- Die Fühler und Beine von Graphosoma italicum sind schwarz gefärbt, wodurch sie sich insbesondere in der Beinfarbe von Graphosoma lineatum im engeren Sinne unterscheidet.
- Adulte Tiere nutzen Drüsenausführgänge im Metathorax zur Abgabe eines Wehrsekrets, das Fressfeinde abschrecken kann.2
- Das Frequenzspektrum der akustischen Signale zur Partnerfindung weist eine Grundfrequenz von ca. 100 Hz sowie Oberschwingungen unter 1000 Hz auf.
- Die artspezifischen Schmalband-Signale sind in ihren Frequenzen exakt auf die Resonanzeigenschaften der jeweiligen Wirtspflanzen abgestimmt.
- Adulte Tiere der neuen Generation erscheinen ab Ende Juli oder August, während Nymphen noch bis in den Oktober zu beobachten sind.2
Streifenwanze Graphosoma italicum
KI-generierte Illustration (keine Fotografie)
Klassifikation
Taxonomie
- Reich
- Tiere (Animalia)
- Stamm
- Gliederfüßer (Arthropoda)
- Klasse
- Insekten (Insecta)
- Ordnung
- Schnabelkerfe (Hemiptera)
- Familie
- Pentatomidae
- Gattung
- Graphosoma
- Art
- Graphosoma italicum
Wissenschaftlicher Name Graphosoma italicum (O.F.Müller, 1766)
Überblick
Einleitung
Die Streifenwanze (Graphosoma italicum) ist eine Wanze aus der Familie der Baumwanzen (Pentatomidae). In der älteren Literatur wurde die Art meist unter dem Synonym Graphosoma lineatum geführt, welches nach neueren genetischen Erkenntnissen jedoch auf Sizilien und Nordafrika beschränkt ist. Durch ihr auffälliges, rot-schwarzes Streifenmuster und das sehr große Schildchen ist sie in Mitteleuropa unverwechselbar.1
Auf einen Blick
Fakten (kompakt)
Streifenwanze Bilder und Fotos von echten Sichtungen
Erkennen
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Die Streifenwanze (Graphosoma italicum) erreicht eine Körperlänge von 8 bis 12 Millimetern und gehört zur Familie der Baumwanzen. Ihr Körper zeigt eine charakteristische und in Mitteleuropa durch ein auffälliges Streifenmuster unverwechselbare Gestalt. Die Oberseite ist durch sechs schwarze Längsstreifen auf rotem oder gelbrotem Grund geprägt. Die Unterseite der Tiere ist rot gefärbt und weist schwarze Punkte auf. Typisch für die Unterfamilie Podopinae und damit auch für diese Art ist das sehr große Schildchen (Scutellum), welches die gesamten Vorderflügel (Hemielytren) vollständig überdeckt. Die Fühler und Beine der adulten Wanzen sind komplett schwarz gefärbt. Unterschiede in den Genitalmerkmalen existieren weder bei Männchen noch bei Weibchen im Vergleich zu Graphosoma lineatum. Im Gegensatz zu den farbenauffälligen Imagines sind die Larven der Art unauffällig bräunlich gefärbt. Zur Unterscheidung von der ähnlichen, in Südeuropa vorkommenden Graphosoma lineatum dient primär die Farbe der Beine, welche bei der Schwesterart rot statt schwarz sind. Ebenfalls in Südeuropa ist die Fleckige Streifenwanze (Graphosoma semipunctatum) verbreitet, die weitere Abgrenzungsmerkmale aufweist. Belastbare morphologische Detaildaten zu Eiern, Puppen oder spezifischen larvalen Fraßspuren fehlen in der aktuellen Datenlage.1
Porträt
Beschreibung
Die Streifenwanze (Graphosoma italicum) repräsentiert eine auffällige Insektenart aus der Familie der Baumwanzen, die sich durch eine westpaläarktische Verbreitung auszeichnet. Im natürlichen Lebensraum fällt die Art durch ihre kontrastreiche Färbung auf offenen bis halbschattigen Standorten sofort ins Auge. Die Tiere erreichen eine Körperlänge von 8 bis 12 Millimetern und besitzen auf der Oberseite sechs schwarze Längsstreifen auf rotem oder gelbrotem Grund. Im Gegensatz zu den auffällig gefärbten Imagines zeigen sich die Larven der Art unauffällig bräunlich gefärbt. Anatomisch charakteristisch für die Unterfamilie Podopinae ist das sehr große Schildchen, das die gesamten Vorderflügel vollständig überdeckt. Diese Struktur unterscheidet die Art von vielen anderen Vertretern der Baumwanzen. Zur Abwehr von Fressfeinden besitzen die aposematisch gefärbten Imagines Drüsenausführgänge im Metathorax, die ein wirksames Wehrsekret abgeben.1 Die Kommunikation zur Paarfindung erfolgt über artspezifische, akustische Schmalband-Signale mit einer Grundfrequenz von ca. 100 Hz, die durch Bauchvibrationen erzeugt werden. Diese Frequenzen sind exakt auf die Resonanzeigenschaften der Wirtspflanzen abgestimmt. Die Eiablage der Weibchen erfolgt im Zeitraum von Juni bis Juli, nachdem ab Ende Mai die Paarung stattgefunden hat. Pro Jahr wird von Graphosoma italicum genau eine Generation ausgebildet. Die neue Generation tritt ab Ende Juli oder August als Imagines auf, während Nymphen noch bis in den Oktober hinein beobachtet werden können. Überwinternd in trockener Bodenstreu oder Pflanzenpolstern verbringen die erwachsenen Tiere die kalte Jahreszeit. Historisch wurde die Art lange Zeit als Graphosoma lineatum geführt, bis genetische Untersuchungen zeigten, dass diese Art auf Sizilien und Nordafrika beschränkt ist. Die Erstbeschreibung erfolgte durch Otto Friedrich Müller als Cimex italicus. Von der nah verwandten Graphosoma lineatum im engeren Sinne unterscheidet sich Graphosoma italicum vor allem durch die ganz oder großteils schwarzen Beine. In Südeuropa existieren zudem weitere ähnliche Arten wie die Fleckige Streifenwanze (Graphosoma semipunctatum). Unterschiede in den Genitalmerkmalen existieren weder bei Männchen noch bei Weibchen.1
Systematik
Name & Einordnung
Die Streifenwanze trägt den wissenschaftlichen Namen Graphosoma italicum (O.F.Müller, 1766). Die Erstbeschreibung erfolgte durch Otto Friedrich Müller unter der ursprünglichen Kombination Cimex italicus. Lange Zeit wurde das Taxon in der deutschen Literatur meist als Synonym oder Unterart unter dem Namen Graphosoma lineatum geführt. Genetische Untersuchungen und Revisionen machten jedoch deutlich, dass es sich bei Graphosoma italicum um eine eigenständige, valide Art handelt.1 Als wichtiges Synonym gilt folglich die historische Zuordnung zu Graphosoma lineatum auct. nec Linnaeus. Die Gattung Graphosoma gehört innerhalb der Ordnung der Schnabelkerfe (Hemiptera) zur Familie der Baumwanzen (Pentatomidae). Als deutscher Trivialname hat sich etablierte Streifenwanze durchgesetzt, abgeleitet von der auffälligen Zeichnung.1 Belastbare historische Etymologien zum Gattungsnamen liegen in den genutzten Primärquellen nicht detailliert vor, wobei der Artname italicum auf den locus typicus beziehungsweise den mediterranen Raum verweist.1
Lebensweise
Biologie & Lebenszyklus
Die Streifenwanze (Graphosoma italicum) durchläuft in ihrem Lebenszyklus verschiedene Nymphenstadien bis zum adulten Insekt. Sowohl die Nymphen als auch die adulten Tiere ernähren sich spezialisiert an Doldenblütlern (Apiaceae), wo sie bevorzugt an den reifenden Samen saugen. Zu den bekannten Nahrungspflanzen zählen unter anderem Pastinaken, Haarstrang, Engelwurzen, Möhren, Giersch, Mannstreu sowie in Gärten Dill und Fenchel. Das Zusammenfinden der Geschlechter erfolgt über akustische Schmalband-Signale, die als Bauchvibrationen erzeugt und über die Wirtspflanze weitergeleitet werden. Die Frequenzspektren dieser Signale weisen eine Grundfrequenz von circa 100 Hz sowie Oberschwingungen unter 1000 Hz auf und sind optimal an die Resonanzeigenschaften der Wirtspzen angepasst. Die Paarung findet ab Ende Mai und insbesondere im Juni statt. Im Anschluss an die Paarung legen die Weibchen ihre Eier über den Zeitraum von Juni bis Juli ab. Aus diesen Eiern entwickeln sich die Nymphen, deren Färbung im Gegensatz zu den auffällig aposematisch gefärbten Imagines unauffällig bräunlich ist. Die Imagines der neuen Generation treten ab Ende Juli oder August auf. Nymphen lassen sich in der Natur bis in den Oktober hinein beobachten. Pro Jahr wird von Graphosoma italicum in der Regel genau eine Generation ausgebildet. Zur Überwinterung suchen die adulten Tiere geschützte Verstecke in trockener Bodenstreu oder in Pflanzenpolstern auf. Um sich gegen Fressfeinde zu verteidigen, verfügen die aposematischen Imagines über Wehrsekrete, die aus Drüsenausführgängen am Metathorax abgegeben werden.1
Lebensweise
Verhalten
Die Lebensweise von Graphosoma italicum ist durch spezifische Verhaltensweisen bei der Nahrungssuche, der Partnerfindung und der Abwehr geprägt. Sowohl die Nymphen als auch die adulten Tiere verbringen viel Zeit sitzend auf ihren Wirtspflanzen aus der Familie der Doldenblütler, wo sie an den reifenden Samen saugen. Für die Überwinterung suchen die Imagines Schutz in trockener Bodenstreu oder in Pflanzenpolstern. Die Kommunikation zur Partnerfindung erfolgt über akustische Schmalband-Signale, da die Tiere oft sehr vereinzelt leben. Diese Signale werden durch Bauchvibrationen erzeugt und über die Wirtspflanze weitergeleitet. Das Frequenzspektrum weist eine Grundfrequenz von circa 100 Hz sowie Oberschwingungen unter 1000 Hz auf und ist gezielt auf die Resonanzeigenschaften der Wirtspflanzen abgestimmt. Zur Abschreckung von Fressfeinden nutzen die aposematisch gefärbten Imagines ein Wehrsekret, das über Drüsenausführgänge im Metathorax abgegeben wird.1
Lebensweise
Ökologie
Graphosoma italicum besiedelt offene bis halbschattige Bereiche in trockenen bis feuchteren Lebensräumen und kommt auch in höheren Lagen der Mittelgebirge vor. Die Art ist eng an Doldenblütler (Apiaceae) gebunden, an denen sowohl Nymphen als auch adulte Tiere bevorzugt an den reifenden Samen saugen. Zu den dokumentierten Wirtspflanzen zählen unter anderem Pastinaken, Haarstrang, Engelwurzen, Möhren, Giersch, Mannstreu, Bärwurz sowie in Gärten kultivierter Dill und Fenchel. Gehölze in der Nähe der Wirtspflanzen begünstigen den Bestand adulter Tiere, die dort im Frühjahr häufig angetroffen werden. Die Überwinterung erfolgt als Imago in trockener Bodenstreu oder in Pflanzenpolstern.1 Zur Partnersuche nutzen die Tiere akustische Schmalband-Signale mit einer Grundfrequenz von ca. 100 Hz und Oberschwingungen unter 1000 Hz, deren Frequenzspektrum präzise auf die Resonanzeigenschaften der Wirtspflanzen abgestimmt ist. Als Schutz vor Fressfeinden verfügen die aposematisch gefärbt adulten Tiere über ein Wehrsekret, das über Drüsenausführgänge im Metathorax abgegeben wird. Im Gegensatz zu den warnfarbigen Imagines sind die Larven unauffällig bräunlich gefärbt. Belastbare quantitative Daten zu weiteren natürlichen Feinden, Parasitoiden oder spezifischen Konkurrenzbeziehungen mit anderen Wanzenarten fehlen in den aktuellen Standardquellen.1
Verbreitung
Vorkommen & Lebensraum
Die Streifenwanze (Graphosoma italicum) ist westpaläarktisch verbreitet und besiedelt den gesamten Mittelmeerraum sowie das angrenzende Westasien bis in den Iran. In den letzten Jahrzehnten hat sich die nördliche Arealgrenze der Art in West- und Mitteleuropa stark nach Norden ausgedehnt. Deshalb tritt sie mittlerweile bis zur Nord- und Ostsee auf, wobei Funde bis nach Jütland und Südschweden reichen. In Deutschland kommt die Wanze mit Ausnahme des Nordwestens flächendeckend vor und ist dort gebietsweise nicht selten. Für Österreich wird ein weites Verbreitungsgebiet bei allerdings nur lokaler Häufigkeit belegt. Die Tiere erreichen bei ihrer vertikalen Verbreitung auch höhere Lagen der Mittelgebirge. Sie besiedeln dort offene bis halbschattige Bereiche, die sowohl trocken als auch feuchter ausgeprägt sein können. Als typische Habitate dienen offene Offenlandbiotope sowie Saumstrukturen, in denen Doldenblütler (Apiaceae) als Wirtspflanzen gedeihen. Zu diesen Nahrungspflanzen zählen unter anderem Pastinaken, Haarstrang, Engelwurzen, Möhren, Giersch und Mannstreu. In höheren Mittelgebirgslagen ist die Art zudem am Bärwurz zu finden. Gärten werden ebenfalls besiedelt, sofern Kulturpflanzen wie Dill oder Fenchel vorhanden sind. Darüber hinaus begünstigen in der Nähe der Wirtspflanzen stehende Gehölze den Bestand der adulten Tiere im Frühjahr. Belastbare quantitative Daten zur genauen vertikalen Obergrenze in den Alpen oder anderen Hochgebirgen fehlen in der aktuellen Literatur. Die Überwinterung erfolgt typischerweise als Imago in trockener Bodenstreu oder in Pflanzenpolstern.1
Verbreitung
Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland
Sichtungen
Community-Analyse
Jahresverlauf
Saisonalität & Aktivität
Die Aktivitätsdynamik von Graphosoma italicum ist an einen univolinen Jahreszyklus mitteleuropäischer Klimabedingungen angepasst. Die Überwinterung erfolgt als Imagines in trockener Bodenstreu oder geschützten Pflanzenpolstern. Nach dem Ende der Diapause im Frühjahr suchen die adulten Tiere Gehölze und offene Habitate in der Nähe ihrer Wirtspflanzen auf. Die Paarungsaktivität setzt ab Ende Mai ein und erreicht im Juni ihren zeitlichen Schwerpunkt. Im Anschluss an die Kopula erfolgt die Oviposition der Weibchen im Verlauf der Monate Juni und Juli. Die Entwicklung der Nachkommenschaft vollzieht sich über das Larvalstadium, wobei Nymphen bis in den Oktober hinein im Freiland beobachtet werden können. Adulte Tiere der neuen Generation treten erstmals ab Ende Juli oder August auf und prägen das spätsommerliche Erscheinungsbild der Art.1
Jahresverlauf
Saisonalität und Nachfragetrend
Basierend auf dem Silberkraft TrendIndex – unserem eigenen Modell aus Suchdaten und Naturbeobachtungen
Saisonale Aktivität
Entwicklung über die Jahre
Praxiswissen
Bedeutung, Schäden & Prävention
Die Streifenwanze (Graphosoma italicum) ist weder als schwerwiegender Schädling noch als medizinisch relevanter Vektor einzustufen. Belastbare Daten zu wirtschaftlichen Schäden in der Landwirtschaft fehlen, da die Art überwiegend an Wildpflanzen sowie gelegentlich an Kulturpflanzen wie Dill und Fenchel saugt. Typische Befallsanzeichen sind das Auftreten der auffällig rot-schwarz gestreiften Imagines an den reifenden Samen von Doldenblütlern ab den Sommermonaten. Eine gesundheitliche Gefährdung für den Menschen geht von der Art nicht aus; zur Abwehr von Fressfeinden nutzen die Tiere lediglich ein Wehrsekret aus Drüsenausführgängen am Metathorax. Spezifische Präventions- oder Bekämpfungsmaßnahmen sind in der Praxis in der Regel nicht erforderlich, da die Art keine nennenswerten Schäden verursacht. Monitoring-Methoden oder chemische Bekämpfungsmaßnahmen sind für Graphosoma italicum wissenschaftlich nicht etabliert. Integrierte Schädlingsbekämpfungsstrategien oder rechtliche Aspekte wie Meldepflichten existieren für diesen unbedeutenden Insektenvertreter nicht.1
Nachweise
Quellen & Referenzen
- de.wikipedia.org/wiki/Streifenwanze
- Literaturzusammenfassung: Graphosoma italicum