- Adulte Tiere der neuen Generation treten ab Ende Juli oder August auf, während Nymphen bis in den Oktober beobachtet werden können.
- Die Beine von Graphosoma lineatum im engeren Sinne sind rot gefärbt, wodurch sie sich von der mitteleuropäischen Art mit ihren ganz oder großteils schwarzen Beinen unterscheiden.
- Hinsichtlich der Genitalmerkmale existieren weder bei den Männchen noch bei den Weibchen Unterschiede zwischen den nah verwandten Formen.1
Streifenwanze Graphosoma lineatum
KI-generierte Illustration (keine Fotografie)
Klassifikation
Taxonomie
- Reich
- Tiere (Animalia)
- Stamm
- Gliederfüßer (Arthropoda)
- Klasse
- Insekten (Insecta)
- Ordnung
- Schnabelkerfe (Hemiptera)
- Familie
- Pentatomidae
- Gattung
- Graphosoma
Überblick
Einleitung
Die Streifenwanze (Graphosoma italicum, in der älteren Literatur oft als Graphosoma lineatum geführt) ist eine Insektenart aus der Familie der Baumwanzen (Pentatomidae). Sie erreicht eine Körperlänge von 8 bis 12 Millimetern und ist in Mitteleuropa durch ihr auffälliges rot-schwarzes Streifenmuster unverwechselbar. Im Gegensatz dazu besitzt die in Südeuropa vorkommende, ähnliche Fleckige Streifenwanze (Graphosoma semipunctatum) eine unterbrochene Fleckung statt durchgehender Streifen.
Auf einen Blick
Fakten (kompakt)
Streifenwanze Bilder und Fotos von echten Sichtungen
Erkennen
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Die Imagines der Streifenwanze erreichen eine Körperlänge von 8 bis 12 Millimetern und sind durch ihre auffällige Warnfärbung in Mitteleuropa unverwechselbar. Sie tragen auf der Oberseite sechs schwarze Längsstreifen auf rotem oder gelbrotem Grund, während die Unterseite rot gefärbt ist und schwarze Punkte aufweist. Typisch für die Unterfamilie Podopinae und charakteristisch für die Art ist das sehr große Schildchen (Scutellum), das die gesamten Vorderflügel (Hemielytren) vollständig überdeckt. Die Fühler und Beine sind bei der mitteleuropäischen Art Graphosoma italicum ganz oder großteils schwarz, während sie bei Graphosoma lineatum im engeren Sinne rot gefärbt sind. Die aposematisch gefärbten Imagines besitzen zudem Drüsenausführgänge am Metathorax für ein Wehrsekret.1 Im Gegensatz zu den farbenauffälligen adulten Tieren sind die Nymphen bzw. Larven unauffällig bräunlich gefärbt. Genitalmerkmale bieten zur Unterscheidung weder bei Männchen noch bei Weibchen verwertbare Unterschiede. In Südeuropa kann die Art durch ähnliche Verwandte wie die Fleckige Streifenwanze (Graphosoma semipunctatum) ergänzt werden. Genetische Untersuchungen haben gezeigt, dass Graphosoma lineatum im engeren Sinne auf Sizilien und Nordafrika beschränkt ist, während die mitteleuropäische Form taxonomisch als Graphosoma italicum geführt wird. Belastbare morphologische Details zu Eiern, Puppen oder einem ausgeprägten Sexualdimorphismus jenseits der Genitalstrukturen fehlen in den vorliegenden Quellen.1
Porträt
Beschreibung
Die Streifenwanze (Graphosoma italicum, in der älteren Literatur oft als Graphosoma lineatum geführt) ist ein charakteristischer Vertreter der Baumwanzen mit auffälliger Warnfärbung. Die Tiere erreichen eine Körperlänge von 8 bis 12 Millimetern und sind in Mitteleuropa durch ihr rotes oder gelbrotes Grundmuster mit sechs schwarzen Längsstreifen auf der Oberseite unverwechselbar. Im natürlichen Lebensraum sitzen sowohl die Imagines als auch die unauffällig bräunlich gefärbten Nymphen meist exponiert auf ihren Doldenblütlern. Untypisch für die Familie der Pentatomidae, jedoch typisch für die Unterfamilie Podopinae, ist das sehr große Schildchen (Scutellum), welches die gesamten Vorderflügel (Hemielytren) vollständig überdeckt. Adulte Exemplare besitzen am Metathorax Drüsenausführgänge für ein Wehrsekret zur Abschreckung von Fressfeinden. Die Fühler und Beine sind bei der mitteleuropäischen Art schwarz gefärbt, wodurch sie sich von den Tieren im engeren Sinne aus Sizilien und Nordafrika mit roten Beinen unterscheiden lässt. In Südeuropa existieren weitere ähnliche Arten wie die Fleckige Streifenwanze (Graphosoma semipunctatum). Die Art wurde historisch von Otto Friedrich Müller als Cimex italicus erstbeschrieben und später lange Zeit als Unterart oder Synonym geführt, ehe genetische Daten die Eigenständigkeit bestätigten. Zur Partnerfindung nutzen die sehr vereinzelt lebenden Tiere artspezifische akustische Schmalband-Signale mit einer Grundfrequenz von etwa 100 Hz, die über Bauchvibrationen an die Wirtspflanze übertragen werden. Pro Jahr wird eine Generation ausgebildet, wobei die Imagines in trockener Bodenstreu oder Pflanzenpolstern überwintern.1 Belastbare morphologische Detaildaten zur Genitalmorphologie wie der Spermatheca stammen aus ergänzenden revisionsbiologischen Untersuchungen der Gattung.2
Systematik
Name & Einordnung
Die Streifenwanze wird taxonomisch der Familie der Baumwanzen innerhalb der Schnabelkerfe zugeordnet.1 Der wissenschaftliche Name der mitteleuropäischen Art lautet Graphosoma italicum (Müller). Historisch wurde die in Mitteleuropa vorkommende Art von Otto Friedrich Müller ursprünglich als Cimex italicus erstbeschrieben. Auguste Puton synonymisierte diese Form im Jahr 1881 mit Graphosoma lineatum, was in der Folge lange Zeit allgemeine Akzeptanz fand. Neuere genetische Untersuchungen zeigten jedoch, dass Graphosoma lineatum im engeren Sinne auf Sizilien und Nordafrika beschränkt ist, weshalb die mitteleuropäische Population heute wieder als eigenständige Art Graphosoma italicum betrachtet wird. Zeitweise wurde diese Trennung von einigen Autoren nicht anerkannt und die Form stattdessen als Unterart geführt. Im deutschen Sprachraum hat sich der Trivialname Streifenwanze etabliert. In der älteren deutschen Literatur wurde die Art überwiegend unter dem synonymen Namen Graphosoma lineatum aufgeführt.1 Weitere internationale Trivialnamen oder detaillierte regionale Varianten sind in der Standardliteratur nicht flächendeckend belegt.
Lebensweise
Biologie & Lebenszyklus
Die Streifenwanze durchläuft im Jahresverlauf eine Generation, wobei die Imagines in trockener Bodenstreu oder in Pflanzenpolstern überwintern. Nach der Winterruhe erfolgt die Kommunikation der sehr vereinzelt lebenden Tiere zum Zusammenfinden der Paare über akustische Schmalband-Signale. Diese Signale werden durch Bauchvibrationen erzeugt und über die Wirtspflanze weitergeleitet, wobei das Frequenzspektrum mit etwa 100 Hz Grundfrequenz und Oberschwingungen unter 1000 Hz exakt auf die Resonanzeigenschaften der Wirtspflanzen abgestimmt ist. Die Paarung findet ab Ende Mai und insbesondere im Juni statt. Im Anschluss daran legen die Weibchen über den Zeitraum von Juni bis Juli ihre Eier ab. Aus diesen Eiern entwickeln sich die Nymphen, welche im Gegensatz zu den aposematisch gefärbten Imagines unauffällig bräunlich gefärbt sind. Sowohl die Nymphen als auch die adulten Tiere sitzen bevorzugt auf ihren Nahrungspflanzen und saugen dort an den reifenden Samen. Als Nahrungspflanzen dienen primär Doldenblütler wie Pastinaken, Haarstrang, Engelwurzen, Möhren, Giersch, Mannstreu sowie in höheren Lagen der Bärwurz und in Gärten Kulturpflanzen wie Dill oder Fenchel. Gehölze in der Nähe der Wirtspflanzen begünstigen dabei den Bestand der Wanzen. Neue adulte Tiere der nächsten Generation treten ab Ende Juli oder August auf. Nymphen lassen sich infolge einer etwas streuenden Entwicklung bis in den Oktober hinein beobachten. Als physiologische Besonderheit besitzen die aposematisch gefärbten Imagines in ihrem Metathorax Drüsenausführgänge für ein Wehrsekret, mit dem sie Fressfeinde abschrecken können. Belastbare quantitative Daten zur genauen Dauer einzelner Entwicklungsstadien, zu exakten Temperatur-Optima sowie zur genauen Anzahl der Larvenstadien fehlen in der aktuellen Datenlage für diese Art. Auch spezifische Parasitoide, quantitative Mortalitätsfaktoren oder detaillierte Symbiosen sind in der primären Literatur für Graphosoma italicum bisher nicht systematisch quantifiziert worden.1
Lebensweise
Verhalten
Die Streifenwanze verbringt einen großen Teil ihres Lebens auf ihren Wirtspflanzen, wo sowohl Nymphen als auch adulte Tiere meist sitzend an den reifenden Samen saugen. Die Überwinterung erfolgt als im Boden versteckte Imago in trockener Bodenstreu oder in Pflanzenpolstern. Zur Kommunikation und zum Zusammenfinden der ansonsten sehr vereinzelt lebenden Tiere nutzen die Wanzen akustische Schmalband-Signale.1 Diese Signale werden durch Bauchvibrationen erzeugt und über die Wirtspflanze weitergeleitet, wobei das Frequenzspektrum mit einer Grundfrequenz von ca. 100 Hz und Oberschwingungen unter 1000 Hz exakt auf die Resonanzeigenschaften der Wirtspflanzen abgestimmt ist. Als Abwehrmechanismus gegen Fressfeinde besitzen die aposematisch gefärbten Imagines Drüsenausführgänge am Metathorax, aus denen sie ein Wehrsekret abgeben können.1
Lebensweise
Ökologie
Die Streifenwanze besiedelt offene bis halbschattige Bereiche in trockenen bis feuchteren Lebensräumen und kommt auch in höheren Lagen der Mittelgebirge vor. Sowohl Nymphen als auch adulte Tiere halten sich bevorzugt auf Doldenblütlern auf und ernähren sich durch das Saugen an reifenden Samen. Zu den genutzten Wirtspflanzen zählen verschiedene Apiaceae wie Pastinaken, Haarstrang, Engelwurzen, Möhren, Giersch, Mannstreu sowie in höheren Lagen die Bärwurz. In Gärten werden zudem Kulturpflanzen wie Dill und Fenchel als Nahrungsquellen genutzt. Gehölze in der unmittelbaren Umgebung der Nahrungspflanzen begünstigen den Bestand der adulten Wanzen im Frühjahr. Die akustische Kommunikation zur Partnerfindung erfolgt über Schmalband-Signale mit einer Grundfrequenz von etwa 100 Hz und Oberschwingungen unter 1000 Hz, die durch Bauchvibrationen erzeugt und über die Wirtspflanze übertragen werden. Das Frequenzspektrum ist dabei optimal auf die Resonanzeigenschaften der jeweiligen Wirtspflanzen abgestimmt. Die aposematisch gefärbten Imagines verfügen über Wehrsekrete aus Drüsenausführgängen im Metathorax, die Fressfeinde abschrecken können. Adulte Tiere überwintern in trockener Bodenstreu oder in Pflanzenpolstern.1
Verbreitung
Vorkommen & Lebensraum
Die Streifenwanze (Graphosoma italicum, in älterer Literatur meist als Graphosoma lineatum geführt) ist westpaläarktisch verbreitet und besiedelt den gesamten Mittelmeerraum sowie das angrenzende Westasien bis in den Iran. In den letzten Jahrzehnten hat sich die nördliche Arealgrenze in West- und Mitteleuropa stark nach Norden ausgedehnt, wodurch die Art mittlerweile bis zur Nord- und Ostsee wie Jütland und Südschweden vorkommt. In Deutschland ist die Art mit Ausnahme des Nordwestens flächendeckend verbreitet und tritt gebietsweise häufig auf. Auch in Österreich kommt die Streifenwanze weit verbreitet vor, wird dort jedoch meist nur lokal angetroffen. Das natürliche Verbreitungsgebiet erstreckt sich darüber hinaus über west-zentralpaläarktische Regionen wie das Altai-Gebirge und den Osten Kasachstans. Dort besiedelt die Art unter anderem Höhenlagen von 270 bis 1250 m, wie Funde aus Flussvölkern und Gebirgstälern belegen. In Mitteleuropa besiedelt sie offene bis halbschattige Bereiche in trockenen sowie feuchteren Lebensräumen und dringt dabei auch in höhere Lagen der Mittelgebirge vor. Typische Habitate bieten ein Angebot an Doldenblütlern, wobei Gehölze in direkter Umgebung der Wirtspflanzen den Bestand begünstigen.1
Verbreitung
Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland
Sichtungen
Community-Analyse
Jahresverlauf
Saisonalität & Aktivität
Die Aktivitätsdynamik von Graphosoma italicum ist stark an den Jahresverlauf und die Verfügbarkeit von Wirtspflanzen gekoppelt. Die überwinterten adulten Tiere verlassen im Frühjahr ihre Verstecke und sind häufig an Gehölzen in der Nähe ihrer Nahrungspflanzen anzutreffen. Die Paarung findet ab Ende Mai und insbesondere im Juni statt.1 Während dieser Sommermonate verzeichnet auch das öffentliche Interesse deutliche Peaks, was sich in erhöhten Suchanfragen im Juni und Juli widerspiegelt. Die Weibchen legen im Anschluss über den Zeitraum Juni und Juli ihre Eier ab. Aus diesen Eiern entwickeln sich die Nymphen, welche in der Natur bis in den Oktober hinein beobachtet werden können. Adulte Tiere der neuen Generation treten erstmals ab Ende Juli oder August auf. Pro Jahr wird von Graphosoma italicum genau eine Generation ausgebildet. Zur Überwinterung suchen die Imagines trockene Bodenstreu oder geschützte Pflanzenpolster auf.1 Weitere Details zur tageszeitlichen Aktivität oder spezifische Temperaturminima sind im Rahmen der Literatur derzeit nicht systematisch belegt.
Jahresverlauf
Saisonalität und Nachfragetrend
Basierend auf dem Silberkraft TrendIndex – unserem eigenen Modell aus Suchdaten und Naturbeobachtungen
Saisonale Aktivität
Entwicklung über die Jahre
Praxiswissen
Bedeutung, Schäden & Prävention
Die Streifenwanze wird ökonomisch und medizinisch nicht als Schädling eingestuft, da sie weder als Vektor für Krankheitserreger fungiert noch nennenswerte Schäden in der Landwirtschaft verursacht. Gelegentlich saugen sowohl die Nymphen als auch die adulten Tiere an Kulturpflanzen wie Dill oder Fenchel, wobei sie sich vorwiegend von den reifenden Samen der Doldenblütler ernähren. Ein spezifisches Schadpotenzial oder wirtschaftlich relevante Ernteausfälle sind jedoch nicht dokumentiert. Zur Abwehr von Fressfeinden verfügen die aposematisch gefärbten Imagines über Wehrsekrete aus Drüsenausführgängen im Metathorax, die bei starker Störung einen unangenehmen Geruch abgeben können. Gesundheitliche Risiken für den Menschen, wie Allergien oder Giftwirkungen durch Bisse, sind nicht bekannt. Da von der Art keine Beeinträchtigungen ausgehen, sind weder Präventionsmaßnahmen noch spezifische Monitorings oder Bekämpfungsmaßnahmen erforderlich. Belastbare Daten zu chemischen oder biologischen Regulierungsmaßnahmen fehlen, da die Tiere nicht als Schadorganismus auftreten. Integrierte Schädlingsbekämpfungsstrategien oder rechtliche Regelungen wie Meldepflichten existieren für Graphosoma italicum folglich nicht.1
Nachweise