- Die Raupen erreichen am Ende ihrer Entwicklung eine Körperlänge von zirka 15 Millimeter.
- Der Körper der Raupen ist walzenförmig, stark behaart und weist eine gelblich hellbraune Grundfärbung auf.
- Die Rückenlinie der Raupen ist lila- beziehungsweise graubraun, schwarzbraun gefleckt und wird beidseitig von Reihen kleiner dunkler Flecke gesäumt.
- Der Kopf der Raupen ist gelblichbraun gefärbt und kann teilweise in den Körper zurückgezogen werden.
- Die Raupen zeigen eine nachtaktive Lebensweise und verbringen den Tag verborgen an der Basis ihrer Futterpflanzen.
- Die Verpuppung erfolgt in einer weißlichen bis hellbraunen Gürtelpuppe, die entweder am Boden oder an der Blattunterseite der Wirtspflanzen angelegt wird.
- Die Überwinterung erfolgt als Puppe, während ein Schlupf im Herbst nur gelegentlich vorkommt.1
Schlüsselblumen-Würfelfalter Hamearis lucina
KI-generierte Illustration (keine Fotografie)
Klassifikation
Taxonomie
- Reich
- Tiere (Animalia)
- Stamm
- Gliederfüßer (Arthropoda)
- Klasse
- Insekten (Insecta)
- Ordnung
- Schmetterlinge (Lepidoptera)
- Familie
- Riodinidae
- Gattung
- Hamearis
Überblick
Einleitung
Der Schlüsselblumen-Würfelfalter (Hamearis lucina), auch Perlbinde genannt, ist ein Tagfalter aus der Familie der Würfelfalter (Riodinidae). Die Art ist in lichten Laubwäldern, buschigem Gelände und an Waldrändern von Zentralspanien bis Mittelrussland verbreitet. In vielen Regionen ihres Verbreitungsgebiets ist die Art stark rückläufig und in der Roten Liste der Bundesrepublik Deutschland als gefährdet (Kategorie 3) eingestuft.1
Auf einen Blick
Fakten (kompakt)
Erkennen
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Der Schlüsselblumen-Würfelfalter (Hamearis lucina) ist ein auffälliger Tagfalter aus der Familie der Würfelfalter (Riodinidae). Die Falter erreichen eine Flügelspannweite von 28 bis 34 Millimeter. Sie besitzen eine dunkelbraune bis schwarzbraune Grundfarbe, die durch kleine, rotbraune Flecke in Querlinien gezeichnet ist. Diese Zeichnung ist auf den Vorderflügeln stets deutlich ausgeprägt, während sie auf den Hinterflügeln stellenweise von der dunklen Grundfärbung verdrängt wird. Die Flügelunterseiten heben sich durch einen zimtbraunen Ton ab, wobei die vordere Unterseite die Fleckung der Oberseite wiederholt. Auf der hinteren Flügelunterseite prägen charakteristische weiße Basal- und Postdiskalflecke das Erscheinungsbild. Die voll entwickelten Larven erreichen eine Körperlänge von zirka 15 Millimeter. Ihr walzenförmiger Körper ist stark behaart und zeigt eine gelblich hellbraune Grundfärbung. Entlang des Rückens verläuft eine lila- bis graubraune, schwarzbraun gefleckt Rückenlinie, die beidseitig von Reihen kleiner dunkler Flecke flankiert wird. Der gelblichbraune Kopf der Raupen ist teilweise in den Körper zurückgezogen. Die Eier der Art sind klein, nahezu kugelrund und weisen eine gräuliche Farbe auf. Zur Überwinterung bilden die Tiere eine weißliche bis hellbraune Gürtelpuppe aus, die sich am Boden oder an der Blattunterseite der Wirtspflanzen befindet.1
Porträt
Beschreibung
Der Schlüsselblumen-Würfelfalter (Hamearis lucina) nimmt als Vertreter der Familie Riodinidae eine systematische Sonderstellung ein, deren Zuordnung zu den Bläulingen wissenschaftlich noch diskutiert wird.1 Im natürlichen Lebensraum lichter Laubwälder und buschigen Geländes zeigt die Art ein tagaktives Verhalten.12 Morphologisch erreichen die Imagines eine Flügelspannweite von 28 bis 34 Millimeter. Ihre Grundfarbe ist dunkel- oder schwarzbraun und mit charakteristischen rotbraunen Querflecken besetzt, wobei die zimtbraune Unterseite der Hinterflügel auffällige weiße Basal- und Postdiskalflecke aufweist.1 Diese Zeichnung ermöglicht eine perfekte Tarnung in der subnemoralen bis montanen Vegetation.12 Bezüglich der anatomischen Anpassungen und der Entwicklung durchläuft die Art vier primäre Lebensphasen, beginnend mit kleinen, gräulichen und nahezu kugelrunden Eiern. Die Weibchen legen diese einzeln oder in kleinen Gruppen an den Blattunterseiten der Wirtspflanzen ab. Nach etwa 14 Tagen schlüpfen die zirka 15 Millimeter langen Raupen. Diese Larvenstadien sind stark behaart, besitzen einen kurzen, walzenförmigen Körper von gelblich hellbrauner Grundfärbung sowie eine lila- bis graubraune, schwarzbraun gefleckte Rückenlinie, die beidseitig von dunklen Flecken gesäumt wird. Der gelblichbraune Kopf der Raupen ist teilweise in den Körper zurückgezogen. Verhaltensbiologisch zeichnen sich die Raupen durch eine nachtaktive Lebensweise aus, bei der sie sich tagsüber an der Basis ihrer Futterpflanzen verstecken. Als oligophage Arten ernähren sie sich primär von den Blättern der Echten Schlüsselblume (Primula veris) sowie der Hohen Schlüsselblume (Primula elatior) und der Stängellosen Schlüsselblume (Primula vulgaris). Am Ende ihrer Entwicklung verpuppen sich die Raupen in einer weißlichen bis hellbraunen Gürtelpuppe am Boden oder an der Blattunterseite der Wirtspflanzen. Die Überwinterung erfolgt als Puppe. Während nördlich der Alpen von April bis Mitte Juni ausschließlich eine Generation fliegt, bringt die Art in Südeuropa regulär zwei Generationen von März bis Mai sowie von August bis September hervor. Lediglich in sehr heißen Regionen Südeuropas, wo die Futterpflanzen im Sommer verdorren, wird diese zweite Generation unterdrückt. Gelegentlich schlüpfen Tiere bereits im Herbst. Historisch und systematisch ist die Art als euro-anatolischer Chorotyp beschrieben2, der in Höhenlagen von der Meeresküste bis zu 1600 Meter vorkommt. Belastbare morphologische oder ökologische Daten zu feineren geschlechtsspezifischen Unterschieden abseits der allgemeinen Körper- und Flügelproportionen fehlen in der aktuellen Literatur.1
Systematik
Name & Einordnung
Der Schlüsselblumen-Würfelfalter (Hamearis lucina) ist ein Schmetterling aus der Familie der Würfelfalter (Riodinidae). Ob die Würfelfalter als eigenständige Familie oder als Unterfamilie der Bläulinge geführt werden sollen, ist wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt. Im deutschen Sprachraum ist für die Art neben dem Hauptnamen auch die Bezeichnung Perlbinde gebräuchlich. Belastbare historische Daten zur genauen Autorenschaft, dem Jahr der Erstbeschreibung oder früheren Gattungszuordnungen fehlen in der aktuellen Datenlage. Internationale Trivialnamen sowie regionale Varianten der deutschen Trivialnamen sind in den vorliegenden Quellen nicht dokumentiert. Auch etymologische Belege zur Herkunft des Gattungs- oder Artnamens lassen sich aus den verfügbaren Daten nicht ableiten. Synonyme oder historische Kombinationen der Art werden in der gegenwärtigen Literaturbasis nicht aufgeführt. Die systematische Einordnung auf höherer Ebene weist die Art der Ordnung der Schmetterlinge (Lepidoptera) zu. Weitere taxonomische Details außerhalb der genannten Familieneinordnung sind in den Quellen nicht spezifiziert.1
Lebensweise
Biologie & Lebenszyklus
Der Lebenszyklus von Hamearis lucina ist stark an die Verfügbarkeit von Primelgewächsen gebunden und verläuft je nach geografischer Breite in einer oder zwei Generationen. Nördlich der Alpen fliegt der Falter in einer Generation von April bis Mitte Juni, während südlich der Alpen zwei Generationen von März bis Mai sowie von August bis September auftreten. In sehr heißen südeuropäischen Regionen kann es im Sommer zu einer Dürrepause kommen, wenn die Futterpflanzen verdorren. Die Weibchen legen ihre kleinen, gräulichen und nahezu kugelrunden Eier einzeln oder in kleinen Gruppen an der Blattunterseite der Wirtspflanzen ab. Nach etwa 14 Tagen schlüpfen die Raupen aus den Eiern. Die oligophagen Raupen ernähren sich spezialisiert von den Blättern verschiedener Primelarten wie der Echten Schlüsselblume (Primula veris), der Hohen Schlüsselblume (Primula elatior) und der Stängellosen Schlüsselblume (Primula vulgaris). Die Raupen erreichen eine Länge von zirka 15 mm, sind stark behaart, besitzen einen kurzen, walzenförmigen Körper sowie einen gelblichbraunen Kopf und zeigen eine nachtaktive Lebensweise. Tagsüber verstecken sich die Raupen an der Basis ihrer Futterpflanzen. Am Ende ihrer Larvalentwicklung verpuppen sich die Tiere in einer weißlichen bis hellbraunen Gürtelpuppe, die am Boden oder an der Blattunterseite der Wirtspflanzen angeheftet wird. Die Überwinterung erfolgt als Puppe, wobei nur gelegentlich Falter bereits im Herbst schlüpfen.1
Lebensweise
Verhalten
Der Schlüsselblumen-Würfelfalter (Hamearis lucina) zeigt eine vom Breitengrad abhängige Generationenfolge, die sein jahreszeitliches Aktivitätsmuster bestimmt.1 Nördlich der Alpen fliegt der tagaktive Falter in einer Generation von April bis Mitte Juni.12 Südlich der Alpen entwickelt sich hingegen regelmäßig eine zweite Generation, wodurch die Flugzeiten hier von März bis Mai sowie von August bis September stattfinden. Eine Ausnahme von dieser Bivoltinität bilden sehr heiße Regionen in Südeuropas, in denen die Futterpflanzen im Sommer verdorren. Die Eiablage erfolgt durch die Weibchen, indem sie ihre Eier einzeln oder in kleinen Gruppen an der Unterseite der Blätter der Futterpflanzen ablegen. Nach etwa 14 Tagen schlüpfen die Raupen, welche eine nachtaktive Lebensweise aufweisen. Tagsüber verstecken sich die Raupen an der Basis ihrer Futterpflanzen. Am Ende ihrer Entwicklung verpuppen sich die Tiere in einer weißlichen bis hellbraunen Gürtelpuppe am Boden oder an der Blattunterseite der Wirtspflanzen. Die Überwinterung erfolgt als Puppe, wobei ein Schlüpfen im Herbst nur gelegentlich vorkommt.1
Lebensweise
Ökologie
Der Schlüsselblumen-Würfelfalter (Hamearis lucina) besetzt als tagaktiver Falter eine ökologische Nische in lichten Laubwäldern, buschigem Gelände und an Moorrandbereichen von der Meeresküste bis in Höhen von 1600 Metern.1 Die Habitatpräferenzen der Art sind stark an subnemorale bis montane, mesophile Verhältnisse gebunden, wobei sie in bewaldeten Lichtungen und Waldrändern vorkommt.12 In diesen Lebensräumen fungieren die adulten Falter als Bestäuber, während die Raupen als oligophage Herbivoren auf spezifische Wirtspflanzen angewiesen sind.2 Die Nahrungsbasis der Raupen besteht aus den Blättern von Primelgewächsen (Primula), wobei insbesondere die Echte Schlüsselblume (Primula veris), die Hohe Schlüsselblume (Primula elatior) und die Stängellose Schlüsselblume (Primula vulgaris) als Fraßpflanzen genutzt werden. Die Weibchen platzieren ihre Eier einzeln oder in kleinen Gruppen an der Blattunterseite dieser Wirtspflanzen. Nach etwa 14 Tagen schlüpfen die nachtaktiven Raupen, die sich tagsüber an der Basis ihrer Futterpflanzen verstecken. Die Überwinterung erfolgt als Puppe am Boden oder an der Blattunterseite der Wirtspflanzen. Während nördlich der Alpen meist eine Generation von April bis Mitte Juni ausgebildet wird, kommt es in Südeuropa regulär zu einer bivoltinen Entwicklung in zwei Generationen von März bis Mai sowie von August bis September. Eine Ausnahme bilden hierbei extrem heiße Regionen, in denen das sommerliche Verdorren der Futterpflanzen die zweite Generation limitiert.1
Verbreitung
Vorkommen & Lebensraum
Das natürliche Verbreitungsgebiet des Schlüsselblumen-Würfelfalters (Hamearis lucina) erstreckt sich als euro-anatolisches Areal von Zentralspanien über Mittelrussland.12 Im Norden reicht die Verbreitung von Südengland über ganz Frankreich, die Benelux-Staaten und Polen bis in die baltischen Staaten und Belarus. Südlich erstreckt sich das Vorkommen über Italien mit Ausnahme des Südens, aber einschließlich Siziliens, sowie über den Balkan bis zum Schwarzen Meer. In Griechenland kommt die Art lediglich lokal vor und fehlt in den Rhodopen. Innerhalb der DACH-Region und in Deutschland ist die Art vor allem in geeigneten Mittelgebirgs- und Alpenregionen anzutreffen, während sie in Norddeutschland gänzlich fehlt. Die vertikale Verbreitung reicht von der Meeresküste bis in eine Höhenstufe von 1600 m. Typische Habitate umfassen lichte Laubwälder, waldnahe Lichtungen, buschiges Gelände sowie Moorränder.1 Nach aggregierten Beobachtungsdaten ist die Art primär an wald- und grünlandgeprägte Lebensräume gebunden.2 Die Raupen sind auf Primelgewächse (Primulaceae) als Wirtspflanzen angewiesen, insbesondere auf die Echte Schlüsselblume (Primula veris), die Hohe Schlüsselblume (Primula elatior) und die Stängellose Schlüsselblume (Primula vulgaris). In vielen Teilen ihres europäischen Verbreitungsgebiets ist die Art stark rückläufig und in Deutschland in der Roten Kategorie 3 als gefährdet eingestuft.1
Verbreitung
Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland
Sichtungen
Community-Analyse
Jahresverlauf
Saisonalität & Aktivität
Der Schlüsselblumen-Würfelfalter (Hamearis lucina) zeigt im Jahresverlauf eine stark an die geografische Breite und die klimatischen Bedingungen gekoppelte Aktivitätsdynamik. Nördlich der Alpen fliegt die Art in einer Generation von April bis Mitte Juni. Im Gegensatz dazu entwickelt sich die Art südlich der Alpen in zwei Generationen, wobei die Flugzeiten von März bis Mai sowie von August bis September auftreten. In sehr heißen Regionen Südeuropas kann die zweite Generation jedoch ausbleiben, wenn die Futterpflanzen im Sommer verdorren. Die Raupen schlüpfen nach etwa 14 Tagen aus den einzeln oder in Gruppen abgelegten Eiern. Während die adulten Falter tagsüber aktiv sind, zeigen die Raupen eine nachtaktive Lebensweise und verstecken sich tagsüber an der Basis der Futterpflanzen. Die Überwinterung erfolgt als Puppe in einer weißlichen bis hellbraunen Gürtelpuppe am Boden oder an Blattunterseiten der Wirtspflanzen. Nur gelegentlich schlüpfen einzelne Falter bereits im Herbst.1 Das öffentliche Suchinteresse an der Art konzentriert sich primär auf die Hauptaktivitätsperiode im Frühjahr, weist jedoch aufgrund geringer Datenmengen im Winter diffuse Peaks auf.2
Jahresverlauf
Saisonalität und Nachfragetrend
Basierend auf dem Silberkraft TrendIndex – unserem eigenen Modell aus Suchdaten und Naturbeobachtungen
Saisonale Aktivität
Entwicklung über die Jahre
Praxiswissen
Bedeutung, Schäden & Prävention
Der Schlüsselblumen-Würfelfalter (Hamearis lucina) ist weder ein Schädling noch ein Lästling, sondern eine geschützte Tagfalterart aus der Familie der Würfelfalter. Da von der Art keinerlei Schadpotenzial für Land- und Forstwirtschaft ausgeht, existieren keine klassischen Schadbilder oder wirtschaftlichen Schäden. Die Raupen ernähren sich oligophag von den Blättern verschiedener Primelarten wie der Echten Schlüsselblume (Primula veris), der Hohen Schlüsselblume (Primula elatior) und der Stängellosen Schlüsselblume (Primula vulgaris), ohne dass dadurch Bestände der Futterpflanzen gefährdet werden. Medizinische oder gesundheitliche Relevanzen wie Allergien oder Vektoreigenschaften sind für Hamearis lucina nicht bekannt. Befallsanzeichen im Sinne von Schädlingen treten nicht auf, weshalb auch keine baulichen oder hygienischen Präventionsmaßnahmen erforderlich sind. Belastbare Daten für standardisierte Monitoring-Methoden, Fallen oder chemische Bekämpfungsmaßnahmen fehlen für diese Art gänzlich. Stattdessen steht der Falter selbst im Fokus des Naturschutzes und wird in der Roten Liste der Bundesrepublik Deutschland in der Kategorie 3 als gefährdet geführt. Bekämpfungsmaßnahmen im Sinne einer Schädlingsbekämpfung verbieten sich aufgrund des Schutzstatus. Sinnvolle Schutz- und Erhaltungsmaßnahmen beschränken sich auf die Förderung und Pflege von lichten Laubwäldern, buschigem Gelände und Waldrändern als natürlichem Habitat. Rechtliche Aspekte ergeben sich primär aus dem Artenschutzrecht, das ein Vorgehen gegen die Tiere untersagt. Integrierte Bekämpfungsmaßnahmen entfallen, da Hamearis lucina als geschütztes Insekt ein Bestandteil intakter Ökosysteme ist.12
Nachweise
Quellen & Referenzen
- de.wikipedia.org/wiki/Schl%C3%BCsselblumen-W%C3%BCrfelfalter
- gbif.org/species/1934693
- Literaturzusammenfassung: Hamearis lucina