Lexikon-Eintrag

Sonnwend-Wolfsmilch Euphorbia helioscopia

Sonnwend-Wolfsmilch (Euphorbia helioscopia), KI-Illustration

KI-generierte Illustration (keine Fotografie)

Klassifikation

Taxonomie

Reich
Pflanzen (Plantae)
Stamm
Tracheophyta
Klasse
Magnoliopsida
Ordnung
Malpighiales
Familie
Euphorbiaceae
Gattung
Euphorbia

Überblick

Einleitung

Die Sonnwend-Wolfsmilch (Euphorbia helioscopia) ist eine einjährige krautige Pflanze aus der Familie der Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae) 12. Der botanische wie der deutsche Name verweisen darauf, dass sich die Blütenstände nach der Sonne ausrichten 1. Die Art wächst als Unkraut auf Äckern, in Gärten und auf gestörtem Boden. Wie viele Wolfsmilcharten enthält sie einen Milchsaft, der die Haut reizen kann; die Pflanze gilt roh gegessen als giftig 2.

Auf einen Blick

Fakten (kompakt)

  • Wissenschaftlicher Name: Euphorbia helioscopia L. (1753)
  • Familie: Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae)
  • Lebensdauer: einjährig
  • Höhe: meist 10–20 cm, bis 40 cm (de.wikipedia)
  • Blütezeit: April bis Oktober; Fruchtreife Juli bis Oktober
  • Samenverbreitung: Schleudern bis etwa 2 m
  • Standort: gehackte Äcker, Gärten, Weinberge, nährstoffreiche Böden
  • Hinweis: Milchsaft hautreizend, Pflanze giftig bei Verzehr

Erkennen

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Die Sonnwend-Wolfsmilch wird bis zu 40 Zentimeter hoch, die meisten Pflanzen erreichen jedoch nur 10 bis 20 Zentimeter 1; englischsprachige Quellen nennen 10 bis 50 Zentimeter 2. Der zylindrische, bis etwa 3 Millimeter dicke Stängel ist unverzweigt oder verzweigt nur wenig aus der Basis 1. Die verkehrt-eiförmigen Laubblätter sind bis etwa 2 Zentimeter lang und am Rand fein gezähnt 12. Das Längenwachstum endet mit einem Quirl aus fünf Blättern, über dem der Blütenstand erscheint 1.

Der Blütenstand ist eine fünfstrahlige, dreifach verzweigte Trugdolde. Die Hochblätter sind blattförmig, häufig leicht gezähnt und gelblich-grün; ebenso gelblich-grün sind die nur etwa 1 Millimeter großen Cyathien (die für Wolfsmilcharten typischen Blütenstandseinheiten) 1. Die dreikammerige Kapselfrucht misst etwa 3 Millimeter und ragt auf einem gebogenen Stiel aus dem Cyathium 1. Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 42 1.

Systematik

Namen & Einordnung (kurz)

Der wissenschaftliche Name Euphorbia helioscopia L. wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum erstveröffentlicht 1. Er ist in der GBIF-Taxonomie als akzeptiert geführt 3. Man unterscheidet zwei Unterarten: die weit verbreitete Nominatform und die im Kaukasus vorkommende subsp. hiemalis 1. Englische Namen sind „sun spurge“ und „madwoman's milk“, außerdem „wart spurge“ und „wolf's-milk“ 2.

Weitere Wolfsmilcharten mit eigenem Profil sind die Kreuzblättrige Wolfsmilch, die Mittelmeer-Wolfsmilch und der Weihnachtsstern.

Lebensweise

Biologie & Lebenszyklus

Die Pflanze ist meist ein Therophyt, also einjährig und überdauert die kalte Jahreszeit als Same 1. Die Blütenstände zeigen Photonastie: Sie sind der Sonne zugewandt 1. Bestäubt wird vor allem durch Fliegen 1. Die dreiteiligen Spaltfrüchte zerfallen in drei Teilfrüchte, die sich explosionsartig öffnen und die Samen bis zu zwei Meter weit schleudern; die Samen sind langlebig 1. Es kommt auch Apomixis vor, also die Bildung von Samen ohne Befruchtung, und vegetative Vermehrung über Wurzelsprosse ist möglich 1. Die Wurzeln reichen bis etwa 80 Zentimeter tief 1.

Verbreitung

Vorkommen & Lebensraum

Die Art stammt vermutlich aus dem Mittelmeerraum und verbreitete sich im Neolithikum als Kulturfolger des Menschen (Archäophyt) 1. Das natürliche Verbreitungsgebiet reicht von Nordafrika über ganz Europa und in Asien über Iran und Indien bis nach China und Japan; in Nord- und Südamerika sind eingeschleppte Pflanzen verwildert 1.

Die Sonnwend-Wolfsmilch kommt verbreitet in lückigen Unkrautfluren gehackter Äcker, in Gärten und in Weinbergen vor. Sie bevorzugt stickstoff- und basenreiche, lockere Böden und zeigt Lehm und Nährstoffreichtum an 1. In den Alpen steigt sie in der Schweiz bis 1800 Meter, in Tirol bis 1700 Meter 1.

In der OpenInsect-Community wurden bisher 3 Scans erfasst, der letzte am 27.10.2026.

Verbreitung

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Germany

    11.04.2026

  • Deutschland

    11.04.2026

  • Geisenheim-Johannisberg Grundschule, 65366 Geisenheim, Deutschland

    10.04.2026

  • Wetteraukreis, DE-HE, Deutschland

    10.04.2026

  • Rüdesheim am Rhein, Hesse, Deutschland

    09.04.2026

Daten: iNaturalist

Sichtungen

Community-Analyse

OpenInsect
3
Sichtungen in den letzten 12 Monaten
Daten der silbarkrift.community
Zuletzt am 27.10.2026
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Jahresverlauf

Saisonalität & Aktivität

Die gesamte Vegetationsperiode liegt etwa zwischen März und November, die Blütezeit zwischen April und Oktober 1; englischsprachige Quellen nennen Mittelfrühling bis Spätsommer 2. Die Fruchtreife fällt in die Zeit von Juli bis Oktober 1. Gegen Ende der Vegetationsperiode werden die Pflanzen häufig von Mehltau befallen und sterben spätestens mit dem ersten Bodenfrost ab 1. Durch einen Zivilisationseffekt blühen Pflanzen inzwischen auch im Winter 1.

Praxiswissen

Bedeutung, Schäden & Prävention

Die Sonnwend-Wolfsmilch ist als Unkraut in Äckern und Gärten verbreitet; konkrete Schadensangaben nennen die ausgewerteten Quellen nicht. Wegen der langlebigen Samen und der Schleuderverbreitung kann sich ein Bestand über Jahre halten 1.

Gesundheit: Die Pflanze enthält giftige Diterpene und Phorbolester; diese Stoffe sind die wichtigsten Hautreizstoffe der Pflanze 2. Roh gegessen gilt sie als giftig; es können Übelkeit, Erbrechen, allergische Reaktionen und Hautreizungen auftreten 2. Die Pflanze darf nicht verzehrt werden. Beim Jäten sollten Handschuhe getragen und Berührungen von Milchsaft mit Augen und Schleimhäuten vermieden werden. Bei Haut- oder Augenkontakt mit dem Saft sofort mit Wasser spülen; bei anhaltenden Beschwerden oder Einnahme ist ärztlicher Rat einzuholen. Auch Kinder und Haustiere sollten keinen Zugang zu Pflanzenteilen haben.

Die Art wird in der traditionellen chinesischen Medizin verwendet und wurde nach deutschsprachigen Angaben schon im dritten vorchristlichen Jahrtausend ärztlich eingesetzt 12. Aus dieser historischen Verwendung lässt sich keine Anwendungsempfehlung ableiten; von einer Selbstbehandlung wird abgeraten.

Zur Vorbeugung im Garten hilft es, die Pflanzen vor der Fruchtreife auszureißen, da die Samen weit geschleudert werden und lange keimfähig bleiben 1. Dabei Handschuhe tragen.

Nachweise

Quellen & Referenzen

  1. Wikipedia: Sonnwend-Wolfsmilch. de.wikipedia.org/wiki/Sonnwend-Wolfsmilch (abgerufen 30.10.2026)
  2. Wikipedia: Euphorbia helioscopia. en.wikipedia.org/wiki/Euphorbia_helioscopia (abgerufen 30.10.2026)
  3. GBIF Backbone Taxonomy: Euphorbia helioscopia L.. gbif.org/species/3066367