivea, Hesperis matronalis subsp. schurii und Hesperis matronalis subsp. voronovii. Im deutschen Sprachraum ist die Art neben der Gewöhnlichen Nachtviole auch unter Trivialnamen wie Gemeine Nachtviole, Rote Nachtviole, Matronenblume oder Kilte bekannt.1

Lebensweise

Biologie & Lebenszyklus

Die Gewöhnliche Nachtviole (Hesperis matronalis) ist eine zweijährige oder kurzlebig mehrjährige Pflanze, deren Lebenszyklus eng mit spezialisierten Insekten verknüpft ist. Die Blüten öffnen sich abends zwischen 19 und 20 Uhr und verströmen einen intensiven, an Veilchen erinnernden Duft, wodurch vor allem Nachtfalter angelockt werden. Neben nachtaktiven Faltern erfolgt die Bestäubung regelmäßig auch durch Schwebfliegen, Bienen und Tagfalter. Die Blüten sind homogame bis vormännliche Stieltellerblumen mit schwer zugänglichem Nektar an der Staubblattbasis. Obwohl sich die Staubbeutel nach innen öffnen und die Narbe bepudern, kommt es regelmäßig zur Fremdbestäubung. Die Blütezeit erstreckt sich von April bis Juli. Nach erfolgreicher Bestäubung reifen die Samen in 40 bis 100 mm langen und 1,5 bis 2 mm breiten Schoten heran. Die Diasporenverbreitung erfolgt aktiv als Tier- und Windstreuer sowie durch Fließgewässer. Als wichtig erweist sich die Art als essenzielle Nahrungspflanze für Raupen verschiedener Schmetterlinge. Zu den nachgewiesenen Konsumenten zählen der Aurorafalter (Anthocharis cardamines) und der Kleine Kohlweißling (Pieris rapae). Auch verschiedene Schleier- und Halbmotten, insbesondere Plutella porrectella, nutzen die Pflanze als Wirt. In allen Pflanzenteilen, insbesondere in den Samen, enthält die Art Cardenolid-Glykoside und Senföl-Glykoside, die durch ihren scharfen Geschmack als fraßhemmende Sekundärstoffe wirken. Bislang fehlen im Schrifttum weitergehende quantitative Daten zu spezifischen Larvalstadien, genauen Entwicklungsdauern bei bestimmten Temperaturen sowie detaillierten Mortalitätsraten durch natürliche Feinde.1

Lebensweise

Verhalten

Die Gewöhnliche Nachtviole zeigt spezifische Verhaltens- und Öffnungsrhythmen ihrer Blüten, die gezielt auf nachtaktive Bestäuber ausgerichtet sind. Die Blüten öffnen sich täglich am Abend zwischen 19 und 20 Uhr. Parallel zu diesem Öffnungsverhalten entfalten sie einen sehr starken, veilchenähnlichen Duft, der vor allem abends und nachts intensiv abgegeben wird. Diese chemischen Signale dienen der Orientierung und Anlockung von Insekten, insbesondere von Nachtfaltern. Neben Nachtfaltern wird die Art regelmäßig auch durch Tagfalter, Bienen und Schwebfliegen besucht, die als Bestäuber fungieren. Im Rahmen der Ausbreitungsbiologie agieren die reifen Schoten als aktive Tier- und Windstreuer, wodurch die Diasporen verbreitet werden. Zudem erfolgt eine hydrochore Ausbreitung der Samen durch Fließgewässer. Als Nahrungspflanze dient Hesperis matronalis im larvalen Stadium verschiedenen Schmetterlingsarten wie dem Aurorafalter (Anthocharis cardamines), dem Kleinen Kohlweißling (Pieris rapae) sowie verschiedenen Schleier- und Halbmotten, insbesondere Plutella porrectella.1

Lebensweise

Ökologie

Die Gewöhnliche Nachtviole (Hesperis matronalis) besetzt als zweijährige oder kurzlebig mehrjährige Schaftpflanze eine spezifische ökologische Nische in nährstoffreichen Habitaten. Sie gedeiht bevorzugt auf feuchten, stark wechselnd feuchten, lockeren sowie steinig-sandigen und humosen Lehmböden. In ihrer natürlichen Umgebung besiedelt die Art vor allem Fluss- und Bachtäler in Auwäldern und -gebüschen sowie Gesellschaften des Verbands Alno-Ulmion, seltener auch Aegopodion- oder Filipendulion-Gesellschaften sowie Ruderalfluren. Mikroklimatisch zeigt die Art eine Präferenz für halbschattige Standorte in kollinen Lagen. Als subkontinentale Zeigerpflanze erträgt sie Schatten gut, zeigt jedoch eine Toleranz gegenüber niedrigerer relativer Luftfeuchtigkeit und größeren Temperaturschwankungen. Die Blüten öffnen sich abends zwischen 19 und 20 Uhr und verströmen einen intensiven Duft, weshalb sie vor allem von Nachtfaltern bestäubt werden. Neben Schmetterlingen tragen auch Schwebfliegen und Bienen zur regelmäßigen Fremdbestäubung bei. Als wichtige Nahrungspflanze dient Hesperis matronalis den Raupen verschiedener Schmetterlingsarten, darunter der Aurorafalter (Anthocharis cardamines), der Kleine Kohlweißling (Pieris rapae) sowie verschiedene Schleier- und Halbmotten wie Plutella porrectella. Durch enthaltene Cardenolid- und Senföl-Glykoside schützt sich die Pflanze vor Fraßfeinden, wobei die Senföle ihr zudem einen scharfen Geschmack verleihen.1

Verbreitung

Vorkommen & Lebensraum

Das natürliche Verbreitungsgebiet von Hesperis matronalis erstreckt sich von Südosteuropa und den Südostalpen über Zentral- bis nach Südwestasien. Global umfasst die temperierte Zone Europas und Asiens das ursprüngliche Areal der Art. In Mitteleuropa fehlt sie von Natur aus im Tiefland weitgehend sowie in kalkarmen Mittelgebirgen. Im natürlichen Habitat besiedelt sie vor allem Fluss- und Bachtäler in Auwäldern und -gebüschen. Dort gedeiht sie bevorzugt in Pflanzengesellschaften des Verbands Alno-Ulmion sowie in den Verbänden Aegopodion und Filipendulion. Die Vertikalverbreitung reicht in den südöstlichen Alpen bis in Meereshöhen von 800 m, während sie in den Allgäuer Alpen vereinzelt bis auf 1220 m aufsteigt. Als klassische Gartenpflanze wird die Art in Mitteleuropa bereits seit vielen Jahrhunderten kultiviert. Durch diese Nutzung ist sie heute in Deutschland und angrenzenden Regionen fast flächendeckend verwildert und eingebürgert. Zusätzlich wurde Hesperis matronalis im 16. Jahrhundert nach Nordamerika verschleppt und hat sich dort als Neophyt etabliert. Neben naturnahen Standorten besiedelt die Art regelmäßig Ruderalfluren, Hecken, Gärten und anthropogen geprägte Offenstandorte. Bezüglich der Bodenverhältnisse bevorzugt die Pflanze nährstoffreiche, etwas feuchte, lockere, steinig-sandige und humose Lehmböden. Ökologische Zeigerwerte belegen eine Präferenz für halbschattige Standorte und schwach saure bis neutrale Böden mit stark wechselnder Feuchtigkeit.

Verbreitung

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Germany

    06.05.2026

  • Ortenburg, Bayern, Deutschland

    05.05.2026

  • Oberortwang, Burgberg im Allgäu, Bayern, Deutschland

    05.05.2026

  • Linden - Nord, 30 Hannover-Linden-Limmer, Deutschland

    05.05.2026

  • Mörsch Bach-West, 76287 Rheinstetten, Deutschland

    05.05.2026

Daten: iNaturalist

Sichtungen

Community-Analyse

OpenInsect
5
Sichtungen in den letzten 12 Monaten
Daten der silbarkrift.community
Zuletzt am 16.06.2026
Werde Teil der Community
Lade ein Foto hoch und hilf uns, Arten zu erfassen.

Jahresverlauf

Saisonalität & Aktivität

Die Gewöhnliche Nachtviole (Hesperis matronalis) zeigt eine ausgeprägte saisonale Aktivität im Jahresverlauf, die primär durch ihre Hauptblütezeit definiert wird. Die Blütezeit erstreckt sich im natürlichen Verbreitungsraum und in Mitteleuropa im Regelfall von April bis Juli. Regionale botanische Erfassungen, wie für die Flora der Schweiz, präzisieren die Hauptblütephase auf die Monate Mai bis Juni. Im täglichen Rhythmus zeigen die Blüten eine spezifische Aktivität, indem sie sich in den Abendstunden zwischen 19:00 und 20:00 Uhr öffnen und nachts einen intensiven Duft abgeben. Dieser Zeitpunkt begünstigt die Bestäubung durch nachtaktive Insekten wie Nachtfalter. Neben den adulten Pflanzenphasen ist die Art ökologisch eng mit der Entwicklung verschiedener Schmetterlingsraupen verknüpft, die sie als Nahrungspflanze nutzen. Dazu gehören Arten wie der Aurorafalter (Anthocharis cardamines) und der Kleine Kohlweißling (Pieris rapae) sowie die Halbmotte Plutella porrectella. Als zweijährige oder kurzlebig mehrjährige Pflanze durchläuft Hesperis matronalis einen mehrjährigen Entwicklungszyklus, bevor die Samen in den heranreifenden Schoten gebildet werden.1 Das öffentliche Suchinteresse in Deutschland konzentriert sich stark auf diese aktive Vegetationsperiode und erreicht in den Monaten Mai und Juni deutliche Peaks.2 Belastbare quantitative Daten zur genauen Temperaturabhängigkeit der phänologischen Phasen über allgemeine klimatische Zeigerwerte hinaus liegen in der Literatur jedoch nicht vor.1

Praxiswissen

Bedeutung, Schäden & Prävention

Die Gewöhnliche Nachtviole (Hesperis matronalis) nimmt durch ihre jahrhundertelange Kultur als Zierpflanze eine Doppelrolle als geschätzte Duftpflanze und mancherorts als Neophyt ein. Als Nützling und ökologischer Baustein dient sie insbesondere als wichtige Nahrungsquelle für die Raupen verschiedener Schmetterlingsarten wie den Aurorafalter (Anthocharis cardamines) und den Kleinen Kohlweißling (Pieris rapae). Ein spezifisches Schadpotenzial im landwirtschaftlichen oder Forstbau-Kontext ist primär nicht dokumentiert, jedoch gilt sie außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebietes, wie in Nordamerika, durch intensive Ausbreitung als eingebürgerter Neophyt. Medizinisch und gesundheitlich ist zu beachten, dass die Pflanze in allen Teilen giftig ist und Cardenolid- sowie Senföl-Glykoside enthält, wobei der Gefährlichkeitsgrad als gering eingestuft wird. Die Samen besitzen einen scharfen Geschmack und wurden historisch in der Volksheilkunde gegen Husten empfohlen. Da keine spezifischen integrierten Bekämpfungsprogramme oder Quarantänevorschriften für Hesperis matronalis existieren, beschränkt sich das Management in Gärten auf die gezielte Kontrolle der Selbstaussaat, falls eine unkontrollierte Ausbreitung unerwünscht ist.1

Praxiswissen

Wirtschaftliche Bedeutung

Belastbare Daten zu wirtschaftlichen Schäden oder spezifischen Kosten im Zusammenhang mit Hesperis matronalis fehlen in der aktuellen Literatur weitgehend. Die Art wird in Gärten vor allem wegen ihres starken Dufts kultiviert und ist häufig Bestandteil von Saatmischungen, wodurch sie leicht kommerziell vermehrt werden kann. Als positive ökologische und indirekt wirtschaftliche Funktion dient sie als wichtige Nahrungspflanze für Raupen verschiedener Schmetterlingsarten wie den Aurorafalter (Anthocharis cardamines), den Kleinen Kohlweißling (Pieris rapae) sowie verschiedene Schleier- und Halbmotten, insbesondere Plutella porrectella. In der historischen Volksmedizin wurden die Samen und Pflanzenteile gelegentlich bei Husten, Brustkrankheiten oder als schweißtreibendes Mittel genutzt, besitzen heute jedoch keine nennenswerte kommerzielle Bedeutung mehr. Nennenswerte negative Auswirkungen auf die Land-, Forst- oder Bauwirtschaft sind in den Quellen nicht dokumentiert.

Nachweise

Quellen & Referenzen

  1. de.wikipedia.org/wiki/Gew%C3%B6hnliche_Nachtviole
  2. gbif.org/species/3042291
  3. Literaturzusammenfassung: Hesperis matronalis